Brigitte Giraud Einen Körper haben

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Einen Körper haben“ von Brigitte Giraud

Der Körper ist Hülle und Spiegel zugleich - ein Leben lang. Die Französon Brigitte Giraud über das Erwachsenwerden und den Verfall des Körpers. Als kleines Mädchen möchte die Icherzählerin lieber ein Junge sein, als junge Frau liebt sie es, begehrt zu werden und zu begehren. Als Mutter ist sie glücklich, den heranwachsenden Sohn Yoto immer neben sich zu haben. Als Yotos Vater bei einem Autounfall stirbt, wird ihr der eigene Körper unerträglich fremd. Bis zu dem Tag, an dem sie wieder wagt, Kleider zu tragen und eins ist mit ihrer äußeren Hülle. Brigitte Giraud erzählt eindringlich von den Wandlungen unsere Seele, die unter die Haut gehen.

Stöbern in Romane

Zeit der Schwalben

Sehr berührend

Amber144

Die Kapitel meines Herzens

Ein mitreißend verfasster Roman für bibliophile Zeitgenossen und Fans der Brontë-Epoche.Literarische Unterhaltung mit Niveau und viel Esprit

seschat

Tochter des Diktators

Beeindruckender Roman über die Liebe, die eigentlich nie passiert ist, und ein Leben, das nie stattgefunden hat. Fein erzählte Biografie.

FrauGoldmann_Buecher

Palast der Finsternis

Effektvoller Schauerroman-Genremix - gut geschrieben und mit anfänglicher Sogwirkung. Leider Punkteinbußen in Aufbau und Auflösung.

lex-books

Am Ende der Reise

Eine berührende, tragisch-komische Familiengeschichte, die zwischen den Zeilen zum Nachdenken anregt.

HarleyQ

Der Meisterkoch

Märchenhaft à la 1001 Nacht. Abenteuerlich, phantastisch, romantisch - spricht alle Sinne an. Geheimnisvoll und spannend bis zum Ende.

hasirasi2

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Wie das Leben von außen betrachtet werden kann und wie es sich anfühlt

    Einen Körper haben
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    16. June 2016 um 08:14

    Wie das Leben von außen betrachtet werden kann und wie es sich anfühltEinen ganz anderes als gewohnten Erzählansatz wählt Brigtte Giraud für ihren neuen Roman.Mit filigraner Sprache (durchaus auch mit dem ein oder anderen derben Ausdruck versehen), mit Emotionalität und Verve kreist Giraud um das Leben „mit“ einem Körper, den „Besitz“ eines Körpers und die „Sprache eines Körpers“ (vor allem), die einerseits „von außen“ abzulesen ist und anderseits ja von „innen“ was mit dem Menschen macht.Und da liegt es ebenso nahe, dass Giraud einen autobiographischen Ansatz wählt, denn nur sie selbst steckt ja in ihrem Körper und nur sie selbst ist in der Lage in solcher Präzision, wie es im Roman geschieht, das eigene Gefühl, die eigene Haltung, das eigene auch „Formen“ des Körpers punktegenau wiederzugeben.Besser noch könnte man sagen, dass Giraud vor allem ihren, aber auch alle anderen „Körper im Buch“ als Protagonisten des Werkes nutzt.Wie da allein schon die ständige Haptik der Mutter das innere Wesen der Mutter in Teilen offenlegt, wie sich der Vater körperlich anders zeigt, verändert, je nachdem, ob er „in Zivil“ privat anwesend ist oder „in Uniform“ beruflich seinen Weg geht.„Ihre Hände ziehen den Stoff glatt“Ein Körper, der sich zum einen von alleine entfaltet, entwickelt, wie Giraud zu Beginn aus der Sicht des Mädchens miterlebt, eher störend erlebt, sich eher der „Anpassung“ der Kleidung an den wachsenden Körper durch ihre Mutter widersetzt, all das lässt den Leser fasziniert eintauchen in jenes Gedankenspiel und der offenen Reflexion des Umgangs mit dem eigenen Körper.„Meine Mutter sagt, eine Prinzessin sei in meinem Turm eingesperrt, eine Prinzessin in einem pailletenbesetzten, langen Kleid, die man befreien müsse“.Der Körper als Turm, die Anforderungen der Zuweisung von Geschlechterrollen, das Einfügen der Heranwachsenden in die „Welt der Frauen“, wie es die Gesellschaft, die Mutter erwartet. Wie fühlt es sich an, ein Kind, eine Heranwachsende, eine Frau zu sein? Wie fühlt es sich an und, vor allem, wie macht es sich äußerlich bemerkbar (Dünn werden, Gewicht zulegen, den Körper einsetzen), wenn man selbst beginnt, den Körper nach inneren oder äußeren Normen zu formen?Und das in solch feinen, alle Verästelungen des jeweiligen Vorgangs auslotender Sprache, die eine weitere Freude der Lektüre darstellt.Was vor allem später in den vielfachen sexuellen Erfahrungen, der „körperlichen Orientierung“ in der Erwachsenenwelt wunderbar klar und doch mit Emotion das „einen Körper haben“ bis ans Ende des Werkes transportiert.„Was danach (erste sexuelle Erfahrungen) passiert, ist nicht das Ende der Welt, nur der Anfang…..Es ist der Übergang, der unweigerlich stattfindet, die langsame Transformation, Haut unter Haut…. Wir versuchen zu geben, anzubieten, überlassen es dem anderen, zu nehmen, zu ergreifen.Seien es solche „Hingabeerfahrungen“, seien es im Gegenteil „Abstoßungserfahrungen“, das Arbeiten des Körpers gegen die Normierung der Welt, gegen ein Hereinziehen in eine männlich ausgerichtete „Körperwelt“, Giraud trifft durchgehend klar, präzise und sensibel und führt auf jeder Seite ins Bewusstsein, dass ein Körper nicht einfach nur so automatisch ist, sondern eigenen, natürlichen und aufgezwungenen Veränderungen unterliegt, eine eigene Sprache besitzt und ein „bewusstes Haben“ wahrgenommen und angenommen werden sollte, um sich im eigenen Körper „gut“ einzurichten.Eine interessante, andere, sprachlich wunderbare Lektüre.

    Mehr
    • 2