Brian Moore

 3,6 Sterne bei 117 Bewertungen
Autor von Lies of Silence, Schwarzrock und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Brian Moore

† 10. Januar 1999 in Malibu, Kalifornien (USA) Pseudonym für seine frühen Thriller: Michael Bryan Brain wurde streng katholisch von seinem Vater, ein irischer Chirurgen und Nationalist, erzogen. Als Sanitäter diente er im Zweiten Weltkrieg und danach arbeitete er für das UN-Hilfswerk in Polen. Er begann Reportagen zu schreiben, 1948 verließ er Irland und wurde kanadischer Staatsbürger. Für die Zeitung "The Gazette" arbeitete er von 1948 bis 1952 und publizierte gleichzeitig Thrillers unter dem Pseudonym Michael Bryan. 1956 veröffentlichte er unter eigenem Namen den Roman "The Lonely Passion of Judith Hearne". Alfred Hitchcock beauftragte ihn mit dem Drehbuch zu Torn Curtain (1966) und so ließ er sich in Kalifornien nieder. An der University of California in L.A. lehrte er von 1976 bis 1989. Obwohl Moore manchen als Agnostiker galt, lässt sich seine Position zum Christentum, geprägt von irischen Zuständen, als kritischer Katholizismus betrachten, der sich der modernen Welt stellt.

Alle Bücher von Brian Moore

Cover des Buches Schwarzrock (ISBN: 9783257071450)

Schwarzrock

 (13)
Erschienen am 23.09.2020
Cover des Buches Hetzjagd (ISBN: 9783257608915)

Hetzjagd

 (13)
Erschienen am 10.10.2018
Cover des Buches Dillon (ISBN: 9783257225808)

Dillon

 (8)
Erschienen am 27.06.2018
Cover des Buches Die Farbe des Blutes (ISBN: 9783257608861)

Die Farbe des Blutes

 (9)
Erschienen am 10.10.2018
Cover des Buches Strandgeburtstag (ISBN: 9783257608908)

Strandgeburtstag

 (5)
Erschienen am 10.10.2018
Cover des Buches Die einsame Passion der Judith Hearne (ISBN: 9783257608854)

Die einsame Passion der Judith Hearne

 (4)
Erschienen am 10.10.2018
Cover des Buches Kalter Himmel (ISBN: 9783257608885)

Kalter Himmel

 (4)
Erschienen am 10.10.2018
Cover des Buches Die Frau des Zauberers (ISBN: 9783257608922)

Die Frau des Zauberers

 (4)
Erschienen am 10.10.2018

Neue Rezensionen zu Brian Moore

Cover des Buches Schwarzrock (ISBN: 9783257071450)PatriciaJanzens avatar

Rezension zu "Schwarzrock" von Brian Moore

"Fremd" bedeutet nicht "Falsch"
PatriciaJanzenvor 6 Monaten

Bald 40 Jahre ist es bereits her, dass „Schwarzrock“ im Original von Brian Moore veröffentlich wurde. Der Diogenes Verlag hat den Roman im letzten Jahr neu auflegen lassen, sodass ich erst jetzt auf die bereits verfilmte Geschichte des Jesuiten Père Laforgue und der Algonkin aufmerksam geworden bin.

Das Buch umfasst keine 300 Seiten, dennoch brauchte ich vergleichsweise lange, um es durchzulesen. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen empfand ich die Kapitel, welche mir eine Geschichte in angenehme (oder eben weniger angenehme) Abschnitte einteilen als unglaublich lang. Manche von ihnen hatten mehr als 40 Seiten. Weiterhin wurde ich – bis zum Ende des Buchs – nicht so richtig mit dem Erzählstil warm. Das Buch wird als eine „Abenteuergeschichte“ beworben, für eine solche kam mir jedoch der Stil ein bisschen zu sperrig und schwerfällig vor. Die Sprache war nicht immer ganz zeitgemäß, zweimal musste ich sogar ein Wort googlen, was mir normalerweise sehr selten passiert. Wir begleiten eine Menge verschiedener Charaktere, zwischen deren Wahrnehmungen wir schwanken. Ein bisschen was hatte dies von einer auktorialen Erzählweise, manchmal verwirrten mich jedoch das Tempo, in dem zwischen den Köpfen der Einzelnen hin und her gesprungen wurde. Weiterhin hatte ich teilweise Probleme mit der vulgären Sprache und den detaillierten Ausführungen brutalster Foltermethoden der indigenen Völker.

Trotz dieser Dinge, die mich gestört haben, hat mich das Buch in gewisser Weise in seinen Bann gezogen. Die Fragen, die über Moral, Kultur und der Existenz von Richtig oder Falsch aufgeworfen werden, sind auch heute noch aktuell und haben mich zum Weiterdenken angetrieben. Das Buch bietet eine gute Grundlage zum Weiterdiskutieren und -philosophieren, auch durch die teilweise polarisierenden Figuren, die Moore für sein Buch entwickelt hat. „Schwarzrock“ ist noch immer aktuell, auch wenn es uns eine Geschichte aus dem 17. Jahrhundert erzählt. Leser, die Interesse an indigener Kultur und Lebensweise haben, sind hier ebenso willkommen, wie Neulinge auf diesem Gebiet. Die Geschichte beruht – folgt man dem Klappentext – auf Augenzeugenberichten, was mich ab und zu doch sehr erschreckt und befremdet hat. Trotz aller Befremdung konnte ich zum Ende des Buches hin doch ein Verständnis entwickeln, dass ich ohne diese Lektüre in dieser Form wohl nicht gehabt hätte. Das hinzugefügte Nachwort rundet das Buch auf eine befriedigende Weise ab und hat mich bei letzten Unklarheiten gut an die Hand nehmen können.

