In diesem Russland-Roman geht es um den Mord an Hauptmann Dubinin und um ein verschwundenes, extrem wertvolles "Kaiserliches Osterei", das in die Rüstkammer des Kreml hätte gebracht werden sollen. Alexei Volkovoj, russischer Kriegsveteran mit Beinprothese, macht sich auf, den oder die Mörder zu suchen.
Ideen und Storyline sind dürftig, die Geschichte zieht sich flach und fade dahin. Der Erzählstil ist stark unterkühlt, dementsprechend kühl bleiben die Gefühle den Protagonisten gegenüber. Von "Mitleiden" kann keine Rede sein, ich habe mich im Gegenteil beim Lesen ständig gefragt, weshalb mich das Schicksal der beschriebenen Personen überhaupt interessieren soll. Die Charaktere sind eindimensional und geben kaum etwas von ihrem Innenleben preis, wodurch eine Identifikation mit ihnen mehr als schwer fällt.
Actionszenen, ohnehin dünn gesät, werden in wenigen Sätzen abgehandelt und sind so ungenau beschrieben, dass man kaum eine Vorstellung davon bekommt, was eigentlich vor sich geht.
Am Überzeugendsten ist die Darstellung der politischen Hintergründe gelungen, doch das ist einfach zu wenig für einen guten Thriller.
Ich bin sehr enttäuscht von diesem Buch. Es gehört zu jener Sorte von Büchern, deren Cover besser sind als ihr Inhalt. Schade.
Rezension zu "Im Schatten des Kreml" von Brent Ghelfi




