Bühlerhöhe

von Brigitte Glaser 
4,1 Sterne bei128 Bewertungen
Bühlerhöhe
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (99):
Tamileins avatar

Anfangs habe ich mich schwer getan. Dann nahm mein Lesetempo mit der steigenden Spannung stark zu.

Kritisch (7):
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Ein Buch, welches anfangs spannend und dicht geschrieben ist und dann von der Intensität, der Sprache und Glaubwürdigkeit extrem abflacht!

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Inhaltsangabe zu "Bühlerhöhe"

Deutschland, 1952: Zwei Frauen mit Vergangenheit, ein geheimer Auftrag Rosa Silbermann reist mit einem geheimen Auftrag in das Nobelhotel Bühlerhöhe. Sie soll Bundeskanzler Konrad Adenauer schützen. Rosa ist in den dreißiger Jahren aus Köln nach Palästina emigriert und arbeitet für den israelischen Geheimdienst. Ihre Gegenspielerin ist die misstrauische Hausdame Sophie Reisacher, die ihre Heimatstadt Straßburg verlassen musste und für den gesellschaftlichen Aufstieg alles geben würde. Rosa und Sophie wissen, was es heißt, wenn ein ganzes Land neu beginnen will. Beide verfolgen ihre eigenen Pläne.

Vor dem Hintergrund der jungen Bundesrepublik erzählt Brigitte Glaser eine spannende Geschichte, die auf wahren historischen Ereignissen beruht.

"Selten wurde so spannend und sprachlich präzise über die Gründungszeit der Bundesrepublik geschrieben." Verena Carl, Barbara

„Fazit: Eine gute Mischung aus Politthriller, Krimi, Frauenbuch und historischem Roman.“ Gesine Reichstein, Radio Bremen, Prod. 2016, mit freundlicher Genehmigung

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783471351260
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:448 Seiten
Verlag:List Verlag
Erscheinungsdatum:12.08.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 12.08.2016 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    schokoloko29s avatar
    schokoloko29vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Buch, welches anfangs spannend und dicht geschrieben ist und dann von der Intensität, der Sprache und Glaubwürdigkeit extrem abflacht!
    Bühlerhöhe

    Es geht um eine israelische Agentin Rosa, die mit einem Mann, Ari, ein Attentat im Schwarzwald vereiteln soll.
    Es ist anfangs sehr dicht und spannend geschrieben. Ich habe es konsumiert wie eine Mousse au Chocolat. Es war teilweise sehr süß, teilweise intensiv. Doch je mehr ich das Buch mich durchgefressen habe, stellten sich Bauchschmerzen ein. Es wurde leider zum Rosamunde Pilcher abklatsch.
    Es war seicht, die Dialoge haben mir Augenrollen produziert. Sie waren nicht glaubwürdig, klischéehaft. Sie entsprachen einer Telenovela als einem glaubwürdigen Roman.

    Echt schade!

    Kommentare: 5
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    KarinEgers avatar
    KarinEgervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Drei Frauenschicksale nach dem Krieg, ein politischer Brandherd und jede Menge deutsch/jüdische Geschichte – lohnt sich!
    Brillante Geschichte – leider sprachlich nicht so eindrucksvoll

    Beim Stöbern im Buchladen hat mich dieses Buch magisch angezogen. Es interessiert mich brennend, wie sich die deutsche und jüdische Bevölkerung in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg mit ihrer grauenvollen Vergangenheit auseinander gesetzt hat. Ihren Lesern Studien dazu an die Hand zu geben, lag der Autorin spürbar am Herzen. Sehr spannend auch die Einblicke in die Geschichte der Staatsgründung von Israel, die Kämpfe mit der arabischen Bevölkerung, das Leben im Kibbuz. 

    Die Handlung – eine mitreißende Agentengeschichte – spielt im tiefen Schwarzwald, einer Gegend, die ich gut kenne. Packend fängt Brigitte Glaser das Wechselspiel von lieblicher Hügellandschaft und bedrohlichen Wäldern ein. Das gestörte deutsch-französische Verhältnis, das zu dieser Zeit an diesem Ort wohl besonders deutlich erlebbar war, kommt sehr authentisch rüber. 

