Justins Heimkehr

von Bret Anthony Johnston 
3,9 Sterne bei56 Bewertungen
Justins Heimkehr
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Positiv (38):
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Ein bedrückendes, leises Familiendrama, das unter die Haut geht. Toll geschrieben!

Kritisch (3):
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pseudo-intellektuell und langatmig, einzig das Thema hat Potenzial

Alle 56 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Justins Heimkehr"

Mit psychologischem Feingefühl und sehr spannend erzählt Bret Anthony Johnston in seinem Debütroman von einer Familie unter Schock. Vor vier Jahren ist Justin Campbell, damals 12 Jahre alt, entführt worden. Seine Eltern und sein Bruder, die nie aufgehört hatten, nach ihm zu suchen, haben unterschiedliche Wege gefunden, mit diesem Erlebnis umzugehen. Wege, die die Familie eher auseinanderdriften lassen. Da wird Justin wie durch ein Wunder ganz in der Nähe entdeckt und seinem Entführer entwunden - der inzwischen 16jährige kehrt in die Familie zurück. Aber ist der Wiedergefundene nicht doch verloren? Und was geschieht mit dem Täter, der vor Gericht gestellt wird und auf „nicht schuldig" plädieren will? Bret Anthony Johnston zeigt sich in diesem Roman als hoch begabter, raffinierter und kluger Erzähler, der glaubwürdige und faszinierende Charaktere zeichnen kann und ohne Effekthascherei ins Herz der Dinge vorstößt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783406697425
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:424 Seiten
Verlag:C.H.Beck
Erscheinungsdatum:02.01.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    MissRichardParkers avatar
    MissRichardParkervor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein bedrückendes, leises Familiendrama, das unter die Haut geht. Toll geschrieben!
    Stark und intensiv geschrieben

    Justin Campbell ist im Alter von 12 Jahren spurlos verschwunden. Vier Jahre lebt die Familie im Schock. Sie geben die Hoffnung nie ganz auf und dennoch ist da immer der Hintergedanke, dass Justin nicht mehr lebt und nie ans Licht kommt, was mit ihm passiert ist. Dann, nach vier langen Jahren wird Justin gefunden und kehrt zurück nach Hause. Ein weiterer Schock für die Familie. Denn jetzt müsste doch endlich alles gut sein. Und dennoch ist alles anders...

    Ein sehr sehr starkes, und vor allem toll geschriebens Buch. Ich hatte zwar sehr lange daran, warum kann ich nicht genau sagen, aber für mich war es keins dieser Bücher, das man an einem Stück verschlingt. Man muss sich darauf einlassen dass dies ein sehr ruhiger, stiller, und dennoch wuchtiger Roman ist. Der Autor hat einen ganz besonderen, tollen Schreibstil. Ich konnte beim Lesen die Luft riechen, die Hitze spüren, das Salzwasser schmecken... Die Bilder die in meinem Kopf entstanden sind sind grosses Kopfkino.
    Der Schluss lässt einem etwas perplex zurück und darum habe ich den Roman bis jetzt noch nicht ganz aus dem Kopf.

    Empfehlenswert für alle die psychologische, ruhige Romane mögen, die einen intensiven Einblick in das Leben einer Familie ermöglicht, die hart auf die Probe gestellt wurde.

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    wandablues avatar
    wandabluevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wirklich sehr gut geschrieben. Die Psychologie des Romans hat mich jedoch nicht ganz überzeugt.
    Insgesamt mehr als anständiges Romandebüt

    Insgesamt mehr als anständiges Romandebüt.
    Ein Junge verschwindet. Vier Jahre lang bleibt seine Familie im Ungewissen. Ist er tot? Lebt er? Dann taucht er wieder auf. Was hat er erlebt? Die Psychologen raten der Famile, das Kind, das ein Jugendlicher geworden ist, nicht darauf anzusprechen. Vier Jahre sind vier Jahre und das Kind hat sich verändert. Ist ein Mann geworden, hat andere Vorlieben entwickelt als angenommen, mag Dinge nicht mehr, die es früher mochte. Die Familie hat sich, auch wenn es ihr schwerfällt, es einzugestehen, entfremdet.

    Bret Anthony Johnston hat in seinem Romandebüt den richtigen Ton getroffen. Völlig unreißerisch stellt er das Unvermögen der diversen Familienangehörigen dar, mit einem Geschehen fertigzuwerden, das doch nur anderen zustößt, aber niemals einem selber. Dieser Teil hat mir sehr gut gefallen. Vater und Großvater sind am glaubwürdigsten, die Nebenfiguren sind detailreich und schön gezeichnet, die Reaktionen der Mutter waren nicht immer nachvollziehbar.

    Zugesagt hat mir das Täterprofil. Es ist kein Roman, in dem der Täter mehr Raum bekommt als das Opfer. Dennoch bleibt seine Figur nicht unberücksichtigt.

    Was mir dagegen überhaupt nicht einleuchtete, war die frühzeitige und ganz selbstverständliche Beschäftigung der engeren und ferneren Verwandtschaft mit Selbstjustiz bis hin zur detaillierten Planung eines Verbrechens. Man merkt, dass dem Autor die Darstellung der inneren Ereignisse thematisch dann doch nicht genug waren und dass er nach etwas suchte, was den Leser weiterhin bei der Stange halten könnte. Das wäre aber gar nicht notwendig gewesen, denn Johnston hat einen leichten, angenehmen und gar nicht oberflächlichen Schreibstil. Er hat auch schon früher geschrieben, 1971 geboren, gab er 2004 den Erzählband „Corpus Christi“ heraus. Ein echter Schreiberneuling ist er also nicht, doch „Justins Heimkehr“ ist sein erster Roman. Der schon ganz ordentlich ist.

