Brigitte Schwaiger Wie kommt das Salz ins Meer

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Inhaltsangabe zu „Wie kommt das Salz ins Meer“ von Brigitte Schwaiger

Aus einem provinziellen, biederen Elternhaus flüchtet sich die Ich-Erzählerin in eine nicht weniger provinzielle bürgerliche Ehe. Das enge Korsett ihrer Rolle als Ehefrau, die ständigen Maßregelungen ihres Mannes treiben sie Schritt für Schritt in Verzweiflung und Depression. Als Brigitte Schwaigers Debütroman im Jahr 1977 erschien, avancierte die damals 28-Jährige über Nacht zum literarischen Star. Ihr Buch, eines der meistverkauften Werke der deutschsprachigen Literatur, hat auch über 30 Jahre später nichts von seiner Aktualität verloren: Ein literarisches Meisterstück, das mit viel Galgenhumor und Witz und ohne erhobenen Zeigefinger vom Versuch eines Ausbruchs aus den bürgerlichen Verhältnissen erzählt.

08/2016

— claudiaaa
claudiaaa

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skurriles, humorvolles und literarisches Meisterwerk, ich kann es nur weiterempfehlen.

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  • Rezension zu "Wie kommt das Salz ins Meer" von Brigitte Schwaiger

    Wie kommt das Salz ins Meer
    BeautyBooks

    BeautyBooks

    24. July 2011 um 20:43

    Der Ich-Erzählerin in diesem Buch fällt es schwer sich im Leben durchzusetzen.. Sie heiratet jung ihren Freund Rolf.. Anfangs war es noch Liebe, doch diese Liebe verflüchtigt sich schnell.. Sie wird unter Druck gesetzt, lebt nach den Vorschriften ihres Mannes und ihrer Eltern.. Sie darf nicht arbeiten gehen, ist Tag und Nacht zu Hause um den Haushalt perfekt zu erledigen.. Rolf findet jedoch immer irgend etwas an ihrem Tun auszusetzen.. Aus lauter Verzweiflung und Sehnsucht nach Geborgenheit begeht sie Ehebruch und stürzt sich in eine Affäre mit einem Freund ihres Mannes, Karl, der ebenso verheiratet mit seiner Hilde ist.. Sie wird von Karl schwanger, der dieses Kind jedoch nicht möchte & zwingt sie zur Abtreibung.. Diese Abtreibung nimmt er selbst vor, und schabt sie aus.. Die Affäre zwischen den beiden bleibt nicht lange in Verschwiegenheit, sie gesteht und will die Scheidung.. In der damaligen Zeit ein rießen Skandal.. Meine persönliche Meinung: Ein dünnes Büchlein aber wahrhaftig keine leichte Kost.. Die Autorin verwendet keine Kapitel, noch wörtliche Reden, die das Lesen dieser wenigen Seiten erschweren.. Dieses Buch wurde im Jahre 1977 als großen Erfolg gefeiert.. Der Roman zählt zu den meistverkauften Werken des deutschsprachigen Raumes.. Und doch finde ich dieses Thema immer noch aktuell.. Unglückliche Ehe, die Frauen werden unterdrückt, das Leben richtet sich nur nach dem Mann.. Auch in unser heutigen Gesellschaft sehen und hören wir so etwas zur Genüge.. Ich hab die Autorin sofort in mein Herz geschlossen.. Sie erzählt ihre Geschichte zynisch, sarkastisch und dennoch verzweifelnd.. Im Juli 2010 ist Brigitte Schwaiger in Wien verstorben, man geht von Selbstmord aus.. Ein literarisches Werk, das jeder gelesen haben sollte!

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  • Rezension zu "Wie kommt das Salz ins Meer" von Brigitte Schwaiger

