Brigitte Kronauer Der Scheik von Aachen

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Inhaltsangabe zu „Der Scheik von Aachen“ von Brigitte Kronauer

Für ihre große Liebe Mario setzt Anita Jannemann alles auf eine Karte. Sie gibt ihren Job in Zürich auf und zieht zurück in ihre Heimatstadt Aachen. Dort besucht sie regelmäßig die alte Emmi. Anita ist schockiert, als ihre Tante barsch behauptet: »Du liebst Mario gar nicht.« Ein kluger und unterhaltsamer Roman darüber, was uns bewegt, wenn wir andere vergöttern oder verteufeln.

Der Antiquitätenhändler Marzahn, bei dem Anita nach ihrer Rückkehr eine Anstellung findet, ist ein zutiefst zynischer Mensch. Gerade deshalb ist er so von Anitas schwärmerischer Naivität für den Amateur-Bergsteiger Mario fasziniert. Besessen versucht er ihr die Liebe in all ihren Schattierungen zwischen Tragik und Lächerlichkeit zu erklären. Auch die Geschichten, die Anita in Anlehnung an Wilhelm Hauffs Zyklus »Der Scheik von Alessandria und seine Sklaven« ihrer Tante jeden Samstagnachmittag zu deren Zerstreuung erzählt, kreisen um dasselbe Thema. Meist indirekt, denn Anita verbindet mit Emmi aufgrund eines Todesfalls ein familiäres Schweigegebot … Ein Buch über das Heimkehren und das Heimatliche, bei dem alles Geschichtenerzählen seinen Anfang hat.

Selten habe ich mich so durch ein Buch gequält.

— chrikri

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  • Mir zu Anspruchsvoll

    Der Scheik von Aachen

    chrikri

    14. November 2017 um 17:29

    Leider fällt es mir schwer eine positive Rezension zu hinterlassen. Ich hatte etwas ganz anderes erwartet und bin etwas enttäuscht. Vielleicht war es für mich, klein Dummerchen, einfach zu Anspruchsvoll. Eine Geschichte über Heimkehr, Liebe und ein familiäres Schweigegebot, sollte es sein. Die Gespräche zwischen den  Personen wurden eigentlich nur von der Haushälterin hoch gehalten, weil es dann auch mal lustig wurde und ich tatsächlich mal schmunzeln konnte. Aber das war es auch schon.   Ich kann noch nicht mal sagen, wem ich es empfehlen kann. In meinem Bekanntenkreis würde mir niemand einfallen.   Sehr sehr schade

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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    • 1884
  • keine Liebesgeschichte im herkömmlichen Sinne

    Der Scheik von Aachen

    Gwenliest

    15. January 2017 um 23:45

    Anita Jannemann gibt ihren Job und ihr Leben in Zürich auf und folgt ihrer großen Liebe Mario nach Aachen, zurück in die eigene Heimat. An der Universität bekommt sie keinen Job, so dass sie in dem Souvenirladen des exzentrischen zynischen Antiquitätenhändlers Marzahn, mit dem Mario sie bekannt gemacht hat, arbeitet. Anita besucht regelmäßig ihre alte Tante Emmi, deren Sohn als Anita noch ein Kind war tödlich verunglückt ist. Thematisiert wird dieser Schickalsschlag in beider Leben nicht zwischen ihnen, stattdessen reden die beiden über den Alltag, die Liebe und das Leben generell. Mario der auf einer abenteuerlichen Bergtour unterwegs ist, ist zwar physisch nicht anwesend aber ständig präsent. Der Roman widmet sich vielen Themen die jeden von uns beschäftigen: Familie, Heimat, Liebe, Trauer und unerwartete Wendungen und Schicksalsschlägen. Sprachlich ist der Scheik von Aachen sehr anspruchsvoll, manchmal etwas zu gewollt literarisch, so kam es mir vor. Die Autorin überschlägt sich immer mal und möchte - aus meiner Sicht - zu viel. Die Idee, die der Geschichte zugrunde liegt mochte ich sehr gerne aber im Laufe der Geschichte verzettelt sich die Autorin Brigitte Kronauer und verliert sich in meinen Augen etwas in den Figuren. Ich konnte die Charaktere, die in ihren Grundzügen interessant angelegt waren, leider häufig nicht wirklich greifen. Gerade die Liebesgeschichte Anita und Mario war für mich nicht glaubwürdig. Auch andere Beziehungsgeflechte, auf die ich hier der Spannung halber nicht eingehen möchte, waren für mich wenig nachvollziehbar. Die Szenen die mich jedoch überzeugt haben und auf die ich hingefiebert habe waren im Grunde die Gespräche zwischen Emmi und Anita, die so voller Leben, Leidenschaft und Wortwitz gestrotzt haben. Die fand ich richtig gut. Eine interessante Leseerfahrung, die mich etwas wankelmütig zurücklässt, die ich aber nicht missen möchte. ich schaue mir einmal die anderen Bücher der Autorin an, vielleicht wage ich mich an das eine oder andere.