    Das Selbstjustizthema ist für den Leser zwar eingermassen spannend aufbereitet, aber dann doch nicht genug ausgearbeitet. Wenn überhaupt aufgegriffen, hätte hier eine tiefere ethisch-moralische Auseinandersetzung stattfinden müssen, samt einer erläuternden Darstellung, warum die Amerikaner so schnell selbst Gerechtigkeit ausüben wollen – oder, was sie dafür halten. Familenbezogen war die Thematik für mich zudem psychologisch unglaubwürdig. Nachvollziehbar zwar, dass Rachegedanken gegenüber dem Täter aufkommen, jedoch nicht in der Art, wie Johnston es darstellt, aus Angst. Denn das entführte Kind ist kein Kind mehr und wäre dem Täter nicht mehr hilflos ausgeliefert, käme er frei oder der Familie zu nahe. Die Selbstjustizfrage überpowerte den Roman und schwächte ihn, statt ihn, wie vom Autor beabsichtigt, zu stärken.

    Fazit: Psychogramm einer Familie nach dem Erleben eines Akts der Gewalt. Insgesamt ein mehr als anständiges Romandebüt.

    Kategorie: Belletristik,
    Verlag: C.H. Beck, 2017

    Kommentare: 2
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    FrolleinJotts avatar
    FrolleinJottvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr intensives, psychologisches Familiendrama und einen Sohn, der nach vier Jahren Entführung zurückkehrt. Sehr lesenswert!
    Intensives, psychologisches Familiendrama. Sehr lesenswert!

    Inhalt / Klappentext:

    Mit psychologischem Feingefühl und sehr spannend erzählt Bret Anthony Johnston in seinem Debütroman von einer Familie unter Schock. Vor vier Jahren ist Justin Campbell, damals 12 Jahre alt, entführt worden.

    Seine Eltern und sein Bruder, die nie aufgehört hatten, nach ihm zu suchen, haben unterschiedliche Wege gefunden, mit diesem Erlebnis umzugehen. Wege, die die Familie eher auseinanderdriften lassen. Da wird Justin wie durch ein Wunder ganz in der Nähe entdeckt und seinem Entführer entwunden - der inzwischen 16jährige kehrt in die Familie zurück. Aber ist der Wiedergefundene nicht doch verloren? Und was geschieht mit dem Täter, der vor Gericht gestellt wird und auf "nicht schuldig" plädieren will?

    Bret Anthony Johnston zeigt sich in diesem Roman als hoch begabter, raffinierter und kluger Erzähler, der glaubwürdige und faszinierende Charaktere zeichnen kann und ohne Effekthascherei ins Herz der Dinge vorstößt.

    Meine Meinung:

    Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat ist, dass es eben nicht die typische Kind-verschwindet-und-wird-gesucht-Story ist, sondern die Handlung beginnt, als der vier Jahre lang verschwundene Sohn Justin wiedergefunden wird. Nach und nach erfahren wir, was damals passiert ist, wie verzweifelt die Eltern nach dem Sohn gesucht haben und wie sich das Leben der ganzen Familie daraufhin verändert hat.

    Eric, der Vater, der sich ständig Vorwürfe macht, versagt zu haben, immer nur das Beste für alle will, aber sich stets unzulänglich fühlt und sich auf ein außereheliches Verhältnis einläßt. Die Mutter Laura, die sich vor lauter Verzweiflung in Beschäftigung flüchtet und fast Tag und Nacht arbeitet und dann ist da noch Griff, Justins Bruder. Er versucht Rücksicht auf alle zu nehmen, steckt zurück und macht sich Vorwürfe, über die er mit niemandem spricht, weil er am Tag von Justins Verschwinden Streit mit ihm hatte. Und dann gibt es noch Cecil, Erics Vater, der sich als Großvater natürlich auch sehr um den Enkel gesorgt hat und Rachepläne gegen den Täter schmiedet.

    Wenn man denkt, der Sohn ist wieder da, alles ist wieder gut, dann irrt man. Denn die Situation ist nicht einfach: Die Eltern sollen wegen der Traumatisierung Justins, ihn auf Rat einer Psychologin nicht danach fragen, was ihm passiert ist. Und von selbst erzählt Justin kaum etwas von seinen Qualen, die er erleiden musste. Und das ist selbst als Leser kaum auszuhalten und bringt Spannung in den Roman. Man versetzt sich in die Rolle der Eltern und fragt sich ständig, wie man das nur aushalten kann, man will doch wissen, was dem Sohn zugestoßen ist!

    Aber hier geht es nicht vordergründig um Spannung, sondern um das Seelenleben der Personen, in die der Autor uns tiefen Einblick nehmen läßt. Und wenn man auch nicht jedes Verhalten nachvollziehen kann, so wird deutlich, dass jeder Mensch anders mit solch einer Situation umgeht und man fragt sich zwangsläufig, wie man selber handeln würde. Ich fand die Charaktere wurden glaubwürdig dargestellt.

    Am Ende kommt dann nochmals Spannung auf, als der Entführer auf Kaution entlassen wird. Die scheinbare Erleichterung der Familie wird wieder komplett in Anspannung verwandelt und es wird nochmal dramatisch. Was dann ganz zum Schluß passiert (möchte ich hier natürlich nicht verraten), wird nicht wirklich aufgelöst und läßt Raum für Spekulationen.

