Brigitte Giraud

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Die Liebe ist doch sehr überschätzt

Die Liebe ist doch sehr überschätzt

 (9)
Erschienen am 01.08.2010
Im Schatten der Wellen

Im Schatten der Wellen

 (3)
Erschienen am 01.06.2007
Einen Körper haben

Einen Körper haben

 (1)
Erschienen am 25.05.2016
Das fremde Jahr

Das fremde Jahr

 (2)
Erschienen am 12.12.2013
Das Leben der Wörter

Das Leben der Wörter

 (1)
Erschienen am 21.03.2007
Das fremde Jahr

Das fremde Jahr

 (0)
Erschienen am 12.12.2013
Une année étrangère

Une année étrangère

 (4)
Erschienen am 01.01.2009
Das Leben entzwei

Das Leben entzwei

 (3)
Erschienen am 01.01.2004

Neue Rezensionen zu Brigitte Giraud

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Rezension zu "Einen Körper haben" von Brigitte Giraud

Wie das Leben von außen betrachtet werden kann und wie es sich anfühlt
michael_lehmann-papevor 2 Jahren

Wie das Leben von außen betrachtet werden kann und wie es sich anfühlt

Einen ganz anderes als gewohnten Erzählansatz wählt Brigtte Giraud für ihren neuen Roman.

Mit filigraner Sprache (durchaus auch mit dem ein oder anderen derben Ausdruck versehen), mit Emotionalität und Verve kreist Giraud um das Leben „mit“ einem Körper, den „Besitz“ eines Körpers und die „Sprache eines Körpers“ (vor allem), die einerseits „von außen“ abzulesen ist und anderseits ja von „innen“ was mit dem Menschen macht.

Und da liegt es ebenso nahe, dass Giraud einen autobiographischen Ansatz wählt, denn nur sie selbst steckt ja in ihrem Körper und nur sie selbst ist in der Lage in solcher Präzision, wie es im Roman geschieht, das eigene Gefühl, die eigene Haltung, das eigene auch „Formen“ des Körpers punktegenau wiederzugeben.

Besser noch könnte man sagen, dass Giraud vor allem ihren, aber auch alle anderen „Körper im Buch“ als Protagonisten des Werkes nutzt.

Wie da allein schon die ständige Haptik der Mutter das innere Wesen der Mutter in Teilen offenlegt, wie sich der Vater körperlich anders zeigt, verändert, je nachdem, ob er „in Zivil“ privat anwesend ist oder „in Uniform“ beruflich seinen Weg geht.

„Ihre Hände ziehen den Stoff glatt“

Ein Körper, der sich zum einen von alleine entfaltet, entwickelt, wie Giraud zu Beginn aus der Sicht des Mädchens miterlebt, eher störend erlebt, sich eher der „Anpassung“ der Kleidung an den wachsenden Körper durch ihre Mutter widersetzt, all das lässt den Leser fasziniert eintauchen in jenes Gedankenspiel und der offenen Reflexion des Umgangs mit dem eigenen Körper.

„Meine Mutter sagt, eine Prinzessin sei in meinem Turm eingesperrt, eine Prinzessin in einem pailletenbesetzten, langen Kleid, die man befreien müsse“.

Der Körper als Turm, die Anforderungen der Zuweisung von Geschlechterrollen, das Einfügen der Heranwachsenden in die „Welt der Frauen“, wie es die Gesellschaft, die Mutter erwartet.

Wie fühlt es sich an, ein Kind, eine Heranwachsende, eine Frau zu sein? Wie fühlt es sich an und, vor allem, wie macht es sich äußerlich bemerkbar (Dünn werden, Gewicht zulegen, den Körper einsetzen), wenn man selbst beginnt, den Körper nach inneren oder äußeren Normen zu formen?

Und das in solch feinen, alle Verästelungen des jeweiligen Vorgangs auslotender Sprache, die eine weitere Freude der Lektüre darstellt.

Was vor allem später in den vielfachen sexuellen Erfahrungen, der „körperlichen Orientierung“ in der Erwachsenenwelt wunderbar klar und doch mit Emotion das „einen Körper haben“ bis ans Ende des Werkes transportiert.

„Was danach (erste sexuelle Erfahrungen) passiert, ist nicht das Ende der Welt, nur der Anfang…..Es ist der Übergang, der unweigerlich stattfindet, die langsame Transformation, Haut unter Haut…. Wir versuchen zu geben, anzubieten, überlassen es dem anderen, zu nehmen, zu ergreifen.

Seien es solche „Hingabeerfahrungen“, seien es im Gegenteil „Abstoßungserfahrungen“, das Arbeiten des Körpers gegen die Normierung der Welt, gegen ein Hereinziehen in eine männlich ausgerichtete „Körperwelt“, Giraud trifft durchgehend klar, präzise und sensibel und führt auf jeder Seite ins Bewusstsein, dass ein Körper nicht einfach nur so automatisch ist, sondern eigenen, natürlichen und aufgezwungenen Veränderungen unterliegt, eine eigene Sprache besitzt und ein „bewusstes Haben“ wahrgenommen und angenommen werden sollte, um sich im eigenen Körper „gut“ einzurichten.