    Wie kommt das Salz ins Meer
    rumble-bee

    rumble-bee

    31. May 2011 um 15:35

    Ich hatte mir dieses Buch aufgrund einer geradezu hymnischen Rezension gekauft, die ich hier bei LB gelesen hatte. Außerdem, so wurde mir bei der Informationssuche klar, handelt es sich wohl um ein ausgesprochen berühmtes, gar preisgekröntes Werk. Nun muss man bei weitem nicht jedes Buch gelesen haben, das jemals von einem Kritiker gelobt wurde. Doch die Thematik, eine junge Frau gefangen in einer unglücklichen Ehe, hatte mich dann doch überzeugt. Und die Tatsache, dass es sich um ein ziemlich autobiographisch geprägtes Werk handelt, wie man hört. Ob ich dieses Buch allerdings wirklich mag - das ist auch nach langsamem Lesen für mich sehr schwer zu beurteilen. Denn vom Schreibstil her passt es in so gar keine Schublade, es lässt sich weder leicht lesen, noch leicht erfassen. Man kann dieser Geschichte nicht einfach folgen wie einem Film, man wird nicht wirklich von der Autorin an die Hand genommen. Es ist eher so, als werde man von ihr in ihr eigenes Tagebuch hinein geschubst, und muss sich nun darin zurechtfinden. Wir haben zwar eine - grobe - Chronologie vor uns, die aber im Laufe des Lesens immer mal wieder durchbrochen wird. Das Buch beginnt mit der Hochzeit der Protagonistin, und endet mit der Scheidung. Doch was dazwischen liegt, bewegt sich gekonnt zwischen allen möglichen Ebenen, zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, zwischen Gedanken und gesprochenen Worten, zwischen Träumen und Depressionen. Das ist sehr anspruchsvoll - ich fühlte mich teilweise sogar fast als Eindringling in diesem Buch, als Fremde in der hoch privaten Gedankenwelt einer völlig verschüchterten Frau, die niemals wirklich Gelegenheit dazu hatte, eigene Wünsche zu entwickeln. Es gibt auch etliche stilistische Hürden für den Leser. Es gibt keinerlei Struktur, keine Kapitel, und auch keine Kennzeichnung wörtlicher Rede. Es liest sich wie ein gigantischer Gedankenstrom, und zwar immer aus der Perspektive der jungen Frau - die übrigens, wenn ich mich nicht irre, im Roman (wenn es denn einer ist) keinen eigenen Namen bekommt. Diese innovative Technik hat natürlich auch den Vorteil, dass sehr viel genauer alles das unterstrichen wird, was die Frau an ihrer Umgebung anprangert: Engstirnigkeit, Bigotterie, Heuchelei, und etliches mehr. Ab und an hielt ich bei der Lektüre inne, weil mir ein Satz, ein Satzpaar, besonders ins Auge fiel. Denn bisweilen hat die Autorin die nahezu unheimliche Fähigkeit, eine gesellschaftliche , böse Wahrheit so pointiert zusammenzufassen, dass es fast schmerzt. Doch aufgrund dieser gelegentlichen "Perlen" allein kann ich nicht wirklich sagen, dass ein Lesefluss entstanden wäre, oder ein Lesesog. Es war eher ein Gefühl wie Atemnot, eine (zugegeben) genial geschilderte gesellschaftliche Enge, die mich ans Ende des recht kurzen Buches taumeln liess. Dies ist sicherlich kein Buch, das sich zum wohlfeilen Konsum eignet. Aber ganz bestimmt ist es ein Buch, über das sich trefflich diskutieren lässt.

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  • Rezension zu "Wie kommt das Salz ins Meer" von Brigitte Schwaiger

    Wie kommt das Salz ins Meer
    gurke

    gurke

    17. May 2011 um 09:56

    Der Ich-Erzählerin in diesem Buch fällt es sehr schwer sich im Leben durchzusetzen. Sie ist kleinbürgerlich aufgewachsen und hat für ihre Eltern immer das getan, was auch von ihr erwartet wurde. So auch die Hochzeit mit dem Diplomingenieur Rolf. Klar anfangs ist sie schon verliebt, doch die Liebe ist schnell verpufft. Er unterdrückt sie und die Protagonistin fügt sich. Sie geht nicht mehr arbeiten, kümmert sich um den Haushalt und erledigt alles zur vollsten Zufriedenheit ihres Mannes - na gut, er findet dennoch immer wieder einen Grund an ihr herumzukritisieren. Diese ständigen Maßregelungen treiben die Frau letztendlich Schritt für Schritt in Depressionen. Die Geschichte an sich klingt sehr vielversprechend. Außerdem ist Brigitte Schwaigers Debütroman eines der meistverkauften Werke der deutschsprachigen Literatur. Mit dementsprechend hoher Erwartung bin ich an das Buch herangegangen. Und doch fiel es mir schwer, die gerade mal 134 Seiten zu lesen. Die Autorin verwendet weder Kapitel, noch wörtliche Rede. Das macht es für den Leser anstrengend, mit den Konversationen Schritt zu halten. Alles was wir erwarten dürfen, ist ab und zu mal ein Absatz. Man muss immerzu aufpassen, wo man sich gerade befindet und wer was sagt und was nicht laut ausgesprochen wird. "Wie kommt das Salz ins Meer" hat aber auch seine positiven Seiten. Das Thema unglückliche Ehe in der die Frau völlig zu kurz kommt und sich ausschließlich nach dem Mann richtet ist immer noch aktuell. Außerdem beschreibt die Ich-Erzählerin ihr Leben und den Verlauf ihrer Ehe zynisch, sarkastisch und dennoch verzweifelt. Der Leser kann hier nicht anders als die Protagonistin ins sein Herz zu schließen. Alles in allem, fiel mir der erfolgreiche Roman nur mäßig. Ich brauchte lange um in die Geschichte einzusteigen. Als ich mich an den Schreibstil so langsam gewöhnt hatte, war das Buch dann schnell gelesen. Ich werde "Wie kommt das Salz ins Meer" auf jeden Fall später noch einmal in die Hand nehmen...

