Brian Michael Bendis , Michael Gaydos Jessica Jones: Alias

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Inhaltsangabe zu „Jessica Jones: Alias“ von Brian Michael Bendis

Einst war Jessica Jones eine Superheldin und Freundin der Avengers. Jetzt ist sie eine trinkende Privatdetektivin, deren Fälle oft aus dem Ruder laufen, etwa, wenn sie verschwundene Mutanten-Kids sucht, oder einer Verschwörung auf die Schliche kommt, die eine Heldenlegende und Jessicas Leben bedroht. Außerdem datet sie Ant-Man und landet mit Luke Cage im Bett… Autor: Brian Michael Bendis Zeichner: Michael Gaydos Düstere Krimi-Kost im Marvel-Universum.

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  • Jessica Jones - Alias: Heldin mal anders

    Jessica Jones: Alias
    Mueli77

    Mueli77

    03. August 2016 um 10:31

    Früher war Jessica eine Superheldin. Eine Heldin an der Seite der Avengers und kämpfte mit ihnen um das Bestehen der Welt und der Menschheit. Doch es kam die Zeit, in der sie dieses Leben nicht mehr führen wollte, und legte deshalb ihr buntes Kostüm ab. Jetzt ist sie eine Privatdetektivin und schlägt sich von Auftrag zu Auftrag. Meist geht es darum, um irgendwelche Fremdgeher oder Betrüger aufzudecken und manchmal führen ihre Enthüllungen auch zu sehr unschönen Szenen. Doch Jessica weiß sich zu helfen, denn auch wenn sie keine Superheldin mehr ist, hat sie noch immer ihre Kräfte. Problematisch wird es, als eines Tages eine Dame bei ihr auftaucht und sie bittet, ihre verschwundene jüngere Schwester zu finden. Was Jessica zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, ist, dass sie mit diesem Auftrag einen Nationalhelden in Gefahr bringt. Und nicht nur ihn, sondern auch die junge Frau und ihr eigenes Leben …Wer Brian Michael Bendis kennt und verfolgt, der weiß, dass seine Leistungen als Autor in letzter Zeit nicht gerade die Beste waren. Vor allem was seine Arbeit an Teamserien (Avengers, All-New X-Men) betrifft. Doch an Soloserien war er schon immer unschlagbar und auch diese Serie stammt noch aus einer Zeit, in der Bendis durchaus sein Handwerk verstand.Er etabliert nicht einfach nur eine neue Figur, indem er sie in das Marvel-Universum einführt und ihr Leben ab diesem Zeitpunkt beginnt zu erzählen, nein er stattet sie mit einer Vorgeschichte aus, die bereits mit den großen Helden verknüpft ist, und offenbart diese langsam, nach und nach, dem Leser. So schafft er es nicht nur, sie im Marvel-Universum zu vertiefen, sondern legt auch gleichzeitig noch Schicht für Schicht ihrer recht komplexen Persönlichkeit frei. Zu Beginn ist sie nur eine gebrochene Heldin, die raucht und säuft, vor Gewalt nicht zurückschreckt und auch verbal auszuteilen versteht. Aber ihre Probleme gehen tiefer und selbst nach den ersten 15 Heften ihrer in diesem Band erstmals auf deutsch abgedruckten Soloserie, weiß der Leser noch immer nicht alles über Jessica. Neben der starken persönlichen Komponente ist der weitere Hauptaspekt dieser Serie die Kriminalermittlung. Spuren verfolgen, beobachten und ermitteln. Manchmal ziemlich langwierig dargestellt und auch die Gespräche mit Klienten, Verdächtigen und anderen Beteiligten ziehen sich oftmals über mehrere Seiten, in denen sich lediglich die Texte signifikant verändern. Dennoch wird es niemals langweilig. Einige der Aufträge sind sogar sehr emotional, verlaufen nicht wie man es erwartet und pausieren sogar zwischenzeitlich einmal. Es gibt sogar einen Fall, der vollkommen anders verläuft, als alle anderen in diesem Band, was sich nicht nur durch den Verlauf an sich verdeutlich, sondern auch durch dessen Präsentation.Und somit wäre ich auch bereits bei den Zeichnungen. Auf den ersten Blick wäre Michael Gaydos unsauber wirkender Strich in meinen Augen nicht die erste Wahl gewesen. Viele dunkle Flächen, wenige Details, alles in allem recht minimalistisch und ohne die entsprechende Farbgebung von Matt Hollingsworth, der unter anderem auch für die Koloration an Matt Fractions und David Ajas Hawkeye verantwortlich ist, würde der Stil nicht wirklich wirken. Doch sehr schnell zeigt sich eben auch, dass gerade dieser Stil, alle notwendigen Elemente enthält, um die Handlung genau in den richtigen Momenten zu be- und entschleunigen und die Emotionen zu bestimmen. Gaydos Stil etabliert sich binnen kürzester Zeit zu einem festen Bestandteil der Geschichte und verschmilzt mit ihr zu einem außergewöhnlichen Gesamtwerk. Das Gaydos aber auch gänzlich anders kann, zeigt er bei der oben bereits erwähnten Geschichte. Denn statt der hier bereits angesprochenen starken Linien und großen Flächen nutzt Gaydos hierbei eine Maltechnik ähnlich Aquarell oder Gouache und zeigt somit seine Vielfältigkeit.Ebenfalls sehr vielfältig ist David Mack, der für sämtliche Cover der einzelnen US-Hefte verantwortlich ist und die Panini mitsamt einiger unveröffentlichter Covermotive hier als Extra beigefügt haben. Als weiteres Extra sind 5 Seiten mit Skizzen von Michael Gaydos enthalten, die nicht nur einen etwas besseren Einblick geben, sondern auch sehr gut aussehen.Nach vielen, vielen Jahren und vergeblichen Bitten der Fans, hatte Panini endlich ein Einsehen, woran Netflix mit seiner Serie Jessica Jones natürlich nicht ganz unschuldig war. Und es war eine goldrichtige Entscheidung. Mit diesem Ersten, von zwei Megabänden, kommen jetzt endlich auch die deutschen Leser in den Genuß einer der besten Serien aus der Anfangszeit des Marvel MAX Imprints, welches auch Brian Michael Bendis Erfolg mitbegründete, und dies nicht zu Unrecht. Auf über 350 Seiten sammeln sich die ersten 15 Hefte, die teilweise verschiedener nicht sein könnten und dennoch eine große Faszination ausüben. Selbst, oder vielleicht auch gerade, deshalb, weil es kein üblicher Superhelden-Mainstream-Comic ist. Ich für meinen Teil warte ungeduldig auf Band Zwei, der aktuell am 25. Oktober 2016 erscheinen soll, und kann für diesen ersten Band eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen, egal ob ihr bereits die Netflixserie gesehen habt, oder noch nicht.

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