Unter Null

von Bret Easton Ellis 
3,7 Sterne bei134 Bewertungen
Unter Null
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Positiv (78):
DrunkenCherrys avatar

Die reiche MTV-Generation in einer Welt des Stumpfsinns - ein so dünnes Buch und trotzdem hat man dran zu knabbern.

Kritisch (15):
Christian_Woehls avatar

Sehr gewöhnungsbedürftiger Schreibstil, streckenweise dadurch sehr anstrengend. Dann trotzdem wieder sehr emotional. Verwirrend, irgendwie!

Alle 134 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Unter Null"

Gerade 20 Jahre alt, schreibt 1984 ein amerikanischer Student namens Bret Easton Ellis die Abschlußarbeit für einen Creative-writing-Kurs. Der Schriftsteller Joe McGinnis, sein Lehrer, ist so begeistert, daß er das Manuskript einem angesehenen New Yorker Verlag schickt, wo es unter dem Titel Less Than Zero tatsächlich erscheint.Unter Null entwickelt sich zum Kultbuch. Die jungen Amerikaner finden sich wieder in B.E. Ellis´ Geschichte von Clay und seinen Freunden im Los Angeles der 80er Jahre, diese Kinder reicher, aber gelangweilter Eltern, die ihrem mondänen Leben zwischen Partys, Sex, Drogen und Gewalt kaum noch einen Kick, geschweige denn einen Sinn abgewinnen können.'Lindsey und ich gehen die Treppe rauf zur Toilette und ziehen uns auf dem Klo ein bißchen Koks rein. Über dem Waschbecken, auf dem Spiegel, steht in großen schwarzen Buchstaben: "Das Reich des Stumpfsinns".'

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462037005
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:208 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:16.01.2006

Rezensionen und Bewertungen

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    DrunkenCherrys avatar
    DrunkenCherryvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Die reiche MTV-Generation in einer Welt des Stumpfsinns - ein so dünnes Buch und trotzdem hat man dran zu knabbern.
    Die MTV-Generation in einer Welt des Stumpfsinns

    Als ich dieses knapp 190 Seiten dicke Buch aufgeschlagen habe, dachte ich, dass ich es an einem Abend weglesen könnte. Aber weit gefehlt. Denn Bret Easton Ellis knallt einem die Unerträglichkeit des Lebens der Reichen und Schönen so ungeschönt vor den Latz, dass man wirklich dran zu knabbern hat.
    Anfangs denkt man noch, dass die Figuren einfach gelangweilt sind von ihrem Leben und sich nur für sich selbst interessieren - nach einiger Zeit schien es mir, als würden sie sich nicht einmal für sich selbst interessieren.
    Es ist wirklich heftig, zu lesen, wie Protagonist Clay mit Snuffilmen, Vergewaltigungen, Leichen, Prostitution und gelangweiltem Sex umgeht. Er ist ittendrin, dennoch stets nur ein passiver Beobachter. Ich wollte ihn nehmen udn schütteln, ihn anbrüllen, etwas zu tun, zu handeln, aber gleichzeitig war ich fasziniert von seinem Verhalten. Manchmal blitzen echte Gefühle durch seine stumpfe Fassade, aber sie sind schneller wieder verflogen, als man die nächste Seite aufschlagen kann.
    Ich kann verstehen, weshalb dieses Buch zum Kult geworden ist, denn gerade am Anfang kann man sich noch sehr in Clay hinein fühlen, der nicht so recht weiß, was er will und sich in einer Welt befindet, die sich nicht für ihn interessiert. Doch schnell merkt man, dass er selbst auch nru Teil davon ist und nichts dagegen unternimmt. Einen Protagonisten wie ihn habe ich in dieser Art noch nie in einem Buch gehabt. Faszinierend und abstoßend zugleich.
    Besonders krass fand ich auch die Dialoge, die noch mehr herausgearbeitet haben, wie die Figuren versuchen, miteinander zu reden, aber nicht können, weil sie zu sehr in ihrem Stumpfsinn gefangen sind.
    Auch der Schreibstil ist sehr außergewöhnlich. Er ist einfach gehalten und trotzdem anstrengend. Genial.
    Ein außergewöhnlicher Roman, den man nur lieben oder hassen kann.

