Bret Easton Ellis

 3.8 Sterne bei 1.084 Bewertungen
Autor von American Psycho, American Psycho und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Bret Easton Ellis

Bret Easton Ellis, geboren 1964 und aufgewachsen in Kalifornien. Er absolvierte eine Musikausbildung in Vermont und spielte einschließend Keyboard in mehreren Bands. Bereits während seines Studiums veröffentlichte er seinen ersten Roman "Unter Null". 1987 zog er nach New York City, wo er seinen zweiten Roman "Einfach unwiderstehlich" veröffentlichte. Mit seinem dritten Roman "American Psycho" 1991 gelang ihm der Durchbruch, er wurde zum Kultautoren. Er selbst war in dieser Zeit dem Dorgenkonsum verfallen. Zahlreiche Bands haben Songs über Bret Easton Ellis oder einen seiner Romane veröffentlicht.

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Neu erschienen am 26.04.2019 als Hardcover bei Kiepenheuer & Witsch.

Alle Bücher von Bret Easton Ellis

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American Psycho

American Psycho

 (384)
Erschienen am 01.09.2012
Unter Null

Unter Null

 (135)
Erschienen am 16.01.2006
Lunar Park

Lunar Park

 (119)
Erschienen am 06.08.2007
Glamorama

Glamorama

 (76)
Erschienen am 22.02.2010
Imperial Bedrooms

Imperial Bedrooms

 (30)
Erschienen am 15.09.2011
Die Informanten

Die Informanten

 (26)
Erschienen am 17.07.2010
Lunar Park

Lunar Park

 (1)
Erschienen am 10.01.2019
Weiß

Weiß

 (0)
Erschienen am 26.04.2019

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Neue Rezensionen zu Bret Easton Ellis

Neu

Rezension zu "White" von Bret Easton Ellis

Bret Easton Ellis privat und politisch
TheRavenkingvor 24 Tagen

“In the decades after it was published, readers of American Psycho often asked me where Patrick Bateman would be now, as if he were an acquaintance of mine, someone I really used to know. This often came up during the tech boom of the mid-‘90s, and after the movie version was released in 2000, and again post 9/11 and during the Bush presidency, and it came up urgently in the months after the 2008 housing crash, and the question became even more prevalent on the twenty-fifth anniversary of its publication in 2016, which happened to coincide with a Broadway musical based on the book that was opening that spring, and it was never posed more desperately than it was after Donald Trump was elected.”

Donald Trump war schließlich das Vorbild von Patrick Bateman, dem eitlen, markenversessenen Serienkiller aus Bret Easton Ellis‘ Meisterwerk American Psycho. In einer urkomischen Szene des Romans diskutiert Bateman mit Arbeitskollegen darüber, wo nach Donald Trumps Meinung die beste Pizza in New York gebacken wird.

Wer wäre also besser dafür geeignet, einen Kommentar zum Zustand der USA unter Trump abzugeben?

Vielleicht ist das der Umstand, der die meisten Kritiker enttäuscht hat, denn Ellis scheint keineswegs sonderlich erpicht darauf auf den „Trump-Bashing-Zug“ aufzuspringen. Vielmehr nimmt er gegenüber Trump einen pragmatischen Standpunkt ein. Er ist vielleicht nicht der beste Präsident, aber sicher auch nicht der Antichrist, als den ihn seine Kritiker hinstellen wollen. Letztendlich geht es laut Ellis beim Menschen ohnehin nur um Macht und die Befriedigung egoistischer und sexueller Triebe, in dieser Hinsicht sind fast alle Politiker gleich (nutzlos). Unter welcher Regierung hat sich die Situation der Armen in den USA denn jemals nennenswert verbessert? Und war es nicht der freundliche Herr Obama der entscheidend zur politischen Spaltung der Nation beigetragen hat, welche man jetzt Trump ankreidet?

Ellis wagt es tatsächlich, den US-Präsidenten in Schutz zu nehmen. So kritisiert er, dass Trumps Aussagen von seinen liberalen Gegnern oft aus dem Kontext gerissen und verfälscht werden.

White ist teils Autobiographie, teils Fanservice und zu einem nicht unerheblichen Teil ein Versuch die gegenwärtige politische Situation in den USA ohne Hysterie zu betrachten.

Der Titel spielt dabei keineswegs auf Mr. Ellis‘ Hautfarbe oder seine privilegierte Stellung an, sondern ist eine Hommage an Joan Didions „The White Album“, eine kalifornische Autorin, deren Werk Ellis‘ eigenes literarisches Schaffen nachhaltig geprägt hat.