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  • Der Scheik von Aachen

    Der Scheik von Aachen

    Petris

    20. December 2016 um 21:26

    Ich würde mich als anspruchsvolle Leserin bezeichnen, die sowohl die Klassiker, als auch zeitgenössische Literatur liebt, deshalb fühlte ich mich auch durch die Beschreibung dieses Romans als „hochliterarisch“ angesprochen.Doch leider stellte sich heraus, dass es mir damit erging wie mit dem Cover. Ich kann auch bei dieser realistischen Malerei zugeben, dass sie technisch gut gemacht und vielleicht sogar künstlerisch interessant ist. Aber mir gefällt sie einfach nicht.Mit dem Roman verhält es sich ähnlich. Die Autorin kann ganz wunderbar mit Sprache umgehen, doch wie sie die Geschichte erzählt, was passiert, das kommt einfach nicht bei mir an und bringt keine Saite zum Klingen.Die Story ist relativ banal, eine junge Frau lässt ihr Leben und ihre Karriere hinter sich, um dem Lover näher zu sein und zieht nach Aachen, wo auch ihre Tante lebt. Einen großen Raum nimmt der Tod des Cousins Wolfgang, der als Kind bei einem Unfall ums Leben kam, ein. Es geht um den Umgang mit Verlust. Denn auch der Lover stirbt bei einem Bergunglück und alle anderen Personen, die eine Rolle spielen, haben jemand verloren. Ein interessantes Thema, aber dennoch gewann es für mich nie richtig an Substanz.Lange Zeit hatte ich Vorurteile gegen deutschsprachige Literatur, um als Literatur zu gelten, muss sie verkopft, kompliziert, negativ oder surreal sein. Schwer zu lesen. Sonst ist es keine Literatur. In anderen Sprachen durfte Literatur durchaus auch eine spannende, schlüssige Geschichte erzählen und damit meine ich nicht die nach den Regeln des „Creative Writing“ strickmusterartig aufgebauten Unterhaltungsromane. Allerdings hat sich das in den letzten Jahren auch im deutschsprachigen Raum ein wenig gewendet. Dieser Roman erfüllt leider wieder alle meine Vorurteile. Zu verdreht, zu sehr in die Länge gezogen, vielleicht sogar zu gewollt literarisch? Ich habe ein Jahrzehnt als Buchhändlerin gearbeitet und viele begeisterte LeserInnen unterschiedlichster Niveaus kennengelernt, aber ehrlich gesagt, mir fällt niemand ein, dem ich das Buch empfehlen oder verkaufen könnte.Eine interessante Lektüre, allerdings anstrengend. Meinen Lesegeschmack hat es nicht ganz getroffen. Allerdings habe ich große Hochachtung vor dem Verlag, der ein so sperriges und nur für eine kleine Zielgruppe geeignetes Buch dennoch herausgibt. In Zeiten, in denen es nur um leichte Lesbarkeit, schnelle Verwertbarkeit und Bestsellerlisten geht. Chapeau!

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    • 2
  • Leserunde zu "Der Scheik von Aachen" von Brigitte Kronauer