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    thiefladyXmysteriousKathas avatar
    thiefladyXmysteriousKathavor 3 Jahren
    Kurzmeinung: ein interessantes buch! erschreckend realistisch
    Unter Null

    Unter Null
    Dieses Buch habe ich im Rahmen eines Seminars meiner Universität gelesen. Ich habe bereits vorher schon viel über Bret Easton Ellis gehört, besonders über sein Buch "American Psycho". "Unter Null" hat mich schockiert und ich bin froh es gelesen zu haben, auch wenn die Bewertung eines solchen Kultbuches wirklich schwer ist.

    Inhalt
    Der verwöhnte Student Clay fliegt über die Weihnachtsferien zu seinen Eltern nach Kalifornien, um sie zu besuchen. Vom Flughafen holt ihn seine Ex-Freundin Blair ab und bringt ihn nach Hause. Es fällt Clay schwer, wieder in sein altes Leben zurückzufinden. Viele seiner Freunde haben sich von ihm entfremdet, er selbst ist ständig demotiviert und lustlos. Er besucht fast jeden Tag Partys von Freunden oder geht in Clubs. Sein Umfeld konfrontiert ihn mit Drogen, Sexorgien, harte Gewalt und vielem mehr, was aber niemanden richtig interessiert. Doch ist diese Welt die richtige für Clay?

    Meinung
    Eigentlich finde ich es unmöglich ein solches Buch zu bewerten.
    Es hat, wie bereist erwähnt, schon einen Kultstatus und zeigt auf groteske Weise die Realität der 90er in Amerika unter den Jugendlichen von Kalifornien. Drogen, Sex und Alkohol im Übermaß und heftige Gewalt stehen an der Tagesordnung. So ist auch unser Protagonist Clay eigentlich zu jeder Tages und Nachtzeit voll mit Kokain, Prostitution oder Heroinsucht stehen an der Tagesordnung und auch Gewaltakte geben niemandem mehr einen Kick. Die Jugendlichen scheinen von ihrem Leben ohne Grenzen einfach gelangweilt zu sein. Bret Easton Ellis schreibt über diese harte Thematik mit einer gewissen Leichtigkeit und Dynamik. Er schafft es alles recht banal wirken zu lassen und erzeugt gerade damit eine schockierende einschlagende Wirkung beim Leser. Ich bin wirklich beeindruckt von diesem Buch, allerdings habe ich auch schon besseres gelesen. Ich würde mcih einer bewertung eigentlich gerne enthalten, da es aufgrund der AUssage jeder lesen sollte und sicherlich selbst wichtige Schlüsse aus der geschichte ziehen kann. Trotzdem muss ich meinen persönlichen Eindruck in Sternen widerspiegeln und vergebe 4 Sterne.

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    J
    jahfabyvor 3 Jahren
    Nicht meine Welt

    Das also ist das Debüt des Mannes, der mit American Psycho so bekannt geworden ist. Die Legende besagt, Ellis hat Unter Null auf Speed und als Hausarbeit für seinen Creative Writing-Kurs geschrieben, so im Rausch, dass er sich nicht mehr wirklich daran erinnern kann, es geschrieben zu haben. In etwa so liest sich der Roman auch.

    Clay fliegt über Weihnachten nach Hause nach L.A. und verbringt dort einige Tage mit alten Freunden. Tage voller Alkohol, Drogen und exzessiven Parties. Und irgendwann geht er wieder. Das ist die Story. Aber es geht auch nicht um die Story, sondern um das Gefühl, die Atmosphäre, die Szene. Ein distanziertes, fast taubes Gefühl, nihilistisch, zerstörend und verstörend. Und definitiv nicht meine Szene.