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  • Rezension zu "Wie kommt das Salz ins Meer" von Brigitte Schwaiger

    Wie kommt das Salz ins Meer
    AennA

    AennA

    25. April 2011 um 18:09

    Eine junge Frau erzählt in der "Ich-Form" von der Odyssee ihrer Ehe. Dem Beispiel ihrer Großmutter und Mutter folgend, heiratet sie aus den konservativen Vorstellungen heraus, mit denen sie aufgewachsen ist. Heiraten, eine Familie gründen und einen gutbürgerlichen Haushalt führen...das muss einfach so sein, das ist vernünftig. Sie heiratet Rolf aus Liebe, doch hält diese nicht lange vor, als sie merkt, dass sie in der Ehe den gleichen Zwängen unterliegt wie zuvor in ihrem Elternhaus. Vergeblich versucht sie, auszubrechen, die Depressionen sind unvermeidlich... Ich muss sagen, ich tue mich schwer mit der Besprechung dieses Buches. "Wie kommt das Salz ins Meer" ist der hochgelobte Debütroman von Brigitte Schwaiger und im Jahre 1977 erstmalig erschienen. Ich hatte somit große Erwartungen an das Buch, das schließlich ein noch immer hochaktuelles Thema verarbeitet. Aber ich fand es schwer, das nur 134 Seiten umfassende Werk zu lesen. Die Autorin grenzt die wörtliche Rede nicht durch Zeichen ab, so dass man einen fortlaufenden Text vor sich hat, was sehr anstrengend ist. Was wird gesprochen? Und was nur gedacht? Wer spricht was? Hier ist der Leser sehr gefordert, aber auch gezwungen, sich komplett auf die Ich-Erzählerin einzulassen. In ihre Welt einzutauchen, um ihre Gefühle nachvollziehen zu können. Wir lernen eine Frau kennen, die, eingesperrt in ihrer Ehe, keine Möglichkeit der Selbstverwirklichung erfährt. Die, aus einem konservativen und mindestens genauso einengenden Elternhaus kommend, es nicht gelernt hat, sie selbst zu sein, eigene Zukunftsvorstellungen zu entwickeln. Sie hat es nicht gelernt, sich aufzulehnen. Weder gegen ihr Elternhaus noch gegen ihren Mann, der sie ständig unterordnet, gängelt, klein macht. So ist der Leser sehr erstaunt, als sie den Ausbruch wagt und schließlich Konsequenzen zieht. Tiefsinnig, aber auch mit einer Portion Humor lässt Brigitte Schwaiger ihre Protagonistin erzählen. Viele Sätze haben mich in ihrer Doppeldeutigkeit beeindruckt... [...] er sagt: Schon lange war es nicht so schön mit dir. Dabei war ich gar nicht zu Hause. Ich bin sicher, dass sich noch einige solcher Satzschätzchen in dem Buch finden lassen, die ich auf den ersten Blick womöglich übersehen habe. "Wie kommt das Salz ins Meer" ist kein Buch, das mir auf Anhieb gefallen hat. Je mehr ich mich damit auseinandersetze, desto mehr erkenne ich aber die Qualitäten dieser stark autobiographisch geprägten Lektüre. Brigitte Schwaiger (*1949) hatte ihr ganzes Leben lang mit psychischen Problemen zu kämpfen und verübte im Jahre 2010 Selbstmord.

