Brigitte Dorst

 5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Gönnen und Neiden, Lebenskrisen und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Alles beginnt mit Sehnsucht und Suche

Neu erschienen am 17.09.2018 als Hardcover bei Patmos Verlag.

Alle Bücher von Brigitte Dorst

Lebenskrisen

Lebenskrisen

 (1)
Erschienen am 15.10.2010
Resilienz

Resilienz

 (0)
Erschienen am 02.05.2018
Alles beginnt mit Sehnsucht und Suche

Alles beginnt mit Sehnsucht und Suche

 (0)
Erschienen am 17.09.2018
Gönnen und Neiden

Gönnen und Neiden

 (1)
Erschienen am 01.09.2012
Aktive Imagination

Aktive Imagination

 (0)
Erschienen am 01.03.2014
Therapeutisches Arbeiten mit Symbolen

Therapeutisches Arbeiten mit Symbolen

 (0)
Erschienen am 01.12.2013

Neue Rezensionen zu Brigitte Dorst

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Rezension zu "Gönnen und Neiden" von Brigitte Dorst

Rezension zu "Gönnen und Neiden" von Brigitte Dorst
michael_lehmann-papevor 6 Jahren

Zur Entwicklung von Wohlwollen statt Missgunst

Großmütigkeit, Großzügigkeit, Freude am Wohlergehen des anderen, dies sind die erlebbaren und spürbaren Folgen dann, wenn wir anderen „etwas gönnen“. Und, natürlich, tragfähige Beziehungen, die daraus mit großer Wahrscheinlichkeit entstehen können.
Missbehagen über den Erfolg oder Besitz eines andern, Ärger, das Gefühl von Ungerechtigkeit, gar der Wunsch, dem anderen zu schaden, die sind die erlebbaren und spürbaren Folgen von Missgunst und Neid. Ebenso mit Folgen für die Beziehungen.

Beides, Gönnen und Neiden, sind Teile der Möglichkeiten, emotionale auf andere Menschen zu reagieren, wenig andere emotionale Zustände haben umgehend solche Auswirkungen auf die Entwicklung und die Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen. Wobei der verbindende Punkt zwischen diesen beiden so unterschiedlichen „Aggregatzuständen“ durchaus darin zunächst zu finden ist, dass man „auf den anderen“ fixiert bleibt, konstruktiv oder destruktiv. Wobei die „Spurensuche“ sich durchaus noch dadurch erschwert, dass „der Neid ein verborgenes“ Gefühl ist, kaum und wenn, dann nur ungern, sichtbar gezeigt wird.

Auch wenn Neid auch eine durchaus anstachelnde, sich selbst dann fordernde Seite in sich trägt, letztlich gilt, was Verena Kast im Vorwort sagt: „Liebe ist stärker als Neid“ und ein konstruktives Miteinander langfristig befriedigender und befriedender als eine durch Neid vergiftete Beziehung, die den kurzfristigen „Erfolg“ durch „Schaden am Anderen“ sucht.

Verena Kast ist es auch, die im Buch gut verständlich die vielfältigen, meist verdeckten, oft auch der Person selber nur schwer zugänglichen Formen von Neid und Eifersucht beschreibt und die therapeutische Herausforderung formuliert. Das Empathie notwendig ist, ohne sich vom „bösen Blick“ oder der Scham des Patienten gefangen nehmen zu lassen und an „Neidauflösenden Situationen“ zu arbeiten. Hier finden sich kurze, aber prägnante Hinweise. Wichtig in diesen grundlegenden Einlassungen ist auch die Miteinbeziehung der Eifersucht, an allzu vielen Orten noch zumindest mit einigen positiven Schwingungen verstanden und damit den Blick verstellend auf die Störungen im Selbstwert des Eifersüchtigen und die destruktiven Auswirkungen auf (die och eigentlich so wichtige) Beziehung zum Partner.