    Eine Zeitlang war ich fasziniert von dem, was Ellis beschreibt. Aber irgendwann kommt der Punkt, dass die Szenen austauschbar sind und weder Story, noch Atmosphäre weiterbringen. Erst gegen Ende beginnt Ellis, die Szene nochmal krasser zu beschreiben, das Gefühl zu verstärken, sodass ich nach der letzten Seite erstmal dasaß und dieses Gefühl wieder abschütteln musste. Vielleicht ist das die Idee des Romans. Mir eine Lebenswirklichkeit zu zeigen, mit der ich absolut nichts zu tun habe und mich unglaublich froh zu machen, dass dem so ist. Tatsächlich hätte das Unter Null dafür aber auch nur halb so dick sein müssen.


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    Stefan83s avatar
    Stefan83vor 5 Jahren
    "Die Leute werden immer rücksichtsloser ..."

    Ursprünglich als Abschlussarbeit für den Creative-Writing-Kurs am Bennington College in Washington geschrieben, war Bret Easton Ellis' damaliger Professor derart beeindruckt von „Unter Null“ (engl. „Less than Zero“), dass er den 21-jährigen Studenten dazu motivierte, die Arbeit als Roman im Jahr 1985 zu veröffentlichen. Ein Glücksfall für Autor wie Leser gleichermaßen, ist doch Ellis' Erstlingswerk knapp dreißig Jahre später längst zum Kultbuch einer ganzen Generation avanciert. Zugleich stellt es den Ausgangspunkt einer Reihe weiterer stilistisch wie inhaltlich ähnlicher Titel des Schriftstellers dar, die alle eins gemeinsam haben – sie sind nichts für die kurzweilige Lektüre für zwischendurch, sondern verstörend-düstere Milieuschilderungen aus der Upper-Class, von denen Zartbesaitete besser von vorneherein ihre Finger lassen sollten. Wenngleich ich mich selbst nicht zu den Letzteren zähle, hat doch mich insbesondere die Verfilmung von „American Psycho“ lange von einer Lektüre des Autors abgehalten. Zu Unrecht, wie ich nach Beendigung des Buches feststellen muss. „Unter Null“ ist ein harter, dunkler, bitterer Trip, aber letztlich in allen Belangen lohnenswert.

    Die Story, welche eigentlich genauso belanglos ist, wie das Treiben ihrer Protagonisten, sei an dieser Stelle zum Verständnis dennoch kurz angerissen:

    Erzählt wird die Geschichte des privilegierten und bis über alle Maßen verwöhnten Studenten Clay, welcher über Weihnachten und Neujahr für einen Familien-Besuch nach Los Angeles zurückkehrt, sich letztlich von dieser aber sogleich distanziert, um sich stattdessen in das alte Vor-College-Leben zu stürzen und gemeinsam mit seinen Kumpels von früher, allesamt aus ähnlich reichen Verhältnissen stammend, in das Party-Leben der High Society einzutauchen. Frei von jeglichen sozialen oder beruflichen Verpflichtungen besteht das einzige Problem darin die Zeit im sonnigen Kalifornien irgendwie totschlagen zu können. Die Tage sind ausgefüllt mit Drogen- und Alkoholexzessen, sexuellem Verkehr mit Männern wie Frauen, ziellosen Autofahrten in teuren Autos über die Boulevards von L.A. - ständig auf der Suche nach dem schnellem Kitzel, dem Kick, der wenigstens für eine kurze Zeit die Langeweile vertreibt und die sinnlose Leere des Alltags füllt. Ein Kick, der aber am Ende doch stets ausbleibt.

