American Psycho

von Bret Easton Ellis 
3,9 Sterne bei367 Bewertungen
American Psycho
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Inhaltsangabe zu "American Psycho"

Patrick Bateman sieht gut aus, ist gut erzogen und intelligent. Tagsüber sitzt er in seinem Büro in der Wall Street und vergrößert seinen Reichtum. Seine Nächte hingegen verbringt er auf unfaßbare Weise. Er ist ein Serienmörder und lebt seinen ganz eigenen amerikanischen Traum.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783942656412
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:560 Seiten
Verlag:Springer (Axel), Berlin
Erscheinungsdatum:01.09.2012
Das aktuelle Hörbuch ist bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Faoiltiamas avatar
    Faoiltiamavor einem Monat
    This is not an exit...

    American Psycho gehört sicherlich zu den kontroversesten Büchern auf dem Markt. Vor 27 Jahren veröffentlicht, landete dieses Werk nur 4 Jahre später auf dem Index. Dort blieb es sechs Jahre bis Kiepenheuer & Witsch klagte. Ab da war American Psycho wiederfrei auf dem Buchmarkt erhältlich. 


    Inhalt
    Patrick Bateman ist das Sinnbild eines Yuppies. Jung, erfolgreich, charismatisch aber auch skrupellos. Er hat alles, wovon andere nur träumen können - ein schickes Apartment in New York, teure Anzüge, eine schöne Freundin, einen guten Job. Aber der Bateman, den seine Freunde und Arbeitskollegen kennen, ist nur eine "Vorstellung von einem Patrick Bateman, die abstrakt ist". Gelangweilt von seinem Leben im Überfluss, den ständigen Besuchen von Luxusrestaurants und angesagten Diskotheken, lebt er ein zweites Leben. 
    Im Mittelpunkt stehen dort Sex, Gewalt und Mord. Bateman schwankt zwischen seiner Fassade und dem wahren Ich, gerät  in einen nicht enden wollenden Blutrausch und verliert darüber das Gefühl für Realität und Phantasie.

    Meinung 
    American Psycho erfordert Geduld. Als Leser muss man sich auf das, was einen erwartet, einlassen können. 
    Geschrieben komplett aus der Sicht unserer Hauptfigur, lässt das Buch nur zu, dass wir die Welt aus Batemans Sicht sehen. Und diese Sicht ist nicht unbedingt eine Bequeme. 
    Dazu gehören auch eben Dinge, die Bateman für wichtig erachtet - ellenlange Monologe über das neueste Album von Genesis, Markennamen,  seine Morgenroutine oder der Smalltalk zwischen ihm und seinen Arbeitskollegen. All das soll etwas bewirken - wir sollen eine Vorstellung dieses Patrick Bateman bekommen, dem Mann mit den zwei Gesichtern. Der Leser bekommt Episoden aus dem Leben der Hauptfigur präsentiert, die sich über etwa 3 Jahre ziehen. Das Wichtigste ist dabei zu entscheiden, welche Episoden Phantasie oder eben Realität sind. Je mehr man in die Geschichte eintaucht, umso schwieriger wird es die Grenze zwischen Wirklichkeit und Phantasie zu ziehen. 
    Natürlich sind die Beschreibungen der Morde und Orgien überaus extrem - ohne Grund ist dieser Roman damals nicht auf dem Index gelandet. Die Sachlichkeit mit der der Protagonist seine Taten Revue passieren lässt, ist teilweise erschreckend, rundet aber das Bild, dass wir vom Protagonisten haben, ab.

    American Psycho ist nicht nur einfach ein Roman, der Mord und Totschlag aneinanderreiht. Vielleicht ist er mehr das psychologische Profil eines kranken Mannes und gibt uns die Chance in sein egoistisches und skrupelloses Denken hineinschlüpfen zu können. Das Gute ist, dass wir am Ende den Roman zuklappen und in unser normales Leben zurückkehren können.

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    Aliknechts avatar
    Aliknechtvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Pervers & schockierend
    Hardbodies

    Patrick Bateman arbeitet in 80er-Jahren als Investmentbanker in Manhattan. Man trägt Designer-Kleidung und betreibt aufwendige Körperpflege. Die auftretenden Personen werden mit akribischer Genauigkeit anhand der Kleidung und Assecoires beschrieben: "Reed Thompson walks in wearing a woll plaid four-button double-brested suit and a striped cotton shirt and a silk tie, all Armani, plus slightly tacky blue cotton socks by Interwoven and black Ferragamo cap-toe shoes that look exactly like mine, with a copy of the Wall Street Journal held in a nicely manicured fist and a Bill Kaiserman tweed balmacaan overcoat draped casually across the other arm".

