Brigitte Findakly , Lewis Trondheim Mohnblumen aus dem Irak

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Inhaltsangabe zu „Mohnblumen aus dem Irak“ von Brigitte Findakly

In MOHNBlUMEN AUS DEM IRAK erzählt Brigitte Findakly von ihrer Kindheit im Irak. Zu Beginn der 1960er Jahre als Tochter einer Französin und eines Irakers geboren, wuchs sie in Mossul auf. Kurze Episoden zeigen ihren kindlichen Blick auf einen Alltag, der von kulturellen Missverständnissen ebenso geprägt war, wie von den zusehends bedrohlicher werdenden Militärdiktaturen und Staatsstreichen. Lewis Trondheim findet für die mal amüsanten, mal politisch brisanten Anekdoten seiner Ehefrau eine ergreifende und universale Bildsprache.
MOHNBLUMEN AUS DEM IRAK ist von trauriger Aktualität - nicht nur der Migrationserfahrungen wegen, von denen das Buch berichtet, sondern auch angesichts der Erinnerungen an eine Region, die heute stark zerstört ist.

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  • Mohnblumen aus dem Irak

    Mohnblumen aus dem Irak

    liberiarium

    28. August 2017 um 13:25

    PLOTBrigitte Findakly wächst in den 1960er Jahren in Mossul, einer Stadt im Norden Iraks, auf. Ihr Vater ist Iraker, ihre Mutter Französin, Kulturclashs sind damit vorprogrammiert. Die Autorin blickt auf ihr Leben als junges Mädchen im Irak zurück: auf die Schulzeit, ihre Freundschaften und die Familienverhältnisse. Sie erzählt, wie es sich für sie anfühlt, in einer Gegend aufzuwachsen, in der die politische Anspannung immer mehr zunimmt und das Militärregime an Macht gewinnt. Sie schaut auf glückliche und weniger glückliche Tage zurück und berichtet, wie es ist, noch immer im Irak Verwandtschaft zu haben. Missverständnisse und Entfremdung sind für sie deshalb ganz alltäglich geworden.MEINUNGIch bin das erste Mal auf der Buchmesse auf den Titel aufmerksam geworden, der mir beim Reprodukt Verlag vorgestellt wurde. Mich sprach sogleich das Cover an, das sehr niedlich wirkt und mir gefiel diese Inszenierung insbesondere im Kontrast zu der eher politischen Story. Interessant ist bei dem Titel vor allem die Zusammenarbeit zwischen dem Ehepaar Brigitte Findakly und Lewis Trondheim. Während Findakly die Geschichte für Mohnblumen aus dem Irak beisteuerte und damit erstmalig als Autorin arbeitete, zeichnete ihr Mann, Lewis Trondheim, die Bilder zu dem Comic. Trondheim ist in Frankreich geboren, Mitbegründer eines Verlags und hat bereits viele Comic-Werke dort veröffentlicht.Seine Zeichnungen lösten beim ersten Überfliegen einen Gedanken in mir aus, den ich jetzt nicht mehr teile. Ich dachte direkt an einen Comic für Kinder, so zaghaft und niedlich sind seine Figuren, die sich in der Geschichte bewegen. Sie haben stark ovale Gesichter und sind nur minimalistisch ausgearbeitet. Durch eine geschwungene und sehr zielgesetzte Strichführung wirken die Charaktere schlichtweg liebenswert.Mir gefiel es auch, dass der Comic koloriert ist. Die bunten Panels betonen den Charme der Figuren und lassen, trotz der teilweise erschreckenden Geschehnisse, die gezeigt werden, den Irak fröhlich und lebendig wirken. Aber nicht nur Zeichnungen finden sich in den Panels wieder, es wurden auch Fotografien in den Comic eingearbeitet. An jedem Ende eines Kapitels finden sich schwarzweiße Fotos, die die realistische Geschichte, die im Heft erzählt wird, unterstreichen. Man kann sich als Leser dadurch ein besseres Bild von der Vergangenheit von Brigitte Findakly machen. Dadurch, dass die Autorin nicht nur ihre Tage als Mädchen, sondern auch die ihrer Pubertät und der Gegenwart ausführt, begleitet man ihr Erwachsenwerden. Ich muss gestehen, dass mir die Kapitel aus der Sicht der jungen Findakly am meisten zusagten, eben weil das Mädchen noch nicht so viel von alldem versteht, was politisch vor sich geht. Man betrachtet als Leser, ähnlich wie aus Findaklys Perspektive zu dem Zeitpunkt, die Geschehnisse von außen und lernt, sie nachvollziehen zu können. Durch die Thematik ist der Comic an einigen Stellen dramatisch und stellenweise sogar traurig. Die Stimmung ist hin und wieder düster, wird allerdings durch komische Situationen unterbrochen. Findakly arbeitet mit viel Humor, um ihre Geschichte zu erzählen. Zugegebenermaßen habe ich für meinen Teil jedoch nicht alle Witze verstanden – der Humor war manchmal einfach nichts für mich, was ich sehr schade fand. Dadurch ging für mich nämlich ein Großteil der Erzählung verloren. Hinten in der Klappenbroschur ist ein kleines Extra zu finden, nämlich eine tabellarische Übersicht über die Geschehnisse im Irak ab 4500 v. Chr. bis 2014. So kann der Leser die politischen Ereignisse im Comic hinten nachschlagen, wenn etwas unverständlich bleibt, was ich als sehr praktisch empfand, um sein Wissen zu erweitern.FAZITMohnblumen aus dem Irak mag vielleicht niedliche Illustrationen aufweisen, doch die Story dahinter ist realistisch und teilweise auch von schlechten Erinnerungen belastet. Die Autorin wollte aber auch vor allem die positiven Geschichten aus ihrer Vergangenheit darstellen, um zu zeigen, welche Bedeutung der Irak für sie hat. Mir entging leider manchmal die humoristische Pointe, weshalb ich mich mit dem Comic nicht immer ganz identifizieren konnte. Mir gefiel es gut, mehr aus der Sicht einer jungen Frau über ihr Leben im Irak zu erfahren, weswegen ich gespannt ihre Geschichte verfolgte. Ich vergebe drei von fünf möglichen Lesebrillen an Mohnblumen aus dem Irak von Brigitte Findakly und Lewis Trondheim. 

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