    Die Autorin legt ihre Spuren und baut mysteriöse Beziehungen zwischen ihren zahlreichen Haupt- und Nebenfiguren auf. Relativ früh gibt es schon eine Leiche im Wald. Doch später stellt sich heraus, dass deren Tod mit dem politischen Handlungsstrang nicht viel zu tun hat. Schade, ich hatte damit gerechnet, dass alle Stränge zum Schluss zusammen laufen. Warum hat es die Figur und ihren Tod überhaupt geben müssen? Wohl weil es weit mehr zu erzählen gibt, als nur die Aufregung um das drohende Attentat auf Adenauer. Drei Frauenschicksale weben sich durch den Hauptstrang – alle geschichtlich relevant. 

    Ein brillant aufgebauter, auf vielen Ebenen interessanter Roman. Würde jetzt noch die Sprache der Tiefe und Verwobenheit der Erzählung gerecht werden, wäre der Lesegenuss noch größer. Leider fehlt es an der atmosphärisch passenden Melodie. Gerade dann, wenn es um den Gedankenstrom der Protagonisten geht, der auf stille Weise verschiedene Punkte verbindet, bleibt die Sprache immer sehr starr und flach. 
     
    Die starke Frau im Zentrum, Rosa Silbermann, bleibt durchweg leicht schwammig. Geschunden und geprüft durch Krieg und Flucht, gestählt durch den Kampf um Israel und um das Überleben im Kibbuz sollte sie doch mehr Biss haben. Aber keiner zweifelt so konsequent an ihren Fähigkeiten wie sie selbst. Sind das die tiefen, unüberwindbaren Ängste, die all die Grauen in ihr hinterlassen haben? In ihren Handlungen sieht man keine Spur davon, da macht sie alles richtig. Am Ende ist Rosa eine wahre Heldin, der man gratulieren möchte. Doch sie selbst zeigt keine Siegermentalität. Sie will nur schnell und für immer weg aus Deutschland.

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    Golondrinas avatar
    Golondrinavor einem Jahr
    Belanglos

    Ich wollte das Buch nach 100 Seiten aufgeben. Aber da waren die vielen guten Rezensionen. Habe mich also bis ans Ende durchgekämpft und in der Tat hat das Buch mich noch länger beschäftigt - nämlich mit der Frage, worin die ganzen Lobeshymnen begründet liegen könnten? Sprachlich eher unaufgeregt. Krimi-Elemente, die die Geschichte durchaus bietet - nicht weiter verfolgt. Geschichtlicher Hintergrund - auch schon mal spannender gelesen. Tja, und dann war ich am Ende der 448 Seiten und konnte das Buch nur noch ratlos zuschlagen. 
    Schade um die Lesezeit.

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    Walli_Gabss avatar
    Walli_Gabsvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Drei Frauenschicksale streifen einander auf der "Bühlerhöhe": Ein fesselnder, berührender und politischer Roman
    Spannender Roman um ein halbvergessenes Stück deutscher Geschichte

    Die „Bühlerhöhe“ hatte mich schon seit einiger Zeit gereizt. Trotz längerem Nachgrübelns ist mir kein anderer Roman eingefallen, der in dieser Zeit und vor diesem politischen Hintergrund spielt (und den ich schon gelesen hätte): Anfang der 50er Jahre, Adenauer-Ära, Wiederaufbau. Und gleichzeitig geht es um Israel und das Wiedergutmachungsgesetz, zu dem wir im Geschichtsunterricht nie vorgestoßen sind. Als Leser begleitet man drei verschiedene Frauen in den Schwarzwald: Die schon vor Kriegsausbruch nach Israel immigrierte deutsche Jüdin Rosa Silbermann, die deutsch-französische Hausdame des Nobelhotels Bühlerhöhe Sophie Reisacher und Agnes, die junge Rezeptionistin des benachbarten Gästehauses, die nach eigener Einschätzung „nur von a bis b“ denken kann. Die Protagonistinnen könnten nicht unterschiedlicher sein und so hat es mich beeindruckt, wie gut die Autorin Brigitte Glaser ihre unterschiedlichen Gedankenwelten schildern kann. Während die erstgenannten Frauen meist sehr rational agieren, spuken im Kopf des Schwarzwaldmädels Agnes vor allem „der Nachtkrab“, die Heiligen und ein schwarzer Engel umher. Aber auch ihre Perspektive wirkt nachvollziehbar und schlüssig.