Wie nun aber kann der „Perspektivwechsel“ gelingen? Was führt von den Gefühlen des Neides und der Missgunst in eine Haltung des „Gönnens“ und des Wohlwollens anderen gegenüber? Vor allem, da solche Gefühle ja zunächst nicht „gemacht“ werden, sondern jeweils überfallartig in den Raum treten? Wie wäre ein Weg zu strukturieren, der einen Menschen zu der Erkenntnis führt, dass er, entweder „selbst genug besitzt“ oder, andererseits, sich konstruktiv auf den Weg machen könnte, „das Seine für sich zu finden“, statt eben in emotionaler Ohnmacht und Missgunst anderen gegenüber zu verharren.

„Können wir sagen: „Ich habe mehr als genug“, dann müssen wir nicht neiden, sondern können gönnen“, so lautet die „Kernformel“ des Buches. Altbekannt aber immer noch wahr.

Doris Titze bietet interessante und ungewohnte Einblicke in einen möglichen „Perspektivwechsel durch kunsttherapeutische Methoden“, Alina Treiger zeigt mit ihrer Auslegung der „Kain und Abel“ Geschichte eine nachdenkenswerte Aufarbeitungen dieser alten und grundlegenden „Menschheitsgeschichte vom Neid“. Und Wunibald Müller trifft den Kern der Möglichkeiten: „Gönne Dich Dir selbst“.

Dieser Beitrag ist eine Art Dreh- und Angelpunkt im Buch und wäre durchaus als Einstieg in das Buch zu empfehlen. Denn hier wird Ziel, Richtung und Weg einer anderen Haltung deutlich und, vor allem, flankiert durch alle weiteren Beiträge im Buch, wird auch deutlich , „dass das geht“.
Selbst in tiefsitzenden „Fehlhaltungen“, wie Jorberg in Bezug auf „Geld“ und „Gier“ darlegt.

Der Leser findet hier keinen „Hau-Ruck Ratgeber“. Vom „Neid“ zum „Wohlwollen und Gönnen“ (können) ist es kein einfacher Weg und durchaus Anstrengungen sind gefordert (sowie in den meisten Fällen professionelle Begleitung). Aber ebenso deutlich wird in den einzelnen Beiträgen, dass ein solcher „Perspektivwechsel“ möglich ist im Rahmen einer eigenen, inneren Entwicklung. Denn destruktive Formen von Neid und Missgunst haben mehr mit dem eigenen Selbstwertgefühl, als mit dem, was andere einem tatsächlich voraus hätten.

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Rezension zu "Lebenskrisen" von Brigitte Dorst

Rezension zu "Lebenskrisen" von Brigitte Dorst
michael_lehmann-papevor 8 Jahren

Krisenkompetenz erwerben

Nichts fürchten Menschen so sehr wie drohendes Unheil in jedweder Form, gemeinhin Krise genannt. Schicksalsschläge, Krankheit, Unfälle, Trennungen, Verluste, Verlust der Arbeitsstelle, mannigfaltig sind jene Ereignisse, die Krisen auslösen können. Besonders schwierig wird es, wenn Krisen unverhofft über einen hereinbrechen. Schwierig für den, der die Krise hat, schwierig aber auch für das engere Umfeld, denn dort wird in der Regel ja zunächst versucht, die Krise anzusprechen und zu bewältigen. Meist sind alle Beteiligten bedauerlicherweise eher ungeübt darin, schwierigen Lebenssituationen zu begegnen.

Andererseits gibt es wenig andere Orte des Lebens, die dazu führen, echte und tiefe Veränderungen auf den Weg bringen zu können wie eine Krise. Krisen tragen somit Risiken und Gefahren einerseits, aber auch Chancen andererseits in sich.

Beide Aspekte der Krise und alle beteiligten Seiten nimmt Brigitte Dorst in ihrem Buch auf und führt sie erläuternd einem möglichen, konstruktiven Umgang zu.