Eine interessante, andere, sprachlich wunderbare Lektüre.

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Ellenileiens avatar

Rezension zu "Pas d'inquiétude" von Brigitte Giraud

Einblick in die Gefühlswelt des Vaters eines schwer erkrankten Sohnes
Ellenileienvor 4 Jahren

Brigitte Giraud nimmt den Leser mit in den Alltag einer Familie und versucht aus der Sicht des Familienvaters einen Einblick zu geben, wie es ist, sich um ein schwer erkranktes Kind zu kümmern und wie sich das Leben mit einem Mal verändern tut.

Inhalt:

Eine Familie – ein Vater, eine Mutter, eine 16-Jährige Tochter, ein 12-Jähriger Sohn – erhalten eines Tages die Verkündung des Arztes, dass ihr Sohn schwer erkrankt ist. Mit einem Mal müssen die Eltern ihr Leben so umgestalten, dass sie sich um ihr Kind kümmern können, zwischen Krankenhausbesuchen und eigenes Familienleben. Aus Mangel an Zeit lässt sich der Vater fälschlich krankschreiben, um Zeit für seinen Sohn zu haben, während die Ehefrau arbeiten geht. Er fühlt sich zunächst überfordert mit der Situation, denn er wünscht sich, seinem Sohn besondere Tage zu verschaffen, aber er weiß weder wie noch wie er ein Verhältnis mit seinem Sohn aufbauen soll. Die Tage vergehen und niemand aus der Familie hat jemals einen Satz rausgebracht über ihre neue Situation. Jeder behält seine Emotionen für sich. Der Vater sucht aufgrund seiner Überforderung mit dem Sohn nach etwas Freiheit und feiert ein wenig mit seinen Freunden. Plötzlich kann er sich nicht mehr krankschreiben lassen und die Familie muss auf eine Krankenpflegerin ausweichen. Der Zustand des Sohnes verschlechtert sich, sodass er ins Krankenhaus muss. Die Kollegen des Familienvaters unterstützen ihn nicht nur finanziell, sondern auch moralisch, indem sie für ihn arbeiten, damit er Zeit hat sich um sein Kind zu kümmern.

Basierend auf eine wahre Geschichte:

170 jours de repos, c’est ce que les salariés des établissments B. ont offert anonymement à un collègue, père d’un petit garçon gravement malade. Cette solidarté d’un genre nouveau a ainsi permis au père de rester plusieurs mois près de son fils et de l’accompagner dans la longue traversée de la maladie.

Journal télévisé, 30 mars 2010 

„Pas d’inquiètude“ ist ein mitfühlendes Buch über Familie, Krankheit und Freundschaft. Ein Buch aus der Sicht eines überforderten Vaters geschrieben, der nebenbei seine Familie beobachtet und versucht zu verstehen, wieso sie sich so verhalten. Ein Vater, der Niemandem die Schuld für die Krankheit des Sohnes gibt, sondern nur versucht das Beste für ihn zu machen und für ihn als Vater da zu sein, solange er noch am Leben ist.

Kurz, einfach und mit ein paar Zeitensprüngen zwischen Erinnerungen und Gegenwart, lohnt es sich den Roman einmal gelesen zu haben, vor allem interessant zu sehen, wie sich eine weibliche Autorin die Gefühls-und Gedankenwelt eines Familienvaters vorzustellen, welche an manchen Stellen vielleicht etwas zu Klischeehaft dargestellt wurde.

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miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "Une année étrangère" von Brigitte Giraud

Rezension zu "Une année étrangère" von Brigitte Giraud
miss_mesmerizedvor 6 Jahren

Trauer um ihren geliebten Bruder Léo, der bei einem Mofaunfall ums Leben kam veranlassen die 17-jährige Laure dazu, aus ihrem Leben auszubrechen. Erst schmeißt sie die Schule, dann geht sie für 6 Monate als Au Pair nach Deutschland, da sie es in ihrem Elternhaus nicht mehr ertragen kann. Es verschlägt sie in den 80er Jahren nach Lübeck zu einer für sie seltsamen Familie in eine völlig neue Welt. Sie muss dort ihre neue Rolle finden, ihre Trauer bewältigen, sich in einer fremden Sprache ausdrücken lernen und Vertrauen zu den Familienmitgliedern gewinnen. Keine leichte Angelegenheit.

Das Buch ist aus der Sicht der Ich-Erzählerin geschrieben. Erst nach und nach wird ihre Familiensituation und die Gründe für die Flucht offenbar. episodenhaft, teilweise wie ein Tagebuch berichtet sie von ihrer Zeit in Deutschland, der Unsicherheit, die Sprachbarriere, aber auch die Trauer. Viele typische Erfahrungen, die junge Menschen in einer neuen Umgebung machen und die einem bisweilen schier verzweifeln lassen könnten. Sehr eindrucksvoll und nah erzählt mit ganz viel Blick in die Schwierigkeiten dieser Situation.

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