Brigitte Beil

 3.5 Sterne bei 30 Bewertungen
Autor von Ein Brief aus England, Eiswinter und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Brigitte Beil

Ein Brief aus England

Ein Brief aus England

 (10)
Erschienen am 09.04.2013
Eiswinter

Eiswinter

 (9)
Erschienen am 09.11.2011
So friedlich, das Meer

So friedlich, das Meer

 (6)
Erschienen am 14.04.2015
Das Ende der Regenzeit

Das Ende der Regenzeit

 (4)
Erschienen am 14.03.2006
Gutes Kind, böses Kind

Gutes Kind, böses Kind

 (1)
Erschienen am 01.12.1998

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Rezension zu "So friedlich, das Meer" von Brigitte Beil

So friedlich, das Meer
Maerchenbuchvor 3 Jahren

Als die junge Italienerin Camilla, ihren ersten Job in einer namhaften Werbeagentur in Vicenza antritt, dauert es nicht lange, bis ihr Chef Paolo, auf die junge Frau aufmerksam wird. Unversehens stürzt sich Camilla in eine leidenschaftliche Liaison mit dem verheirateten Mann und genießt die heimlichen Treffen auf versteckten Weingütern und in abgelegenen italienischen Gasthöfen. Im Familien- und Freundeskreis bleibt die Affäre nicht lange geheim und ihre Kollegen raten der jungen Frau, das Verhältnis locker zu nehmen, denn eine solche Romanze, ist keine Seltenheit in Italien. Ein Ende der Liebschaft ist absehbar und so geschieht es tatsächlich, dass Macho Paolo, die Mittzwanzigerin sehr schnell wieder abserviert.

Die junge Frau ist enttäuscht und verletzt, aber überwindet die Kränkung und geht ihren Weg. Jahre später, Camilla ist mittlerweile Ehefrau und Mutter, holt sie die damalige Affäre plötzlich wieder ein, als sie in der Stadt auf Paolo trifft. Diese Begegnung droht ihr Leben und ihre Familie zu zerstören, denn auf einmal hegt Camilla den Verdacht, dass ihr Ehemann Gianni, dasselbe treulose Spiel treibt wie einst Paolo.

Camilla gerät in ein regelrechtes Gefühlschaos und einen Strudel aus Eifersucht und haltlosen Verdächtigungen. Mit ihrem Misstrauen und der ständigen Kontrolle, zerstört sie schließlich ihre Ehe und schlägt ihren Mann Gianni in die Flucht. Aber auch sie selbst flieht aus dem Wirrwarr ihrer kaputten Beziehung und verlässt Italien, in der Hoffnung auf einen Neuanfang.

Im ersten Teil der Geschichte, beschreibt die Autorin Brigitte Beil, das Kennenlernen zwischen Camilla und Paolo und wir begleiten die junge Frau während ihrer leidenschaftlichen Affäre mit dem deutlich älteren Mann. Obwohl die Italienerin zunächst sehr naiv und blauäugig dargestellt wird, ist sie mir schnell ans Herz gewachsen und wenngleich ich von Paolos Selbstherrlichkeit sehr genervt war, konnte ich Camilla verstehen und ihre Unbedarftheit nachvollziehen. Gespannt habe ich die Beziehung verfolgt und war neugierig auf die weiteren Ereignisse.

Als die Geschichte eine Wendung nimmt, die Liaison in die Brüche geht und Camilla fünf Jahre später, Ehefrau und Mutter ist, musste ich leider feststellen, dass mir die Protagonistin zunehmend unsympathischer wurde. Die Autorin schafft es zwar gekonnt, Camillas Seelenleben darzustellen und mit detailreicher Beobachtungsgabe, beschreibt sie die Ängste der Frau, jedoch konnte ich Camillas Handlungen einfach nicht verstehen. Mehrmals wollte ich sie kräftig wachrütteln und zur Vernunft bringen. Ihre Lebenslust wandelte sich in Verbitterung und mir war nicht klar, warum die einstige Affäre, eine derartige Traumatisierung auslösen konnte.

Das Ende der Geschichte war zunächst vorhersehbar, für meinen Geschmack zu kitschig und langweilig, jedoch hat mich vor allem die allerletzte Seite des Romans, noch mal so richtig überraschen können und sprachlos zurückgelassen.

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justitias avatar

Rezension zu "So friedlich, das Meer" von Brigitte Beil

Eine verhängnisvolle Affäre...
justitiavor 3 Jahren


Gierig sucht der Eifersüchtige nach dem, was er zu finden fürchtet.