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  • Rezension zu "Wie kommt das Salz ins Meer" von Brigitte Schwaiger

    Wie kommt das Salz ins Meer
    kleinfriedelchen

    kleinfriedelchen

    19. April 2011 um 20:47

    "Die Frau braucht einen Mann und es geht uns gut. Er wird auf der Leiter immer höher und höher steigen, ich werde die Leiter festhalten, damit sie nicht umkippt. Wir werden Kinder haben, aber nur eigene, denn bei Adoption, sagt er, weiß man nicht, was für Erbmaterial da ins Haus kommt. Eine Frau ohne Mann, was ist das schon? Er ist stärker." Von ihren Eltern gedrängt, stimmt die namenlose Erzählerin der Ehe mit dem Diplomingenieur Rolf zu. Denn Rolf ist ein anständiger Mann, mit soliden Werten und einer glänzenden Berufsaussicht. Gutbürgerlich ist er, und das ist für ihre Familie das Wichtigste. Doch die junge Frau, die die Ehe als Fluchtmöglichkeit vor dem spießigen Elternhaus gesehen hat, muss bald erkennen, dass sie mit Rolf nicht glücklich werden kann, denn er ist genau wie ihre Eltern. Mehr und mehr fühlt sie sich eingeengt durch die strengen Regeln des biederen Bürgertums, bis sie fast in ihrer Verzweiflung versinkt... ________ Meine Meinung "Wie kommt das Salz ins Meer" ist der erste Roman der im Juli 2010 verstorbenen Autorin Brigitte Schwaiger. 1977 erschienen, erzielte das Buch damals großen Erfolg bei Lesern und Kritikern und zählt heute zu den meistverkauften deutschsprachigen Büchern. Sarkastisch und gleichzeitig verzweifelt schildert die namenlose Erzählerin hier das langsame Scheitern ihrer Ehe. Schon in der Schule stellte sie fest, dass sie nicht weiß, was sie vom Leben erwartet. So bestimmen es statt ihrer selbst die Eltern, raten ihr zum passenden Studium und zum passenden Mann, in den sie sich anfangs tatsächlich verliebt. Doch das Studium scheitert, und auch ihre Ehe ist lieblos und von Anstandsregeln geprägt. Rolf bestimmt, mit wem sie befreundet sein soll und wie sie sich in der Öffentlichkeit zu verhalten habe. Durch eine Affäre versucht sie sich zu befreien, doch auch dieser fast schon einzige Versuch der Selbstständigkeit scheitert. Eine perfekte Haus- und Ehefrau wollen ihr Mann und ihre Eltern aus ihr machen, doch gerade daran zerbricht die Ich-Erzählerin fast. Denn sie ist alles andere als perfekt. Sie ist unsicher, fühlt sich ihrer Rolle als Ehefrau nicht gewachsen, ist sich über ihre Gefühle für Rolf im Unklaren und weiß nicht einmal, wann Tomaten- oder Spargelzeit ist und wieviel Gemüse kosten darf. Zusätzlich wird sie von Selbstmordgedanken und einer unerklärlichen Traurigkeit geplagt, unter der auch schon ihre Mutter litt. Natürlich im Verborgenen, denn der berufstätige, stets beschäftigte Gatte soll sich nicht durch die unverständlichen Gefühle seiner Frau gestört fühlen. Heute hat dieses Krankheitsbild einen Namen: Depression. Obwohl das Buch aus den 70er Jahren stammt und sich unsere Gesellschaft weiterentwickelt hat, wirkt das sozialkritische Thema des Buches nicht veraltet, denn jeder kennt sicherlich jemanden, den er als Spießer bezeichnen würde und der übermäßig an "veralteten" Werten festhält. Und so gibt es sicherlich noch genug Frauen, die in solchen unglücklichen Ehen gefangen sind und sich nicht trauen, daraus auszubrechen. Die gesamte Geschichte wird ohne Anführungszeichen aus der Ich-Perspektive erzählt, wodurch eine intensive Nähe zur Erzählerin entsteht. Ich konnte mich durch den Erzählstil sehr gut in sie hineinversetzen und mit ihr fühlen. Auf die Beschreibung von Äußerlichkeiten legt Schwaiger nicht viel Wert, aber auch ohne zu wissen, wie die Umgebung oder ihre Wohnung aussieht, kommt Atmosphäre auf. Man fühlt sich beengt und eingezwängt vom biederen Alltag und oftmals wollte ich die Protagonistin am liebsten bei den Schultern packen und schütteln, damit sie sich endlich einmal auflehnt und rebelliert. Doch soweit kommt es nicht; wie denn auch, wenn man es gar nicht anders kennt? Schon ihre Großmutter und auch die Mutter sahen sich selbst nur als Anhang ihres Mannes, dem es ein schönes Heim zu gestalten gilt. Unter welchem Druck diese Frauen stehen, wird immer wieder in unterschiedlichen Situationen deutlich, beispielsweise als die Mutter der Erzählerin fast in Tränen ausbricht, weil ihr Mann ihr wortlos zu verstehen gibt, dass ihm das Mittagessen nicht geschmeckt hat, indem er den vollen Teller von sich wegschiebt. Oder der Großvater wütend die Tür zum Schlafzimmer eintritt, weil diese unbeabsichtigt verschlossen war und ihm sein "Recht" als Mann verwehrt. Betrachtet man Brigitte Schwaigers Lebenslauf, bleibt die Vermutung nicht aus, dass der Roman stark autobiografisch ist. Wie auch die Protagonistin wurde Schwaiger als Tochter eines Arztes geboren, ihre Ehe scheiterte nach nur 4 Jahren und Depressionen und Suizidversuche begleiteten sie ihr Leben lang. Im Juli 2010 fand man die Leiche der 61-Jährigen in Wien in der Donau; man geht von einem Selbstmord aus. Mit diesem Wissen im Kopf wirkt ihr Buch noch bedrückender, denn es zeigt, dass die traurige Geschichte keinesfalls Fiktion ist, sondern genug Frauen in der Realität unter ihrem repressiven Leben zu leiden haben. "Wie kommt das Salz ins Meer" ist ein eindrucksvolles, jedoch trostloses Buch über gesellschaftliche Zwänge und den vergeblichen Versuch einer Frau, sich davon zu befreien. Keine leichte Kost, aber unbedingt empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Wie kommt das Salz ins Meer" von Brigitte Schwaiger