    Rosa Silbermann lebt seit vielen Jahren in einem Kibbuz und geht voll darin auf, den jungen Staat Israel mitaufzubauen. Der Spezialauftrag, mit dem sie nach Deutschland geschickt wird, passt ihr gar nicht: Sie soll zusammen mit einem Mossad-Agenten ein Attentat auf Adenauer während dessen Sommerurlaubs auf der Bühlerhöhe verhindern. Der Kanzler der jungen Bundesrepublik ist dabei, die Wiedergutmachungsgesetze gegen alle Widerstände durchzudrücken und Israel braucht das Geld, weiß allerdings von militanten Gegnern in den eigenen Reihen, die von Deutschland nichts annehmen möchten. Und da Adenauers Sicherheitschef nur „die rote Gefahr“ aus Osteuropa wahrnimmt, schickt Israel zwei eigene Leute auf die Bühlerhöhe, um den Schutz des Kanzlers sicherzustellen. Rosa allerdings arbeitet normalerweise nicht für den Geheimdienst – sie soll vielmehr dem Schutz des Agenten Ari dienen, der mit ihr als Ehefrau auf der Bühlerhöhe weniger auffallen wird und dem sie außerdem die Ortskenntnis voraushat, da sie die Sommerferien ihrer Kindheit im Schwarzwald verbrachte. Blöd allerdings, dass Ari nicht wie verabredet auftaucht und Rosa auf der „Bühlerhöhe“ erst einmal auf sich allein gestellt ist …

    Teilweise las sich der Roman spannend wie ein Krimi. Aber auch der politische und zeitgeschichtliche Hintergrund kommen nicht zu kurz und durch die verschiedenen Perspektiven schafft Brigitte Glaser auf der „Bühlerhöhe“ eine eigene kleine Welt mit den unterschiedlichsten Charakteren. Alles haben während des Zweiten Weltkriegs Leid erlebt, alle haben ihre eigenen Methoden entwickelt, mit der Vergangenheit umzugehen und alle sind bemüht, nach vorne zu blicken und irgendwie ihr Glück zu machen. Das ist gut geschrieben, berührend und rückt außerdem ein Stück deutscher Geschichte in den Fokus, das sonst keine große Rolle in der öffentlichen Wahrnehmung spielt. Mich hat dieses Leseerlebnis bereichert – und gefesselt, ich konnte das Buch gegen Ende kaum noch aus der Hand legen. Etwas bedauert habe ich, dass nicht alle Geschichten fertig auserzählt werden und zwei, drei lose Fäden übrigbleiben. Aber so bleibt noch etwas Raum für Fantasie.

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    L
    lala1970vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Überraschung
    Fesselnd und empfehlenswert...

    Das ist eines der Bücher welches mich am meisten überrascht und so sehr gefesselt hat.
    Man erfährt viel über die Zeit während des zweiten Weltkrieges, die Zeit zum Kriegsende und die Nachkriegszeit unter Kanzler Adenauer.
    Der Schwarzwald wird sehr bildhaft beschrieben und der Verfall der unbeschwerten Zeiten vor dem Krieg bis hin zu einem zerrütteten Nachkriegseuropa und Israel. Jeder Protagonist trägt ein Schicksal in sich und dem Leser treten nach und nach diese Geschehnisse und traumatischen Erinnerungen entgegen.
    Ich denke da besonders an Agnes und ihre Schwester, furchtbare Erlebnisse, schonungslos ins Licht des Lesers gerückt.
    Deutlich wird die Enttäuschung der Heldin Rosa über den Lauf der Geschichte, ihre eigene Geschichte, geprägt durch Ungewissheit und dem Druck, den Anforderungen der Gesellschaft und Ihrem persönlichen Auftag gerecht zu werden. Sie fühlt sich alleingelassen und überfordert, mit der Vergangenheit und Gegenwart, zurecht zu kommen.
    Ein kluges, nachdenklich stimmendes, wichtiges und empfehlenswertes Buch.
    Eine echte Überraschung, schwieriges Thema anschaulich und einfühlsam umgesetzt.