Otto Weiss, (1849 - 1915), deutscher Aphoristiker und Schriftsteller
Quelle : An Stefan Zweig, am 4. Oktober 1923

[Klappentext] »Immer schön locker bleiben«, empfiehlt Ilaria Costa ihrer Tochter, als sie erfährt, dass Camilla eine Affäre mit einem verheirateten Mann hat. In Italien eine alltägliche Sache. Obwohl Camilla eigentlich nicht in die Rolle der Gespielin auf Zeit passt, lässt sie sich, kaum dass sie ihren Job bei einer renommierten Vicentiner Werbeagentur angetreten hat, auf eine prickelnde Liaison mit ihrem Chef ein. Ein Rausch, der jäh endet, als dieser sie schnöde abhalftert. Camilla kennt die Spielregeln, verwindet die massive Kränkung – vermeintlich. Jahre später, sie ist längst glücklich verheiratet, holt die Geschichte sie wieder ein. Und urplötzlich springt sie der Verdacht an, Gianni, ihr geliebter Mann, könnte das übliche Spiel ebenfalls betreiben …

(© Text- & Bildmaterial: btb Verlag) 

[sk] Brigitte Beil widmet sich in ihrem Buch „So friedlich, das Meer“ auf charmante, federleichte, manchmal aber auch eher tiefsinnige Art und Weise dem Thema Eifersucht. Dabei nimmt sie den Leser mit in Camillas Welt, die Jahre später von einer schweren und nie ganz überwundenen seelischen Verletzung am Ende einer heißen Affäre mit einem Macho, wie er im Buche steht, wieder eingeholt wird und mit ihrer dadurch entfachten Eifersucht ihr späteres (Ehe)Leben ganz schwer ins Wanken bringt.

Eingeteilt ist das Buch in zwei große Abschnitte – zunächst erzählt die Autorin im ersten Teil von der jungen Camilla und der brisanten Affäre mit einem verheirateten Mann. Im zweiten Teil des Romans erfährt der Leser, wie tief diese Liebschaft Camilla geprägt hat und wie sie nun von ihrer Eifersucht auf ihren Mann geprägt wird und dadurch nahezu ihre Ehe zerstört.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich wunderbar leicht und flüssig lesen, sodass die Seiten nur so dahinfliegen und man völlig in der Geschichte versinken kann. Schade war dabei, dass die Autorin zeitweise Fremdwörter verwendete, deren Bedeutung mir teilweise nicht gleich bekannt war und dadurch mein Lesefluss zeitweise gestört wurde. Die Wörter passten nicht zu ihrem sonst so locker leichten und linearen Schreibstil und ebenso wenig zum Inhalt der Geschichte.

Besonderes Augenmerk legt die Autorin in ihrer Geschichte auf die Charaktere, besonders dabei auf die Protagonistin Camilla. Mit sehr viel Liebe zum Detail und dadurch auch sehr authentisch geht sie auf die Seelen- und Gefühlswelt von Camilla ein. Hierdurch konnte ich mich sehr gut in Camillas Situation hineinversetzen, was nicht bedeutet, dass ich ihr Handeln und Denken stets nachvollziehen konnte. Nein, ich erwischte mich häufiger dabei, dass ich Camilla gern wachgerüttelt hätte bzw. beim Lesen nur sehr ungläubig mit dem Kopfschütteln konnte. Die Geschichte von Camilla wird aus der Erzählperspektive dargestellt. Ein Perspektivenwechsel in die Ich-Perspektive hätte mir hier wahrscheinlich wesentlich besser gefallen und hätte Camillas Situation und ihre innere Zerrissenheit für mich noch viel authentischer wirken lassen. Ich wäre so noch näher an der Geschichte dran gewesen. Interessiert hätte mich zudem auch die Gefühlswelt ihres Ehemannes Gianni. Hier hätte die Autorin in meinen Augen durchaus noch präziser werden können. Für mich ging dies in der gesamten Geschichte sehr unter.

Sehr gut gefallen hat mir, wie die Autorin, den Lokalkolorit Italiens und das Flair des Landes in die Geschichte einwebt , ohne dass es aufgesetzt und gekünstelt klingt. Es wirkt alles in sich stimmig und auch die typischen Gepflogenheiten des Landes werden dem Leser auf leicht und humorvolle Weise näher gebracht. Teilweise hatte ich sogar das Gefühl, ich säße mit der Familie an einem Tisch. Italien war für mich immer schon ein Land mit einem ganz besonderen Reiz. Durch den Roman ist meine Neugier darauf, dieses italienische Flair einmal hautnah zu erleben, noch mehr angewachsen. Es war wie eine kleine Reise in den warmen Süden Italiens – wunderbar!

Bei dem Ende des Romans bin ich allerdings sehr zwiegespalten. Die Autorin lässt den Leser in einem wahren Strudel aus Gedanken und Gefühlen zurück, da sie im Finale noch einmal richtig das Kopfkino des Lesers auf Hochtouren bringt. Eigentlich mag ich solche offenen Enden mit Knallern am Ende so gar nicht, außer das Buch ist Teil einer Reihe. Doch dies ist hier nicht der Fall und so war ich im ersten Moment sehr enttäuscht und ich dachte zuerst: „Wie? Das war's jetzt?? Das kann doch nicht sein...“ Andererseits bewirkte dies bei mir auch, dass ich mich nach dem Lesen noch gedanklich noch eine ganze Weile mit dem Buch beschäftigt habe – ich hatte dunkle Vorahnungen, zahlreiche Befürchtungen und jede Menge Hirngespinste.

