Bret Anthony Johnston

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Justins Heimkehr

Justins Heimkehr

 (56)
Erschienen am 02.01.2017
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Erschienen am 03.02.2015

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MissRichardParkers avatar

Rezension zu "Justins Heimkehr" von Bret Anthony Johnston

Stark und intensiv geschrieben
MissRichardParkervor 7 Monaten

Justin Campbell ist im Alter von 12 Jahren spurlos verschwunden. Vier Jahre lebt die Familie im Schock. Sie geben die Hoffnung nie ganz auf und dennoch ist da immer der Hintergedanke, dass Justin nicht mehr lebt und nie ans Licht kommt, was mit ihm passiert ist. Dann, nach vier langen Jahren wird Justin gefunden und kehrt zurück nach Hause. Ein weiterer Schock für die Familie. Denn jetzt müsste doch endlich alles gut sein. Und dennoch ist alles anders...

Ein sehr sehr starkes, und vor allem toll geschriebens Buch. Ich hatte zwar sehr lange daran, warum kann ich nicht genau sagen, aber für mich war es keins dieser Bücher, das man an einem Stück verschlingt. Man muss sich darauf einlassen dass dies ein sehr ruhiger, stiller, und dennoch wuchtiger Roman ist. Der Autor hat einen ganz besonderen, tollen Schreibstil. Ich konnte beim Lesen die Luft riechen, die Hitze spüren, das Salzwasser schmecken... Die Bilder die in meinem Kopf entstanden sind sind grosses Kopfkino.
Der Schluss lässt einem etwas perplex zurück und darum habe ich den Roman bis jetzt noch nicht ganz aus dem Kopf.

Empfehlenswert für alle die psychologische, ruhige Romane mögen, die einen intensiven Einblick in das Leben einer Familie ermöglicht, die hart auf die Probe gestellt wurde.

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wandablues avatar

Rezension zu "Justins Heimkehr" von Bret Anthony Johnston

Insgesamt mehr als anständiges Romandebüt
wandabluevor einem Jahr

Insgesamt mehr als anständiges Romandebüt.
Ein Junge verschwindet. Vier Jahre lang bleibt seine Familie im Ungewissen. Ist er tot? Lebt er? Dann taucht er wieder auf. Was hat er erlebt? Die Psychologen raten der Famile, das Kind, das ein Jugendlicher geworden ist, nicht darauf anzusprechen. Vier Jahre sind vier Jahre und das Kind hat sich verändert. Ist ein Mann geworden, hat andere Vorlieben entwickelt als angenommen, mag Dinge nicht mehr, die es früher mochte. Die Familie hat sich, auch wenn es ihr schwerfällt, es einzugestehen, entfremdet.

Bret Anthony Johnston hat in seinem Romandebüt den richtigen Ton getroffen. Völlig unreißerisch stellt er das Unvermögen der diversen Familienangehörigen dar, mit einem Geschehen fertigzuwerden, das doch nur anderen zustößt, aber niemals einem selber. Dieser Teil hat mir sehr gut gefallen. Vater und Großvater sind am glaubwürdigsten, die Nebenfiguren sind detailreich und schön gezeichnet, die Reaktionen der Mutter waren nicht immer nachvollziehbar.

Zugesagt hat mir das Täterprofil. Es ist kein Roman, in dem der Täter mehr Raum bekommt als das Opfer. Dennoch bleibt seine Figur nicht unberücksichtigt.

Was mir dagegen überhaupt nicht einleuchtete, war die frühzeitige und ganz selbstverständliche Beschäftigung der engeren und ferneren Verwandtschaft mit Selbstjustiz bis hin zur detaillierten Planung eines Verbrechens. Man merkt, dass dem Autor die Darstellung der inneren Ereignisse thematisch dann doch nicht genug waren und dass er nach etwas suchte, was den Leser weiterhin bei der Stange halten könnte. Das wäre aber gar nicht notwendig gewesen, denn Johnston hat einen leichten, angenehmen und gar nicht oberflächlichen Schreibstil. Er hat auch schon früher geschrieben, 1971 geboren, gab er 2004 den Erzählband „Corpus Christi“ heraus. Ein echter Schreiberneuling ist er also nicht, doch „Justins Heimkehr“ ist sein erster Roman. Der schon ganz ordentlich ist.

