Brigitte Hamann Elisabeth, Kaiserin wider Willen

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Inhaltsangabe zu „Elisabeth, Kaiserin wider Willen“ von Brigitte Hamann

Das übliche süße Sissi-Klischee wird man in diesem Buch vergeblich suchen: Elisabeth, Kaiserin von Österreich, Königin von Ungarn, war eine der gebildetsten und interessantesten Frauen ihrer Zeit; eine Königin, die sich von den Vorurteilen ihres Standes zu befreien vermochte. Häufig entfloh sie der verhaßten Wiener "Kerkerburg", weil sie nicht bereit war, sich von den Menschen "immer anglotzen" zu lassen. Statt dessen war sie monatelang auf Reisen, lernte Sprachen und trieb - im Rittersaal der Hofburg! - Sport. Schon vor dem Attentat, das 1898 ihr Leben beendete, war sie eine legendäre Figur geworden. Brigitte Hamann schildert in dieser Biographie die Kaiserin, wie sie wirklich war. Dabei kam ihr zugute, daß sie vieles bis dahin unbekannte Material verwenden konnte.

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  • Rezension zu "Elisabeth, Kaiserin wider Willen" von Brigitte Hamann

    Elisabeth, Kaiserin wider Willen

    metalmel

    02. June 2008 um 22:48

    Wer kennt sie nicht? Sisi, die verrückte Kaiserin. Ich glaube, sie war verrückt. Vielleicht nicht im medizinischen Sinn, da hat sie noch mal Glück gehabt, denn wer das Buch „Die schwarzen Schafe der Wittelsbacher“ gelesen hat, der weiß dass diese Dynastie viele Wahnsinnige hervorgebracht hat. Ludwig II (von wegen Märchenkönig), sein Bruder Otto (der kannte die Irrenhäuser wirklich gut) oder die Tante der beiden, die tatsächlich glaubte, ein Klavier verschluckt zu haben. Und dann Sisi. Die Beinahe-Heilige. Kaiserin von Österreich. Von Romy Schneider mit Zuckerguss bis zur Unkenntlichkeit überzogen. Ein Christkind noch dazu. Geboren am 24.12.1837 in Bayern. Sie war gar nicht dazu vorgesehen in die Geschichte einzugehen. Aber der Kaiser von Österreich verliebte sich nun mal in den 15-jährigen Fratz und nicht in ihre wohlerzogene Schwester Helene. Mit 16 heiratet sie ihn und gibt fortan die unglückliche Gefangene an der Wiener Hofburg. Gebären soll sie, obwohl sie sich vor Sexualität und Schwangerschaft ekelt. Trotzdem bekommt sie 4 Kinder. Ihrem Mann schustert sie bald eine Geliebte zu, damit er von ihr ablässt. Fanatisch kümmert sie sich um ihre Figur. Um anderes kümmert sie sich eigentlich fast gar nicht. Sie gilt als schönste Frau ihrer Zeit. Und um diesem Ruf gerecht zu werden, will einiges getan sein. Das Einschnüren ins Korsett braucht täglich eine Stunde. Ihre Taille misst angeblich 49 cm, bei einer Größe von 1,70 Meter! Die Haare werden täglich 3 Stunden gebürstet und von ihrer Friseuse Fanny Angerer zu kunstvollen Hochsteckfrisuren drapiert. Die Pracht wiegt um die 8 Kilogramm (das hat mir mal eine Führerin in Schloss Schönbrunn gesagt). Weil Sisi durch das enorme Gewicht solche Kopfschmerzen bekam (ein Wunder, dass sie den Kopf überhaupt aufrecht halten konnte), wurden die Haare täglich hinter ihr an der Decke aufgehangen während Sisi im Bett saß, damit sie entspannen konnte. Gegessen hat sie auch nicht gerne. Jedenfalls nicht mehr an der Wiener Hofburg. Wenn sie Diät hielt, dann gab’s am Tag ein Glas warme Ziegenmilch. Wenn nicht, und sie wollte mal so richtig der Völlerei frönen, dann trank sie ein Glas frischen, gepressten Rindfleischsaft (lecker) und aß auch mal eine Breze. Sie hat Hungerödeme entwickelt. Komisch... Und wenn man so viel gegessen hat, dann muss man die ganzen widerlichen Kalorien sofort wieder abtrainieren. Zu diesem Zweck unternahm die Kaiserin gerne lange Gewaltmärsche. Sie lief mit bis zu 10 km/h in Wäldern und Gebirge umher, manchmal 8-10 Stunden. Das ganze mit Reifröcken wohlgemerkt. Der Verschleiß an Hofdamen, die nicht mit ihr mithalten konnten war groß. Schlafen geht sie recht früh. Damit der Schlaf ein wohliger Schlummer wird, liegt sie in einem schlichten Eisenbett. Gerne lässt sie sich von ihrem Gefolge ein Kalbsschnitzel auf das Dekolleté legen und oberhalb der Hüfte in nasse Laken wickeln, um einer Bindegewebsschwäche vorzubeugen. Und was glaubt ihr? Verrückt oder? Obwohl ... so ähnlich benehmen sich Millionen Gesundheitsfanatiker heute auch. Sisi war nur ihrer Zeit voraus. Und sie hatte Zeit. Sie musste ja nichts tun. Da sieht man mal, was dabei herauskommt! Gottseidank hab ich einen Job!

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