    Für mich war es ein interessantes und sehr intensives Buch, dass ich nur empfehlen kann, wenn man gerne solche psychologischen Storys liest.

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    MelEs avatar
    MelEvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr gelungen durch besondere Einblicke in ein Familienleben, welches verändert durch Entführung und Heimkehr geschildert wird.
    Nachwirkungen einer Entführung

    "Justins Heimkehr" erzählt auf sehr bewegende Weise eine Familiengeschichte der ganz besonderen Art. Welch Grauen, wenn ein Kind verschwindet und die Angst und Hoffnung dein täglicher Begleiter ist, sei es als Eltern oder eben auch als Bruder. Wie lässt es sich weiterleben, wenn immer noch Hoffnung besteht? Justin liegt wie ein schwerer Schatten auf dem Familienleben, denn er ist immer präsent in jeder Lebenslage. Die Eltern leben sich auseinander, da sie nicht gelernt haben, über ihren Schmerz zu sprechen. Auch der Großvater ist involviert und trifft nachdem Justin wieder heimgekehrt ist einen folgenschweren Entschluss, der den Prolog erklärt, der für mich vorerst eine ganz andere Bedeutung hatte. Das traumatische Erlebnis der Familie lässt sich nachvollziehen und wirkt absolut authentisch.
    Nachdem Justin nach vier Jahren wieder auftaucht, erwartet man als Leser ein Aufatmen, ein dankbares Weiterleben. Leider ist dies aufgrund der Veränderung in Justin erst einmal nicht möglich, denn natürlich hat er sich verändert und muss selbst lernen wieder Teil einer Familie zu werden. Als der Entführer auf "nicht schuldig" plädieren will, scheint die Welt erneut auseinander zu fallen.
    Auf ganz behutsame Weise werden nur Bruchstücke eingeworfen, die Justins Leben in den vier vergangenen Jahren beschreiben. Mir hat gefallen, dass es nicht überfordert oder beängstigt, da die Bilder die beim Lesen entstehen wirken dadurch nicht so entsetzlich wie in manch anderen Romanen. Natürlich wird hier vieles offenbart, aber es geschieht eher auf ganz sanfte Art. Gleichzeitig geschieht Veränderung, die die Familie wieder dazu bewegt, sich aneinander anzunähern. Da wo vorher eher geschwiegen wird, wird geredet und alte Wunden zugedeckt oder aufgerissen. Ein Heilungsprozess beginnt. Die Angst aber bleibt und ist dauerhaft spürbar, denn der Entführer ist wieder auf freiem Fuß und es scheint, als würde er straffrei bleiben.
    Fazit:"Justins Heimkehr" ist ein sehr einfühlsamer Roman, der ganz sanft und ohne harte Worte darüber berichtet, inwieweit die Entführung Justins auf das Familienleben eingewirkt hat. Eine leichte Veränderung lässt sich erspüren, als Justin urplötzlich wieder auftaucht und das Familienleben erneut auf den Kopf gestellt wird, auch wenn dies natürlich mit vielen positiven Gefühlen verknüpft wird. Ein wertvolles Buch, welches weder Oberflächlichkeit, noch Schwachstellen aufgewiesen hat. 
     ★★★★★  

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    FrauSchafskis avatar
    FrauSchafskivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Emotional fordernde vier Jahre - für die Figuren ebenso wie für den Leser
    Ein bestürzernder Einblick in die Köpfe der Familie Campbell

    Vier Jahre ist es her, seit Justin spurlos verschwunden ist. Seine Familie lebt seitdem wie in einem Vakuum. Dennoch haben sie die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Justin immer noch lebt. Und tatsächlich geschieht geschieht das Wunder: Justin wird gefunden und kehrt nach Hause zurück. 

    Keine leichte Lektüre ist dieser Roman. Der Leser folgt den einzelnen Familienmitgliedern, aus deren unterschiedlichen Perspektive die Geschichte erzählt wird. Mutter, Vater, Bruder und Großvater, Justins Perspektive selbst kommt dabei nicht zu Wort. Beklemmend, verzerweifelt und traurig ist der Zustand der Campbells. Seit Justins Verschwinden leben sie aneinander vorbei, können sich gegenseitig keinen Halt mehr geben. Durch die unterschiedlichen Perpektiven lernt der Leser alle Figuren intensiv kennen, ihre Charaktere, ihre Ängste, ihre psychische Verfassung. Aber auch ihre unbändige Freude und ihr Aufblühen, nachdem Justin zurückgekehrt ist. Der Leser fühlt mit ihnen, teilt ihre Sorgen, ihr Leid, ihre Hoffnung, ihre Freude, als Justin wider erwartet zurückkehrt. Der Autor schafft es zweifellos sehr überzeugend, im Leser Empathie für die Figuren zu wecken. Dabei bleiben die Details von Justins Schicksal der vergangenen vier Jahre für den Leser ebenso verborgen wie für seine Familie. Das ist ein sehr feinfühliger Kniff. Denn in dieser Geschichte geht es eben nicht um die unvorstellbaren Qualen, die der Junge durchlitten haben muss, sondern um die zentrale Frage, wie es die Beteiligten ebenso wie das Opfer schaffen, damit umzugehen. Leider passiert das auf Kosten des einfachen, schnellen Leseflusses. So wird die Geschichte über lange Passagen hinweg zu einem zähfließenden Kampf mit den Gefühlen der Figuren, zu einem bestürzenden Einblick in die schlimmsten Jahre ihres Lebens. 