    Man speist in wechselnder Zusammensetzung in angesagten Restaurants. In coolen Bars wird J&B, Champagner vintage oder nonvintage und manchmal auch nur Bier oder San Pellegrino getrunken. Dazu werden Kokain und Tabletten gereicht. Die Rechnungen sind exorbitant. An der Bar nippen "Hardbodies" Cocktails und halten Ausschau nach zahlungskräftigen Investmentbankern. Patrick dated Evelyn und schläft mit Courtney. Courtney will Luis heiraten, den Patrick nicht leiden kann. Bateman geht zum Friseur, zur Gesichtskosmetik und ins Fitness-Studio.  Er kennt Gott und die Welt, wird aber von Bekannten dauernd mit falschen Namen angesprochen. 

    Ein ganzes Kapitel ist der Beschreibung seiner Hifi-Anlage gewidmet und in drei Kapiteln spricht Patrick über Lieblingsmusik: Genesis, Whitney Houston und Huey Lewis and the News. Patrick Bateman verfolgt im Frühstücks-Fernsehen täglich die Patty Winters Show und zeichnet sie auf, sollte er sie verpassen. Er berichtet regelmäßig detailliert über die belanglosen Themen dieser Sendung. 

    Dann explodiert die Handlung und Patrick Bateman begeht den ersten Mord. Er stösst einem obdachlosen schwarzen Bettler auf der Strasse nach einer kurzen Unterhaltung völlig überraschend  die Klinge eines langen Messers erst ins rechte Auge und dann in den Bauch. Danach verlässt er die Szene und geht zu McDonald's am Union Square. Es ist die erste Orgie der Gewalt, die sich darauf in weiteren blutrünstigen Taten von mal zu mal auf die schrecklichste Art bis zur Schlachtung junger Mädchen steigert. Es bleibt dabei unklar, ob Realität beschrieben wird oder ob Patrick Bateman "nur" in einen Abgrund von geistesgestörten Wahnvorstellungen gestürzt ist. Aufgrund seines unverfänglichen Äußeren und seiner dreisten Schlauheit gerät er nicht in Verdacht und wird nach keinem Verbrechen festgenommen. Am Schluss geht er zu einem Anwalt und schildert ihm seine Untaten. Der Anwalt hält es für einen Scherz. 

    Dieser Roman fasziniert trotz aller Schrecklichkeiten. Es ist zunächst einmal die direkte präzise Beschreibung all dessen, was man im Leben Tag für Tag vor sich hat, und was bis jetzt noch wenig Eingang in die Literatur gefunden hat. Da sind zu allererst die endlos wiederholten Schilderungen von Kleidung und Accessoires sowie deren genaue Einschätzung und Bewertung. Die Sachkenntnis selbst ist allein schon ein Statussymbol und ein ästhetisches Vergnügen. Ist es nicht so, dass fast jeder sich durch seinen Kleidungsstil ausdrücken will und andere danach einschätzt. Aber das findet im wahren Leben eher uneingestanden statt, wird meist verleugnet und kann sich eigentlich nur in TV-Formaten wie "Shopping Queen" ausleben. 

    Die technischen Beschreibungen lesen sich wie in einem Verkaufsprospekt und die Daten und Eigenschaften finden in Patrick Bateman den  gleichen intensiven und detaillbesessenen Wiederhall wie bei jedem Musikliebhaber, der sich endlich das definitive Equipment zulegen kann. Die Beschreibungen seiner Lieblingsmusiken offenbaren Sachkenntnis und Urteilskraft. Ebenso meisterhaft geschrieben sind viele Dialoge. Zum Beispiel der komplizierte Ausgleich der wechselseitigen Interessen bei der Wahl eines Restaurants und der Teilnehmer eines gemeinsamen Dinners. Einer möchte diesen, den er hasst, indirekt ausschliessen, ein anderer hat ein Auge auf eine Schönheit, die sich aber ohne ihren Partner hinzugesellen soll. Das Niveau der Argumentation und der Lügengespinste ist hoch und, wäre man selbst involviert, würde man mit feiner Sensorik die Finten wohl noch besser wahrnehmen. So ist man nur ein unbeteiligter Leser, der Mühe hat dem Geschehen zu folgen. Die Beschreibung der Morde erfolgt mit der gleichen furchtbaren Präzision und man könnte deshalb das Buch mehrfach aus der Hand legen. Anti-Amerikaner würden natürlich sagen, seht einmal da ... Bret Easton Ellis schildert auf exzellente Art, die Inhaltsleere, und die Bindungs- und Ziellosigkeit und dieser reichen Bewohner Manhattans, die in öder Langeweile und in der Welt des Konsums allmählich verkommen. Das gelingt ihm vor allem in ausdruckstarken Dialogen und Selbstgesprächen. Hyper-Realismus. Ganz große Literatur. 