    Wie lebende Tote wandeln Clay und seine Freunde von Party zu Party, von einer Line Koks zur nächsten – gefangen in einem Teufelskreis immer extremerer Beschäftigungen, denen diese Kinder ebenso oberflächlicher und verstörender Eltern nach und nach erliegen. So schaut Clay tatenlos mit zu, wie sich sein ehemals bester Freund Julian durch seine Heroinabhängigkeit prostituiert, wie sein Drogendealer Rip mit mehreren anderen ein 12-jähriges gefesseltes Mädchen bestialisch vergewaltigt, wie sich gleich eine ganze Gruppe an der Brutalität eines Snuff-Films erfreut. Obwohl durchaus angewidert vom moralischen Verfall seiner alten Clique, besitzt Clay am Ende doch keinen über sich selbst hinausweisenden eigenen Antrieb. Unfähig zur Aktion, dazu zu fühlen, zu lieben und taub vom sinnentleerten Leben bleibt ihm am Ende als Ausweg nur die Abreise … und damit das zu tun, was ihm seit der Ankunft am Flughafen auf einem Reklameschild immer wieder entgegen geprangt hat: „Verschwinde von hier!“

    Was Jack Kerouac einst in „On the Road“ als Genre aus der Taufe und zum Programm erhob – in „Unter Null“ wird es auf eine neue und leider wahrscheinlich nicht mal finale Ebene gestemmt, in der der Wille zur sexuellen und ethischen Freiheit im Verbund mit der Bewusstseinserweiterung durch Drogen längst nicht mehr der Intensivierung des Lebensgefühls dient, als vielmehr zur Betäubung eben dieses. Während ein Irvine Welsh in „Trainspotting“ und weiteren Werken genau dieses Phänomen aus der Sicht der sozialen Unterschicht schildert, führt Ellis mehr als eindringlich vor Augen, dass der moralische Verfall keinerlei Unterschiede mehr macht und keine gesellschaftlichen Grenzen kennt. Ob Arm oder Reich – das Ende der klassischen Familie, die ergebnislose Suche nach der eigenen Bestimmung finden wir inzwischen in allen Bereichen vor. Und seit Burgess „Clockwork Orange“ habe ich persönlich kein Buch mehr in den Händen gehabt, das die stumpfsinnige Maschinerie unserer in so vielen Belangen degenerierten und emotionslosen Gesellschaft derart intensiv und sprachlich präzise auf Papier übertragen hat, wie Bret Easton Ellis „Unter Null“. Gerade die völlige Abwesenheit gefühlsmäßiger Regungen, diese kalte, abgebrühte, ekelhaft sachliche Sprache angesichts schlimmster Ereignisse, hat mich tief getroffen und schockiert. Und das nicht weil eine fiktive Geschichte hier gut funktioniert, sondern weil einem in jeder Zeile im Bewusstsein bleibt, dass das Buch ein gänzlich realistisches Spiegelbild der 80er Jahre im mondänen Kalifornien darstellt – und es sich seitdem dort und auch andernorts sicherlich nicht verbessert hat. Im Gegenteil.

    Es entbehrt also nicht einer gewissen Ironie, dass es gerade ein vollkommen gefühlskaltes Buch ist – in dem sich übrigens der Autor eines moralischen Zeigefingers vollkommen enthält und es zwischen all den hassens- und bedauernswerten Figuren keinerlei „Helden“ gibt – das uns auf solche eindringliche Art und Weise berührt. Die scharfe, aber immer nüchterne Feder mit der Ellis den Leser mit den Entartungen der Jugendlichen konfrontiert – sie ist der Resonanzkörper der Grausamkeit, der Destruktion und des nie enden wollenden Stumpfsinns. „Unter Null“ ist von Anfang bis Ende düster, gönnt uns trotz dauerhaft brennender kalifornischer Sonne, getönten Brillengläsern, grellblonden Haaren und gebräunten Körpern keinerlei Licht, keinerlei Ansätze vom so erfüllenden „Way of Life“. Stattdessen herrscht eine Schwere vor, die selbst die Erinnerungen Clays nicht durchbrechen können, der oft am Rande der Tränen zurückblickt und in der inzwischen längst verstorbenen Großmutter oder den Jahren an der Highschool einen Hauch von Normalität zu erkennen glaubt. Diese zarten Andeutungen von Gefühl reichen jedoch am Ende nicht aus, um ihn zu berühren. Gefangen im Luxus alles zu haben und bekommen zu können, ist er einfach nicht in der Lage sein eigenes seelisches Leid zu erkennen, ist er nie verzweifelt genug, die Anstrengung zu unternehmen, hinter die hohle Fassade zu blicken und aus dieser auszubrechen.