Die Generation „Snowflake“ wie Ellis die Millenials nennt, zu denen auch sein wesentlich jüngerer Lebenspartner gehört, träumt von Utopien und neigt zu Schwarz-Weiß-Zeichnung. Ellis‘ These ist, dass es heute in der Kunst oder auch im öffentlichen Leben nicht mehr um Wahrheit, Qualität oder Intelligenz geht, sondern vor allem darum, ob man auf der richtigen oder falschen Seite steht. So dürfen Prominente fürchterlich dumme Dinge von sich geben, solange sie damit dem linksliberalen Zeitgeist entsprechen, umgekehrt hilft es nichts rationale Argumente bei Reizthemen, wie z.B. unkontrollierte Masseneinwanderung, aufzuführen, wenn die Gegner nicht bereit sind zu diskutieren oder überhaupt abweichende Meinungen wahrzunehmen. Diese unreflektierte dafür oder dagegen Einstellung prägt heute praktisch sämtliche Bereiche des Lebens.

Im autobiographischen Teil erzählt Ellis wie er schon relativ früh in seiner Jugend mit gewalttätigen Filmen in Kontakt kam und zum Horrorfan wurde. Paul Schraders American Gigolo hatte später einen entscheidenden Einfluss auf ihn und führte dazu, dass er sich mit seiner eigenen Sexualität auseinandersetzte.

Er schreibt hier auch über weitere Filme, die ihm damals wichtig waren oder die Adaptionen seiner eignen Werke.

Es hilft natürlich, wenn man die Filme kennt, von denen er spricht. Ich habe The Breakfast Club nicht gesehen (was übrigens für sämtliche Filme des Regisseurs John Hughes gilt) und musste den Namen des Schauspielers Judd Nelson tatsächlich googeln. Auch war mir selbst die Filmadaption von Ellis‘ eigenem Debütroman „Unter Null“ mit Robert Downey Jr. bis heute unbekannt. Andererseits liefert Ellis im letzteren Fall genug Argumente, weshalb man sich dieses stark verwässerte Hollywoodprodukt nicht antun sollte.

Die kalifornische Traumfabrik hat in den letzten Jahren rapide an Relevanz verloren. Die Leute interessieren sich nicht mehr für Filmpreise wie die Oscars und es wird immer schwieriger abseits von Comic-Verfilmungen und großen Franchises Erfolg zu haben. Ellis selbst hat einige Drehbücher zu Filmprojekten geschrieben, welche niemals in Produktion gingen.

Aber auch Literatur hat längst nicht mehr den Stellenwert wie einst. Die großen amerikanischen Romane der Gegenwart beschäftigen die Öffentlichkeit längst nicht mehr in dem Maße wie es noch vor 30 oder 50 Jahren der Fall war. Eine unumkehrbar Entwicklung oder gibt es vielleicht eine Lösung zu diesen Problemen? Die Antwort darauf bleibt Ellis schuldig.

White ist intelligent, eloquent verfasst, regt stellenweise sogar zum Nachdenken an, aber es fehlt irgendwie die Dringlichkeit oder das Alleinstellungsmerkmal von Ellis‘ Botschaft. Wer nicht ausschließlich mit wohlsituierten liberalen Gutmenschen zu tun hat, dem dürften seine politischen Thesen bekannt vorkommen und was die Ansichten über Filmkunst und den Zustand Hollywoods betrifft: auch das hat man in letzter Zeit schon zu genüge gehört bekommen. Bret Easton Ellis‘  jüngstes Werk wirkt eher wie ein hübsches Hochglanzmagazin als wie ein vollwertiges literarisches Produkt.

Letztendlich gibt es keinen zwingenden Grund dafür, dass dieses Buch existiert. Vielleicht hatte Ellis‘ Verleger die Idee, ein paar Artikel zusammenzustellen und aus ihnen einen, ja im Grunde genommen, losen Essayband zu konstruieren.

Als Fan war es nett, mal wieder von Bret zu hören, trotzdem gab es selbst für mich Passagen, die ich relativ langweilig fand. Ich würde White dementsprechend nur absoluten Ellis-Fanatikern empfehlen.

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M

Rezension zu "Lunar Park" von Bret Easton Ellis

Der alltägliche Horror
michael_lehmann-papevor 4 Monaten

Der alltägliche Horror

Kinder, alles Jungen, die verschwinden. Massenhaft.