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    Bücherfüllhorn-Blogs avatar
    Bücherfüllhorn-Blogvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein „James-Bond-ähnliches“ Spionage- und Beziehungsdrama im Flair der 50iger Jahre auf der Bühlerhöhe im Schwarzwald, in eine eher ernsten
    Ruhiges „James-Bond-ähnliches“ Spionage- und Beziehungsdrama in den 50iger Jahren auf der Bühlerhöhe

    Die Geschichte, die als Krimi deklariert wird, ist auf eine distinguierte und ernste Art unterhaltsam geschrieben. Es gibt gleich mehrere Spannungsbögen und der Wichtigste ist, wer könnte der potenzielle Attentäter sein? Es gibt zudem sehr viele Einzelschicksale, die alle mit dem Kriegserlebnissen zusammen hängen. Die Gefühle von Rosa sind sehr gut geschildert, ich litt in bestimmten Situationen mit ihr, besonders in denen sie sich hilflos und verworren vorkam. Allerdings hätte ich sie mir manchmal mit mehr Elan und Esprit gewünscht, aber das war aufgrund der Vergangenheit nicht gut möglich. Auch das Warten auf ihren Partner in dieser Spionageaffäre machte einen eigenen Spannungsbogen aus. Wann würde er auftauchen? Wie würde er sein? Im Gegensatz dazu ist Sophie Reisacher, die Empfangsdame, eine sehr intrigante Person, die mir zwar nicht sympathisch wurde, aber als Frau auf sich alleine gestellt konnte ich ihre Ambitionen manchmal ein klein wenig nachvollziehen. Agnes das Bauernmädchen wäre wohl selber fast ein Bauernopfer geworden. Also, die Emotionen und Handlungen von allen Beteiligten sind sehr gut herausgearbeitet, ich habe das Buch gerne gelesen.

    Der Erzählton ist ruhig, aber absolut stimmig und schnell lesbar. Allerdings ist die Geschichte auf keinen Fall ein rasanter Krimi oder Spionagethriller, wie man vermuten könnte. Zudem braucht es gerade am Anfang ein wenig, um in die Geschichte hineinzufinden, aber dann ist man wirklich in dem besonderen Flair der 50iger Jahre auf der Bühlerhöhe angekommen. Wegen der vielen Protagonisten ist es vorteilhaft, das Buch in „großen Stücken“ zu lesen, ich habe es in zwei Ansätzen geschafft. Die Atmosphäre vor Ort im Schwarzwald und die „Maschinerie“ eines Hotels werden sehr zuverlässig und authentisch beschrieben. Ich könnte mir das Buch auch sehr gut verfilmt vorstellen.

     

    Alles in allem: In einer ernsten und ruhigen Erzählsprache mit einigen Spannungsbögen wird ein „James-Bond-ähnliches“ Spionage- und Beziehungsdrama im Flair der 50iger Jahre im Hotel Bühlerhöhe im Schwarzwald geschildert.

     

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    lievke14s avatar
    lievke14vor 2 Jahren
    Ruhige Erzählung......

    Rosa Silbermann reist mit einem geheimen Auftrag in das Nobelhotel Bühlerhöhe. Sie soll Bundeskanzler Konrad Adenauer schützen. Rosa ist in den dreißiger Jahren aus Köln nach Palästina emigriert und arbeitet für den israelischen Geheimdienst. Ihre Gegenspielerin ist die misstrauische Hausdame Sophie Reisacher, die ihre Heimatstadt Straßburg verlassen musste und für den gesellschaftlichen Aufstieg alles geben würde. Rosa und Sophie wissen, was es heißt, wenn ein ganzes Land neu beginnen will. Beide verfolgen ihre eigenen Pläne.

