Brigitte Beil So friedlich, das Meer

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Inhaltsangabe zu „So friedlich, das Meer“ von Brigitte Beil

»Immer schön locker bleiben«, empfiehlt Ilaria Costa ihrer Tochter, als sie erfährt, dass Camilla eine Affäre mit einem verheirateten Mann hat. In Italien eine alltägliche Sache. Obwohl Camilla eigentlich nicht in die Rolle der Gespielin auf Zeit passt, lässt sie sich, kaum dass sie ihren Job bei einer renommierten Vicentiner Werbeagentur angetreten hat, auf eine prickelnde Liaison mit ihrem Chef ein. Ein Rausch, der jäh endet, als dieser sie schnöde abhalftert. Camilla kennt die Spielregeln, verwindet die massive Kränkung – vermeintlich. Jahre später, sie ist längst glücklich verheiratet, holt die Geschichte sie wieder ein. Und urplötzlich springt sie der Verdacht an, Gianni, ihr geliebter Mann, könnte das übliche Spiel ebenfalls betreiben …

Unterhaltsamer Roman mit einigen Schwächen aber jeder Menge italienischen Flair!

— justitia
justitia

Ein Roman, der mich zwiespältig zurück lässt, in dem es um Eifersucht geht und darum, was sie alles anrichten und kaputt machen kann.

— Klusi
Klusi

Unterhaltsame Frauengeschichte mit italienischem Temperament und Beziehungsdilemma!

— sommerlese
sommerlese

Fazit: Eine junge Frau geht ihren Weg, der selbstverschuldet ziemlich steinig wird …. unterhaltsam mit viel italienischen Flair erzählt.

— Bellexr
Bellexr

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  • So friedlich, das Meer

    So friedlich, das Meer
    Maerchenbuch

    Maerchenbuch

    01. June 2016 um 09:26

    Als die junge Italienerin Camilla, ihren ersten Job in einer namhaften Werbeagentur in Vicenza antritt, dauert es nicht lange, bis ihr Chef Paolo, auf die junge Frau aufmerksam wird. Unversehens stürzt sich Camilla in eine leidenschaftliche Liaison mit dem verheirateten Mann und genießt die heimlichen Treffen auf versteckten Weingütern und in abgelegenen italienischen Gasthöfen. Im Familien- und Freundeskreis bleibt die Affäre nicht lange geheim und ihre Kollegen raten der jungen Frau, das Verhältnis locker zu nehmen, denn eine solche Romanze, ist keine Seltenheit in Italien. Ein Ende der Liebschaft ist absehbar und so geschieht es tatsächlich, dass Macho Paolo, die Mittzwanzigerin sehr schnell wieder abserviert. Die junge Frau ist enttäuscht und verletzt, aber überwindet die Kränkung und geht ihren Weg. Jahre später, Camilla ist mittlerweile Ehefrau und Mutter, holt sie die damalige Affäre plötzlich wieder ein, als sie in der Stadt auf Paolo trifft. Diese Begegnung droht ihr Leben und ihre Familie zu zerstören, denn auf einmal hegt Camilla den Verdacht, dass ihr Ehemann Gianni, dasselbe treulose Spiel treibt wie einst Paolo. Camilla gerät in ein regelrechtes Gefühlschaos und einen Strudel aus Eifersucht und haltlosen Verdächtigungen. Mit ihrem Misstrauen und der ständigen Kontrolle, zerstört sie schließlich ihre Ehe und schlägt ihren Mann Gianni in die Flucht. Aber auch sie selbst flieht aus dem Wirrwarr ihrer kaputten Beziehung und verlässt Italien, in der Hoffnung auf einen Neuanfang. Im ersten Teil der Geschichte, beschreibt die Autorin Brigitte Beil, das Kennenlernen zwischen Camilla und Paolo und wir begleiten die junge Frau während ihrer leidenschaftlichen Affäre mit dem deutlich älteren Mann. Obwohl die Italienerin zunächst sehr naiv und blauäugig dargestellt wird, ist sie mir schnell ans Herz gewachsen und wenngleich ich von Paolos Selbstherrlichkeit sehr genervt war, konnte ich Camilla verstehen und ihre Unbedarftheit nachvollziehen. Gespannt habe ich die Beziehung verfolgt und war neugierig auf die weiteren Ereignisse. Als die Geschichte eine Wendung nimmt, die Liaison in die Brüche geht und Camilla fünf Jahre später, Ehefrau und Mutter ist, musste ich leider feststellen, dass mir die Protagonistin zunehmend unsympathischer wurde. Die Autorin schafft es zwar gekonnt, Camillas Seelenleben darzustellen und mit detailreicher Beobachtungsgabe, beschreibt sie die Ängste der Frau, jedoch konnte ich Camillas Handlungen einfach nicht verstehen. Mehrmals wollte ich sie kräftig wachrütteln und zur Vernunft bringen. Ihre Lebenslust wandelte sich in Verbitterung und mir war nicht klar, warum die einstige Affäre, eine derartige Traumatisierung auslösen konnte. Das Ende der Geschichte war zunächst vorhersehbar, für meinen Geschmack zu kitschig und langweilig, jedoch hat mich vor allem die allerletzte Seite des Romans, noch mal so richtig überraschen können und sprachlos zurückgelassen.

