Bret Easton Ellis

 3.8 Sterne bei 1,046 Bewertungen
Autor von American Psycho, American Psycho und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Bret Easton Ellis

Bret Easton Ellis, geboren 1964 und aufgewachsen in Kalifornien. Er absolvierte eine Musikausbildung in Vermont und spielte einschließend Keyboard in mehreren Bands. Bereits während seines Studiums veröffentlichte er seinen ersten Roman "Unter Null". 1987 zog er nach New York City, wo er seinen zweiten Roman "Einfach unwiderstehlich" veröffentlichte. Mit seinem dritten Roman "American Psycho" 1991 gelang ihm der Durchbruch, er wurde zum Kultautoren. Er selbst war in dieser Zeit dem Dorgenkonsum verfallen. Zahlreiche Bands haben Songs über Bret Easton Ellis oder einen seiner Romane veröffentlicht.

Neue Bücher

Lunar Park

Erscheint am 10.01.2019 als Taschenbuch bei Kiepenheuer & Witsch.

Alle Bücher von Bret Easton Ellis

Sortieren:
Buchformat:
American Psycho

American Psycho

 (372)
Erschienen am 01.09.2012
Unter Null

Unter Null

 (134)
Erschienen am 16.01.2006
Lunar Park

Lunar Park

 (118)
Erschienen am 06.08.2007
Imperial Bedrooms

Imperial Bedrooms

 (29)
Erschienen am 15.09.2011
Weiß

Weiß

 (0)
Erschienen am 26.04.2019
Lunar Park

Lunar Park

 (0)
Erschienen am 10.01.2019
American Psycho

American Psycho

 (12)
Erschienen am 05.03.2018
Lunar Park (DAISY Edition)

Lunar Park (DAISY Edition)

 (5)
Erschienen am 11.09.2009

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Bret Easton Ellis

Neu
H

Rezension zu "American Psycho" von Bret Easton Ellis

Unsere Welt
HannaHofervor einem Monat

Dieses Buch kann auf zwei Arten gelesen werden: Als die Beschreibung eines Mannes, der mit derselben Leichtigkeit Menschen umbringt, wie er Anzüge einkauft oder als eine treffende Allegorie über unserer Zeit.

Wie sehr haben wir unsere Menschlichkeit bereits verloren? Wie oft sehen wir nur noch hin, fühlen aber nichts mehr, wenn Menschen um uns herum sterben - und das tun sie, jeden Tag. Und wie sehr hängt das Sterben von Menschen mit den drei Faktoren zusammen, die  Batemans, aber auch unsere Welt ausmachen: Materialismus (immer das Neueste, das Schönste, das Beste haben zu wollen); Narzissmus (Schönheit, Sport, Ernährung als Erschaffung eines Ichs, das in Konkurrenz zu jedem anderen Ich steht) und Inhaltslosigkeit (bei Bateman ist es der öde Small Talk und sein Beruf).

Für mich steht dieses Buch neben 1984 von George Orwell; wobei Orwell das System, Bret Easton Ellis das Individuum beschreibt. Ein erschreckendes Buch, das man nur häppchenweise lesen kann.

Kommentieren0
0
Teilen
Wortmagies avatar

Rezension zu "American Psycho" von Bret Easton Ellis

Löschen! Löschen! Löschen!
Wortmagievor 2 Monaten

„American Psycho“ von Bret Easton Ellis ist einer der weltweit umstrittensten Romane aller Zeiten. In Deutschland erschien das Buch 1991, 1995 setzte es die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf den Index. Über 5 Jahre war es nicht frei erhältlich, bis der Verlag Kiepenheuer & Witsch (KiWi) vor dem Oberverwaltungsgericht gegen die Indizierung klagte und gewann. In Australien und Neuseeland müssen Käufer_innen bis heute mindestens 18 Jahre alt sein. Ellis erhielt Morddrohungen, wurde massiv angefeindet und musste sich Misogynie und Sadismus unterstellen lassen. 27 Jahre später ist die Aufregung abgeebbt und „American Psycho“ hat seinen Weg in die Popkultur gefunden. Obwohl er ein Geschöpf der 80er Jahre ist, treffen die vom Protagonisten Patrick Bateman verkörperten gesellschaftlichen Entwicklungen den modernen Zeitgeist. Bateman ist eine Ikone, ein Halloween-Kostüm. Höchste Zeit, ihn kennenzulernen.