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Cover des Buches Schwarzrock (ISBN: 9783257071450)Buecherschmauss avatar

Rezension zu "Schwarzrock" von Brian Moore

Durch wildes Land
Buecherschmausvor 10 Monaten

Bereits 1985 erschien „Schwarzrock“ des 1921 in Belfast geborenen, in Kanada und den USA lebenden und dort in Malibu 1999 verstorbenen Brian Moore im Original. Und 1987 auf Deutsch bereits im Diogenes Verlag. Von Moores zwanzig Romanen wurden fünf verfilmt und auch sonst gilt Moore als einer der erfolgreichsten Autoren im angloamerikanischen Raum. Hier in Deutschland ist er ein wenig in Vergessenheit geraten. Sein Stammverlag Diogenes führt nur noch drei seiner Titel als Printausgaben. Darunter nun diese Neuerscheinung, die wir nicht nur dem Gastlandauftritt Kanadas zu den Frankfurter Buchmessen, sondern auch dem bevorstehenden hundertsten Geburtstag Moores am 21. August 2021 zu verdanken haben.

Ein irischer Autor, ein kanadischer, ein US-amerikanischer – Brian Moore ließ sich da nicht so festlegen, der Handlungsort von Schwarzrock dagegen liegt eindeutig in Kanada. Aus dem dortigen Québec bricht im Jahr 1635 ein junger französischer Jesuitenpater, Paul Laforgue, zur gefährlichen Reise nach Westen auf. Aus Rouen stammend, hat Paul seit einiger Zeit Sprache und Sitten der indigenen Bevölkerung, vor allen der Stämme der Algonkin und Huronen studiert. Von seinen Oberen wird er nun ausgeschickt, auf der Missionsstation Ihonatiriam im Landesinneren nach dem Rechten zu sehen. Gerüchte über eine schwere Erkrankung des dort stationierten Jesuitenpater Fernand Jérome, und über Gewalt, ja gar Mord an den Gottesmännern beunruhigen sie.

Mit dem jungen Franzosen Daniel und einer Gruppe Algonkin-Indianer, die mit Musketen und anderen Waren für die Reisebegleitung bezahlt werden, bricht Laforgue in Booten über den Sankt-Lorenz-Strom flussaufwärts Richtung Ottawa- und Mattawa-Fluss auf. Die anstrengende Reise führt über große Stromschnellen und durch feindliches Irokesengebiet. Die Irokesen sind ein kriegerisches Volk, das nicht nur die bestialische Folter von Gegnern, sondern auch den Kannibalismus praktiziert. Mit auf der Reise sind neben einem indianischen Zauberer zahlreiche Frauen, Kinder und Hunde, da sich die Algonkin auf dem Weg in die Winterquartiere befinden. Denn noch eine weitere Hürde stellt sich der Gruppe in den Weg: der drohende eisige Winter.

Führer der Expedition sind die Häuptlinge Neehatin und Chomina, letzterer mit Frau und Kindern. Chominas Tochter Annuka wiederum hat eine Liebesbeziehung zu Daniel, die aber geheim gehalten werden muss.

Mit viel Spannung und Atmosphäre schildert Brian Moore die Reise des Schwarzrock Paul Laforgue, den Kampf gegen die raue Natur, gegen Kälte, Hunger und die Ungewissheit. Besonders eindrücklich ist der Zusammenprall zweier völlig unterschiedlicher Kulturen. Die tief der Natur verbundenen Algonkin, die ein völlig freizügiges, aber auch gänzlich mitleidloses Leben führen, die der Völlerei und sexuellen Freiheit, derbem Witz und derber Sprache anhängen, sich von Träumen leiten lassen, der großen Manitu, der großen Kraft, huldigen und teils sehr brutalen Bräuchen anhängen. Und die puritanischen, strengen bis asketischen „Schwarzröcke“, die einen „Wasserzauber“ (Taufe) betreiben und die Besitz über alles zu stellen scheinen. Ein sich Verstehen scheint unmöglich. Das wird besonders auch beim Jenseitsbegriff deutlich: die Jesuiten ertragen das Leiden im Leben in Hoffnung auf ein paradiesisches Jenseits; die Algonkin leben jetzt, das Jenseits ist für sie das Dunkel.

