Lost & Found

von Brigit Young 
5,0 Sterne bei2 Bewertungen
Lost & Found
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Ein wundervolles und ganz besonderes Buch! Eine tolle Mischung aus Ernst, Humor und Krimigeschichte!

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Inhaltsangabe zu "Lost & Found"

Seit sie bei einem Autounfall ein hinkendes Bein zurück behalten hat, versteckt sich Tillie Green lieber hinter ihrer Kamera. Durch die Linse nimmt sie viele Details wahr und ist dadurch eine Meisterin im Aufspüren verlorener Objekte. Bis die Suche nach dem Vater ihres Mitschülers Jake sie dazu zwingt, aus dem Schutz der Kamera herauszutreten. Aus der stillen Außenseiterin wird das Mitglied eines Detektivduos, das versucht, den Schlüssel zum Verschwinden von Jakes Vater zu finden. Als sich die Wahrheit als etwas entpuppt, was Jake nicht wahrhaben will, und durch ihre Fotos weitere Geheimnisse ans Licht kommen, muss Tillie sich entscheiden, was – und wer – ihr wirklich wichtig ist. Ein spannend geschriebener Roman über eine trotz Handicap starke Heldin, die ihre selbst gewählte Isolation verlässt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783957280916
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:Knesebeck
Erscheinungsdatum:16.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    CorniHolmess avatar
    CorniHolmesvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein wundervolles und ganz besonderes Buch! Eine tolle Mischung aus Ernst, Humor und Krimigeschichte!
    Die Geschichte einer ganz besonderen Heldin

    Bei „Lost & Found“ konnten mich der Klappentext und das Cover auf Anhieb überzeugen. Da wusste ich einfach sofort, dass dies ein Buch ganz nach meinen Geschmack ist. Es wanderte daher sogleich auf meine Wunschliste für den August.


    Tillie Greens beste Freunde sind ihre Kameras. Seit die 12-jährige einen schlimmen Autounfall hatte und seitdem nur noch hinkend laufen kann, ist sie eine Außenseiterin und versteckt sich hinter den Linsen ihrer Kameras. Tillie liebt das Fotografieren und knipst überall Bilder, ganz egal wo. Durch ihre Fotos, die eine Menge Details einfangen, ist Tillie eine exzellente Beobachterin und Meisterin im Aufspüren geworden. In der Schule wird sie gerne das „Fundbüro“ genannt, da sie so gut wie alle verlorenen gegangenen Dinge ihrer Mitschüler mithilfe ihrer Fotos wiederfinden kann. Ständig wird sie um Hilfe gebeten, so auch eines Tages von Jake. Dieser jedoch fragt sie bei einer recht ungewöhnlichen Angelegenheit um Rat: Er ist auf der Suche nach seinem Vater, der spurlos verschwunden ist. Die beiden Kinder beginnen gemeinsam der Sache auf den Grund zu gehen. Sehr schnell stellen sie fest, dass der Fall „Jakes Vater finden“ äußerst mysteriös und rätselhaft ist. Eine aufregende Spurensuche beginnt, bei der ein blauer Chevrolet, ein Großraumbüromann und ein Bowling-Center eine Rolle spielen werden. Und natürlich Tillies Fotos. Dank dieser entschlüsselt sie schließlich das Rätsel, traut sich aber nicht, Jake davon zu erzählen, da sie weiß, dass diesem die Wahrheit nicht gefallen wird. Es soll allerdings nicht lange dauern, bis Jake doch noch herausfinden soll, was mit seinem Vater geschehen ist...


    Meine Erwartungen wurden hier bei weitem übertroffen. Mir hat das Buch richtig gut gefallen, ganz besonders die Mischung aus Ernst, Humor und Krimigeschichte konnte mich hellauf begeistern.


    Wie der Klappentext schon verrät, behandelt das Buch ernste Themen wie das Anderssein, Mobbing und Ausgrenzung. Und auch um das Verlieren und das Wiederfinden geht es in der Geschichte, da ist der Titel wirklich sehr passend gewählt worden. Es werden hier jedoch nicht nur verlorenen gegangene Gegenstände wiedergefunden – es geht auch um den Verlust von Menschen und deren Zurückgewinnen. Das Buch ist wirklich sehr viel tiefgründiger als ich erwartet habe. Es steckt eine Menge zwischen den Zeilen, ich kann „Lost & Found“ daher auch Erwachsenen sehr ans Herz legen.