    Der Scheik von Aachen

    Klett-Cotta_Verlag

    Mit »Der Scheik von Aachen« ist ein hochliterarischer Roman der Georg-Büchner-Preisträgerin Brigitte Kronauer bei Klett-Cotta erschienen. Wir freuen uns darauf, euch dieses vielschichtige Werk im Rahmen einer Leserunde vorstellen zu können und eure Meinung zu hören!HIER GEHT ES ZUR LESEPROBE Was bewegt uns wirklich, wenn wir lieben oder hassen? Für ihre große Liebe Mario setzt Anita Jannemann alles auf eine Karte. Sie gibt ihren Job in Zürich auf und zieht zurück in ihre Heimatstadt Aachen. Dort besucht sie regelmäßig die alte Emmi. Anita ist schockiert, als ihre Tante barsch behauptet: »Du liebst Mario gar nicht.« Ein kluger und unterhaltsamer Roman darüber, was uns bewegt, wenn wir andere vergöttern oder verteufeln. Der Antiquitätenhändler Marzahn, bei dem Anita nach ihrer Rückkehr eine Anstellung findet, ist ein zutiefst zynischer Mensch. Gerade deshalb ist er so von Anitas schwärmerischer Naivität für den Amateur-Bergsteiger Mario fasziniert. Besessen versucht er ihr die Liebe in all ihren Schattierungen zwischen Tragik und Lächerlichkeit zu erklären. Auch die Geschichten, die Anita in Anlehnung an Wilhelm Hauffs Zyklus »Der Scheik von Alessandria und seine Sklaven« ihrer Tante jeden Samstagnachmittag zu deren Zerstreuung erzählt, kreisen um dasselbe Thema. Meist indirekt, denn Anita verbindet mit Emmi aufgrund eines Todesfalls ein familiäres Schweigegebot … Ein Buch über das Heimkehren und das Heimatliche, bei dem alles Geschichtenerzählen seinen Anfang hat.

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    Petris

    20. December 2016 um 11:57
    Gwenliest schreibt Gerade wäre ich bei 3 Sternen.... Sprachlich würde ich vier geben hat mir gut gefallen, die Geschichte hat mich aber nicht gepackt bzw streckenweise etwas gelangweilt und nervös gemacht. ...

    Geht mir genau so! Vielleicht zu gewollt literarisch.

  • Erzählen gegen die Trauer

    Der Scheik von Aachen

    Buecherschmaus

    13. December 2016 um 20:06

    „Der Scheik von Aachen“ – zunächst einmal ein ziemlich ungewöhnlicher Titel, der sich aber schon mit dem Blick auf den Klappentext erklärt: Es ist Wilhelm Hauffs Märchenzyklus „Der Scheik von Alessandria“, der dem neuen Roman von Brigitte Kronauer bei der Namensgebung Pate stand.Hauff erzählt darin von eben jenem besagten Scheik, dessen geliebter Sohn eines Tages entführt wird. Der Herrscher stürzt daraufhin in große Trauer. An jedem Jahrestag entlässt er daraufhin Sklaven in die Freiheit. Nicht ganz uneigennützig, denn bevor sie gehen, müssen sie ihm eine Geschichte erzählen. Ein Erzählen wider die Trauer und den Schmerz.In Kronauers Text ist es Anita Jannemann, die, nach Jahren in Zürich gerade wegen einer neuen Liebe in ihre Heimatstadt Aachen zurückgekehrt ist, die dieses Erzählen übernimmt.Die alte Tante Emmi lebt seit dem Tod ihres Sohnes Wolfgang, als dieser zwölf Jahre alt war, in tiefer Trauer. Eine Trauer, die aber niemals angesprochen werden durfte. Selbst die Erwähnung von Wolfgang war tabu.„Schon bei dem Wort ‚Hofgang‘, sogar bei ‚Walfang‘, wurde man rot vor Schreck.“Nun ist auch Emmis Mann schon lange tot, eine resolute Polin kümmert sich um Tante und Haushalt und führt ein strenges Regiment. Anitas Besuch zum Tee am Samstagnachmittag werden zur Institution, an der über Gott und die Welt, Anitas Liebe zum kernigen Hobbybergsteiger Mario, ihren Job im Devotionalienhandel des undurchsichtigen Herrn Mahrzahn und die Nachbarn ringsum geplaudert wird. Ein wenig Klatsch und Tratsch gegen die Zumutungen der Welt. Nur über den großen Verlust, der auch Anita betrifft, trägt sie doch seitdem eine heimliche Schuld mit sich herum, wurde sie doch danach quasi als „Ersatzkind“ immer wieder zu Tante und Onkel geschickt (und las sie doch gerade als die Unglücksnachricht eintraf den „Scheik von Alessandria), über diesen tragischen Unglücksfall darf nicht gesprochen werden. Zumindest von Anita nicht.Weite Teile des Buches sind diesen Besuchen und Gesprächen gewidmet. Sie sind spitzzüngig und anspielungsreich, spöttisch und zugleich warmherzig und boshaft. Genauso wie Anitas Selbstdurchleuchtung. Anita ist genau wie das gesamte Personal reichlich schrullig. Die Liebe ist das zentrale Element in ihrem Leben, war sie doch nach eigenen Angaben fast ohne Unterbrechung immer verliebt, nur halt nie für lange.„Denn jedesmal gab es schon bald etwas Quälendes. Was ich so brennend wünschte, wurde nicht erfüllt. Deshalb musste ich weiter.“Auch Mario wird ziemlich bald aus ihrem Leben verschwinden.Überhaupt ist das Buch angefüllt mit Verlusten und der Trauer darum. Neben Emmi und Anita gibt es da noch einige Männergestalten, allesamt Witwer. Bestehende Beziehungen sind zunächst nicht vorgesehen, im Laufe des Buches werden aber welche entstehen.Insgesamt passiert wenig in diesem Roman, viel wird geredet, in der eigenen und der Seele anderer geforscht, Erinnerungen getauscht. Es geht um die Macht des Erzählens, der Sprache, der Legenden, um Verlust, Trauer und die Liebe.Und die beherrscht Brigitte Kronauer aufs vortrefflichste. Wortwitz und brillante Formulierungen zuhauf. Eine zweite Erzählstimme fällt immer wieder dazwischen, kommentiert, liefert Informationen. Schon zu Beginn meldet sie sich:„Schon drängen sich drei Fragen auf. Vor wem fürchtet sich Anita? Vor Emmi. Zu wem spricht sie? Zunächst zu sich, dann zu Ihnen, jawohl, zu Ihnen, auch wenn Sie für Anita noch viel fiktiver sind als umgekehrt. Für wen schneidet sie das Fleisch? Für ein Gulasch.“Auch die leicht spillerige Tante Emmi fährt öfter mal auf nicht ganz dezente Art dazwischen:„“Brr!“ ruft Emmi. “Schluss und punktum mit dem Stuss! Warum peinigst du mich mit Scheißdreck? (…) Sofort aufhören mit dem Blödsinn!“Brigitte Kronauer vereinigt so Tragik und Komödie. Der Text bekommt etwas Burleskes. Das ist vielleicht mit ein Grund, warum mich der Roman trotz aller Kunstfertigkeit nicht wirklich erreichen konnte, mir gegen Ende sogar Unbehagen bereitet hat. Die Charaktere haben mich niemals wirklich eingeladen, sie zu verstehen, gar mitzufühlen, Anteil zu nehmen. Sie blieben für mich Figuren, die auf ihrer Bühne auf- und wieder abtraten. Und bei aller Originalität und allem Können der Autorin ein tiefes Gefühl der Unzufriedenheit zurückließen.  

