Brendan Simms , Benjamin Zeeb Europa am Abgrund

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Inhaltsangabe zu „Europa am Abgrund“ von Brendan Simms

Großbritannien ist nicht das Problem und Europa die Antwort darauf, sondern Europa ist die Frage und das angloamerikanische Modell ihre Lösung. So lautet, kurz gefasst, die These von Brendan Simms und Benjamin Zeeb. Wir brauchen dringend die Vereinigten Staaten von Europa – ansonsten ist Europa auf dem besten Wege sich abzuschaffen. Europa sieht sich mit einer Reihe existenzieller Herausforderungen konfrontiert, die den Kontinent in die Knie zwingen: der unerwartete Wiederaufstieg eines autoritären Russland, eine anhaltende Finanz- und Wirtschaftskrise, die Wiederkehr des „deutschen Problems“ durch eine rigide Sparpolitik, die sogenannte Flüchtlingskrise, der islamistische Terrorismus, Sezessionsbestrebungen wie im Baskenland oder Schottland und nicht zuletzt das verbreitete Gefühl von Europamüdigkeit. Das Buch zeigt, dass es sich dabei nicht nur um ineinander greifende Fragen handelt, sondern im Grunde genommen um ein einziges großes Problem, das eine große Lösung verlangt. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Büchern bieten Simms und Zeeb nicht nur eine Diagnose, sondern auch eine Therapie: die zügige Verwirklichung einer demokratischen Union nach angloamerikanischem Modell, die die gesamte Eurozone umfasst und eine gemeinsame Finanz- und Verteidigungspolitik beinhaltet.

Interessantes Buch mit kleinen Schwächen

— TAndres

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    Europa am Abgrund

    TAndres

    24. March 2016 um 21:48

    Wie der Titel schon sagt, geht es in dem Buch um die Krise, in der die europäische Union steckt. Der Untertitel benennt dann aber die Lösung dazu.Das Buch ist in 5 Kapitel unterteilt. Im Ersten beschäftigen sich die Autoren mit den Schwierigkeiten, vor denen die EU momentan steht. Im zweiten Kapitel wird die deutsche Frage erläutert mit der Stärke und gleichzeitigen Schwäche des größten Mitglieds. Das dritte Kapitel beschreibt kurz die Geschichte der EU und die Problematik, dass zur gemeinsamen Währung der entsprechende Untergrund fehlt. Im vierten Kapitel werden die Vereinigten Staaten von Amerika und das Vereinigte Königreich kurz beschrieben, die Gründungen und die politische Situation, und wie die europäischen Länder auf diese Erfahrung zurückgreifen könnten. Im abschließenden Kapitel führen die Autoren auf, dass nur ein föderaler Staat das Ziel sein kann und Schritte, die notwendig sind, um zu diesem Ziel zu gelangen.Mit 131 Seiten ist das Buch relativ dünn. Es ist aber sehr gut geschrieben, so dass man es flüssig durchlesen kann. Etwas Vorwissen zur EU ist nötig, ansonsten ist das Buch aber nicht kompliziert geschrieben, so dass man sehr gut mitkommt. Das Thema ist sehr interessant und den Schlussfolgerungen der Autoren kann ich größtenteils zustimmen.Das Buch hat allerdings auch 2 Schwächen. Zum einen wird häufig auf die Kriegsgefahr aus Russland und deren Aggressivität hingewiesen. Das kann ich nicht unbedingt nachvollziehen, selbst ein „schwaches“ Europa wie jetzt würde Putin nie angreifen. Die zweite Schwäche ist, dass häufig geschrieben wird, dass Irland, Griechenland und Italien selbst schuld an ihrer Situation wären, dass dort Korruption und Vetternwirtschaft weitverbreitet sei und bei einem eventuellen Ausscheiden aus der Eurozone dies noch weiter aufleben würde. Auch dieses negative Bild der Politiker dieser Länder kann ich nicht unbedingt nachvollziehen. Natürlich gibt es dort Probleme, aber deswegen wieder auf die Art aller Politiker zu schließen, ist ignorant denjenigen gegenüber, die an einem vernünftigen Europa interessiert wären.Daher bekommt das Buch von mir nur 4 Sterne. Das Thema ist interessant, das Buch sehr gut geschrieben, aber die oben genannten Schwächen kommen leider zu häufig vor. Dennoch kann ich das Buch nur empfehlen, um mal selbst über die Zukunft Europas nachzudenken und zu überlegen, ob ein föderales Europa der Regionen nicht die Lösung wäre.

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