Patrick Bateman verbirgt sein wahres Gesicht nicht. Er hat es nicht nötig, sich zu verstecken. Perfekt in der belanglosen Unpersönlichkeit seiner Existenz eingerichtet frönt er seinen abscheulichen Neigungen, ohne fürchten zu müssen, entdeckt zu werden. Er mordet. Er foltert. Die dünne Fassade, die seinen Wahnsinn von seinem Leben als erfolgreicher Banker an der Wall Street trennt, reicht aus, um sein Umfeld zu täuschen. Geblendet von seinem makellosen Körper, seinem teuren Haarschnitt, seiner vollendeten Garderobe und dekadenten Restaurantbesuchen vermutet niemand, was Pat Bateman in Wahrheit ist: ein Schlächter, ein Psychopath. Niemand ahnt, dass sich mitten unter ihnen ein Monster in der Sicherheit der Anonymität eingegraben hat…

„American Psycho“ ist Bret Easton Ellis‘ Kritik an der kapitalistischen Wertentleerung in den USA der 80er Jahre. Der kontroverse Autor gestand lange nach der Veröffentlichung seines Skandalromans, dass dieser in vielerlei Hinsicht autobiografisch ist. Er lebte in den 80ern selbst in New York und befand sich damals in der paradoxen Situation, Teil einer Gesellschaft sein zu wollen, deren Ideale er ablehnte. Sein Protagonist Patrick Bateman personifiziert die Albtraumvorstellung seiner selbst; er ist eine Figur, mit der er sich identifizieren konnte, obwohl er sie fürchtete. Ich respektiere Ellis‘ gerechtfertigte Missbilligung und die persönliche Note, dank der „American Psycho“ entstand. Dennoch frage ich mich, ob dieses Buch in dieser Form tatsächlich nötig war. Es ist menschenverachtend, brutal, widerlich und wenn es nicht gerade Brechreiz provoziert, langweilt es und liest sich wie besonders dreistes, langatmiges Productplacement. In der unerträglichen Ich-Perspektive des reichen, attraktiven Investmentbankers Pat Bateman quälte ich mich durch seitenlange pedantische Beschreibungen materieller Güter, durch unbedeutende Essen mit austauschbaren Narzissten, durch den Alltag eines Mannes, dessen Dasein völlig von Oberflächlichkeiten bestimmt wird. Eine Handlung im herkömmlichen Sinne war für mich nicht erkennbar. Weder hat „American Psycho“ einen richtigen Anfang, noch ein befriedigendes Ende. Ich zappte auf der ersten Seite in das Leben von Pat Bateman hinein und am Schluss wieder heraus. Dazwischen litt ich sehr unter der leidenschaftslosen Monotonie seiner inkonsequenten, distanzierten Litanei und gerade, als ich dachte, schlimmer könne es nicht mehr werden, begannen die Morde. Natürlich wusste ich, dass Bateman einen Dachschaden hat. Die angespannte Aura aggressiven Wahnsinns, die ihn umgibt, war nicht zu ignorieren. Aber was ich seinetwegen zu erleben gezwungen war, werde ich ihm niemals verzeihen. Pat Bateman ist mehr als ein psychopathischer Serienmörder. Er ist ein abscheuliches Monster. Die Mord- und Folterszenen in „American Psycho“ sind das Furchtbarste, das ich jemals lesen musste. Ich wünschte, ich könnte sie aus meinem Gedächtnis löschen. Mich erschütterte nicht nur die kreative Grausamkeit des Protagonisten, mich verstörte auch Bret Easton Ellis‘ Inszenierung der gewalttätigen Abschnitte. Der Autor arbeitete mit sehr harten Kontrasten, sodass das Buch ständig zwischen einlullenden Belanglosigkeiten und explosiven Gräueltaten schwankt. Batemans Gewaltpotential durchläuft dabei eine alarmierende Abwärtsspirale, seine Verbrechen werden von Mal zu Mal dreister, intensiver und abstoßender. Es wirkte, als wollte Ellis den größtmöglichen Effekt erzielen und auch noch die letzten Leser_innen aus ihren Komfortzonen katapultieren. Er musste immer noch einen draufsetzen. Neben diesen plastischen und plakativen Schilderungen spielte es für mich beinahe keine Rolle, dass sein Protagonist ein sehr komplexer, widersprüchlicher Charakter ist, der all das symbolisiert, was in unserer Gesellschaft schiefläuft. Ich verstehe, was er darstellt. Ich begreife, dass Ellis zunehmende Anonymität, Isolation, Konsumorientierung, Maßlosigkeit und Gleichgültigkeit anprangert. Ich erkenne seine Absicht. Doch wer solche Mittel verwendet, muss sich nicht wundern, wenn die Botschaft negativ überstrahlt wird.

