Brianna J. Merrill Son of Eden

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Inhaltsangabe zu „Son of Eden“ von Brianna J. Merrill

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  • Rezension zu "Son of Eden: Tales of the Guardian" von Brianna J. Merrill

    Son of Eden
    serpent

    serpent

    21. April 2012 um 14:22

    *Inhalt* Sie scheint auf den ersten Blick alles zu haben: einen reichen und netten Vater, einen ehrgeizigen und gutaussehenden Verehrer und alle Freiheiten, die man sich nur wünschen kann. Aber der Tod ihrer Mutter macht Emily noch immer zu schaffen und sie verkriecht sich in einem Schutzkokon aus Jogginghosen und Nachmittagen in ihrem dunklen Zimmer. Erst, als sie bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung eine scheinbar wertlose, alte Geige ersteigert, ändert sich ihr Leben radikal. Denn als sie das Instrument in einem eher zwielichtigen Teil New Yorks zur Restauration bringen will, wird sie überfallen – und in letzter Sekunde von einem gutaussehenden Unbekannten gerettet. Und anstatt sich den Avancen des selbstbewussten Praktikanten ihres Vater hinzugeben, beginnt sie sich mit ihrem Retter zu treffen. Alexander scheint genau zu wissen, womit er ihr eine Freude machen kann und lässt keine Gelegenheit aus sie zu überraschen und sie aus ihrem Kokon zu locken. Doch als sie sich in ihn verliebt, möchte sie endlich mehr über ihn erfahren anstatt immer nur über sich zu reden und kommt hinter sein Geheimnis: er ist ihr Wächter, ihr Schutzengel. Noch überwältigt von der Erkenntnis, dass es auf dieser Welt mehr gibt, als man sehen kann, gerät sie mit ihrer Liebe zu dem Wächter in große Gefahr. Scheinbar haben es dunkle Wesen auf die beiden abgesehen und auch in den eigenen Reihen wird die Beziehung zwischen Menschenmädchen und Wächter nicht gerne gesehen… *Bewertung* Bücher über Engel oder engelsgleiche Wesen sind so eine Sache. Man findet sie mittlerweile massenhaft und überall. Brianna J. Merrill gibt ihren Engeln einfach den Namen „Wächter“ und versucht sich auch an diesem Genre. Für mich leider ohne Erfolg. Es hapert schon an den Charakteren. Da gibt es so viel auszusetzen, dass ich gar nicht so recht weiß, wo ich anfangen soll. Vielleicht bei der Protagonistin Emiliy. Sie bleibt einem das ganze Buch über merkwürdig fremd. Ihre Geschichte, ihre Charakterzüge und ihre ganze Beschreibung wirken leider stark konstruiert und nach (nicht besonders gut gewählten) Klischees gestrickt. Sie ist das reiche Mädchen aus New York, hübsch aber verunsichert. Sie muss den Verlust ihrer Mutter verarbeiten und trauert (jede Heldin braucht schließlich eine tragische Geschichte) und obwohl der gutaussehende, nette, zuvorkommende Praktikant ihres Vater scheinbar unsterblich in sie verliebt ist, lässt sie ihn abblitzen. Doch dann betritt Alexander die Bühne und Emily ist wie verändert. Sie kennt ihn kaum und verliebt sich dennoch in ihn. Es macht ihr auch kaum etwas aus, dass er sich mehr als mysteriös gibt und immer nur über sie sprechen will, anstatt etwas von sich zu erzählen. Zumindest bis zu dem Punkt, an dem er ihr gesteht ihr Wächter zu sein. Und ab da wird es richtig schmerzhaft. Denn Emily schwärmt das ganze Buch über ununterbrochen über ihn. Seine tollen Muskeln, seine schönen Gesichtszüge, seine faszinierenden Augen, wie klug und mutig und stark er doch ist, und wie er sie immer wieder überraschen kann. Was wirklich schlimm daran ist, ist die Tatsache, dass Alexander (laut Beschreibung im Buch) auch wirklich all das ist! Egal was er tut, er ist dabei