    Fazit: Ich bin hin und her gerissen. Einerseits ist die Darstellung der Emotionen so gut gelungen und andererseits erdrücken sie die eigentliche Handlung. Irgendwie fehlt mir eine Balance zwischen diesen beiden Polen. Daher würde ich, wenn es ginge, 3,5 Sterne vergeben.

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    Joachim_Tieles avatar
    Joachim_Tielevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine reale Dystopie im Hier und Jetzt
    Der Albtraum der amerikanischen Familie

    Eine glückliche Familie erleidet einen schweren Schicksalsschlag, die Entführung eines Kindes, und erhält nach der überraschenden Rückkehr des Entführten die Chance, wieder eine glückliche Familie zu werden? Nein, niemand ist hier glücklich, war es je oder wird es in der Zukunft sein. Bret Anthony Johnstons Debütroman bietet eine nicht-voyeuristische Innenansicht einer amerikanischen Durchschnittsfamilie der unteren Mittelschicht, ironischer Weise der eines High-School-Lehrers, die ständig hinter dem nächsten Paycheck herhechelnd sich praktisch nichts leisten kann, als das Minimum zum Überleben. Selbst ein neuer Rasen für den Garten, anlässlich der Party, die die Heimkehr des entführten Justin feiern soll, wird zum finanziellen Problem. Der Roman spielt im texanischen Corpus Christi, der am Golf von Mexiko gelegenen, nach Angaben der US-Zensusbehörden zweitungebildetsten Stadt der USA (1), die auch ansonsten eher lebensfeindlich ist. Die klimatischen Verhältnisse, insbesondere im Sommer, sind für Europäer, die nie dort waren, kaum vorstellbar (der Rezensent hatte einmal im Juli den klimatisierten Bereich des nahegelegenen Houston International Airport verlassen, um eine Zigarette zu rauchen: nichts hatte ihn darauf vorbereit, Luft wie flüssiger Zement einzuatmen, und diese Zigarette hat er nicht zu Ende geraucht) – und auch sie durchziehen, wie andere Widrigkeiten des amerikanischen Alltags, den Roman auf jeder Seite. Beschrieben wird eine real existierende Dystopie im Hier und Jetzt, in der es der Entführung nicht bedurft hätte, um die albtraumartigen Lebensverhältnisse der Protagonisten (be)greifbar zu machen, die  äußeren wie die inneren Verhältnisse. Denn es ist das beschädigte Innenleben der Beteiligten, das die Situation, die durch die Entführung entstanden ist, zusätzlich unerträglich macht, weil sie sich selbst kaum ertragen können. Die Folge ist eine weitgehende Kommunikations- (fast Interaktions-) -losigkeit der Familienmitglieder, verursacht durch Ängste und Schuldgefühle, erziehungsbedingte Unsicherheiten und unerfüllbare Anforderungen an ein (scheinbar) glückliches Familienleben.

    Dadurch, wie der Roman verlagsseitig beworben wird, (das US-amerikanische Original und stärker noch die deutsche Ausgabe) entsteht leicht eine Lesererwartung zwischen Thriller und Frauenroman, der irgendwie auch so etwas wie einen Anspruch hat (und auf der englischsprachigen Webseite von Random House findet man Materialien zur Lektüre an High Schools und Colleges). Der Thrilleraspekt erinnert an Denis Lehanes Mystic River, in dem auch ein Jugendlicher entführt wird, der danach völlig verstört ist, unterstrichen durch den Prolog, der eine Situation beschreibt, in der Spaziergänger in einem Hafenbecken eine Leiche entdecken, die auch der bald auftauchenden Polizei – ebenso wie dem Leser – Rätsel aufgibt. Interessanterweise hält sich die Rezensentin der New York Times nicht einen Moment lang damit auf (2), sondern zitiert ein Buch aus den sechziger Jahren, in dem es um die Beziehung von Kunst und Moral geht, und innerhalb der Literatur als Kunstform um die erzählerische Distanz des Autors, aus der heraus er seine Geschichte anlegt, und wie er die Beziehung zwischen dem Erzähler, den Charakteren und dem Leser gestaltet. Diese Distanz der Darstellung zu beherrschen, ist eine Technik des jeweiligen Autors, die uns – als Leser oder Rezensenten – so über das Buch reden lässt, als ob es auf die Technik, mit der es geschrieben wurde, gar nicht ankäme. Diese Fähigkeit des Autors, sich selbst zurückzunehmen und den Figuren ein eigenes Recht einzuräumen, als wären sie tatsächliche Personen mit eigenen Persönlichkeitsrechten, sieht die Rezensentin der New York Times als einen großen Verdienst von Justins Rückkehr. Die Frage, die sich durch den Roman stellt, ist daher im engeren Sinne gar nicht die, wie diese spezielle Familie mit genau diesem Entführungsfall umgeht, sondern die danach, was Fiktionalität heute kann, wie sie gesellschaftliche wie persönliche Verhältnisse ihrer Protagonisten und deren auf einander Ein- und Rückwirken beschreibt. Die Entführungsgeschickte um Justin ist lediglich der äußere Inhalt, die Themen des Romans sind andere: generationenübergreifende familiäre Strukturen, das US-amerikanische Bildungssystem und seine Folgen, die Abkoppelung der verarmenden gebildeten Mittelschicht von gesellschaftlicher Teilhabe, aber auch Journalismus, Selbstjustiz und die Todesstrafe.