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  • Nach Aachen der Liebe wegen

    Der Scheik von Aachen

    misery3103

    05. December 2016 um 15:11

    Anita Jannemann zieht aus Liebe zu ihrem neuen Freund Mario von Zürich, wo sie an der Universität arbeitet, zurück nach Aachen. Dort arbeitet sie in dem Souvenirshop von Herrn Marzahn und verkauft Scherzartikel und Nippes.  Zu ihrem Leidwesen ist Mario kein sehr häuslicher Typ, sondern verschwindet kurz nach ihrem Umzug für ein paar Wochen in den Kaukasus zu einer Bergbesteigung. So bleibt Anita nur, in der Heimat die Tage mit ihrer Tante Emmi und deren polnischer Haushaltshilfe Frau Bartosz zu verbringen. Bei Kaffee und Kuchen reden die drei Frauen über Gott und die Welt. Nur ein Thema ist tabu: Der allzu frühe Tod von Tante Emmis Sohn Wolfgang, der einst beim Besteigen eines Baumes herunterfiel und sich Anitas Fahrtenmesser ins Herz rammte. Anita, die von Schuldgefühlen über Wolfgangs Tod geplagt wird, wünscht sich, der Tante die Wahrheit über Wolfgangs Tod erzählen zu können. Doch die Wahrheit darf niemals ausgesprochen werden. Doch Worte könnten endlich die Schuld von ihr nehmen.Der Roman sprüht vor Wortwitz und die Gespräche zwischen Tante Emmi, Frau Bartosz und Anita sind so amüsant und entzückend, dass gerade diese Zusammentreffen der drei Frauen den Roman ausmachen. Die Geschichte um diese Treffen herum zog sich meiner Meinung nach etwas und ich freute mich immer wieder aufs Neue, wenn ich bei Kaffee und Kuchen mit den drei Frauen beisammensitzen konnte und ihren Gesprächen lauschte. Die Dialoge sind lustig und spritzig und voller Wortwitz. Insgesamt ein wirklich schön und witzig erzählter Roman über Schuld und Liebe, nicht ganz einfach zu lesen, aber immer wieder überraschend.

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