Jede der Gruppen hat für die andere nur eine moralische Überlegenheit übrig, die in Verachtung oder sogar Hass mündet. Für die Jesuiten zählen nur die von ihnen „erretteten“, das heißt getauften Seelen. Ansonsten sind die Indianer für sie nur „Wilde“. „Les sauvages“ – so bezeichneten die frommen Männer die First Nations in ihren Berichten nach Frankreich, die Brian Moore als Recherchematerial zu Schwarzrock dienten. Diesen Begriff benutzt auch Brian Moore durchgängig, in der Übersetzung von Otto Bayer sind das dann „die Wilden“. Nach dem ersten Unbehagen, das den heutigen Leser, die heutige Leserin bei einem solchen Begriff erfasst, ist das Stehenlassen dieses problematischen, kolonialistischen Begriffs durchaus stimmig.

Brian Moore hat einen prallen, einen teilweise erschreckend brutalen Abenteuerroman geschrieben, klassisch, schonungslos. Er ist präzise recherchiert, anschaulich und niemals Partei ergreifend. Und bei aller atemlosen Spannung, die der Text erzeugt, ging es dem Autor immer um die ganz großen moralischen Fragen, die ihn als Katholiken immer wieder in seinen Werken umtrieben. Für mich war Schwarzrock eine ganz große Entdeckung.

 

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Cover des Buches Schwarzrock (ISBN: 9783257071450)renees avatar

Rezension zu "Schwarzrock" von Brian Moore

Subarktisches Leben unter verständnisloser europäischer Betrachtung
reneevor einem Jahr

Eine spannende und interessante Zeitreise ist dieses Buch. Eine Begegnung zweier Kulturen in rauer Wildnis, Europa und Amerika kontaktieren sich im frühen 17. Jahrhundert, geschildert in einer der rauen Umgebung durchaus angepassten Sprache, die mich zwar etwas verwundert, aber warum auch nicht. Auch in unserer Welt herrscht manchmal ein rauer Ton, der nicht immer unbedingt ernst zu nehmen ist. Warum also soll das bei den Indianern nicht auch so gewesen sein? Noch dazu, wo sie in einer lebensfeindlichen Umwelt lebten, in der es allzu schnell zu Ende mit dem Leben gehen kann und Humor hier dringend nötig ist. Und dieses Ende/dieser drohende Tod nicht nur durch feindliche Menschen herbeigeführt werden konnte, Witterungsbedingungen und Dürren, die das jagdbare Wild dezimiert haben und schieres Unglück bei der Jagd werden genauso ihre Opfer gefordert haben. Ebenso wie Nachbarn auch Nahrungskonkurrenten waren und das in einer nicht allzu freigebigen Natur. Wie man ja in dem Buch auch unschwer erkennen kann, wenn man etwas weiterdenkt. Definitiv kein rosaroter Ponyhof! 

Das Miteinander der Kulturen ist gut eingefangen, zeigt die Ressentiments untereinander. aber auch ein Annähern. Zeigt zwei vollkommen unterschiedliche Lebenswelten, zeigt ihren gegenseitigen Aufprall, und in unserem heutigen Wissen, unserem heutigen Verständnis der Geschichte ist ja das Resultat für die Indigenen bekannt. 

Was ich mich frage ist, ob der Autor dies in der geschilderten Brutalität des Lebens der Indigenen schon beurteilt, dass heißt, ob er ihre schlussendliche Eroberung durch die Europäer begrüßt. Dies kommt nicht deutlich zum Ausdruck, aber irgendetwas schwimmt für mich hier mit. 

Dieses Buch zeigt das Vorgehen der Europäer, zeigt ihre harte Lebenswirklichkeit, aber man darf auch nicht vergessen, gerufen hat sie von den ursprünglichen Bewohnern keiner. Und diese lebten in den arktischen und subarktischen Gebieten unserer Erde in keinem Schlaraffenland. Das mag abschrecken, dieses Grauen in dieser Welt. aber es mag uns auch klar sein oder werden, in welcher Idylle wir eigentlich leben. Andere Bücher aus dieser Welt sind auch nicht gerade zimperlich, zeigen ein Leben von Menschen, das ich nicht hätte leben wollen, siehe "Zwei alte Frauen" oder "The Revenant". Aber in der vorrömischen Zeit, wird es da in Teilen von Europa anders gewesen sein? Auch da gab es schon Eroberungen und Kriege und Kämpfe um Nahrungsmittel und Tod und Grauen. Erst in der jetzigen Zeit geht es der westlichen Welt besser. Doch auf wessen Kosten? Auch das sollte jedem klar sein, der dieses Buch oder das geschilderte Leben in ihm beurteilt.

"Schwarzrock" ist ein spannendes und kontrovers zu sehendes Buch, welches mich vollkommen begeistern konnte. Interessant ist auch, dass der Film "Black Robe - Am Fluss der Irokesen" sich recht genau an dem Buch orientiert und wirklich sehr sehenswert ist, ebenso wie das Buch absolut lesenswert ist, da es Einblicke in verschwundene Welten bietet. Ich wünsche "Schwarzrock" viele Leser und finde es wunderbar, dass Diogenes dieses schon 1987 auf Deutsch erschienene Werk 2020 nochmals als Hardcover herausgebracht hat. 

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Zusätzliche Informationen

Brian Moore wurde am 25. August 1921 in Belfast (Irland) geboren.

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