    Ausgabe: Bret Easton Ellis American Psycho Picador London 2015 (Englisch) gelesen im April 2017

    Autor: Bret Easton Ellis, geboren 1964 in einem Vorort von Los Angeles, wohnhaft in New York City, gilt als einer der kontroversesten, aber auch sprachgewaltigsten jungen Autoren seiner Generation. Mit 19 schrieb er seinen Debütroman, einen schonungslosen Zustandsbericht über das dekadente aber orientierungslose Leben der Yuppies in den 80ern, der 1996 erfolgreich verfilmt wurde. 1987 erschien sein zweiter Roman bevor er 1991 endgültig zum Kultautor aufstieg [1].

    Referenzen: [1] AMAZON.COM

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    Amber144s avatar
    Amber144vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Abgebrochen
    Abgebrochen

    Ich habe das Buch nach 10 Seiten abgebrochen und verschenkt. Die elend langen und langweiligen Ausführungen haben mich extrem genervt. Der Schreibstil ist furchtbar und langweilig

    Kommentare: 2
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    Mario_Veraguthvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Übertrieben gelobte, nicht als Roman zu definierende Aneinanderreihung von Aufzählungen und plakativen Gewaltorgien.
    Rezension zu "American Psycho" von Bret Easton Ellis

    Das extreme Auseinanderdriften der Meinungen zu dieser Lektüre spaltet die Lager der Leser in jene, die Lob für sozialkritische, die harte Realität schonungslos zeigende Literatur, die auch an die Schmerzgrenze gehen darf übrig haben und jenen, die frauenfeindliche und sexuell abartige Snuffszenen als verzichtbar erachten. So wird auf der einen Seite Tiefgang, Subtilität und Mut des Autors angesichts der zu erwartenden Reaktionen und Anfeindungen nach Veröffentlichung gelobt, während sich ein anderer Teil der Leserschaft nur kopfschüttelnd abwenden kann.

    Abseits aller Deutungen aber am störendsten ist, dass  bei aller Akzeptanz für Kunstkniffe und stilistische Freiheiten, dies schlicht und ergreifend kein Roman ist sondern eine Aneinanderreihung von Produktbeschreibungen von Luxusartikeln, um die Abgehobenheit und Dekadenz zu unterstreichen, Musikerbiografien, deren Sinn es wohl sein soll, die Verletzlichkeit und Sensibilität des Protagonisten zu veranschaulichen, Schminktipps für Männer und Anleitungen wie man Menschen schlachtet. Es gibt weder einen roten Faden, nennenswerte Nebencharaktere, einen Gegenspieler oder eine Handlung abseits von arbeiten und töten in Endlosschleife. Sicher kann man in den Narzissmus und die Skrupellosigkeit des Hauptcharakters, der selbstverständlich im Finanzsektor tätig sein muss vielerlei hineininterpretieren, nur haben es schon andere Autoren geschafft, vor beißendem Zynismus triefende Werke zu schaffen, ohne die Seitenanzahl durch verzichtbare Schilderungsorgien irrelevanter Sachverhalte oder auf Wikipedia nachlesbarer Fakten um ein gutes Drittel zu erhöhen. Autoren, die jahrelang an ihren Werken feilen, müssen sich die Frage stellen, warum ein internationaler Verkaufsschlager über weite Strecken mit leicht zu schaffenden Beschreibungen auskommt, zwischen die Monologe eingestreut werden.