Das Selbstjustizthema ist für den Leser zwar eingermassen spannend aufbereitet, aber dann doch nicht genug ausgearbeitet. Wenn überhaupt aufgegriffen, hätte hier eine tiefere ethisch-moralische Auseinandersetzung stattfinden müssen, samt einer erläuternden Darstellung, warum die Amerikaner so schnell selbst Gerechtigkeit ausüben wollen – oder, was sie dafür halten. Familenbezogen war die Thematik für mich zudem psychologisch unglaubwürdig. Nachvollziehbar zwar, dass Rachegedanken gegenüber dem Täter aufkommen, jedoch nicht in der Art, wie Johnston es darstellt, aus Angst. Denn das entführte Kind ist kein Kind mehr und wäre dem Täter nicht mehr hilflos ausgeliefert, käme er frei oder der Familie zu nahe. Die Selbstjustizfrage überpowerte den Roman und schwächte ihn, statt ihn, wie vom Autor beabsichtigt, zu stärken.

Fazit: Psychogramm einer Familie nach dem Erleben eines Akts der Gewalt. Insgesamt ein mehr als anständiges Romandebüt.

Kategorie: Belletristik,
Verlag: C.H. Beck, 2017

Kommentare: 2
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FrolleinJotts avatar

Rezension zu "Justins Heimkehr" von Bret Anthony Johnston

Intensives, psychologisches Familiendrama. Sehr lesenswert!
FrolleinJottvor einem Jahr

Inhalt / Klappentext:

Mit psychologischem Feingefühl und sehr spannend erzählt Bret Anthony Johnston in seinem Debütroman von einer Familie unter Schock. Vor vier Jahren ist Justin Campbell, damals 12 Jahre alt, entführt worden.

Seine Eltern und sein Bruder, die nie aufgehört hatten, nach ihm zu suchen, haben unterschiedliche Wege gefunden, mit diesem Erlebnis umzugehen. Wege, die die Familie eher auseinanderdriften lassen. Da wird Justin wie durch ein Wunder ganz in der Nähe entdeckt und seinem Entführer entwunden - der inzwischen 16jährige kehrt in die Familie zurück. Aber ist der Wiedergefundene nicht doch verloren? Und was geschieht mit dem Täter, der vor Gericht gestellt wird und auf "nicht schuldig" plädieren will?

Bret Anthony Johnston zeigt sich in diesem Roman als hoch begabter, raffinierter und kluger Erzähler, der glaubwürdige und faszinierende Charaktere zeichnen kann und ohne Effekthascherei ins Herz der Dinge vorstößt.

Meine Meinung:

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat ist, dass es eben nicht die typische Kind-verschwindet-und-wird-gesucht-Story ist, sondern die Handlung beginnt, als der vier Jahre lang verschwundene Sohn Justin wiedergefunden wird. Nach und nach erfahren wir, was damals passiert ist, wie verzweifelt die Eltern nach dem Sohn gesucht haben und wie sich das Leben der ganzen Familie daraufhin verändert hat.

Eric, der Vater, der sich ständig Vorwürfe macht, versagt zu haben, immer nur das Beste für alle will, aber sich stets unzulänglich fühlt und sich auf ein außereheliches Verhältnis einläßt. Die Mutter Laura, die sich vor lauter Verzweiflung in Beschäftigung flüchtet und fast Tag und Nacht arbeitet und dann ist da noch Griff, Justins Bruder. Er versucht Rücksicht auf alle zu nehmen, steckt zurück und macht sich Vorwürfe, über die er mit niemandem spricht, weil er am Tag von Justins Verschwinden Streit mit ihm hatte. Und dann gibt es noch Cecil, Erics Vater, der sich als Großvater natürlich auch sehr um den Enkel gesorgt hat und Rachepläne gegen den Täter schmiedet.

Wenn man denkt, der Sohn ist wieder da, alles ist wieder gut, dann irrt man. Denn die Situation ist nicht einfach: Die Eltern sollen wegen der Traumatisierung Justins, ihn auf Rat einer Psychologin nicht danach fragen, was ihm passiert ist. Und von selbst erzählt Justin kaum etwas von seinen Qualen, die er erleiden musste. Und das ist selbst als Leser kaum auszuhalten und bringt Spannung in den Roman. Man versetzt sich in die Rolle der Eltern und fragt sich ständig, wie man das nur aushalten kann, man will doch wissen, was dem Sohn zugestoßen ist!

