Brigitte Bühler

 3.8 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Tod in Bayreuth.

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Tod in Bayreuth

Tod in Bayreuth

 (5)
Erschienen am 22.02.2011

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Rezension zu "Tod in Bayreuth" von Brigitte Bühler

Rezension zu "Tod in Bayreuth" von Brigitte Bühler
claudia_seidelvor 6 Jahren

Den Regionalkrimi "Tod in Bayreuth" habe ich gelesen, weil ich selbst aus Oberfranken komme und seit einiger Zeit nun in dieser Stadt lebe, die hauptsächlich durch Wagner und den damit verbundenen Politiker-, Promi- und Wagnerianeransturm im Sommer bekannt ist. Und so spielt der berühmte und zugleich umstrittene Komponist auch in diesem Kriminalfall eine gewisse Rolle, aber dazu später mehr.
Brigitte Bühler, die Autorin des Buches, die seit 2005 in den USA lebt, hat ihre Bayreuth-Kenntnisse während ihrer Tätigkeit an der Bayreuther Hochschule gewonnen. Der fränkische Dialekt kommt in dem Krimi so aber kaum zum Zug, da auch die beiden Ermittelnden, der Kommissar Georg Vandendaele und die Journalistin der Bayreuther Tageszeitung Emma Schiller, die zuvor selbst Polizistin war, beide erst vor nicht allzu langer Zeit aus München nach Oberfranken gekommen sind. Echte Franken finden sich so nur in den Nebenrollen.
Der Krimi beginnt mit einer Reihe von Explosionen oder versuchten Anschlägen, die mit dem Felsentheater Sanspareil im Umland von Bayreuth, der Eremitage, dem neuen Schloss und dem Festspielhaus, jeweils wichtige historische und kulturelle Stätten treffen. In der Eremitage findet zudem gerade ein Empfang des Oberbürgermeisters statt und es gibt dabei mindestens einen Toten und einige Schwerverletzte. Verantwortlicher Ermittler in Bayreuth ist Georg Vandendaele, der sich nach privaten Problemen in die Festspielstadt versetzen lassen hat, Unterstützung bei den Ermittlungen erhält er durch seine ehemalige Münchener Kollegin Emma Schiller, die aus journalistischem Interesse und weil ein liebgewonnener Journalistenkollege schwer verletzt wurde, eigene Recherchen anstellt. Gleichzeitig ermittelt aber auch das LKA in Bayreuth, da unklar ist, ob ein terroristischer Hintergrund vorliegt. Und wie üblich kommt es zu Rangeleien zwischen den örtlichen Kriminalern und dem LKA. Emma Schiller stößt aber im Gegensatz zum LKA bald auf eine wichtige Gemeinsamkeit zwischen allen Anschlägen. Immer finden sich Noten am Tatort, die sie mit Hilfe einer Musikwissenschaftlerin der Bayreuther Uni, als Leitmotive aus Werken Wagners identifiziert. Nun müssen sie der Aussage hinter diesen Fragmenten auf die Spur kommen.
Als Leser, der sich, wie ich, bisher wenig für Wagner interessiert hat, erfährt man auf diese Weise einiges über sein Werk und auch manche Stationen seines Lebens. Da sich auch die Polizisten eher wenig mit dieser Art Musik auskennen, sind für die Lektüre keine Vorkenntnisse nötig, sondern man erhält durch die Musikwissenschaftler eine grundlegende Einführung. Das fand ich ganz interessant. Auch über manche historische Stätten, wie das Felsentheater in Sanspareil habe ich Dinge erfahren, die mir bis jetzt noch nicht bekannt waren. Von daher war es in dieser Hinsicht wirklich eine lohnenswerte und aufschlussreiche Lektüre. Auch verschiedenste Orte, Lokale und Gebäude in und um Bayreuth spielen häufig eine Rolle, sodass man definitiv vieles wiedererkennen kann und der lokale Bezug gegeben ist.
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich am Ende das Gefühl hatte, dass von den vielen verschiedenen Handlungssträngen nicht alle zu meiner vollen Zufriedenheit aufgelöst wurden. Manche privaten Hintergründe spielten nur am Anfang eine Rolle, wurden aber nie mehr aufgegriffen und auch die Herkunft des Sprengstoffs blieb beispielsweise ungeklärt.
Insgesamt kann ich den Krimi aber auf jeden Fall weiterempfehlen, da die Spannung bis zum Schluss erhalten blieb und man zusätzlich zum Kriminalfall auch viele interessante Informationen drumherum erhält. Besonders gut eignet sich das Buch natürlich für Menschen, die Bayreuth kennen oder diejenigen, die eine Reise dorthin planen.

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