    Soweit ein wichtiges und großartiges Buch, auch wenn die Freunde von Thrillern und gemütsbetonten Familienromanen möglicherweise überlange Reflexionen und ein nicht schlüssig in Richtung Familienglück weisendes Ende beklagen. Egal wie man seinen Leseschwerpunkt legt, die deutsche Ausgabe des Romans hat ein Problem – die Übersetzung. Vordergründig fallen unnötige Anglizismen auf, für die es – nicht nur für Sprachpuristen – eindeutige Übersetzungen gibt: Krabben, und Corpus Christi ist ein Zentrum der Krabbenfischerei, heißen durchgängig Shrimps und Eisbären, englisch polar bears, werden zu Polarbären. Okay, kann man durchgehen lassen, aber dass in einem Roman mit einem Lehrer für texanische Geschichte als einem der Hauptprotagonisten das texanische Nationalheiligtum The Alamo durchgehend als Alama auftaucht, zeigt, dass sich Übersetzerin wie Lektorat nicht wirklich mit dem Roman auseinandergesetzt haben. Das Hauptproblem der Übersetzung ist aber ein anderes: Auffällig viele Teilnehmer/innen der Leserunde hier bei LovlyBooks haben beklagt, dass sie nicht gut in den Roman hineingefunden hätten, und dies bei einem Prolog, der gleichlautend in einer Thrillervariante des Themas hätte stehen können. Das Problem ist das, was man in der Linguistik als grammatikalisches Zeitmanagement bezeichnet, das im Deutschen und Englischen stark voneinander abweicht. Die Übersetzerin hat die Zeiten (tenses) eins zu eins aus dem Englischen übernommen. Im Deutschen hätte man im Prolog das sogenannte historische Präsens erwartet, damit er den Leser, nach deutschen Lesegewohnheiten, richtig packt (3).

    Auch wenn, bei entsprechenden Sprachkenntnissen, das englische Original der deutschen Übersetzung sicherlich vorzuziehen ist, soll hier dennoch kein Punktabzug erfolgen. Dafür hat der Roman zu viel Substanz, der auch die Übersetzung nichts anhaben kann. Und er reiht sich ein in eine (nahezu und in Anführungszeichen, da es sich um jeweils eigenständige Bücher handelt) Trilogie von Romanen zum Zustand der amerikanischen Familie, die in diesem Jahr auf Deutsch erschienen sind: Jonathan Saffran Foers Hier bin ich (bei Kiepenheuer & Witsch) und Lori Ostlunds Das Leben ist ein merkwürdiger Ort (als Hardcover bei dtv). Insofern ist eine deutsche Übersetzung von Justins Heimkehr zu begrüßen. Allerdings hat der Beck Verlag als literarischer Verlag einen Ruf zu verlieren, wenn auch er aus Kosten- oder anderen Gründen bei Übersetzungen schlampt, insbesondere wenn man weiß, welche Sorgfalt amerikanische Verlage bei literarischen Übersetzungen aus dem Deutschen walten lassen. Spätestens zur Taschenbuchausgabe sollte die Übersetzung zumindest gründlich überarbeitet werden.

    Joachim Tiele – 28.11.2016

    _________

    (1) https://en.wikipedia.org/wiki/Corpus_Christi,_Texas

    (2) http://www.nytimes.com/2014/08/10/books/review/remember-me-like-this-by-bret-anthony-johnston.html?_r=0

    (3) Das kann Jeder anhand der Leseprobe auf der Webseite des Beck-Verlages selbst für sich im Kopf ausprobieren: Die einfache Vergangenheitsform (Präteritum) ins Präsens setzen und Aussagen zur noch weiter zurückreichenden Vergangenheit (etwa im Plusquamperfekt) entsprechend anpassen. Dann liest sich der Prolog sofort flüssiger und ist eher geeignet, den Leser zu packen.

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    Callsos avatar
    Callsovor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Raffiniert, leise und tolle Charaktere - ein starkes US-Drama!
    Ein ebenso kluges wie überraschendes Drama - überraschend stark!!

    Ein echtes Überrschungswerk; überraschend stark, überraschend überzeugend. Ein Drama ohne Eitelkeiten, das durch das Miteinander und die Familienpsychologie einen steten Spannungsbogen entwickelt.

    Ein kluges Buch, das Vieles nicht ausspricht, das sich mitunter ausschweigt, so wie die Familienmitglieder, die nach einer Tragödie langsam wieder Boden unter den Füßen bekommen, die langsam wieder durchatmen und aufatmen können.

    Ein Junge von 12 Jahren wurde entführt. Über vier Jahre war er verschwunden, die Familie ist verstörrt und mutlos. Und erst bei der Heimkehr setzt die Geschichte an, ein Zeitpunkt, der ebenso selten wie clever ist.

    So ganz wird die Zeit des Wegbleibens nie aufgeklärt, auch dem  zwar präsenten Täter wird keinerlei Raum gegeben, vielmehr wird die verstörte Familie hautnah und ungeschminkt betrachtet.

    Auf dem Buchrücken ist so viel Schönes über den Roman geschrieben, dem ich mich nur anschließen kann. "...ich bewundere die spannende Dramartugie und makellose Erzählkunst von Justins Heimkehr."
    Und auch "der Autor zeigt sich in diesem Roman als hochbegabter, raffinierter und kluger Erzähler, der glaubwürdige und faszinierende Charaktere zeichnen kann.."Stimmt asbolut!