[Persönliches Fazit] „So friedlich, das Meer“ ist ein locker leichter und sehr humorvoller Roman über eine Frau, die eine tiefe seelische Verletzung nie ganz überwunden hat und Jahre später von diesen Gefühlen wieder eingeholt, überrollt und ihr (Ehe)Leben dadurch nahezu vollkommen zerstört wird. Garniert wird dies mit einem wunderbaren, zum Träumen einladenden Lokalkolorit Italiens. Insgesamt ist dieser Roman trotz seiner Schwächen unterhaltsam geschrieben und für jeden geeignet, der gern mal dem tristen Alltag entfliehen und ins italienische Flair abtauchen will!

© Rezension: 2016, Sunny liest

 

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Klusis avatar

Rezension zu "So friedlich, das Meer" von Brigitte Beil

Italienische "Verhältnisse"
Klusivor 3 Jahren

Als die spröde Camilla eine Affäre mit Paolo, ihrem verheirateten Chef, beginnt, erhält sie im Freundes- und Familienkreis die unterschiedlichsten Ratschläge. Einer davon ist: „Sei locker, bleib geschmeidig“. Dass es mit einem Macho wie Paolo nicht lange gut geht, geschweige denn eine Zukunft hat, ist absehbar, und so kommt es, wie es kommen muss, der Mann serviert Camilla eiskalt ab.

Jahre später, als Camilla bereits glücklich verheiratet und Mutter zweier süßer Kinder ist, scheint die Vergangenheit vergessen, aber als sie Paolo unerwartet wiedersieht, kommt alles wieder hoch, die Kränkungen, die Enttäuschung und die Wut.
Camilla macht den Fehler, alle Männer über einen Kamm zu scheren, und so beginnt sie, ihrem eigenen Mann zu misstrauen und ihm die gleichen miesen Charaktereigenschaften zu unterstellen wie Paolo. Ihr ständiges Misstrauen, ihre eifersüchtigen Szenen, ihre dauernde Beobachtung, das alles schlägt ihren Mann Gianni (übrigens eine Seele von Mensch!) in die Flucht. Camilla fühlt sich haltlos, entwurzelt, und sie tut das einzige, was ihr in dieser Situation richtig erscheint, sie flieht vor dem Durcheinander, das sie in ihrer Ehe angerichtet hat und verlässt Vicenza. In München, weit weg von zuhause, möchte sie vergessen und sich ein neues Leben aufbauen.

Bei diesem neuen Roman von Brigitte Beil bin ich sehr zwiegespalten. Der Schreibstil ist wie gewohnt toll; die Autorin sieht genau hin und beschreibt die Charaktere im Roman sehr detailliert. Das italienische Flair, das sie in ihrer Erzählung vermittelt, ist in leuchtenden Farben ausgemalt und gut vorstellbar. Auch Camillas Seelenleben wird genauestens unter die Lupe genommen. Allerdings hätte ich die Protagonistin in mehreren Situationen gerne gepackt und einmal kräftig geschüttelt, denn was sie ihrem Ehemann unterstellt, ist schon sehr heftig. Ihre Eifersucht und die damit verbundenen Wahnvorstellungen waren für mich nicht nachvollziehbar, obwohl ich natürlich weiß, dass es solche Fälle durchaus gibt, wo sich die Abgründe der menschlichen Seele auftun und jegliche Vernunft im Keim ersticken. Was sich Camilla damit selbst und ihrer Familie antut, ist unbeschreiblich. Ich konnte mich nicht in sie hinein versetzen, denn ihre geliebten beiden kleinen Kinder für mehrere Monate einfach so bei den Großeltern in Italien zurück zu lassen und ins Ausland zu verschwinden, das war für mich nicht ganz glaubwürdig.

Die Handlung ist ungefähr so eingeteilt, dass es in der ersten Hälfte des Buches um Camillas Affäre mit Paolo geht. Dieser Teil hat sich für mich recht zäh in die Länge gezogen, und ich musste all meine Konzentration aufbieten, um weiter zu lesen. Camillas Erlebnisse in ihrer Ehe und wie es dazu kam, ihrem Mann dermaßen zu misstrauen, das ist dann schon etwas kompakter und kurzweiliger dargestellt, und so manche Szene, mit viel Humor beschrieben, hat mich mit den ersten hundertfünfzig Seiten wieder versöhnt.

Wie die Sache ausgeht, war einerseits schon länger absehbar, aber es gab dann doch noch eine große Überraschung, die etwas makaber anmutet, aber hier ergeht sich die Autorin lediglich in vagen Andeutungen, mit denen ich allerdings nicht so ganz glücklich bin.
Ich möchte das Ende so beschreiben: Man weiß nichts, ahnt viel und befürchtet alles.

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