    Erzählt wird das Ganze aus der Sicht von Tillie in der dritten Person. Tillie ist ein ganz besonderer Charakter, mir kam sie für ihre 12 Jahre sehr reif und erwachsen vor. Sie beobachtet ihre Mitmenschen ganz genau und macht sich über vieles ihre Gedanken. Tillie hat keine Freunde, sie ist eine Einzelgängerin, was vermutlich auch dazu beiträgt, dass sie einem vom Verhalten her oft älter als 12 Jahre vorkommt.

    Zum Außenseiter wurde sie aufgrund ihrer Verletzung. Tillie hatte vor einigen Jahren einen schlimmen Autounfall, bei dem sie sich ihre Wirbelsäule so schwer verletzt hat, dass sie heute nur noch hinkend gehen kann und immerzu mit Schmerzen zu kämpfen hat.

    Mir tat Tillie deswegen schrecklich leid. Nicht nur aufgrund der Schmerzen, gegen die sie regelmäßig Medikamente einnehmen muss – vor allem wie sich ihr Handicap auf ihr Sozialleben auswirkt, macht einen als Leser richtig traurig.

    Tillie hat aufgrund ihre Hinkens einen merkwürdigen Gang, weswegen sie überall, wo sie auftaucht, schief angeguckt wird. Und wie das eben leider oft der Fall ist: Menschen, die anders sind, werden meist ausgegrenzt und gemobbt. Tillie hat Zuflucht in ihren Kameras gesucht, die ihr Halt geben und hinter denen sie sich verstecken kann. Durch sie hat sie gelernt, Menschen und Dinge genau zu beobachten und den Blick fürs Detail zu entwickeln.

    Mir hat Tillies Denken unglaublich gut gefallen. Mit ihr ist der Autorin wirklich eine außergewöhnliche Protagonistin gelungen.


    Ein ebenfalls toller Charakter ist Jake. Er ist witzig, aufgeweckt und ein richtig lieber Kerl. Als Leser muss man ihn einfach sofort ins Herz schließen. Meines jedenfalls hat er im Sturm erobert.


    Jake ist auf der Suche nach seinem Vater, der spurlos verschwunden ist. Seine Mutter behauptet zwar, dass er sich auf Geschäftsreise befindet, weicht weiteren Nachfragen aber sehr verdächtig aus. Da stimmt etwas ganz gewaltig nicht, da ist sich nicht nur Jake absolut sicher, auch als Leser spürt man sofort, dass hinter dem Verschwinden von Jakes Vater etwas anderes stecken muss. Nur was?


    Es ist einiges an Überredenskunst vonnöten, aber schließlich willigt Tillie ein, Jake zu helfen. Die beiden betätigen sich fortan als Detektive und suchen nach Hinweisen, die ihnen bei der Suche nach Jakes Vater weiterhelfen können.


    Ich fand es richtig spannend mitzuverfolgen, wie die beiden Kinder sich auf Spurensuche begeben und auf lauter Hinweise stoßen, die, anstatt Licht ins Dunkel zu bringen, alles nur noch rätselhafter machen. Tillie knackt den Fall schließlich mithilfe ihrer Bilder. Als Leser konnte man sich zum Ende des Buches irgendwann denken, worauf es hinauslaufen wird. Wie die Auflösung lautet, verrate ich hier natürlich nicht, nur so viel: Das Buch gewinnt so nur noch mehr an Tiefe und macht deutlich, dass Kinder oft mehr mitbekommen, als Erwachsene meist denken. Auf eine sehr kindgerechte Weise wurde hier ein sehr schwieriges Thema beschrieben, welches sowohl junge als auch ältere Leser zum Nachdenken anregen wird.


    Aber keine Sorge, neben dem Ernst kommt natürlich auch der Humor nicht zu kurz. Besonders Jake mit seiner schrägen und flippigen Art lockert die Geschichte herrlich auf und zaubert uns Lesern immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Mit ihm gelingt es Tillie auch endlich, aus ihrer Isolation hervorzukommen und die Welt nicht immer nur durch ihre Kameralinse wahrzunehmen.