Um die Gefahren und Risiken abmildern zu können und die Chancen besser nutzen zu können bedarf es einer Kompetenz im Umgang mit Krisen. Krisenkompetenz ist das Stichwort, das aus Brigitte Dorsts Arbeit als Psychotherapeutin heraus erwachsen ist.
Nicht billige Ratschläge, schnelle Hilfe oder schale Trostworte sind es daher, die den Leser im Buch treffen, sondern eine höchst kompetente und differenzierte Aufarbeitung.
Zunächst dessen, was eine Krise genau ist im ersten Teil des Buches, um im zweiten Teil dann eine Vielzahl möglicher, hilfreicher Zugangswege vermittels von Bildern, Geschichten und Symbolen an die Hand zu geben. Denn was benennbar ist, wird fassbar, was fassbar ist, kann wesentlich eher bearbeitet werden, als es allein ein Wust von Gefühlen wäre.

Gerade die sehr differenzierte Darstellung des inneren Ursprungs von Krisen und der verschiedenen Gesichter, die eine Krise nach außen tragen kann ist eine besondere Stärke ihrer Darstellung. Seien es Verluste, Trennungen oder Krisen, die zur Reifung führen, Krisen in Partnerschaften, Erkrankungen, beruflichen Überlastungen, Sterben Tod und Trauer, alle Bereiche würdigt Dorst je in ihrer Eigenheit und ermöglicht so dem Leser, Krisen deutlich differenzierter einschätzen zu können.
Zudem, auch das besonders wichtig, gibt sie einen grundlegenden Überblick über den Bereich der Hilfe in Krisen. Besonders wichtig, da sich Menschen in Krisen zunächst intensiv ihrem Umfeld zuwenden, um dort Hilfe zu suchen.

Mit einer Vielzahl von möglichen, vor allem symbolischen, Zugängen erhält der Leser im zweiten Teil des Buches sodann in sehr verständlicher und nachvollziehbarer Form einen Überblick über stärkende Interventionsmöglichkeiten in Krisensituationen. Besonders gelungen verankert sich nach dem Lesen das Symbol des Berges für die Bewältigung schwieriger Aufgaben und die Schritt für Schritt Besteigung desselben. Aber auch mit den Bildern von Spirale und Labyrinth ermöglicht sich ein verstehender Zugang zu Krisen der inneren Verirrung und Verwirrung.

Sichelrich ist gerade dieser zweite Teil kaum mit der nötigen inneren Ruhe umzusetzen, wenn eine Krise bereits im Raume steht. Aber als mögliche Vorbereitung auf Krisensituationen bietet sich hier viel hilfreiches, auf das zum einen man selbst, wenn Krisen anstehen, zurückgreifen kann, was aber gerade dann hilfreich nutzbar ist, wenn man sich in der Situation eines Krisenbegleiters in Beziehungen und Freundschaften wiederfindet.

Natürlich ersetzt das Buch in keiner Form eine professionelle Hilfe in Krisen, andererseits könnte es nach der Lektüre durchaus gelingen, zumindest die innere Einsicht und den Weg zu einer solch professionellen Beratung sehen und freimachen zu können.

Dem gesamten Buch spürt man in Stil und Inhalt ab, dass Brigittes Dorst über ein reiches Fundament an Erfahrungen in der psychotherapeutischen Begleitung von Krisen verfügt und es ihr hierbei oft gelingt, ein griffiges Bild oder Symbol mit in diese Begleitung zu bringen, die die Krise selber ein stückweit deutlicher fassbar und damit bearbeitbar gestaltet.

Somit ist das Buch für viele Adressaten geeignet. Fundiert gearbeitet um als Einstieg in das weitere psychologische Arbeiten zu dienen, mit genügend Praxisbezug, um im Blick auf Krisen und/oder deren Begleitung eine Grundkompetenz zu vermitteln.

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