    Das Hintergrundthema in diesem Roman betrifft eine sehr interessante und vor allem brisante Angelegenheit in den Nachkriegsjahren 1951/52. Die deutsche Bundesregierung berät das sogenannte Wiedergutmachungsgesetz gegenüber der jüdischen Bevölkerung. Dieses Gesetz stößt aber nicht überall auf Gegenliebe und so befürchtet insbesondere der Mossad einen Anschlag auf Bundeskanzler Adenauer. Dieser verbringt seinen Sommerurlaub, wie in jedem Jahr, auf der Bühlerhöhe. Kurzweil und Zerstreuung sucht der Kanzler….und  die belebende Wirkung einer Frischzellenkur in der benachbarten Kurklinik…. Dabei bermerkt er nicht, wie sich rings um ihn die grauen Wolken im politischen Nachkriegsgewirr zusammenbrauen….

    Die Protagonistin Rosa soll mit ihrem Landsmann Ari ein Auge auf den Kanzler haben und diesen im Bedarfsfall schützen. Allerdings geht bereits bei ihrer Ankunft so einiges schief. Ari  taucht an dem verabredeten Treffpunkt nicht auf und so muss sich die völlig unbedarfte junge Frau zunächst alleine behaupten. Doch wie verhält man sich als alleinreisende Dame so unauffällig wie möglich? Die Empfangsdame der Bühlerhöhe (Sophie Reisacher) wacht wie ein Löwe über „ihr“ Reich….nichts entgeht deren aufmerksamen Blick und schnell gerät Rosa ins Visier der wachsamen und misstrauischen Reisacher.

    Und mit diesen beiden Frauen haben wir auch die eigentlichen Prunkstücke der Geschichte.

    Rosa, nach dem Krieg nach Israel ausgewandert, ist zwar eine gute und zuverlässige Agentin. Allerdings verfügt sie über keinerlei praktischer Erfahrungen im Außeneinsatz. Als Kind hat sie ihre Ferien häufig auf der Bühlerhöhe verbracht und kennt sich dort aus wie keine zweite. Das ist auch der Grund, warum sie bei diesem Einsatz mit von der Partie ist. Sie dagegen hat im Krieg fast alles verloren und will nur noch ihren Frieden in Israel finden, dort wo sie hingehört.

    Sophie dagegen erscheint auf dem ersten Blick ausgesprochen hartherzig und unsympathisch. Sie ist beim Personal gefürchtet und lässt auch ihren Gästen teilweise eine wenig herzliche Behandlung angedeihen. Sie verfügt über eine gute Menschenkenntnis und kann viele Hintergründe durch geschickte Kombinationsgabe erahnen. Dabei scheut sie sich nicht davor, auch in der Privatsphäre ihrer Gäste zu stochern….manchmal sogar mit unlauteren Mitteln. Doch auch sie verbirgt so einige Geheimnisse, die sich aufzudecken lohnen....

    Die eigentliche Geschichte beleuchtet die Zeit vor der Ankunft des Bundeskanzlers und dessen Aufenthalt in dem Schlosshotel Bühlerhöhe. Während des Handlungsverlaufs kommen die verschiedensten Figuren ins Spiel, die jeweils eine kleinere oder größere Rolle in dem immer dramatischeren Ränkespiel inne haben.

    Als schließlich ein Gast tot aufgefunden wird, überschlagen sich die Ereignisse….

    „Bühlerhöhe“ ist ein gut recherchierter Roman über die Wirren der Nachkriegszeit in Deutschland und Israel. Besonders deutlich wird die innere Zerrissenheit Deutschlands dargestellt. Zum einen fühlen sich viele Deutsche verantwortlich für die Schandtaten, die den Juden angetan wurden….andere dagegen fühlen sich eher als Opfer und können bzw. wollen eine Wiedergutmachung in keinster Weise verstehen bzw. akzeptieren.

    Dieser Roman wird unglaublich ruhig erzählt…. Dennoch nimmt die Spannung im Laufe der Geschichte immer mehr zu. Sie steht aber trotz der drohenden Katastrophe, zu keinem Zeitpunkt im Vordergrund. Die Geschichte lebt viel mehr durch die vielen unterschiedlichen Charaktere, die ihre Sicht auf die Dinge erzählen und darstellen.

    Besonders auffallend ist die antiquierte Redeweise der einzelnen Figuren untereinander, die doch sehr altbacken daherkommt, aber in diesem Roman unglaublich passend erscheint.

    „Bühlerhöhe“ lohnt sich als Lektüre für Leser, die an einer bedächtig erzählten Geschichte über die Nachkriegszeit in Deutschland interessiert sind, welche sich nach und nach zu einem gut konstruierten Krimi entwickelt.