    Fazit: Ein wundervolles und ganz besonderes Buch. „Lost & Found“ erzählt eine einfühlsame, spannende und zum Nachdenken anregende Geschichte über das Anderssein, Ausgrenzung, Freundschaft, Verlust und das Zurückgewinnen vom Verlorenengegangenen. Mir hat diese außergewöhnliche Mischung aus Ernst, Humor und Krimigeschichte richtig gut gefallen und auch die Ausarbeitung der Charaktere ist der Autorin erstklassig gelungen. Dank des tollen Schreibstils, der packenden Handlung und der angenehm kurzen Kapitel bin ich hier nur so durch die Seiten geflogen. Die Geschichte mag kurzweilig sein, sie vermittelt aber eine Menge und ist absolut lesenswert. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen und vergebe volle 5 von 5 Sternen!

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    R_Mantheys avatar
    R_Mantheyvor 2 Monaten
    Väter verloren und zurückgewonnen, zu sich selbst gefunden

    Vielleicht lässt sich der Originaltitel dieses tiefgehenden, aber keinesfalls schwierigen Buches nicht ganz so einfach übersetzen, und vielleicht klingt der deutsche Titel nicht besonders originell, zumal er auch noch übermäßig häufig bei den verschiedensten Werken benutzt wird, aber er erfasst den Inhalt sehr gut, wenn man das Buch bereits kennt. Vorher kommt man durch ihn allerdings auch schnell auf eine falsche Vermutung über seinen Inhalt. 

    Es geht tatsächlich um Verluste und um ein Zurückgewinnen. Vordergründig von Sachen, aber in Wirklichkeit von Menschen. Tillie Greens Vater macht sich bittere Vorwürfe. Er hat einen Autounfall verursacht, in dessen Folge seine Tochter ständige Schmerzen hat und nicht mehr richtig laufen kann. Seitdem leidet auch Tillie unter seiner Selbstgeißelung, mehr jedoch noch an ihrer scheinbaren Außenseiterrolle. Sie versteckt sich hinter ihrer Kamera, mit der sie ständig alles Mögliche fotografiert, wozu sie sogar innerhalb der Schule eine Sondererlaubnis erteilt bekam. Ihre Fotos sind oft ungewöhnlich gut, weil sie eine hervorragende Beobachterin ist. Und manchmal findet jemand Verlorenes wieder, weil Tillie anhand ihrer Bilder ausmachen kann, wann er einen Gegenstand noch bei sich hatte und wann nicht mehr. 

    Jake nennt Tillie deshalb einfach „Fundbüro“. Er hat auch etwas verloren. Seit Tagen ist sein Vater verschwunden, was recht ungewöhnlich für ihn ist. Zwischen den Erklärungen seiner herumdrucksenden Mutter und von Jake herausgefundenen Tatbeständen bestehen offensichtliche Widersprüche. Und so kommt er in seiner Verzweiflung auf die Idee, Tillie zu bitten, ihm detektivisch bei der Suche nach seinem verschollenen Vater zu helfen. Was Tillie dabei schließlich herausfindet, kann Jake nicht gefallen. Deshalb verschweigt sie es zunächst. Doch wie immer lässt sich die Wahrheit nicht sehr lange unterdrücken. 

    Und die Wahrheit dieses Buches ist, dass es kindgerecht schwierige Situationen beschreibt, in die Heranwachsende unverhofft und unverschuldet gelangen können, weil ihre Eltern untereinander oder mit sich nicht klarkommen. Oder weil plötzliche Ereignisse sie aus der Bahn werfen. Man findet nicht oft Jugendbücher, die ohne pädagogischen Nachschlag und ohne etwas zu beschönigen das Leben so schildern, wie es sich manchmal verwickeln kann und sich dann nach Entwirrung sehnt. Dies ist so ein Buch. Es lässt dabei keine Schwere zurück, sondern erzählt die Geschichte leicht und mit einem gewissen Witz. Mir hat es außerordentlich gut gefallen. 

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