    Ein ernstes Thema, mit ganz leisen Tönen erzählt - das Eintauchen und Lesen der Story war ein Hochgenuß!!

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    W
    WinfriedStanzickvor 2 Jahren
    Das Porträt einer Familie gezeichnet, der das schlimmste Vorstellbare widerfährt



    Was geschieht mit einer Familie, deren Kind im Alter von 12 Jahren entführt wird? Wie gehen die Eltern und Geschwister mit ihren Gefühlen um, wenn umfangreiche Suchmaßnahmen und Aufrufe erfolglos bleiben und das über vier lange Jahre?

    Doch was geschieht mit dieser Familie, wenn mitten hinein in die sinkenden Hoffnungen und dem Sichfügen in das erbarmungslose Schicksal der lange Vermisste plötzlich wieder auftaucht?

    Genauso geht es der von Bret Anthony Johnstone in seinem Romandebüt mit außerordentlichem psychologischem Feingefühl beschriebenen Familie von Justin Campbell.

    Als der Junge von einem Tag auf den anderen nicht mehr wiederkommt, steht die ganze Familie unter Schock. Ihr Leben ist verändert über Nacht. Eltern und Bruder suchen in verzweifelten Aktionen nach ihm, ergebnislos. Mit den Jahren, das beschreibt der Autor überzeugend dicht und unter die Haut gehend, haben die Mitglieder der Familie je eigene Wege gefunden, um mit diesem Ereignis umzugehen und mit ihrem inneren Erleben und dem Verlust zurechtzukommen. Fakt ist, und das ist auch nicht verwunderlich und schon sehr oft für ähnliche traumatische Erlebnisse von Familien beschrieben worden: die Familie driftet über die Jahre immer mehr auseinander.

    Als Justin nach vier Jahren wie durch ein Wunder ganz in der Nähe seines Heimatortes aufgefunden wird, kehrt er in seine Familie zurück.
    Diese völlig überraschende Rückkehr schleudert die ganze Familie aus einer über vier Jahre zementierten Schockstarre und Leblosigkeit hinein in eine neue Wirklichkeit. Ja, es scheint so, das gelingt dem Autor auf eine sehr intensive Weise zu beschreiben, dass Justins Heimkehr die Familie mindestens genauso stark traumatisiert, wie sein Verschwinden vier Jahre zuvor. Obwohl sie die ganze Zeit versuchten, sich gegenseitig zu stützen, sind am Ende nur Verzweiflung und Schweigen geblieben.
    Justin war die ganze Zeit in der Nähe in der Gewalt eines Mannes, der dem Großvater bekannt war. Alle fühlen sich auf unterschiedliche Weise schuldig und keiner kommt so recht damit klar, wirklich wahrzunehmen, was dem Jungen in dieser Zeit an seelischer und sexueller Gewalt angetan wurde. Sie können weder mit Justin noch untereinander darüber sprechen.

    Hinzu kommt, dass der Täter nach seiner Verhaftung plant, vor Gericht zu behaupten, er sei nicht schuldig. Alle erwarten diese Verhandlung mit großer Sorge und die führt sie wieder ein Stück weit zusammen. Als der Täter aber auf Kaution freigelassen wird, scheint alles wieder dahin. Doch Justins Vater Eric und sein Großvater fassen einen dramatischen Entschluss…

    Bret Anthony Johnston hat ein überzeugendes Debüt vorgelegt und mit seiner von psychologischen Feingefühl geprägten Sprache das Porträt einer Familie gezeichnet, der das schlimmste Vorstellbare widerfährt und die versucht, sich daraus zu retten.

    Auf seinen zweiten Roman, den vielleicht wieder C.H Beck verlegen wird, darf man sehr gespannt sein.


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    Fornikas avatar
    Fornikavor 2 Jahren
    Vier Jahre

    Vier Jahre war Justin verschwunden. Vom Erdboden verschluckt. Zum Skaten aus dem Haus gegangen und nie wieder gekommen. Der Verlust und die Ungewissheit haben an seiner Familie genagt, die Eltern haben sich entfremdet. Da taucht der Teenie auf einmal wieder auf und nichts ist wie Früher.

     Wenn man das eigene Kind verliert, ist das schrecklich. Wenn man aber nicht genau sagen kann wie und warum, ist das noch viel schrecklicher. Johnston hat dieses Szenario meisterhaft erzählt, die unterschiedlichen Reaktionen der Familienmitglieder fand ich sehr realistisch dargestellt. Die Ängste und Sorgen, aber auch die große Freude und Erleichterung. Der Autor zeigt auch, dass mit der Heimkehr nicht etwa wieder alles in Ordnung ist, sondern dass viele Probleme hier erst ihren Ursprung haben. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven der Familienmitglieder erzählt, leider jedoch nie aus Justins; so bleibt der dem Leser etwas fremd, vielleicht genau so fremd wie er der eigenen Familie geworden ist. Der Erzählstil hat mir sehr gut gefallen, nicht zu emotional, jedoch mit dem nötigen Feingefühl. Ein gelungener Roman, der nachdenklich macht.

