Brigitte Heinrich Der grosse Fang

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Inhaltsangabe zu „Der grosse Fang“ von Brigitte Heinrich

Ob wir mit hochgekrempelten Hosenbeinen am Dorfteich stehen, mit der Profiangelausstattung im Weltenmeer stochern oder mit der umgebundenen Serviette erwartungsvoll vor der Suppenschüssel sitzen – das Verhältnis zwischen Fisch und Mensch ist ein ganz besonderes. Bereit liegt hier ein praller Kescher voller unterhaltsamer, kurioser und lehrreicher Geschichten aus aller Welt. David Arnason lässt den Sonnenfisch mit dem Fischer sprechen - Keri Hulme feiert die Sprottensaison - Ueda Akinari verwandelt einen Mann in einen goldglänzenden Karpfen - Juri Rytchëu schildert die Bedeutung des Wals für die Tschuktschen - Samuel Beckett sucht Erbarmen für einen Hummer - Anton Tschechow erzählt von der Niederlage gegen den Aalraupenfisch - Andreas Möller angelt zum ersten Mal auf Hecht - Christoph Schwennike entwirft eine Typologie des Anglers - Ota Pavel rettet sich mit gestohlenem Fisch über den Krieg - Joseph Wechsberg geht dem Geheimnis der Boullabaisse auf den Grund. Das und vieles mehr für alle Sympathisanten des schillernden Wasserwesens.
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  • Rezension zu "Der grosse Fang" von Brigitte Heinrich

    Der grosse Fang
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    03. April 2011 um 14:34

    Fisch-Geschichten Schon die äußerer Form des Buches ist in Format und rauer Außenhülle anders als gewohnt. Kompakt und griffig kommt es daher, das Buch, kompakt und griffig sind durchaus auch die 16 Kurzgeschichten und kleinen Erzählungen, die das Buch in sich versammelt. Geschichten von Mensch und Fisch, vom Salz des Meeres und der Ruhe des Fischens. „Das Fischen ist eine eigene Welt, die getrennt von allen anderen erschaffen wurde, und in ihr sind wiederum eigene Welten enthalten“, so formuliert es Norman Macclean in seiner kleinen Geschichte im Buch, die unter dem Titel „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“ einen wunderbaren Moment aus autobiographischer Sicht des Autors einfängt (und im gleichnamigen Film Eingang gefunden hat). Fliegenfischen als Bild für das Leben, ein Moment voller Poesie, denn Maclean hier in Buchstaben bannt. Delfine und Haie demgegenüber fischt Thor Heyerdahl an Bord der legendären Kon Tiki auf hoher See und schildert die Ohnmacht des Hais angesichts des Spiels der Menschen mit ihm. In ganz andere Richtung und doch mit ähnlichen inneren Assoziationen entführt Joseph Wechsberg, ein alter Meister des Essays, den Leser zu kulinarischen Einsichten. Die Bouillabaisse ist mehr als eine einfache, wenn auch fein zubereitete, Suppe. Sie ist Ausdruck und Wiedergabe des „Geschmackes der Provence“ und in den vielfachen Zubereitungsformen, von denen Wechsberg eine in seine kleine und amüsante Geschichte verpackt zeigen sich die vielfachen Traditionen und Vorlieben der Menschen an Frankreichs Küsten. Und die Tiefe, die in einer so einfachen Verrichtung wie der des Koches zum Tragen kommen kann. Um den „König Fisch“ wie ihn Keri Hulme nennt also geht es. Um das Fischen als herausgenommen werden aus Zeit und Raum, um eine fast spirituelle Form des Essens und der Zubereitung desselben. 16 Geschichten mit eigenen Schwerpunkten von Sachlich-nüchtern bis poetisch, von märchenhaft (Der Sonnenfisch) bis handfest (Im Schilf). Ein besonders Thema, keine Frage in besonderer Form eröffnen die Geschichten den Zugang zu einer nicht alltäglichen Welt, der nicht nur für Freunde des Fischens, sondern für Freunde sprachlich ausgereifter Geschichten mit inne liegender „Botschaft“ ein anregendes und überraschendes Leseerlebnis bereit hält.

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