    Zum Zeitpunkt des Erscheinens im Jahre 1991 war es für den Verlag sowie den Autor vorhersehbar, dass der Skandal die Auflagenzahlen durch die Decke treiben und ihnen massenhaft Geld in die Kassen spülen wird, da das alte Schema des Reizens konservativer und reaktionärer Kreise immer gut funktioniert und es bei Werken, deren Indizierung und Verdammung aus Ignoranz oder Machtanspruchsdenken erfolgt, auch gut und richtig ist anzuecken und zu provozieren, um alte Denkmuster aufzubrechen. Nur wenn ein Werk keinerlei diesbezüglichen Ansprüchen gerecht wird, sondern nur von monetären Bestrebungen getrieben mit den niederen Instinkten der Menschen spielt, verdient es keine Berichterstattung und Diskussion in solch übertriebenem Ausmaß. Schade um die wirklich guten, eine wichtige Botschaft transportierenden Werke, deren Veröffentlichung durch die Radikalisierung der Gegner solcher Literatur und der Machtsteigerung ihrer Lobbys erschwert, wenn nicht mitunter sogar verhindert wird. Denn der Geldregen kann sich durch Indizierung auch in ein Verlustgeschäft verwandeln, wenn eine ganze unverkäufliche Auflage auf Halde liegt und zwar nicht, weil es jugendgefährdender Schund, sondern sozial zu extremer und am liebsten unter den Teppich gekehrter Sprengstoff ist.

     

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    Munros avatar
    Munrovor 6 Jahren
    Rezension zu "American Psycho" von Bret Easton Ellis

    heutzutage haut dieses buch vielleicht keinen mehr wirklich aus dem hocker, in den 90ern war das allerdings DER schocker schlechthin. Ausser ein paar Szenen finde ich dieses buch einfach nur anstrengend

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    Asmoss avatar
    Asmosvor 6 Jahren
    Rezension zu "American Psycho" von Bret Easton Ellis

    Patrick Bateman ist erfolgreich in seinem Beruf, ebenso beliebt bei den Frauen und er tötet Menschen.
    Nachdem mir das Buch auf meiner Suche nach blutigeren Büchern immer wieder über den Weg gelaufen und auch häufig empfohlen worden ist, wollte ich mir selbst ein Bild davon machen, obwohl ich häufig gesagt bekam, es ist ‚nichts für schwache Nerven’ [die ich nicht habe] und ‚nicht jedermanns Ding’ [ich mag Bücher, die aus der Reihe tanzen]. Als ich mit der Lektüre begonnen habe war ich demnach auf vieles gefasst, allerdings nicht darauf, dass gut neunzig Prozent des Buches sich damit befassen, wer was trägt, sich mit was rasiert und was isst. Das ist auf den ersten zehn Seiten ja vielleicht noch ‚ganz interessant’ [wenn überhaupt], nervt nach fünfzig Seiten und schürt nach gut zweihundert Seiten einen ernstzunehmenden Wutherd. Dass das Buch von einem Mann aus Sicht eines männlichen Protagonisten geschrieben wird, macht die Sache nicht besser. Fünf Bände Gossip Girl [+ zwei Staffeln] erreichen nicht im Entferntesten die Dichte an High Society Geschwafel, die man auf zweihundert Seiten American Psycho antrifft. Mag ja sein, dass man das Ganze ein Stilmittel ist und die steigende Anzahl an Gedanken an Mord und Totschlag lassen dabei durchaus einen gewissen Vorsatz vermuten, aber das tröstet nicht darüber hinweg, dass man seine Zeit mit der Lektüre über sinnlose Diskussionen bezüglich Visitenkarten, Sushi, Musikgruppen, Hawaiiurlaube und ähnliches vergeudet hat. Die Darstellung vom Konsumterror unserer Zeit, von der Oberflächlichkeit der Menschen usw. in allen Ehren, aber hätte das Buch hundert Seiten weniger gehabt, hätte man die Nachricht auch noch mehr als gut verstanden. Noch unverständlicher war für mich nur, dass viele Kapitel mitten im Satz aufhörten. Der Sinn dieses ‚Stilmittels’ erschließt sich mir nicht.