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    W
    WinfriedStanzickvor 2 Jahren
    Ein sehr gelungener Roman



    Der neue Roman von Brigitte Glaser führt den Leser zurück in das Jahr 1952 in ein heute leerstehendes und seiner exklusiven Wiedereröffnung harrendes Luxushotel auf der Bühlerhöhe im Schwarzwald. Die Bühlerhöhe war in den fünfziger Jahren die Sommerresidenz des damaligen deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Auch in dem in  der Nähe befindlichen, nicht ganz so luxuriösen Hotel Hundseck wurde er regelmäßig zu einem zünftigen Frühschoppen empfangen.

    Die Stiefmutter der Autorin, Hildegard Glaser, hat als junge Frau in diesem mittlerweile angerissenen Hotel Hundseck gearbeitet und mit ihren ausführlichen Erzählungen Brigitte Glaser zu der Idee zu diesem Roman gebracht.

    Es geht in „Bühlerhöhe“ um die Debatte um die Wiedergutmachung an Israel, um den Widerstand radikaler jüdischer Gruppen dagegen und im Hintergrund um die Themen der Alija und der Remigration. Und es geht um zwei erfundene Frauenfiguren.
    Die eine heißt Rosa Silbermann, ist rechtzeitig vor dem Holocaust nach Israel emigriert und lebt dort mit einem kleinen Sohn in einem Kibbuz. Der Rest ihrer Familie ist ausgelöscht. Der Vater des Sohnes, ein Musiker, der nicht geschaffen war für das Leben in einem Kibbuz, hat Israel wieder verlassen und ist nach Deutschland zurückgekehrt.

    Ihm wird Rosa Silbermann wieder begegnen, als sie einen Auftrag ausführt, den sie vom israelischen Mossad erhält, der sie zunächst gegen ihren Widerstand, für eine Mission gewinnt. Wegen der in Israel sehr umstrittenen Wiedergutmachung, hat der Mossad Informationen, dass die Irgun während der Sommerfrische Konrad Adenauers auf der Bühlerhöhe ein Attentat auf ihn plant.

    Rosa soll nun mit einem Mossadkollegen Adenauer in Absprache mit dessen Sicherheitschef beschützen. In Tanger bereitet sie sich auf ihren Auftrag und erregt, auf der Bühlerhöhe angekommen, sogleich den Verdacht der zweiten großen Frauenfigur in diesem Roman. Sie heißt Sophie Reisacher, ist die allwissende und intrigante Hausdame des Hotels Bühlerhöhe. Sie spürt sofort, dass irgendetwas an dem jüdischen gast nicht stimmt. Auch ihrem vorm und nach dem Krieg wechselhaften Schicksal und ihren Träumen von einem Eheleben mit einem reichen und einflussreichen Mann gibt Brigitte Glaser Raum. Und auch der jungen Hotelangestellten Agnes, einem einfachen Mädchen aus einem der Nachbardörfer, die gegen ihren Willen im Verlauf einer wie in einem Thriller erzählten Handlung. Alle diese Frauen haben im Krieg furchtbare Traumata erlitten und versuchen, jede auf ihre Weise damit zurecht zu kommen. Weiter treten auf die ganze Entourage des Kanzlers und ein Haufen von Waffenlobbyisten, die in der aufkommenden Wiederbewaffungsdebatte und Adenauers Politik der eindeutigen Westbindung der jungen Bundesrepublik ihre neue Chance wittern.

    Dem gelungene Roman gelingt eine sehr gute Mischung aus dem Porträt zweier starker Frauen und ihren Lebensgeschichten und – träumen und einer spannenden Handlung auf dem Hintergrund der innenpolitischen Debatten der frühen fünfziger Jahre in der BRD, die die meisten der heutigen Leser nicht selbst miterlebt haben.

    Ein Glossar im Anhang mit der Erläuterungen von vielen Begriffen aus der deutschen und israelischen Geschichte hilft bei der Orientierung in einem Roman, den ich gerne weiterempfehle. Er informiert über eine wichtige und den meisten Lesern unbekannte Zeit und ist sehr unterhaltend und spannend zugleich.