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  • Italienische "Verhältnisse"

    So friedlich, das Meer
    Klusi

    Klusi

    Als die spröde Camilla eine Affäre mit Paolo, ihrem verheirateten Chef, beginnt, erhält sie im Freundes- und Familienkreis die unterschiedlichsten Ratschläge. Einer davon ist: „Sei locker, bleib geschmeidig“. Dass es mit einem Macho wie Paolo nicht lange gut geht, geschweige denn eine Zukunft hat, ist absehbar, und so kommt es, wie es kommen muss, der Mann serviert Camilla eiskalt ab. Jahre später, als Camilla bereits glücklich verheiratet und Mutter zweier süßer Kinder ist, scheint die Vergangenheit vergessen, aber als sie Paolo unerwartet wiedersieht, kommt alles wieder hoch, die Kränkungen, die Enttäuschung und die Wut. Camilla macht den Fehler, alle Männer über einen Kamm zu scheren, und so beginnt sie, ihrem eigenen Mann zu misstrauen und ihm die gleichen miesen Charaktereigenschaften zu unterstellen wie Paolo. Ihr ständiges Misstrauen, ihre eifersüchtigen Szenen, ihre dauernde Beobachtung, das alles schlägt ihren Mann Gianni (übrigens eine Seele von Mensch!) in die Flucht. Camilla fühlt sich haltlos, entwurzelt, und sie tut das einzige, was ihr in dieser Situation richtig erscheint, sie flieht vor dem Durcheinander, das sie in ihrer Ehe angerichtet hat und verlässt Vicenza. In München, weit weg von zuhause, möchte sie vergessen und sich ein neues Leben aufbauen. Bei diesem neuen Roman von Brigitte Beil bin ich sehr zwiegespalten. Der Schreibstil ist wie gewohnt toll; die Autorin sieht genau hin und beschreibt die Charaktere im Roman sehr detailliert. Das italienische Flair, das sie in ihrer Erzählung vermittelt, ist in leuchtenden Farben ausgemalt und gut vorstellbar. Auch Camillas Seelenleben wird genauestens unter die Lupe genommen. Allerdings hätte ich die Protagonistin in mehreren Situationen gerne gepackt und einmal kräftig geschüttelt, denn was sie ihrem Ehemann unterstellt, ist schon sehr heftig. Ihre Eifersucht und die damit verbundenen Wahnvorstellungen waren für mich nicht nachvollziehbar, obwohl ich natürlich weiß, dass es solche Fälle durchaus gibt, wo sich die Abgründe der menschlichen Seele auftun und jegliche Vernunft im Keim ersticken. Was sich Camilla damit selbst und ihrer Familie antut, ist unbeschreiblich. Ich konnte mich nicht in sie hinein versetzen, denn ihre geliebten beiden kleinen Kinder für mehrere Monate einfach so bei den Großeltern in Italien zurück zu lassen und ins Ausland zu verschwinden, das war für mich nicht ganz glaubwürdig. Die Handlung ist ungefähr so eingeteilt, dass es in der ersten Hälfte des Buches um Camillas Affäre mit Paolo geht. Dieser Teil hat sich für mich recht zäh in die Länge gezogen, und ich musste all meine Konzentration aufbieten, um weiter zu lesen. Camillas Erlebnisse in ihrer Ehe und wie es dazu kam, ihrem Mann dermaßen zu misstrauen, das ist dann schon etwas kompakter und kurzweiliger dargestellt, und so manche Szene, mit viel Humor beschrieben, hat mich mit den ersten hundertfünfzig Seiten wieder versöhnt. Wie die Sache ausgeht, war einerseits schon länger absehbar, aber es gab dann doch noch eine große Überraschung, die etwas makaber anmutet, aber hier ergeht sich die Autorin lediglich in vagen Andeutungen, mit denen ich allerdings nicht so ganz glücklich bin. Ich möchte das Ende so beschreiben: Man weiß nichts, ahnt viel und befürchtet alles.