Ein ausgestopftes Spielzeug, ein Vogel, der ein merkwürdiges Eigenleben zu entwickeln scheint.

Ein Sohn, der höchst irritiert ist von diesem „neuen Mann“, der seine Mutter geheiratet hat und nun in der (tatsächlich prall dekadenten) Villa mit lebt.

Eine Halloween Party, die aus den Fugen gerät und ein Ehepaar, dass nach drei Monaten Ehe bereits beim Ehetherapeuten sitzt.

Und ein Patrick Bateman, der sich auf subtile Weise in das reale Leben seines Erschaffers einmischt.

Das Ganze in der Ich-Form verfasst, ein Roman, in dem Bret Easton Ellis die „Hauptrolle“ übernimmt und im wahren Leben diesen Roman durchaus gekonnt verankert. Bis hin zur Internet-Präsenz seiner (fiktiven und nur als Romanfigur existierenden) „Ehefrau“, der „bekannten Schauspielerin).

Gewürzt mit den klassischen Zutaten der Romane von Easton Ellis. Zynismus, misanthropische Sicht auf die Welt, das Ganze in temporeicher und doch schlichter Sprache gehalten, in welcher der blanke Horror des Alltags eines haltlosen Mannes und zunehmend verstörender, bis hin zum Horror-Genre reichender Ereignisse mehr und mehr Raum einnehmen, nach einem Beginn, der eher wie eine distanzierte und ebenfalls zynische Form einer Autobiographie wirkt.

Dass damit Ellis mit der Atmosphäre der Zeit selbst spielt und durchaus mahnend den Finger hebt, das fließt im Hintergrund strikt mit ein und setzt alles, was im Roman geschieht, in Relation zum Zustand der Welt.

„Ich wollte die Leute aufgeilen und zum Denken und Lachen bringen“. Auf, wie immer, allerdings ganz besondere und nicht jedem zugängliche „Bret-Art“.

„Und niemand hielt dagegen“ (gegen das Abdriften der Welt und die Zerstörung von menschlichem Zusammenhalt und ökologischem System).

„Niemand setzte sich für was ein. Der Alltag der meisten Menschen war von Furcht geprägt. Alle waren nur noch mit Gräuelmeldungen beschäftigt. Überall ging der Irrsinn um“.

Unterbrochen von Kopulationen im Pool, in der Dusche, überall, nach satter Ausstattung mit enthemmenden Stoffen, die ebenfalls den Alltag von Ellis im Roman prägen.

„Wir waren zum Untergang verdammt, wir hatten nichts Besseres verdient“.

Eine innere Disposition, eine Haltung, die Ellis seinem Alter Ego im Roman mehr und mehr in den Alltag bringt, mit den entscheidenden Schnittstellen zur Realität im „Binnen-Verhältnis“ zum Hund der Familie (mit dem Ellis jede Menge Sträußchen ausfechtet) und zu Robby, dem Sohn seiner neuen Frau und, letztlich, seinem eigenen Sohn. Worin sich durchaus vielfache Sichten auf die eigene Familiengeschichte des Autors mit finden lässt.

Das dann allerdings im Lau der Ereignisse Grusel und Horror und übernatürliche (zumindest scheinbar) Ereignisse dem Roman eine doch noch andere Richtung geben, lässt den Leser, was diesen Teil angeht, doch auch ein wenig unentschlossen zurück, wenn nicht sogar verwirrt in der Frage, welche Bedeutung genau dieser Vogel, der Schleim, die verschwundenen Kinder und mehr nun haben.

Dennoch, griffig, klar, den Finger auf vielfache Wunden (auch des eigenen Lebens und der eigenen Haltung leben) enttäuscht der Roman am Ende nicht, sondern bietet die klassische nihilistische Haltung auch der anderen Romane von Ellis und liest sich auch als Rundumschlag auf den Zustand der Welt und die egomanische Haltung der Menschen.