    Nach knapp 200 Seiten kehrt Clay Kalifornien und einer möglichen Liebe den Rücken. Was bleibt sind tiefe Eindrücke, ein schaler Beigeschmack und verstörende Bilder, die ich wohl so schnell nicht losbekommen werde. „Unter Null“ ist ein Buch, das die Macht des geschriebenen Wortes aufs Eindrucksvollste unter Beweis stellt. Ein nachtschwarzes Panorama über die langen, schweren Schatten des Jet-Sets und der Upper-Class, das seinen Kultstatus völlig zu Recht verliehen bekommen hat. Ganz große Literatur auf kleinstem Raum – weitere Werke dieses Autors werden sicher in Bälde in mein Regal wandern.

    Kommentare: 4
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    winter-chills avatar
    winter-chillvor 6 Jahren
    Rezension zu "Unter Null" von Bret Easton Ellis

    Umsetzung und Stil fand ich gut. Die Ziellosigkeit, Resignation, Langweile und seelische Abgebrühtheit der Protagonisten, die Tatsache, dass im Leben dieser jungen Leute nichts passiert und sie sich im Grunde nichts zu sagen haben, wurde literarisch und sprachlich perfekt umgesetzt. Die Geschichte an sich war nicht (mehr) so meins. Klar, es war brutal und schockierend, die Thematik – eine Geschichte über wohlhabende Jugendliche, die Drogen nehmen, Exzesse feiern und ziellos in den Tag hineinleben – ist für mich aber nichts Außergewöhnliches. Leser zwischen 15 und 19 bewegt das Buch wohl mehr.

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    Nordlicht79s avatar
    Nordlicht79vor 7 Jahren
    Rezension zu "Unter Null" von Bret Easton Ellis

    Einfach langweilig! Ein Sammelsurium von Partys reicher, verwöhnter Studenten, deren Eltern in Hollywood leben und die sich in den Weihnachtsferien zu Hause wieder treffen. Dabei gibts reichlich Kokain, Alkohol und auch Sex. In den 80ern vielleicht ein Skandal, aber heute wirkt diese lustlose und sich eigentich immer wiederholende Schilderung diverser Partys einfach nur fad. Spannung kommt dabei einfach nicht auf.

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    Metulskivor 8 Jahren
    Rezension zu "Unter Null" von Bret Easton Ellis

    Ein Roman mit abgelaufenen Verfallsdatum. Kann sein, dass das in den 80ern, vielleicht auch in den 90ern noch aufregend und interessant war, aber heute erscheinen der Plot, wenn man ihn denn so nennen kann, und die Charakterzeichnung eher abgeschmackt und tröge. "Charakterzeichnung" ist hier eh ein Euphemismus. Die zahlreichen verzogenen und abgestumpften jungen Damen und Herren sind so austauschbar in ihrem Verhalten, in ihren Einstellungen und Anwandlungen, dass sie am Ende alle als identische Teile eines einzigen nihilistischen Monstrums dastehen.
    Zur Ehrenrettung von Bret Easton Ellis muss ich sagen, dass ich keines seiner weiteren Bücher kenne, vielleicht sind die jüngeren ja 'zeitgemäßer'. Die Lust auf einen neuen Ellis hält sich nach dieser Lektüre jedoch sehr in Grenzen.

    Greetings,
    Metulski

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    Amaroks avatar
    Amarokvor 8 Jahren
    Rezension zu "Unter Null" von Bret Easton Ellis

    Bret Easton Ellis veröffentlichte 1985 seinen ersten Roman, „Unter Null“, der nicht nur auf beeindruckend realistische Weise das kalifornische Studentenleben in den 1980er Jahren beschreibt, dass sich vornehmlich um den Rausch durch Akohol und Drogen sowie um die Auseinandersetzung in zwischenmenschlichen Beziehungen dreht, sondern gleichzeitig den Auftakt zu einer ganzen Reihe durchaus ähnlicher Veröffentlichungen darstellte.