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  • Eine verhängnisvolle Affäre...

    So friedlich, das Meer
    justitia

    justitia

    17. February 2016 um 20:24

    Gierig sucht der Eifersüchtige nach dem, was er zu finden fürchtet. Otto Weiss, (1849 - 1915), deutscher Aphoristiker und Schriftsteller Quelle : An Stefan Zweig, am 4. Oktober 1923 [Klappentext] »Immer schön locker bleiben«, empfiehlt Ilaria Costa ihrer Tochter, als sie erfährt, dass Camilla eine Affäre mit einem verheirateten Mann hat. In Italien eine alltägliche Sache. Obwohl Camilla eigentlich nicht in die Rolle der Gespielin auf Zeit passt, lässt sie sich, kaum dass sie ihren Job bei einer renommierten Vicentiner Werbeagentur angetreten hat, auf eine prickelnde Liaison mit ihrem Chef ein. Ein Rausch, der jäh endet, als dieser sie schnöde abhalftert. Camilla kennt die Spielregeln, verwindet die massive Kränkung – vermeintlich. Jahre später, sie ist längst glücklich verheiratet, holt die Geschichte sie wieder ein. Und urplötzlich springt sie der Verdacht an, Gianni, ihr geliebter Mann, könnte das übliche Spiel ebenfalls betreiben … (© Text- & Bildmaterial: btb Verlag)  [sk] Brigitte Beil widmet sich in ihrem Buch „So friedlich, das Meer“ auf charmante, federleichte, manchmal aber auch eher tiefsinnige Art und Weise dem Thema Eifersucht. Dabei nimmt sie den Leser mit in Camillas Welt, die Jahre später von einer schweren und nie ganz überwundenen seelischen Verletzung am Ende einer heißen Affäre mit einem Macho, wie er im Buche steht, wieder eingeholt wird und mit ihrer dadurch entfachten Eifersucht ihr späteres (Ehe)Leben ganz schwer ins Wanken bringt. Eingeteilt ist das Buch in zwei große Abschnitte – zunächst erzählt die Autorin im ersten Teil von der jungen Camilla und der brisanten Affäre mit einem verheirateten Mann. Im zweiten Teil des Romans erfährt der Leser, wie tief diese Liebschaft Camilla geprägt hat und wie sie nun von ihrer Eifersucht auf ihren Mann geprägt wird und dadurch nahezu ihre Ehe zerstört. Der Schreibstil der Autorin lässt sich wunderbar leicht und flüssig lesen, sodass die Seiten nur so dahinfliegen und man völlig in der Geschichte versinken kann. Schade war dabei, dass die Autorin zeitweise Fremdwörter verwendete, deren Bedeutung mir teilweise nicht gleich bekannt war und dadurch mein Lesefluss zeitweise gestört wurde. Die Wörter passten nicht zu ihrem sonst so locker leichten und linearen Schreibstil und ebenso wenig zum Inhalt der Geschichte. Besonderes Augenmerk legt die Autorin in ihrer Geschichte auf die Charaktere, besonders dabei auf die Protagonistin Camilla. Mit sehr viel Liebe zum Detail und dadurch auch sehr authentisch geht sie auf die Seelen- und Gefühlswelt von Camilla ein. Hierdurch konnte ich mich sehr gut in Camillas