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    Kittyzers avatar
    Kittyzervor 2 Jahren
    Realistisch und emotional, aber zu langatmig

    Sie konnten nicht anders, die mussten einander berühren, einander spüren. Garcia und der Deputy verließen diskret den Raum. Laura umfasste das Gesicht ihres Sohnes, dann zog sie ihn heftig an sich. Eric schien es, als schlitterte sie einen Hang hinab und suchte mit ihren Händen verzweifelt nach festem Halt. Ihre Finger zwirbelten Justins T-Shirt. Eric hielt die beiden mit seinen Armen umfangen. Laura sagte etwas wie: "Wir haben nie aufgegeben." Justin nickte. Er presste sein Gesicht gegen die Schulter seines Vaters. Eric fühlte, wie etwas in ihm losgetreten wurde, eine Gefühlslawine, die ihn mitzureißen drohte, doch er bezwang sie: Es schien ihm unverzeihlich, seinem Sohn und seiner Frau gegenüber etwas anderes zu zeigen als eine entschlossene Haltung.

    INHALT:
    Vier Jahre ist es her, dass der ältere Sohn der Campbells, Justin, verschwunden ist. In diesen vier Jahren hat die Familie nie die Suche aufgegeben, aber die einzelnen Familienmitglieder haben sich auch voneinander entfernt. Sie scheinen langsam, aber sicher daran zu zerbrechen. Bis Justin gefunden wird, ganz in der Nähe, nur von ihnen getrennt durch seinen bedrohlichen Entführer. Mit offenen Armen empfängt ihn seine Familie wieder bei sich und gibt alles, um ihm ein Leben wie zuvor zu ermöglichen. Doch der Schatten des Entführers schwebt über ihnen - denn dieser hat vor, auf "nicht schuldig" zu plädieren...

    MEINE MEINUNG:
    Bret Anthony Johnston konzentriert sich in seinem Roman, anders als man das von Werken mit diesem Thema gewohnt ist, weniger auf das Verbrechen an sich, als auf die Auswirkungen auf die betroffene Familie. "Justins Heimkehr" schildert detailreich, realistisch und emotional auslaugend das Schicksal von vier Personen, deren ganzes Leben durch die Entführung eines Familienmitglieds auf den Kopf gestellt wurde - und es nun wieder wird, als er wieder auftaucht. Der Schreibstil ist wunderschön und unglaublich bildreich in den Beschreibungen - dadurch teilweise aber auch sehr ermüdend. In vielen Szenen scheint es ein wenig, als würde oder wolle der Autor nicht zum Punkt kommen, was die Geschichte deutlich in die Länge zieht.

    Erzählt wird das Ganze meist kapitelweise aus der Sicht einer der Figuren: Da ist die Mutter Laura, verletzlich und gebrochen, die sich nur mit ehrenamtlicher Tätigkeit aufrecht hält und sich dabei ertappt, wie sie aufgibt. Als Justin zurückkehrt, findet sie wieder einiges an Stärke, ihre Gedanken drehen sich aber oft im Kreis, wodurch sie sich lange nicht weiter entwickelt. Der Vater Eric ist ziemlich ängstlich in seinem Auftreten und kann sich nicht wirklich durchsetzen - das gehört zu seinem Charakter und ändert sich auch nicht grundlegend. Auch er gewinnt jedoch an Zuversicht und Willenskraft, die ihn letztendlich durchaus Dinge durchziehen lassen. Sein Vater Cecil ist das Gegenteil von ihm: raubeinig und von grimmiger Entschlossenheit würde er am liebsten alles auf eigene Faust regeln. Leider kam er mir persönlich nicht wirklich nah, wirkte zu abweisend und schemenhaft. Am sympathischsten ist ganz eindeutig Justins jüngerer Bruder Griff, ein Kerl von beispielhafter Güte und Vertrauen, der seine Familie so sehr liebt, dass es ihm nichts ausmacht, zurückzustecken. Insbesondere wenn er mit seiner leidenschaftlichen und schlauen Freundin Fiona zusammen ist, bereitet er einem große Freude.

    Die gesamte Handlung kommt allerdings sehr schleppend voran, und das ist mein größter Kritikpunkt - gleichzeitig aber auch ein sehr persönlicher. Ich bin selten ein Fan von langsamen Erzählungen und hier war ich es eindeutig nicht. Der Stil ist großartig, keine Frage, und doch habe ich den Roman oft aus der Hand gelegt und musste mich dann überwinden, ihn weiterzulesen - weil sich so vieles im Kreis dreht, weil sich der Alltag nicht wirklich entwickelt, weil die Figuren alle in ihren eigenen Schleifen festhängen. Das ist sicherlich das, was der Autor porträtieren wollte: Diese Schwierigkeiten beim Wieder-Eingliedern nach einem solchen Verlust, das langsame Zusammenfinden und das sich stückweise aufbauende Vertrauen. Darüber vergisst er aber für ein solches Thema ebenso wichtige Details: Wie etwa den Täter und sein Motiv, sowie das Verbrechen selbst. Diese Dinge kommen ganz einfach zu kurz. Zum Ende hin zieht die Spannung zwar an, den Grund dafür fand ich jedoch nicht ganz ausgereift. Der Schluss aber ist gerade so offen, dass er einen zum intensiven Nachdenken einlädt, und damit perfekt - was den Kritikpunkt zumindest wieder wettmacht.

    FAZIT:
    "Justins Heimkehr" ist ein sehr ruhiger, auf die Charaktere und ihre Probleme konzentrierter Roman, der vieles andere außen vor lässt. Das kann und wird Fans solcher Erzählungen gefallen - mir hat ganz eindeutig die Spannung gefehlt. Weil Bret Anthony Johnston das Schicksal der Familie aber dennoch so realistisch und berührend dargestellt hat, gibt es von mir gute 3 Punkte.

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    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.
    Und auf euch warten tolle Gewinne.

    Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!

    Liest du gerne Bücher mit Niveau?
    Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.

    15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.

    Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.
    Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.

    Die Regeln:
    1. Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an.
    2. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.
    3. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.
    4. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind!
    Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

    Nimmst du die Herausforderung an?

    Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.
    Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.


    Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

    Teilnehmer:

    19angelika63
    AgnesM
    AmayaRose
    anushka
    Arizona
    aspecialkate
    ban-aislingeach
    Barbara62
    Blaetterwind
    blauerklaus
    bonniereadsbooks
    BookfantasyXY
    bookgirl
    Buchgespenst
    Buchina
    Buchraettin
    Cara_Elea
    Caroas
    Corsicana
    crimarestri
    cyrana
    czytelniczka73
    Deengla
    dia78
    DieBerta
    digra
    Eeyorele
    erinrosewell
    Farbwirbel
    Federfee
    Fornika
    FrauGonzo
    FrauJott
    freiegedanken
    frlfrohsinn
    gefluegeltermond
    Gela_HK
    GetReady
    Ginevra
    Girl56
    Gruenente
    Gwendolina
    hannelore259
    hannipalanni
    Heldentenor
    Igela
    Insider2199
    JoBerlin
    K2k
    katrin297
    krimielse
    leniks
    lesebiene27
    Lesefantasie
    leselea
    lesenbirgit
    leseratteneu
    LibriHolly
    lisibooks
    Literatur
    maria1
    Marika_Romania
    Maritzel
    marpije
    Martina28
    Mauela
    Mercado
    Miamou
    miss_mesmerized
    naddooch
    Nadja_Kloos
    naninka
    Nepomurks
    Nightflower
    Nil
    Nisnis
    parden
    Petris
    Pocci
    PrinzessinAurora
    schokoloko29
    serendipity3012
    Sikal
    sofie
    solveig
    sommerlese
    StefanieFreigericht
    sternchennagel
    Sumsi1990
    suppenfee
    sursulapitschi
    TanyBee
    Tintenfantasie
    TochterAlice
    umbrella
    vielleser18
    wandablue
    wilober
    wortjongleur
    zeki35
    Zum Thema
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    Der Kampf einer Familie um Normalität

    In seinem Debütroman, der in kürzester Zeit ein internationaler Erfolg wurde, erzählt der US-amerikanische Schriftsteller Bret Anthony Johnston eine Geschichte, die unter die Haut geht. "Justins Heimkehr" ist das Porträt einer Familie, die lernen muss, wieder eine Familie zu sein. Rührend, schmerzhaft, dramatisch und höchst spannend, Bret Anthony Johnston fesselt mit einer ausdrucksvollen Sprache, wirklichkeitsnahen Figuren und einer packenden Handlung vor den Kulissen der lodernden Landschaft Texas'.
    Möchtet ihr Bret Anthony Johnston und seinen bewegenden Roman kennenlernen? Dann solltet ihr diese Leserunde nicht verpassen!

    Mehr zum Buch
    Mit psychologischem Feingefühl und sehr spannend erzählt Bret Anthony Johnston in seinem Debütroman von einer Familie unter Schock. Vor vier Jahren ist Justin Campbell, damals 12 Jahre alt, entführt worden.
    Seine Eltern und sein Bruder, die nie aufgehört hatten, nach ihm zu suchen, haben unterschiedliche Wege gefunden, mit diesem Erlebnis umzugehen. Wege, die die Familie eher auseinanderdriften lassen. Da wird Justin wie durch ein Wunder ganz in der Nähe entdeckt und seinem Entführer entwunden – der inzwischen 16jährige kehrt in die Familie zurück. Aber ist der Wiedergefundene nicht doch verloren? Und was geschieht mit dem Täter, der vor Gericht gestellt wird und auf "nicht schuldig" plädieren will?
    Bret Anthony Johnston zeigt sich in diesem Roman als hoch begabter, raffinierter und kluger Erzähler, der glaubwürdige und faszinierende Charaktere zeichnen kann und ohne Effekthascherei ins Herz der Dinge vorstößt.


    Lust auf eine Leseprobe?

    Zum Autor
    Bret Anthony Johnston, 1971 geboren, veröffentlichte den Erzählungsband "Corpus Christi" (2004), gab 2008 den Band "Naming the World and other Exercises for the Creative Writer" heraus und schrieb das Drehbuch zum Dokumentarfilm "Waiting for Lightning" (2012). "Justins Heimkehr" ist sein Romandebüt. Johnston unterrichtet Fiction Writing an der Harvard University.

    Möchtet ihr erfahren wie es bei den Campbells weitergeht?
    Zusammen mit C.H.Beck verlosen wir 25 Exemplare von "Justins Heimkehr" unter allen, die sich über diese ergreifende Geschichte im Rahmen einer Leserunde austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten. Seid ihr neugierig geworden? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 24.07. Ihr müsst nur auf folgende Frage antworten:

    Der 12-jährige Justin verschwindet plötzlich. Nach vier Jahren wird er wie durch ein Wunder wieder gefunden.
    Wie, meint ihr, könnte eine Familie es schaffen, bei solchen Schicksalsschlägen zusammenzuhalten?
    Reicht die Liebe, die sie füreinander empfinden? Oder seid ihr der Meinung, dass es Wunden gibt, die nicht mal die Liebe heilen kann?


    Ich bin gespannt auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

    * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir Gewinne nur innerhalb Europas und nur einmal pro Haushalt verschicken.
    Zur Leserunde

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