Brigitte Reimann Franziska Linkerhand

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Inhaltsangabe zu „Franziska Linkerhand“ von Brigitte Reimann

Eine der hinreißendsten Frauenfiguren der deutschen Literatur Weil Franziska Linkerhand lieber dreißig wilde Jahre wählen würde statt siebzig brave und geruhsame, ignoriert die junge, begabte Architektin den vorgezeichneten Karriereweg. Seit ihrer Scheidung ist sie wieder unabhängig, und sie will wissen, wie das ist: frei sein, fortgehen, sich nicht umdrehen ... Ein Jahr wird sie in Neustadt arbeiten, in der hintersten Provinz, aber gerade das reizt sie. Sie trifft auf eine Stadt, die mit vorgefertigten Elementen auf ödem Sandboden errichtet wurde: die Bankrotterklärung der Architektur, sagt ein älterer Kollege. Noch fühlt sich Franziska berauscht von dem Verlangen, sich zu behaupten und Häuser zu bauen, die ihren Bewohnern das Gefühl von Freiheit und Würde geben. Sie will sich nicht zufriedengeben mit dem Machbaren, und sie will auch nicht zynisch werden wie Ben, dieser komplizierte, abweisende Mann mit dem dunklen Fleck in der Biographie, den sie zu ihrem Geliebten machen wird. Zehn Jahre schrieb Brigitte Reimann an diesem Roman über eine lebenshungrige, kompromißlose, von einer Vision und einer Liebe besessene Frau. Obwohl unvollendet, ist er doch eines der wichtigsten und überzeugendsten Bücher der deutschen Nachkriegsliteratur geworden. Diese erstmals ungekürzte Ausgabe zeigt eine kantigere, schärfere, freimütigere "Franziska Linkerhand", radikal und tabuverachtend durch die Todesnähe der Autorin. "Ein aufregendes, aufwühlendes Buch." FAZ

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    Franziska Linkerhand

    MitAussicht

    24. September 2013 um 09:03

    Franziska Linkerhand  - was ist es denn nun eigentlich?  Ein Liebesroman? Ich gebe zu, ja, da ist Ben, da ist das Zimmer in Berlin. Da sind die kitschigen Szenen mit heißen Küssen und Schutz unter der olivgrünen Windjacke. An Männern mangelt es wahrlich nicht in diesem Roman und wer genau hinschaut, erkennt schnell, dass schon die Erzählweise verrät, welche Männer sexuelles Begehren für Franziska empfinden. Nur der Vater, dieser Intellektuelle aus dem 19. Jahrhundert, ist davon ausgenommen. Alle anderen sind von der Lust getrieben und Franziska kennt ihr Innenleben.  Ein Produktionsroman? Das mag man zu Beginn glauben, aber Franziska Linkerhand ist nicht Ankunft im Alltag, auch wenn die Kritiker der DDR das gern so gesehen hätten. Walter Lewerenz hätte noch so viel schreiben können davon, dass die Reimann ein positives Ende wollte, in dem Franziska nach Neustadt zurückkehrt. Am Ende wissen wir es doch nicht, denn Brigitte Reimann hatte keine Zeit mehr, den Schluss zu schreiben. Und so können wir nur hypothetisch über einen Schluss sprechen, den es nicht gibt. Ist es ein Frauenroman? Auch Frauen gibt es einige in Franziska Linkerhand und die Autorin gibt ihnen nicht nur eine, sondern viele Stimmen, denn auch Franziskas Abschiedsbrief ist ein Chor: Hier spricht nicht nur die Franziska, die in Neustadt gescheitert ist, hier spricht auch die jugendliche Franziska, die liebende, die hassende, die rasend eifersüchtige, die desillusionierte, die entfremdete Franziska. Sie tut es in der Form des "ich" und des "sie", im Präteritum und im Präsens und sie lässt andere sprechen. Zum Beispiel Gertrud, gegen deren trostloses Leben Franziskas Scheitern sich ausnimmt wie ein tiefer Kratzer gegen einen Bauchschuss. Die Freundfeindin sieht am Ende keinen Ausweg mehr und wählt den Freitod. Am Ende bleibt die Feststellung, dass Franziska Linkerhand all das ist und noch viel mehr. 10 Jahre hat Brigitte Reimann an diesem letzten Buch, an ihrem "Experiment" geschrieben. Sie war sich nie sicher, ob ihr "Unglücksbuch" jemals veröffentlicht wird und wir haben es anderen zu verdanken, dass das Manuskript nicht verloren gegangen und Franziskas Stimme ungehört geblieben ist. Noch wichtiger ist dabei die Neuausgabe des Romans von 1998, in der die Kürzungen und Zensuren rückgängig gemacht wurden und damit die eigentliche Franziska wieder zu Tage tritt. Und als "Experiment" sollten wir es auch lesen und dabei nicht vergessen, dass hier eine Autorin bis zu ihrem Tod geschrieben hat und keine Zeit mehr blieb, den Text zu ordnen und straffen. Aber genau darin liegt vielleicht der Reiz von Franziska Linkerhand. Es ist wahrlich kein einfaches Buch, aber ein lohnenswertes ist es doch allemal.

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  • Rezension zu "Franziska Linkerhand" von Brigitte Reimann

    Franziska Linkerhand

    sumsidie

    22. July 2010 um 11:23

    Franziskas Eltern beschließen nach dem Krieg in den westlichen Teil Deutschlands zu ziehen, doch Ihre Tochter Franziska trifft die bewusste Entscheidung in der DDR zu bleiben. Nach einem sehr erfolgreichen Architekturstudium wird sie in eine hintere Ecke der DDR geschickt um am Bau einer Neubausiedlung zu arbeiten. Doch nach der anfänglichen Euphorie für diesen neuen Staat und das Projekt, wird Franziska mit der Zeit immer enttäuschter und trauriger mit sich und ihrer Umwelt. Die Figur der Franziska muss Reimann sehr am Herzen gelegen haben bzw. war ihren eigenen Lebenserfahrungen sehr nah. Das liest man aus jedem Satz heraus und so kommt Franziska dem Leser auch sehr nahe. Wer sich für das Leben in der DDR interessiert, oder wissen möchte warum die Menschen sich für diesen Staat zu Beginn so begeistert haben, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. Davon abgesehen ist Franziska Linkerhand ein intensives Portrait einer jungen Frau, das mich gefesselt und berührt hat.

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  • Rezension zu "Franziska Linkerhand" von Brigitte Reimann

    Franziska Linkerhand

    Ambre

    30. January 2010 um 20:34

    Brigitte Reimann wurde 1933 in der Nähe von Magdeburg geboren. 1960 zog sie nach Hoyerswerda, später nach Neubrandenburg. Ihren Roman "Franziska Linkerhand" ließ sie unvollendet zurück, nachdem sie mit nur 39 Jahren an ihrer langjährigen Krebserkrankung starb. *** Das Werk wird aus der Sicht der jungen Architektin Franziska geschrieben, die mit hochgesteckten Zielen nach Neustadt kommt. Zunächst noch tatenkräftig und motiviert, beginnt sie langsam zu begreifen, dass man ihre innovativen Ideen nicht umsetzen will oder kann. Auch die Beziehung zu ihrem Geliebten schwankt zwischen Übermütigkeit und Depression. Brigitte Reimann zeichnet ein klares Bild der ehemaligen DDR. Das Thema an sich ist auch durchaus lesenswert, das Setting interessant. Leider ist das 600 Seiten starke Werk vom stilistischen her furchtbar. Gedankengänge werden angefangen, über Seiten hin aufgebaut um dann in losen Fäden liegengelassen zu werden. Man wird zwischen der Vergangenheit der Protagonistin und ihrer Gegenwart ständig hin und her geworfen. Sogar innerhalb von Kapiteln. Die ersten 300 Seiten waren für mich das komplette Chaos. Ich habe weder die Handlung, noch die Aussage dieses Buches verstanden. Es erschließt sich alles nur ganz langsam und einen roten Faden habe ich vergebens gesucht. Fazit: Schade, da die Idee interessant ist. Diese Form jedoch hat mir das Lesen verdorben.

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  • Rezension zu "Franziska Linkerhand" von Brigitte Reimann

    Franziska Linkerhand

    LaCabra

    16. September 2007 um 17:58

    Sehr lesenswert! Ein Stück Literaturgeschichte!

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