Situation hineinversetzen, was nicht bedeutet, dass ich ihr Handeln und Denken stets nachvollziehen konnte. Nein, ich erwischte mich häufiger dabei, dass ich Camilla gern wachgerüttelt hätte bzw. beim Lesen nur sehr ungläubig mit dem Kopfschütteln konnte. Die Geschichte von Camilla wird aus der Erzählperspektive dargestellt. Ein Perspektivenwechsel in die Ich-Perspektive hätte mir hier wahrscheinlich wesentlich besser gefallen und hätte Camillas Situation und ihre innere Zerrissenheit für mich noch viel authentischer wirken lassen. Ich wäre so noch näher an der Geschichte dran gewesen. Interessiert hätte mich zudem auch die Gefühlswelt ihres Ehemannes Gianni. Hier hätte die Autorin in meinen Augen durchaus noch präziser werden können. Für mich ging dies in der gesamten Geschichte sehr unter. Sehr gut gefallen hat mir, wie die Autorin, den Lokalkolorit Italiens und das Flair des Landes in die Geschichte einwebt , ohne dass es aufgesetzt und gekünstelt klingt. Es wirkt alles in sich stimmig und auch die typischen Gepflogenheiten des Landes werden dem Leser auf leicht und humorvolle Weise näher gebracht. Teilweise hatte ich sogar das Gefühl, ich säße mit der Familie an einem Tisch. Italien war für mich immer schon ein Land mit einem ganz besonderen Reiz. Durch den Roman ist meine Neugier darauf, dieses italienische Flair einmal hautnah zu erleben, noch mehr angewachsen. Es war wie eine kleine Reise in den warmen Süden Italiens – wunderbar! Bei dem Ende des Romans bin ich allerdings sehr zwiegespalten. Die Autorin lässt den Leser in einem wahren Strudel aus Gedanken und Gefühlen zurück, da sie im Finale noch einmal richtig das Kopfkino des Lesers auf Hochtouren bringt. Eigentlich mag ich solche offenen Enden mit Knallern am Ende so gar nicht, außer das Buch ist Teil einer Reihe. Doch dies ist hier nicht der Fall und so war ich im ersten Moment sehr enttäuscht und ich dachte zuerst: „Wie? Das war's jetzt?? Das kann doch nicht sein...“ Andererseits bewirkte dies bei mir auch, dass ich mich nach dem Lesen noch gedanklich noch eine ganze Weile mit dem Buch beschäftigt habe – ich hatte dunkle Vorahnungen, zahlreiche Befürchtungen und jede Menge Hirngespinste. [Persönliches Fazit] „So friedlich, das Meer“ ist ein locker leichter und sehr humorvoller Roman über eine Frau, die eine tiefe seelische Verletzung nie ganz überwunden hat und Jahre später von diesen Gefühlen wieder eingeholt, überrollt und ihr (Ehe)Leben dadurch nahezu vollkommen zerstört wird. Garniert wird dies mit einem wunderbaren, zum Träumen einladenden Lokalkolorit Italiens. Insgesamt ist dieser Roman trotz seiner Schwächen unterhaltsam geschrieben und für jeden geeignet, der gern mal dem tristen Alltag entfliehen und ins italienische Flair abtauchen will! © Rezension: 2016, Sunny liest  

