Brigitte Kuthy Salvi Lichtspuren

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Inhaltsangabe zu „Lichtspuren“ von Brigitte Kuthy Salvi

Sehen ohne Augen bedeutet, die Welt anders, neu wahrzunehmen. Wie das möglich ist, davon schreibt Brigitte Kuthy Salvi. Sie nimmt die Leserinnen und Leser mit auf eine poetische Reise, etwa ans Krankenbett der Fünfzehnjährigen, der eröffnet wird, dass die versuchte Operation erfolglos war, und die nun daliegt und sich überlegt, wie ein Weiterleben möglich sein kann, ohne jemals die Sterne wieder zu sehen. Sie führt uns in Ausstellungen oder lässt uns einen Blick werfen in die Küche, wo sie ein Nachtessen für Gäste zubereitet. Das alles sind Orte, an denen die Augen eigentlich dringend benötigt würden. Doch Brigitte Kuthy Salvi zeigt in einer bildreichen leichten Sprache, dass Sehen viel mehr ist als die Wahrnehmung mit den Augen. Schreiben begleitet Brigitte Kuthy Salvi seit ihrer Kindheit. Dabei ist nicht bloss das Erzählen in schriftlicher Form von Bedeutung, sondern ebenso die leidenschaftliche Suche nach einer poetischen Stimmung im Schreiben selbst – im Wort und im Raum zwischen den Wörtern.

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  • Rezension zu "Lichtspuren" von Brigitte Kuthy Salvi

    Lichtspuren
    Clari

    Clari

    02. September 2010 um 11:47

    Die Kraft der Freude und der Poesie. „Blind sein“ wird von den meisten Menschen als eines der größten Unglücksfälle des Lebens beschrieben, das uns zustoßen kann. Brigitte Kuthy Salvi musste diese Erfahrung machen: mit fünfzehn Jahren eröffnet ihr der Chirurg eines Nachts, dass die Operation zur Rettung ihres Augenlichts misslungen ist. Ohne Eltern, alleine gelassen in der Nacht, sieht die kleine Brigitte einem ungewissen Schicksal entgegen, dass ihr Ängste und Schrecknisse bereitet. Entgegen der Vorstellung eines aufgebrachten und wütenden Kindes erinnert sie sich in ihrem Büchlein “ Lichtspuren“ an eine Nacht mit dem Großvater, der ihr einst die blinkenden Sterne in einem nachtschwarzen Himmel in Karthago zeigte. Die Autorin hat eine sanfte, liebevolle Erinnerungsgabe, mit der sie die sehende und die blinde Brigitte beschreibt. Es gab einen liebevollen zweiten Vater, den sie in einem zauberhaften Garten in einem Urlaub mit sechs Jahren kennen lernte. Wie sie eine jede Begegnung und die Farben und Düfte ihrer noch sehenden Kindheit beschreibt, dass zeugt von außerordentlicher Schönheit und Feinheit in der poetischen Widergabe und im Klang der Sprache. Eine sanfte Frau lässt Bilder der Ruhe, der inneren Einkehr und der Zweifel aufleben. Sie musste sich in ihr Schicksal ergeben und tat es mit tastenden Schritten immer die Bilder der Sonne, der Blumen und der Schönheit des Himmels und der Sterne vor Augen. Unaufdringlich, sensibel und wach beschreibt die Autorin in assoziativer Weise ihren Weg ins Dunkel. „Ich werde Dir von der Leere erzählen, die das Herz ergreift, wenn die Nacht sich niedersenkt.“( Marie -France Javet: Terres marines“) Der Weg ist gezeichnet von den Bemühungen, Gesehenes nicht zu vergessen und sich die Vorstellung der Außenwelt zu bewahren, um gleichzeitig zu erkennen, dass auch der Blinde den Sinn für Schönheit nicht verliert. Sie kann riechen, hören und tasten. Allmählich übernehmen diese Sinnesorgane die Aufgaben der Augen, so dass sich die Erzählerin zuletzt sogar fragt, ob sie die Welt mit etwa plötzlich wieder sehenden Augen noch ertragen könnte. In kleinen assoziativen Geschichten lernt man eine Autorin kennen, die ihren Weg gemacht hat. Sie hat umso intensiver die Feinheiten des Lebens, der sie umgebenden Stimmen und der Liebe erkundet, als ihre Sinne wach und begierig auf alles Neue sind. Die Grenzen und Zuneigung ihrer Geschwister und ihrer Lieben geben den Takt vor, auf dem sie sich ihr Leben erobert; ein Leben, an dem sie hängt und das sie liebt, weil es sie so viel Schönheit auf Erden lehrt. Augenblicke der Mutlosigkeit werden kompensiert, wenn sie an der Hand eines kleinen Jungen einen alten mittelalterlichen Ort erkundet. Dieses kleine Buch ist von einer so ungeheuren Sprachintensität, von poetischer Kraft und Reinheit, dass man ihm viele sensible und feinfühlige Leser wünschen möchte! Brigitte Kuthy Salvi wurde in Paris geboren und konnte dank der Hilfe ihrer Familie nach ihrer Erblindung ins Leben zurückfinden- Sie ist Anwältin und bekam für das Buch den Prix Réunica Solidarité 2010. Die Übersetzerin Katja Meintel ist ausdrücklich für die Feinheit der Übersetzung zu belobigen.

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