    Wie kommt das Salz ins Meer
    Marlischen

    Marlischen

    04. September 2010 um 18:31

    Eine junge Frau begeht Ehebruch und verlässt ihren "gutbürgerlichen", wohlverdienenden Mann. In den 70er Jahren ein Skandal, heute Alltäglichkeit. Und gerade deswege hat Brigitte Schwaigers Roman nicht an Aktualität eingebüßt. Er handelt von der Monotonie eines Ehelebens, von gescheiterten Versuchen aus dem Alltag auszubrechen.Das Debüt der damals jungen Autorin ist ein mitreißender Erfahrungsbericht, der stark autobiographisch angelehnt ist. Brigitte Schwaiger starb im Juli 2010 im Alter von 61 Jahren. Man geht von Selbstmord aus. Die Nachricht in den Medien hat mich erneut auf das Werk der österreichischen Autorin aufmerksam gemacht, die schon damals im Schulunterricht zur Pflichtlektüre gehörte. Der Stil Schwaigers ist unverwechselbar, prägnant und klar. "Wie kommt das Salz ins Meer" bleibt bestimmt nicht der einzige Roman, den ich von Schwaiger lesen werde.

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  • Rezension zu "Wie kommt das Salz ins Meer" von Brigitte Schwaiger

    Wie kommt das Salz ins Meer
    Monsignore

    Monsignore

    05. April 2010 um 22:18

    Dieses Buch war einst Programm einer Generation. 1977 erschienen, kotzte es die gutbürgerliche Welt aus. "Gutbürgerlich" ist das erste Wort im Roman und der geordneten gutbürgerlichen Welt, die die 68er mühelos weil still überlebt hatte. Sie wird desmaskiert und lachhaft gemacht bis zur Erlösung. Die Erzählerin begibt sich - weil ihr nichts besseres einfällt - in die Ehe mit Rolf, einem durchschnittlichen Mann, der keinen blassen Schimmer von irgendwas hat. Es folgen Depression, Affäre, Abtreibung, Scheidung. Zutiefst menschlich und anrührend geschrieben, wird einem die Verlogenheit der Bürgerllchkeit so deutllich vor Augen geführt, dass einem alle sog, Schuppen abfallen. Gerade heute wieder hochaktuell für viele 18jährige Frauen, die wieder mal den versorgenden Mann fürs Leben suchen und zwangsläufig an einen Rolf geraten. - Ich las dieses Buch 1981; und ich weiss heute noch, wie das Lesen sich angefühlt hat, wie wahr und wichtig dieses Buch ist.

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  • Rezension zu "Wie kommt das Salz ins Meer" von Brigitte Schwaiger

    Wie kommt das Salz ins Meer
    katermurr

    katermurr

    30. April 2008 um 23:14

    Ich fand es vor langer Zeit sehr gut. ich weiß aber nicht mehr was drin steht, außer dass der Mann seine Frau nicht verstanden hat (dabei konnten sie miteinander reden - haben also nicht so wie hier gechattet...)