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    Ilaryvor 2 Jahren
    Eine spannende Reise in die beginnenden 50er Jahre

    Schauplatz Deutschland, Schwarzwald 1952

    Im Hotel Bühlerhöhe wartet man auf das Eintreffen von Kanzler Adenauer. Hausdame Sophie Reisacher spricht mit Hauptmann Droste die Planung samt Sicherheitsvorkehrungen ab. Sophie ist 35 Jahre, seit 9 Jahren verwitwet, sehr streng zu ihren Untergebenen, Elsässerin, hat in Xavier Pfister einen Geliebten bzw. Verlobten und wartet auf eine baldige Hochzeit, damit ihr Traum vom besseren Leben in Erfüllung geht.

    Die Ankunft von Rosa Goldberg, geb. Silbermann beäugt sie mit Argwohn, denn deren Ehemann Ari verspätet sich und mit jedem Tag wird Sophie misstrauischer. So betrachtet sie kritisch die bäuerlichen Hände von Rosa, die nicht zu ihrem eleganten Äußeren passen. Rosa wurde gegen ihren Willen vom israelischen Geheimdienst damit beauftragt, auf die Sicherheit von Adenauer zu achten, damit der junge Staat Israel tatsächlich das zugesagte Geld aus Deutschland erhält. Sie wurde ausgewählt, da sie die Sprache spricht und die Gegend aus ihrer Kindheit gut kennt. In verschiedenen Rückblenden erfährt der Leser einiges über ihre Vergangenheit, ihre große Liebe Nathan, ihren Sohn Ben, sowie über ihre Schwester Rachel in Tanger.

    Rosa und Sophie umkreisen sich ständig, beobachten sich und spionieren sich gegenseitig aus – ein echtes Katz-und-Maus-Spiel. Umrahmt werden sie von einer illustren, internationalen Gesellschaft von Hotelgästen und diversen Hausangestellten. Darunter auch Agnes, ein junges Mädel, das ungewollt immer wieder zwischen die Fronten von Sophie und Rosa gerät. Außerdem wurde sie und ihre Schwester Walburg vergewaltigt und nun befindet sich unter den Gästen ihr damaliger Peiniger.

    Ungefähr die Hälfte des Buches beschäftigt sich quasi mit diesem Vorspiel und der detaillierten Vorstellung der Figuren bis endlich der Kanzler und seine Tochter Libeth eintreffen. Kurz darauf beginnen die Anschläge auf den Kanzler. Am Ende können die Zusammenhänge offen gelegt werden und der Attentäter wird enttarnt. Es ist eine sehr vielschichtige Geschichte, die dadurch eine breite Leserschaft ansprechen dürfte.


    Dass Cover des Buches findet ich sehr passend und schön gestaltet. Die Autorin fügt noch eine Schlussbemerkung an den Roman, erklärt noch Begriffe aus der deutschen und israelischen Geschichte, sowie Zitate und Quellen. Gefehlt hat mir bei dieser vorbildlichen Gestaltung nur ein Personenregister.

    Der Inhalt des Romans wurde m. E. sehr gut und intensiv recherchiert, die Einsamkeit der Bühlerhöhe und der Umgebung konnte man spüren, die Figuren waren sehr lebendig und authentisch beschrieben. Als Leserin fühlte ich mich auf jeden Fall mitgenommen und war mittendrin in der Handlung. Der Roman ließ sich flüssig, spannend und angenehm lesen. Für mich war es ein echter Lesegenuß!

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    G
    Gisevor 2 Jahren
    Gefahr im Nobelhotel Bühlerhöhe