„American Psycho“ entzieht sich einem einfachen Urteil. Es ist ein Buch, das sich schwer in Worte fassen lässt. Ich weiß, dass es als moderner Klassiker gilt und kann nachvollziehen, dass Bret Easton Ellis‘ Kritik noch heute Resonanz erzeugt. Meiner Meinung nach ist der kritische Aspekt jedoch zu schwach, um die krassen Extreme zu rechtfertigen, auf die der Autor zurückgreift und das Buch als lesenswert auszuzeichnen. Ich bin nicht gewillt, eine Empfehlung auszusprechen. Ob ihr euch diese Gewaltorgie geben wollt, müsst ihr selbst entscheiden. Vielleicht wäre „Fight Club“ von Chuck Palahniuk die bessere Wahl: thematisch ähnlich, aber harmloser und bekömmlicher.
Ich werde meine Erinnerungen an „American Psycho“ jetzt jedenfalls in einer tiefen, dunklen Ecke meines Hirns wegschließen. Ich möchte nicht länger daran denken.

Kommentieren0
1
Teilen
KymLucas avatar

Rezension zu "American Psycho" von Bret Easton Ellis

American Psycho
KymLucavor 2 Monaten

Dieses Buch hat mich verwirrt zurückgelassen. Brutale Mordszenen wechseln sich ab mit detailierten Musikrezensionen, banalen Alltagsszenen und übertrieben genauen Beschreibungen der Kleidung von so ziemlich jeder auftretender Person bei jeder Begegnung, die der Ich-Erzähler hat. Es gibt keinen richtigen Verlauf der Geschichte, es handelt sich mehr um unzusammenhängende Tagebucheinträge und das Ende des Buches bleibt auch vollkommen offen.
Zusammenfassend muss ich sagen, dass mir dieses Buch leider nicht wirklich gefallen hat.

Kommentieren0
5
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
MichaelWaesers avatar

Ich lade ein zur Leserunde meines neu erschienenen Romans und freue mich auf lebhafte Teilnahme und Diskussion!

Der Klappentext:

Durch einen spektakulären Unfall wird der Einzelgänger Salvatore mitten im Krieg berühmt. Freund und Feind reißen sich um ihn. Aber wem kann er wirklich vertrauen – dem blauen Kameraden, den depressiven Adventisten oder der schönen, aber chronisch übermüdeten Unbekannten?

Tragikomödie, Thriller, gesellschaftliches Horror-Szenario, Außenseiter-Liebesgeschichte voller schrill-abgründiger Charaktere: Der neue Roman des Autors von „Familie Fisch macht Urlaub“ ist eine packende Groteske über den Krieg in unserer Welt, sein schweigsamer Held ein moderner Simplicissimus.

Hintergrundinfos zu mir als Autor und zu dem Romanprojekt (das WIRKLICH ungewöhnliche Wege ging!) finden Sie auf meinem Blog.

Ich stelle jeder Teilnehmerin/jedem Teilnehmer ein Paperback oder ein E-Book (je nach Wunsch) kostenlos zur Verfügung, Versand ebenfalls kostenlos. Also: wer bei Namen wie Sorokin, Douglas Adams, Murakami, Tom Sharpe, David Sedaris oder Thomas Pynchon neugierig wird, der muss sich bei dieser Leserunde bewerben!

Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Bret Easton Ellis wurde am 06. März 1964 in Los Angeles (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

Bret Easton Ellis im Netz:

Community-Statistik

in 1,258 Bibliotheken

auf 139 Wunschlisten

von 33 Lesern aktuell gelesen

von 36 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks