Brigitte Reimann

 4.3 Sterne bei 125 Bewertungen
Autor von Franziska Linkerhand, Ankunft im Alltag und weiteren Büchern.

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Franziska Linkerhand

Franziska Linkerhand

 (35)
Erschienen am 01.11.2012
Alles schmeckt nach Abschied

Alles schmeckt nach Abschied

 (16)
Erschienen am 01.12.2000
Ankunft im Alltag

Ankunft im Alltag

 (18)
Erschienen am 15.03.2010
Ich bedaure nichts

Ich bedaure nichts

 (15)
Erschienen am 01.08.2000
Sei gegrüßt und lebe

Sei gegrüßt und lebe

 (8)
Erschienen am 01.02.1999
Die Geschwister

Die Geschwister

 (6)
Erschienen am 01.05.1998
Aber wir schaffen es, verlaß Dich drauf!

Aber wir schaffen es, verlaß Dich drauf!

 (3)
Erschienen am 01.01.1999
Grüß Amsterdam

Grüß Amsterdam

 (2)
Erschienen am 01.01.2003

Neue Rezensionen zu Brigitte Reimann

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Salutcoris avatar

Rezension zu "Sei gegrüßt und lebe" von Brigitte Reimann

Sei gegrüßt und leben - Christa Wolf und Brigitte Reimann
Salutcorivor 3 Jahren

Man fühlt sich am Anfang wie ein Spion, der dieser sich entwickelnden Beziehung und später tiefen Freundschaft zusieht. Bald aber wechselt man die Perspektive und wird mit hineingerissen in die Gespräche, die leider viel zu früh ein Ende finden. Als besonders beeindruckend empfand ich wie auch große Dichterinnen um Worte ringen - vielmehr um die richtigen Worte, die es für viele Situationen nicht gibt. Der unaufhaltsame Kampf, dem sich sowohl Brigitte Reimann als auch Christa Wolf stellen müssen wird wunderbar einfühlsam dargelegt. Ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der einer Freundschaft zwischen zwei starken Frauen beim Entstehen zusehen möchte und der sich nicht scheut auch die tiefe Depression zu erfahren, die am Ende droht. Man braucht einige Tage um darüber hinweg zu kommen, denn diese Zusammenstellung von Briefen und Tagebucheinträgen vermag es, dass man sich als Teil dieses Duos empfindet. Am Ende bleiben nur die wunderbaren Texte, die über die Trauer hinweghelfen.

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MitAussichts avatar

Rezension zu "Franziska Linkerhand" von Brigitte Reimann

Die vielen Stimmen einer Frau
MitAussichtvor 5 Jahren

Franziska Linkerhand  - was ist es denn nun eigentlich? 

Ein Liebesroman? Ich gebe zu, ja, da ist Ben, da ist das Zimmer in Berlin. Da sind die kitschigen Szenen mit heißen Küssen und Schutz unter der olivgrünen Windjacke. An Männern mangelt es wahrlich nicht in diesem Roman und wer genau hinschaut, erkennt schnell, dass schon die Erzählweise verrät, welche Männer sexuelles Begehren für Franziska empfinden. Nur der Vater, dieser Intellektuelle aus dem 19. Jahrhundert, ist davon ausgenommen. Alle anderen sind von der Lust getrieben und Franziska kennt ihr Innenleben. 

Ein Produktionsroman? Das mag man zu Beginn glauben, aber Franziska Linkerhand ist nicht Ankunft im Alltag, auch wenn die Kritiker der DDR das gern so gesehen hätten. Walter Lewerenz hätte noch so viel schreiben können davon, dass die Reimann ein positives Ende wollte, in dem Franziska nach Neustadt zurückkehrt. Am Ende wissen wir es doch nicht, denn Brigitte Reimann hatte keine Zeit mehr, den Schluss zu schreiben. Und so können wir nur hypothetisch über einen Schluss sprechen, den es nicht gibt.

Ist es ein Frauenroman? Auch Frauen gibt es einige in Franziska Linkerhand und die Autorin gibt ihnen nicht nur eine, sondern viele Stimmen, denn auch Franziskas Abschiedsbrief ist ein Chor: Hier spricht nicht nur die Franziska, die in Neustadt gescheitert ist, hier spricht auch die jugendliche Franziska, die liebende, die hassende, die rasend eifersüchtige, die desillusionierte, die entfremdete Franziska. Sie tut es in der Form des "ich" und des "sie", im Präteritum und im Präsens und sie lässt andere sprechen. Zum Beispiel Gertrud, gegen deren trostloses Leben Franziskas Scheitern sich ausnimmt wie ein tiefer Kratzer gegen einen Bauchschuss. Die Freundfeindin sieht am Ende keinen Ausweg mehr und wählt den Freitod.

Am Ende bleibt die Feststellung, dass Franziska Linkerhand all das ist und noch viel mehr. 10 Jahre hat Brigitte Reimann an diesem letzten Buch, an ihrem "Experiment" geschrieben. Sie war sich nie sicher, ob ihr "Unglücksbuch" jemals veröffentlicht wird und wir haben es anderen zu verdanken, dass das Manuskript nicht verloren gegangen und Franziskas Stimme ungehört geblieben ist. Noch wichtiger ist dabei die Neuausgabe des Romans von 1998, in der die Kürzungen und Zensuren rückgängig gemacht wurden und damit die eigentliche Franziska wieder zu Tage tritt. Und als "Experiment" sollten wir es auch lesen und dabei nicht vergessen, dass hier eine Autorin bis zu ihrem Tod geschrieben hat und keine Zeit mehr blieb, den Text zu ordnen und straffen. Aber genau darin liegt vielleicht der Reiz von Franziska Linkerhand. Es ist wahrlich kein einfaches Buch, aber ein lohnenswertes ist es doch allemal.

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AnnaChis avatar

Rezension zu "Franziska Linkerhand" von Brigitte Reimann

Rezension zu "Franziska Linkerhand" von Brigitte Reimann
AnnaChivor 6 Jahren

Der unvollendete Roman der leider schon 39-jährig verstorbenen Brigitte Reimann ist eines der Bücher, die ich mit auf eine einsame Insel nähme, um sie wieder und wieder zu lesen. Eine junge Architektin versucht in den 60er Jahren, eine menschenwürdige Stadt für die Bürger der DDR zu bauen - und muss erleben, wie ihre Träume an den Mauern der Bürokratie zerschellen. Auch ihre Liebesgeschichte(n) sind zum Scheitern verurteilt ... "Franziska Linkerhand" zeigt eine starke, wenn auch gebrochene Frauengestalt, die mich, auch wenn das Buch schon vor dreißig Jahren geschrieben wurde, immer noch berührt und bewegt.
Johanna Wokaleks feinfühlige, emotionale Interpretation macht das Hörbuch zu einem besonderen Erlebnis und lässt die klare, poetische Stimme Brigitte Reimanns leuchten. Großartig!

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