    „Unter Null“ erzählt von dem überaus verwöhnten Studenten Clay, der während eines Weihnachtsbesuches seiner Eltern in Kalifornien mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird. Dies beginnt bereits damit, dass er von seiner ehemaligen Freundin Blair vom Flughafen abgeholt wird, von der er sich – ebenso wie von den anderen seiner ehemaligen Freunde, die er wiedertrifft – entfremdet hat.
    Während seines elterlichen Besuches zieht Clay von einer Party zur nächsten und von Club zu Club, lebt in ständigem Exzess verursacht durch Alkohol und Drogen, wozu auch der prosmikuitive Verkehr mit Männern wie Frauen gehört. Er erlebt, dass sich sein ehemliger Freund Julian mittlerweile durch die seine Heroinabhängigkeit prostituiert, dass sich seine eigene Mutter in einem dauerhaften Nebel, verursacht durch Psychopharmaka befindet und schließlich, dass sich nicht nur niemand seiner Bekannten an einem Snuff-Film, sondern ebensowenig an der Vergewaltigung eines 12-jährigen Mädchens zu stören scheint. Angesichts dieses moralischen Verfalls und seiner eigenen Unfähigkeit sich wieder in dieses Umfeld einzugliedern, beschließt er letztlich aus Los Angeles abzureisen.

    Bei Bret Easton Ellis` Roman „Unter Null“ ist es nicht so sehr die Beschreibung eines Lebens in ständigem Exzess, sondern vielmehr die Tatsache, dass Ellis hier ein – zumindest für die USA – sehr stimmiges Bild der Auswirkungen der Entwicklung der Partyszene der 80er Jahre für gewisse gesellschaftliche Schichten v.a. in Kalifornien zeichnet. Beeindruckend ist außerdem die moralische Komponente, die Ellis in seinem Roman nicht durch Belehrungen oder einen „musterhaften“ Hauptcharakter veranschaulicht, sondern dadurch, dass er zutiefst verstörende Szenen exzessiver Gewalt oder Perversität beschreibt und diesen Zustand lediglich durch bestimmte Charaktere in seinem Buch anmerken lässt.

    „Unter Null“ weist bereits die wesentlichen Merkmale der folgenden Romane Bret Easton Ellis` auf und ist nichts für Zartbesaitete. Interessant ist auf jeden Fall die Beschreibung der Partyszene und des kalifornischen Lebensgefühls – zumindest bei der Jugend – in den 1980er Jahren.

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    Holdens avatar
    Holdenvor 8 Jahren
    Rezension zu "Unter Null" von Bret Easton Ellis

    Ellis erster, hat mittlerweile eine Fortsetzung durch "Imperial bedrooms" bekommen, diese Sorte Bücher kann keiner so wie Ellis.
    Clay kehrt in den Weihnachtsferien von seinem College in New Hampshire zurück nach Los Angeles zu seiner schwerreichen, aber gestörten Familie, alle sind total gebräunt und reden über Filme, ansonsten wird die geistige Leere durch Kokain und bedeutungslosen Sex gefüllt. Sehr starkes Debüt.

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    Marcels avatar
    Marcelvor 8 Jahren
    Rezension zu "Unter Null" von Bret Easton Ellis

    Partys, Drogen, Sex und MTV – damit lässt sich die Handlung in Bret Easton Ellis Debütroman »Unter Null« stichwortartig zusammenfassen. Schließlich setzen sich daraus die Weihnachtsferien der Hauptfigur und des Erzählers Clay zusammen. Über die Festtage besucht der Student seine Familie in Los Angeles und kommt in Kontakt mit alten Freunden und Bekannten.

    Komplette Rezension: http://readthat.de/1386/

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