Aber hier geht es nicht vordergründig um Spannung, sondern um das Seelenleben der Personen, in die der Autor uns tiefen Einblick nehmen läßt. Und wenn man auch nicht jedes Verhalten nachvollziehen kann, so wird deutlich, dass jeder Mensch anders mit solch einer Situation umgeht und man fragt sich zwangsläufig, wie man selber handeln würde. Ich fand die Charaktere wurden glaubwürdig dargestellt.

Am Ende kommt dann nochmals Spannung auf, als der Entführer auf Kaution entlassen wird. Die scheinbare Erleichterung der Familie wird wieder komplett in Anspannung verwandelt und es wird nochmal dramatisch. Was dann ganz zum Schluß passiert (möchte ich hier natürlich nicht verraten), wird nicht wirklich aufgelöst und läßt Raum für Spekulationen.

Für mich war es ein interessantes und sehr intensives Buch, dass ich nur empfehlen kann, wenn man gerne solche psychologischen Storys liest.

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Gespräche aus der Community

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abas avatar

Der Kampf einer Familie um Normalität

In seinem Debütroman, der in kürzester Zeit ein internationaler Erfolg wurde, erzählt der US-amerikanische Schriftsteller Bret Anthony Johnston eine Geschichte, die unter die Haut geht. "Justins Heimkehr" ist das Porträt einer Familie, die lernen muss, wieder eine Familie zu sein. Rührend, schmerzhaft, dramatisch und höchst spannend, Bret Anthony Johnston fesselt mit einer ausdrucksvollen Sprache, wirklichkeitsnahen Figuren und einer packenden Handlung vor den Kulissen der lodernden Landschaft Texas'.
Möchtet ihr Bret Anthony Johnston und seinen bewegenden Roman kennenlernen? Dann solltet ihr diese Leserunde nicht verpassen!

Mehr zum Buch
Mit psychologischem Feingefühl und sehr spannend erzählt Bret Anthony Johnston in seinem Debütroman von einer Familie unter Schock. Vor vier Jahren ist Justin Campbell, damals 12 Jahre alt, entführt worden.
Seine Eltern und sein Bruder, die nie aufgehört hatten, nach ihm zu suchen, haben unterschiedliche Wege gefunden, mit diesem Erlebnis umzugehen. Wege, die die Familie eher auseinanderdriften lassen. Da wird Justin wie durch ein Wunder ganz in der Nähe entdeckt und seinem Entführer entwunden – der inzwischen 16jährige kehrt in die Familie zurück. Aber ist der Wiedergefundene nicht doch verloren? Und was geschieht mit dem Täter, der vor Gericht gestellt wird und auf "nicht schuldig" plädieren will?
Bret Anthony Johnston zeigt sich in diesem Roman als hoch begabter, raffinierter und kluger Erzähler, der glaubwürdige und faszinierende Charaktere zeichnen kann und ohne Effekthascherei ins Herz der Dinge vorstößt.


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Zum Autor
Bret Anthony Johnston, 1971 geboren, veröffentlichte den Erzählungsband "Corpus Christi" (2004), gab 2008 den Band "Naming the World and other Exercises for the Creative Writer" heraus und schrieb das Drehbuch zum Dokumentarfilm "Waiting for Lightning" (2012). "Justins Heimkehr" ist sein Romandebüt. Johnston unterrichtet Fiction Writing an der Harvard University.

Möchtet ihr erfahren wie es bei den Campbells weitergeht?
Zusammen mit C.H.Beck verlosen wir 25 Exemplare von "Justins Heimkehr" unter allen, die sich über diese ergreifende Geschichte im Rahmen einer Leserunde austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten. Seid ihr neugierig geworden? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 24.07. Ihr müsst nur auf folgende Frage antworten:

Der 12-jährige Justin verschwindet plötzlich. Nach vier Jahren wird er wie durch ein Wunder wieder gefunden.
Wie, meint ihr, könnte eine Familie es schaffen, bei solchen Schicksalsschlägen zusammenzuhalten?
Reicht die Liebe, die sie füreinander empfinden? Oder seid ihr der Meinung, dass es Wunden gibt, die nicht mal die Liebe heilen kann?


Ich bin gespannt auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir Gewinne nur innerhalb Europas und nur einmal pro Haushalt verschicken.
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