    Bateman ist als Charakter dabei so glanzlos und neutral, dass man außer einem gewissen Ekel für bestimmte Situationen nicht viel empfindet. Worin das wirklich Empörende bei diesem Buch liegt, ist mir bisher schleierhaft. Grausame Psychopathen gibt es auch in anderen Büchern, die mehr Spannung und interessantere Figuren aufzuweisen haben. Sicher, Bateman ist schamloser als jeder Killer, dem ich jemals in einem Buch begegnet bin. Er tötet so häufig und gewissenlos, so schamlos und brutal, dass es irgendwann schlichtweg langweilig ist, ihn dabei zu beobachten.
    Da sein Gewaltpotenzial zu Beginn des Buches nur spärlich eingebaut ist, bekommt man das Gefühl, es ist ‚nur’ ein gelegentliches Aufflackern und demnach auch nur ein gelegentliches Töten. Im Laufe des Buches fing ich jedoch an, mich über die Masse an Opfern zu ärgern. Nicht einmal so sehr, weil ich es für unrealistisch hielt, dass ein einzelner Mensch tatsächlich zu so viel Gewalt bereit ist, sondern, weil das Buch den Eindruck vermittelte, Bateman würde sich nicht besonders viel Mühe geben seine Taten zu vertuschen. Folglich war es für mich nur bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehbar, dass er nicht schon längst hinter Gittern war. Sicher, es ist nur eine Metapher, und macht wahrscheinlich die Ignoranz der Menschen deutlich, das hat mich aber nur wenig getröstet.

    Gen Ende hin hab ich immer öfters Seiten nur überflogen, teilweise ganze Kapitel ausgelassen, wenn ich merkte, da kam wieder ne ellenlange Erzählung über irgendetwas, das mich nicht im Geringsten interessiert [dabei habe ich mir Anfangs wirklich Mühe gegeben konzentriert bei der Sache zu sein und ALLES zu lesen]. Ehrlich gesagt kann ich mir schwer vorstellen, dass irgendjemand von Anfang bis Ende jedes Wort dieses Buches liest, so viel Durchhaltevermögen fände ich geradezu heldenhaft [Gehirnwindungen scheinen sich bei mir zumindest automatisch auszuschalten, wenn ich zum x-ten Mal „Er trug einen Anzug von xy“ lese“.
    Den Schluss des Ganzen fand ich passend und gleichzeitig ernüchternd. Bei manchen Büchern empfinde ich schlichtweg Erleichterung, wenn ich die letzte Seite lese…

    Allerdings muss ich meine Hochachtung aussprechen, da es einiges erfordert derart viele Fakten über Kleidung, Essen, Musik und ähnliches zusammenzutragen und sie dann auch noch niederzuschreiben.

    Fazit:
    Passende Adjektive zum Inhalt des Buches wären nur ‚abartig’ und ‚widerlich’. Nicht einmal als besonders schockierend oder erschreckend könnte ich das Buch bezeichnen. Damit etwas unter die Haut geht müssen für mich auch Gefühle wie Angst und Verzweiflung übermittelt werden und Gefühle sind etwas, das man in diesem Buch auf all den vielen Seiten kaum zu finden vermag [was sicher Sinn der Sache ist…]. So blieb ich als Leser relativ distanziert, konnte mich nicht recht in die Geschichte einfinden und war zudem froh, als das Buch zu Ende war.
    Vielleicht hätte ich mehr Verständnis für ‚American Psycho’ aufbringen, hätte man es mir nicht als Thriller und mit Beschreibungen wie ‚echt heftig’ und ‚geht unter die Haut’ empfohlen. Das Buch vermittelt sicher viele wichtige Botschaften und Gedanken, man sollte allerdings entsprechend informiert an die Sache heran gehen.

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    Armillees avatar
    Armilleevor 6 Jahren
    Rezension zu "American Psycho" von Bret Easton Ellis

    Was für eine blöde Story. Seite 100 war endgültig Feierabend für mich...noch immer keiner gestorben. (ausser ich fast vor Langeweile). Nur dummes Gelaber.
    Dieses Buch ist gut für die Ofenheizung.

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    erdbeerliebe.s avatar
    erdbeerliebe.vor 6 Jahren
    Rezension zu "American Psycho" von Bret Easton Ellis

    Nichtssagender Text vollgestopft mit (damals) wichtigen Markennamen und Promis, zugekleistert mit Arroganz und verstopft mit Ironie, die man nur versteht, wenn man überhaupt weiß, worum es geht - falls man nicht schon vorher die Lust am Lesen verloren hat. Der Protagonist Patrick Bateman ist derart unsympathisch, dass es eine Qual ist, und der erste Mord passiert auch erst nach gut 100 Seiten. Der 'amerikanische Traum', den das Buch wohl vermitteln will ist deutlich: Aber eine 4-seitige Beschreibung über die Waschgewohnheiten Batemans hätte es dennoch nicht gebraucht. Enough is enough. Manchmal zählt der Ruf, den ein Buch hat, doch mehr als der eigentiche Eindruck, den man selbst bein Lesen verspürt. Klar ist die Oberflächlichkeit des Buches und die Dis-sympathie Patricks gewollt, aber es macht einfach keinen Spaß wenn man nicht mal jemanden hat, mit dem man sich identifizieren kann/will - für wen liest man das Buch dann? Nur für sich selbst? Um es mal gelesen zu haben? Nein danke.