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Rezension zu "Unter Null" von Bret Easton Ellis

Mehr Kulturschau denn Unterhaltung
Christian_Mayervor 5 Monaten

Manchmal kommt man über eine Buch zu einem Buch.
Der Kulturphilosoph Björn Vedder analysiert in seinem Essay "Reicher Pöbel", wie unsere Gesellschaft mit den Reichen umgeht, sie dämonisiert und was wir dadurch über jene erfahren die pöbeln. Vedder untersucht dort auch die Darstellung der Reichen in Filmen, Serien und eben auch Büchern. An Ellis Roman "Unter Null" kommt er da nicht vorbei. Vedder untersucht dort eine Stelle, in der ein junges Mädchen von einer Gruppe reicher Jugendlicher misshandelt wird, ihnen aber auch das keinen Kick mehr zu geben scheint, weil sie in ihrem Leben nichts zu verlieren haben. Eine verstörende Darstellung - sowohl die Misshandlung als auch das Alltägliche dieser jungen Menschen. Ellis Roman begann mich zu interessieren.
 
Beim Lesen wurde dann schnell klar: Ellis Roman ist kein Buch, das lediglich zu Unterhaltungszwecken "konsumiert" werden kann. Hierfür ist die Sprache nicht geeignet. Sie ist simpel gehalten, es gibt keine Feinheiten, keinen Esprit. Vielmehr kommt sie im ewig selben Stil daher. Das mag auf Dauer langweilen und man ist versucht das Buch zur Seite zu legen. Betrachtet man aber Ellis Sprache im Zusammenhang mit dem Inhalt, dann muss es genau diese Sprache sein, die der Autor verwendet und keine andere. Das tägliche Leben der hier im Werk skizzierten Jugendlichen ist exakt das: langweilig, keine Höhepunkte, keinen Sinn. Daher besteht die Handlung der knapp 200 Seiten auch aus fast nichts anderem als Kiffen, Koksen, Sex, Alkohol und Party. Beständig auf der Suche nach dem Besonderen, in einer Welt, in der man sich zwar alles kaufen kann, doch sich niemand wirklich für einen interessiert. Nicht einmal der eigene Freundeskreis.
Da es an einer Entwicklung der Geschichte und der Figuren fehlt, wird das Buch nach circa 100 Seiten fade. Die Darstellung des alltäglich Sinnlosen und die beständige Suche nach etwas mit Bedeutung, was das anfängliche Leseinteresse schuf und zu Beginn des Buches auch zu fesseln vermochte, arbeitet sich nach und nach ab. Dem Drang, das Buch zur Seite zu legen, widerstand ich. Ich wollte noch wissen, in welche Situation die von Vedder analysierte Szene eingebettet ist. Und diese kommt erst kurz vor Schluss. Also habe ich mich durch über 50 Seiten gezogen, bis zu jener besagten Stelle. Die letzten 30 Seiten in Ellis Werk sind wieder packend, weil hier zumindest der Hauch von Reflexion von Clay, dem Protagonisten des Buchs, stattfindet und sich die Situation zuspitzt. Das Buch endet, es stehen keine Lösungen im Raum, weil den Protagonisten nicht einmal ihre Probleme wirklich bewusst sind.
 
Als Kulturschau betrachtet ist Ellis Werk durchaus lesenswert. Als Unterhaltungsroman eher weniger. Vermutlich hätten dem Werk 50 Seiten weniger gut getan.

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Neu

Ich lade ein zur Leserunde meines neu erschienenen Romans und freue mich auf lebhafte Teilnahme und Diskussion!

Der Klappentext:

Durch einen spektakulären Unfall wird der Einzelgänger Salvatore mitten im Krieg berühmt. Freund und Feind reißen sich um ihn. Aber wem kann er wirklich vertrauen – dem blauen Kameraden, den depressiven Adventisten oder der schönen, aber chronisch übermüdeten Unbekannten?

Tragikomödie, Thriller, gesellschaftliches Horror-Szenario, Außenseiter-Liebesgeschichte voller schrill-abgründiger Charaktere: Der neue Roman des Autors von „Familie Fisch macht Urlaub“ ist eine packende Groteske über den Krieg in unserer Welt, sein schweigsamer Held ein moderner Simplicissimus.

Hintergrundinfos zu mir als Autor und zu dem Romanprojekt (das WIRKLICH ungewöhnliche Wege ging!) finden Sie auf meinem Blog.

Ich stelle jeder Teilnehmerin/jedem Teilnehmer ein Paperback oder ein E-Book (je nach Wunsch) kostenlos zur Verfügung, Versand ebenfalls kostenlos. Also: wer bei Namen wie Sorokin, Douglas Adams, Murakami, Tom Sharpe, David Sedaris oder Thomas Pynchon neugierig wird, der muss sich bei dieser Leserunde bewerben!

Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Bret Easton Ellis wurde am 06. März 1964 in Los Angeles (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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