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  • Eifersucht ist Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.

    So friedlich, das Meer
    sommerlese

    sommerlese

    06. August 2015 um 21:35

    "*So friedlich das Meer*" ist der neue Roman von Autorin "*Brigitte Beil*". Er erscheint im Mai 2015 im "*btb Verlag*". Camilla Costa ist 24, lebt im italienischen Vicenza und beginnt ihre berufliche Laufbahn in einer Werbeagentur. Ihr Chef Paolo ist bekannt für seine Frauengeschichten und entdeckt schnell die neue Mitarbeiterin. Es kommt zu einer heißen Affäre, die aber ebenso schnell wieder endet. Das wird in Italien als eine alltägliche Sache angesehen, die Camilla locker sehen soll, so sagt sogar ihre Mutter. Camilla fühlt sich zwar etwas gekränkt, nimmt es aber als gegeben hin. Später ist Camilla glücklich verheiratet, hat zwei Kinder und liebt ihren Gianni über alles. Bis sie Paolo wiedersieht. Sofort fällt ihr die Kränkung wieder ein und sie befürchtet, dass Gianni ebenfalls wie Paolo ein großer Schürzenjäger sein könnte. Brigitte Beil entführt in ihrem neuen Roman gefühlsmäßig so genau in die Welt der Eifersucht, dass man mit der Protagonistin Camilla sofort mitfühlt. Auch wenn man ihr Misstrauen gegen ihren Mann für grundlos und übertrieben hält, wird man unweigerlich mitgenommen auf eine Reise nach Vicenza und München und versinkt im Sog dieser Geschichte. Das liegt einerseits am wunderbaren Schreibstil der Autorin und andererseits an den liebenswürdig angelegten Charakteren, die einem schnell ans Herz wachsen. Aber auch die landestypischen Besonderheiten wie zum Beispiel die italienische Lebensfreude und die kulinarischen Genüsse verlocken zum Verschlingen der Lektüre. Mit ganz viel italienischer Leidenschaft, Familienzusammenhalt und dramatischen Ereignissen wird man von der Geschichte angezogen und sieht wie die ziemlich spröde wortwitzige Camilla zunächst recht unbedarft in die Affäre mit Paolo hineinschlittert und es dann auch genießt. Einmal auf den Geschmack gekommen, lernt sie die Liebe ihres Lebens kennen. Doch aus ihrer Sicht könnte auch ihr Mann Gianni zu solchen treulosen Taten fähig sein. Mit ihren haltlosen Verdächtigungen, beginnend durch ihre Einsamkeit und das Warten auf den Ehemann, steigert sich Camilla in regelrechte Eifersuchtsdramen hinein, die letztendlich die Ehe zerstören. Das Vertrauensverhältnis ist zerrüttet und Gianni geht. Camilla wagt einen Neuanfang in München. Erst diese Zeit lässt Camilla reifen und ihre Fehler einsehen und verstehen. Diesen Erfahrungsprozess fängt Brigitte Beil mit Menschenkenntnis und überzeugenden Worten gut ein und gibt den Gefühlen einen Raum für Melancholie, Einsamkeit, Kränkung, aber auch für Freude in einer Ehe oder Familie. Es ist ein warmherziger Roman, der die Entwicklung einer jungen Frau zeigt. Ein Roman, der durch Gefühle gefangen nimmt und gut unterhält. Das Einzige was mich gestört hat, sind einige Längen im Mittelteil, die sich um Randfiguren drehen. Ansonsten habe ich den wunderbaren Erzählstil der Autorin wieder sehr genossen. Ein schön erzählter Roman mit viel italienischer Atmosphäre, echten Machos und einer Frau, die auf Irrwegen ihren Platz im Leben findet.

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  • Schön geschmeidig bleiben

    So friedlich, das Meer
    Bellexr

    Bellexr

    13. May 2015 um 19:09

    Als Camilla Costa mit Mitte Zwanzig bei einer Werbeagentur beginnt, wird ihr Chef schnell auf sie aufmerksam und ehe es sich Camilla versieht, hat sie mit Paolo eine heiße Affäre. Doch so schnell sie seine Gespielin wurde, so schnell serviert Paolo die junge Frau auch wieder ab. Scheinbar schadlos geht Camilla aus der Trennung heraus, zumal ihre Mutter und deren Freundinnen der Meinung sind, dass dies eine ganz alltägliche Sache wäre, die jede Frau mal erleben sollte. Kurz nach Beendigung ihrer Affäre lernt Camilla ihre große Liebe Gianni kennen. Heirat und Kinder folgen in kurzen Abständen, alles könnte so schön sein und ist es auch, bis Camilla durch Zufall Paolo wiedersieht.   Camilla, aus deren Sicht man die Geschichte verfolgt, bezeichnet sich selbst als spröde. Mit Männern hat sie eher wenig am Hut und konzentriert sich mehr auf ihre Arbeit in der Werbeagentur, die ihr viel Spaß macht. Sie lebt noch zu Hause bei ihren Eltern in Vicenza, genießt das Leben in der kleinen Stadt und verbringt ihre Zeit mit ihren Freundinnen. Bei Problemen wendet sie sich an ihre steinige Freundin Nicoletta, eine Statue, die im nahen Park steht. Als ihr Chef Paolo sie immer öfter mit zu Kunden nimmt und sie anschließend noch zum Essen aufführt, denkt sich Camilla erst einmal nichts dabei. Sie geht davon aus, dass Paolo dies mit jedem neuen Mitarbeiter macht. Doch weit gefehlt, Camilla passt perfekt in das Beuteschema des Casanovas und ehe es sich die junge Frau versieht, steckt sie mitten in einer leidenschaftlichen Affäre.   Locker, leicht, manchmal ein wenig tiefsinnig und hervorragend das italienische Flair einfangend, erzählt Brigitte Beil ihre Geschichte rund um ihre eigenwillige Protagonistin. Zumeist kurzweilig erzählt, spielt diese über mehrere Jahre hinweg und spiegelt sehr gut das Auf und Ab im Leben von Camilla wieder.   Durch die Erfahrungen, welche Camilla im Verlauf dieser Jahre erleben muss und zumeist sind die unangenehmen Erlebnisse selbstverschuldet, lässt Camilla reifen. Diesen Wandel von der lebenslustigen, frechen jungen Frau zu jemanden, die ihren eigenen Gefühlen nicht mehr über den Weg traut und Gefahr läuft sich zu einer verbitternden Frau zu wandeln, schildert Brigitte Beil sehr überzeugend. Aber wer denkt, dies ist ein melancholisches, trauriges  Buch, das eine depressive Stimmung verbreitet, der täuscht sich. Die Geschichte lädt oft zum Schmunzeln ein und auch, wenn man sich den Verlauf der Story und auch das Ende schon früh denken kann, ist es sehr unterhaltsam, die für Camilla so aufregenden wie aufwühlenden Jahre mitzuerleben.   Fazit: Eine junge Frau geht ihren Weg, der ungewollt, aber selbstverschuldet sich ziemlich steinig gestaltet …. unterhaltsam mit viel italienischem Flair erzählt.

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  • Dolce Vita mit Stoplersteinen

    So friedlich, das Meer
    Ritja

    Ritja

    10. May 2015 um 12:42

    Mich hat bei diesem Buch bereits der Covertext angesprochen. Es versprach den typisch italienischen Humor, die Liebe und natürlich die dazugehörige Portion Drama. Genauso startet auch das Buch, welches sich sehr leicht und flüssig lesen lässt. Camilla ist jung und engagiert und rutscht so ganz langsam in eine Affäre mit ihrem sehr machohaften Chef. Sie erlebt zum ersten Mal die Liebe und genießt sie. Jedoch bleibt stets ein kleiner Schatten, die Ehefrau des Chefs. Auch verheimlicht sie die Affäre vor ihrer Familie bis die Mama sie in der Küche (ganz klassisch) an die Wand drängt. Und das Ergebnis? „nimm es leicht und genieße es.“  Die Zeit läuft weiter und Camilla ist verheiratet und hat zwei Kinder (kleine glückliche Familie). Bis sie eines Tages Paolo wiedertrifft und sie aus der Bahn wirft. Was danach geschieht, ist teilweise etwas überzogen, aber durchaus vorstellbar. Sie schafft es ihre eigene Ehe und die Treue ihres Mannes in Frage zu stellen und diese zu ruinieren. Der Verlauf dieser Geschichte ist gut beschrieben und teilweise recht realistisch (die Unruhe, das Alleinsein, die Zweifel, der Neuanfang). Ich fand die Monologe mit der Statue witzig und konnte mir das Bild dazu gut vorstellen. Auch waren mir die Charaktere sympathisch und vor allem greifbar. Der Ort ist gut ausgewählt, die Stimmung hatte trotz Stress und Problemen immer eine gewisse Urlaubsstimmung. Brigitte Beil, eine deutsche Autor, hat das Dolce Vita der Italiener gut getroffen und es auch gut in diese Geschichte eingebaut.  Zum Ende wurde es etwas zäh und zögerlich, aber das Finale war wieder super. Damit hatte ich nicht gerechnet und Brigitte Beil lässt hier noch einmal das Kopfkino hochfahren. Tolles Ende, welches die vorherigen (wenigen) zähen Seiten vergessen lässt.

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