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    JimmySalarymans avatar
    JimmySalarymanvor 7 Jahren
    Rezension zu "American Psycho" von Bret Easton Ellis

    Och ja. Anfang der 90er schwer in Mode, weil es "Gore" und ficki ficki und abgeschnittene Zungen gab, und der Täter mal kein grenzdebiler Homeboy vom Bauernhof oder ein Soziopath mit Rape-Glasses und Pädophilenbart. Einige gute, dazwischen aber auch einige wirklich laaaaaangweilige Passagen, und Name-Dropping galore. Klar, sagen jetzt die Afficionados, das MUSS so sein! Das gehört zum Ambiente und so! Nur, mal ehrlich, wer kennt schon das Ambiente eines neureichen Brokers? Die wenigsten, nehme ich an. Für die damalige Zeit sicherlich revolutionär, heute wirkt es auf mich jedenfalls ermüdend.

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    Graf Zahls avatar
    Graf Zahlvor 7 Jahren
    Rezension zu "American Psycho" von Bret Easton Ellis

    20 Jahre nach Erscheinen habe ich es endlich geschafft, mir "American Psycho" zur Brust zur nehmen. Natürlich habe ich schon einiges über dieses Buch gehört und bin vor einigen Jahren beim Zappen auch mal bei der Verfilmung hängengeblieben und habe sie somit halb gesehen.
    Der Roman spielt in New York der zweiten Hälfte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Der Ich-Erzähler Patrick Bateman ist der Prototyp eines Yuppies dieser Zeit. Er arbeitet an der Wall Street, kokst wie wild, schmeißt sich Tabletten ein und ist nur in Szenelokalen anzutreffen. Er ist ein oberflächlichlicher, Marken-fixierter Schnösel, der zutiefst unsympatisch wirkt. Gleichzeitig scheint er auch ein Doppelleben zu führen. Ich sage bewusst scheint, denn was real (so weit man einer fiktiven Erzählung überhaupt von real sprechen kann) ist und was sich nur in Batemans Kopf abspielt, lässt Easton Ellis offen. Bateman ist ein Massenmörder. Und die Beschreibung dieser Morde, Vergewaltigungen und anderer sadistischer Taten sind das, was das Buch in Deutschland auf den Index gebracht hat. (In meinen Augen übrigens eine Lächerlichkeit.) Diese Gewaltszenarien sind heftig und zutiefst verstörend, besonders da sie sich mit ermüdenden Beschreibungen der Kleidung und deren Designer und anderen Statussymbolen der damaligen Zeit abwechseln. Das verstärkt die Wirkung der Gewalt nur noch. Ich habe das Buch ein ums andere Mal zur Seite legen müssen um das gelesene zu verdauen. Und ich bin nicht unbedingt zartbesaitet was Gewalt in Buch und Film angeht. Aber wie realistisch Ellis, das seinen Protagonisten beschreiben lässt, zeugt schon von großer erzählerischer Fähigkeit. Er will verstören. Und er schafft es auch nachhaltig.
    Man kann sich natürlich darüber streiten, ob diese Gewaltdarstellungen sein müssen. Von meinem Standpunkt ausgesehen sind sie notwendig. Bateman ist ein kranker Irrer, ob er diese Taten begeht oder alles nur in seinem Kopf geschieht. Und dieser Irre erzählt uns seine Geschichte mit seinen Worten und von seinem Standpunkt aus. Also müssen die Szenen so geschrieben werden, wie sie es sind.
    Damit jetzt nicht der Eindruck entsteht, dass es sich bei diesem Roman nur um eine Aneinanderreihung mehrerer Gemetzel handelt: Das Ganze ist auch eine sehr gelungene Beschreibung der Verhältnisse Ende der 80er Jahre. Zusammen mit dem Film "Wall Street" von Oliver Stone kann man sich, denke ich, ein recht rundes Bild New Yorker Gesellschaft machen. Auch das macht den Reiz dieses Buches aus.
    Dieser Roman ist zurecht jetzt schon ein Klassiker.

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