    Rosa Silbermann wird 1952 vom israelischen Geheimdienst in das Nobelhotel Bühlerhöhe geschickt, da ein Attentat auf Adenauer vereitelt werden soll. Rosa kennt diese Gegend aus ihren Urlauben in der Kinderzeit. Zusammen mit „Ehegatte“ Ari (ein gewiefter Geheimdienstler) soll sie Adenauers Schutz verstärken. Doch Ari kommt nicht wie geplant, und Rosa muss sich allein durchschlagen. Von allen Gästen im Ort, wer ist der Gegner, den sie ins Auge fassen soll? Die Hausdame Sophie Reisacher wird zu ihrer Gegenspielerin, weil sie befürchtet, dass Rosa ihr den Verlobten ausspannen will. Ein heißes Parkett, auf dem sich Rosa orientieren soll…
    Die Autorin entwirft das Szenario eines geheimen Auftrags in den jungen Jahren der Bundesrepublik und verquickt dabei geschickt die Kriegserlebnisse ihrer Protagonisten. Es entsteht eine besondere Atmosphäre durch die Abgeschiedenheit des Ortes und durch die Begrenzung der Zeit, wobei die Gefahr für Adenauer wie auch für Rosa immer präsent ist. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – alles spielt plötzlich eine Rolle und will beachtet werden. Als es einen Toten gibt, wird klar, wie groß die Gefahr tatsächlich ist. Das Cover stimmt auf die Zeit der fünfziger Jahre ein, es scheint die Ruhe vor dem Sturm zu spiegeln. Etwas unübersichtlich wird es anfangs durch die Fülle an Personen, die mich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen hat.
    In einem abschließenden Kapitel erläutert Brigitte Glaser, dass das Setting zwar der Realität entspricht, nicht aber die geschilderten Vorkommnisse. Dennoch ist der Roman so realitätsnah geschrieben, dass die Ereignisse reell erscheinen. So taucht der Leser in die deutsche Geschichte ein und genießt dabei einen Agententhriller, der es an Spannung nicht missen lässt. 

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    abas avatar

    Atmosphärisch, unterhaltsam und höchstspannend!

    Mit "Bühlerhöhe" lässt die erfolgreiche Krimautorin Brigitte Glaser die bewegte Nachkriegszeit wieder auferstehen.
    Deutschland in den 50er Jahren: ein Land, das neu beginnen muss und dem große wirtschaftliche und politische Veränderungen bevorstehen. Mittendrin zwei starke Charaktere mit einer geheimnisvollen Aura, zwei Frauen, die allein mit ihrer Persönlichkeit den Leser faszinieren.
    Möchtet ihr einen niveauvollen und höchstspannenden Roman lesen, der euch gleichzeitig das Flair der 50er Jahre spüren lässt? Dann ist diese Leserunde genau das Richtige für euch!

    Zum Inhalt
    Rosa Silbermann wird 1952 mit einem geheimen Auftrag in das Nobelhotel Bühlerhöhe geschickt. Die in den 1930ern aus Köln nach Palästina emigrierte Jüdin arbeitet für den israelischen Geheimdienst. Ihre Gegenspielerin ist die misstrauische Hausdame Sophie Reisacher. Die musste 1945 das Elsass verlassen und sucht ihre Chance zum gesellschaftlichen Aufstieg. Beide haben erlebt, was es heißt, wenn ein ganzes Land neu beginnen will. Keine von ihnen vertraut der beschaulichen Landschaft des Schwarzwalds. Und beide wissen von einem geplanten Attentat auf Bundeskanzler Adenauer, wobei jede ihre eigenen Pläne verfolgt. Zwei Frauen in einer Männerwelt, in der es um Macht, Geschäfte und alte Seilschaften geht – und irgendwann um Leben und Tod

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    Zur Autorin
    Brigitte Glaser, aufgewachsen am Rande des Schwarzwaldes, lebt und arbeitet seit über dreißig Jahren in Köln. Sie schreibt Bücher für Jugendliche und Krimis für Erwachsene, unter anderem ihre Erfolgreiche Krimiserie um die Köchin Katharina Schweitzer.

    Hintergründe zum Roman und noch viel mehr interessante Informationen könnt ihr im folgenden Bericht erfahren:

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    Möchtet ihr wissen, wie es mit Rosa und Sophie weitergeht?
    Zusammen mit List verlosen wir 20 Exemplare von "Bühlerhöhe" unter allen, die sich über diese ergreifende Geschichte im Rahmen einer Leserunde austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten. Seid ihr neugierig geworden? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 17.08. Ihr müsst nur auf folgende Frage antworten:

    Wiederaufbau, Petticoat, Vespa, neues Freiheitsgefühl: Das waren die 50er Jahre in Deutschland.
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    Ich bin gespannt auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

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