übertrieben gut. Denn unter den Wächtern ist er nicht nur einer der Ältesten und Erfahrensten, sondern auch gleichzeitig noch eine Art Truppenführer. Er trainiert die anderen Wächter im Kampf und ist dabei unübertroffen geschmeidig, stark, schnell und auch noch geduldig, weise und anbetungswürdig. Er scheut sich nicht Emily einen ganzen Tag durch ein extra für ihn geöffnetes Museum zu führen und mit einer großen romantischen Geste nach der anderen aufzuwarten. Wenn er mit ihr spricht, ist er immer verständnis- und liebevoll. Ach ja, und er kann so wunderschön mit seinen muskulösen Händen Geige spielen, dass Emily anfängt zu weinen. Davon abgesehen vergöttert er sie natürlich aus (nicht wirklich logisch erklärbaren) Gründen und schwärmt ihr in langen Monologen schon mal über ihre Schönheit vor. Kurzum: wir haben einen Gary Stu und eine… ja, was eigentlich? Emily bleibt ein blasses, gequältes und verhuschtes Mauerblümchen ohne wirklichen Charakter. Als es wirklich brenzlig wird und das Liebespaar sich großer Gefahr gegenüber sieht, verfällt sie gerne in die Rolle des unterwürfigen Weibchens. Während ihr Adonis die Kriegspläne schmiedet und versucht einen Verteidigungsplan zu entwerfen, ist es einzig ihre Aufgabe genügend Schlaf zu bekommen und sich aus allem heraus zu halten. Der Wächter wird es schon richten. Und wen das noch nicht abgeschreckt hat, der wird zumindest an den Nebencharakteren seine „Freude“ haben. Da wäre zum einen Emilys Vater. Er ist der reiche Millionär, der seine Frau verloren hat und seine Tochter über alles liebt. Davon abgesehen ist er aber auch die verständnisvollste und weiseste Vaterfigur, die man sich nur vorstellen kann. Seine Auftritte bestehen eigentlich durchweg aus epischen Monologen, die an Güte und wohl auch übertriebenem ich-erkläre-dir-die-Welt Gerede kaum zu übertreffen sind. Ich habe mir fast beim Lesen eingebildet jedes Mal episch-dramatische Musik zu hören, wenn er wieder angefangen hat zu sprechen. Außerdem ist da Alexanders bester Freund (und praktisch Bruder) Xander (ist eigentlich nur mir aufgefallen, dass „Xander“ die Kurzform von „Alexander“ ist?). Dieser Wächter ist, laut Beschreibung, das genaue Gegenteil von Alexander. Allerdings sieht auch er unheimlich gut aus und kann auch noch unbeschreiblich gut kochen. Seine Rolle im Buch ist die des Witzboldes, doch leider ringt er einem nicht unbedingt mehr als ein müdes Lächeln ab. So viel zu den Charakteren. Kann wenigstens die Geschichte oder der Schreibstil alles wieder rausreißen? Auch hier muss ich verneinen. Die Erzählung selber geht zwischen der ganzen Schwärmerei von Emily und Alexander etwas unter und besticht nicht gerade durch atemberaubende Spannung. Auch das Konzept erscheint noch wenig ausgearbeitet und weiß nicht so recht zu begeistern da Brianna Merrill Altbekanntem einfach neue Namen aufgedrückt hat, um daraus ein Buch zu stricken. Zum Schreibstil möchte ich einfach nur auf eine meiner Lieblingsstellen hinweisen (ich habe mir leider, leider nicht die Seitenzahl notiert), in der sich die beiden Turteltauben unterhalten: „Oh, Alexander!“ „Oh, Emily!“ … „Oh, Alexander! […]“ Und mehr möchte ich auch gar nicht zu „Son of Eden“ sagen. Die Geschichte mag Verehrern von Kitsch und schnulzigen Romanzen zusagen, ist aber für Fans von Fantasy und interessanten Charakteren nicht empfehlenswert. Der zweite Band der Trilogie ist übrigens schon erhältlich („Daughter of Earth“), der letzte Teil erscheint dann noch dieses Jahr („Dawn of Destiny“ 26.09.2012).

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