Britt Wray

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Cover des Buches Das Mammut aus der Tiefkühltruhe (ISBN: 9783990550021)

Das Mammut aus der Tiefkühltruhe

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Erschienen am 11.10.2018

Neue Rezensionen zu Britt Wray

Cover des Buches Das Mammut aus der Tiefkühltruhe (ISBN: 9783990550021)
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Rezension zu "Das Mammut aus der Tiefkühltruhe" von Britt Wray

Sikal
Für mich viel Neues dabei

Spätestens seit Jurassic Park ist das Thema der Wiedergeburt ausgestorbener Lebewesen jedem von uns ein Begriff. Nur wenige Menschen aber befassen sich wirklich tiefgehend und wissenschaftlich damit, ausgestorbene Spezies zurückzuholen. Wissenschaftler, die sich damit beschäftigen, sprechen dann aber nicht von der Wiedergeburt, sondern von Rückausrottung. Dieser Begriff mag anfangs ein wenig sperrig klingen, festigt und bestätigt sich aber im Laufe der Lektüre.

 

Die Autorin Britt Wray hat sich eingehend mit dem Thema der Rückausrottung beschäftigt und in diesem Buch das Für und Wider sowie die möglichen Methoden beschrieben, Tiere die wir nie zu Gesicht bekommen haben, wiederzubeleben.

 

Am Anfang des Buches wird der Leser in die Methoden der Rückausrottung eingeführt. Hier heißt es sicherlich für den einen oder anderen durchzuhalten – wenn die Autorin von Genmanipulation oder Rückzüchtung spricht, ist es für den biologisch unbedarften Leser nicht immer leicht ihr zu folgen. Uninteressant ist aber auch dieses Kapitel auf keinen Fall, trübt jedoch das Lesevergnügen bereits zu Anfang ein wenig (keine Angst es wird mit den weiteren Kapiteln besser…).

 

Ist es aber wirklich vertretbar spezielle Spezies rückauszurotten? Welche Arten verdienen es wieder unter uns zu weilen und von welchen sollten wir die Finger lassen?

 

Ist es mehr vertretbar ein Wollhaarmammut zurückzuholen als einen Hypolimnus pedderensis (einen Regenwurm aus Tasmanien), nur, weil wir ein Mammut auch schon als Kuscheltier kennen und uns vor dem Wurm ohnehin nur ekelt?

 

Sollten nur Tiere in Frage kommen, die mit Sicherheit bereits durch den Menschen ausgerottet worden sind? Oder gibt uns alleine die Tatsache, dass wir im Stande sind so etwas zu machen auch das Recht (oder sind wir sogar in der Pflicht) aus reiner Profitgier einen prähistorischen Zoo zu schaffen?

 

Britt Wray enthält sich in diesem Buch sehr gut ihrer eigenen Meinung – sie trägt Fakten zusammen, erklärt diese auf verständliche Weise und stellt positive als auch negative Auswirkungen gut gegenüber. Die Wissenschaftler, die hier zu Wort kommen, handeln ebenfalls aus unterschiedlichen Gründen und so ist für eine ausgewogene Faktenlage gesorgt.

 

Ob es nun sinnvoll ist, ethisch vertretbar oder aus reiner Profitgier geschieht, darüber muss sich der Leser seine eigenen Gedanken machen – dank der Autorin hat er aber mit diesem Buch eine gute Grundlage, sich darüber klar zu werden, was damit ausgelöst werden könnte.

 

Aber keine Angst, noch ist es nicht so weit – die Rückausrottung von Dinosauriern ist bis heute ohnehin nicht möglich, auch wenn uns Jurassic Park hier anderes glauben machen will und selbst den Tasmanischen Wurm Hypolimnus pedderensis zurückzubringen, stellt die Wissenschaft noch vor große Probleme.

4 Sterne für diese interessanten Einblicke.

Cover des Buches Das Mammut aus der Tiefkühltruhe (ISBN: 9783990550021)
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Rezension zu "Das Mammut aus der Tiefkühltruhe" von Britt Wray

annlu
Wiedergeburt ausgestorbener Tiere

*Die Rückausrottung spricht kreative Köpfe mit einer fantasievollen Sicht auf die Welt an, doch es muss sich erst noch zeigen, wie sich die Geschichten im wahren Leben entfalten werden.*


Im Jahr 2012 wurde die Wissenschaftsjournalistin Britt Wray auf die Bestrebungen aufmerksam ausgestorbene Tiere wieder zum Leben zu erwecken. In diesem Buch stellt sie ihre Recherchen vor, die von den Verfahren der Rückausrottung über vorstellbare Arten, dem Einsatz im Naturschutz bis zur Frage führen, ob Wissen und seine Umsetzung auch gefährlich sein kann.



Das Buch beginnt sehr persönlich und stellt in der Einleitung den ersten Kontakt von Wray mit Rivive & Restore vor. Da die private Organisation an der Rückausrottung arbeitet und davon überzeugt ist, damit viel Gutes zu tun, war die Einleitung der Thematik gegenüber entsprechend positiv eingestellt. Ich habe schon befürchtet nur eine Seite der Medaille vorgestellt zu bekommen, besonders, da die Argumentation im ersten Kapitel erst einmal der Vorstellung der unterschiedlichen Techniken, die zur Anwendung kommen könnten, zuwendet. Nach dem etwas trockenen Einstieg kommt dann aber auch die Gegenseite zu Wort.


Das Buch ist von einer sehr großen Anzahl an Meinungsäußerungen, Interview- und Rechercheergebnissen geprägt, die eines gut verdeutlichen: Die Meinungen zum Thema Rückausrottung sind sehr gegenläufig und manche Fronten verhärtet. Das Buch verdeutlicht zudem, dass nicht nur der technisch-wissenschaftliche Stand der Genforschung berücksichtigt werden muss, sondern viele andere Aspekte eine Rückausrottungsaktion beeinflussen. So wird hier neben der Genetik und der Paläontologie sehr oft auch der Naturschutz, komplexe Beziehungen der Ökologie aber auch der Mensch und die Gesellschaft angesprochen.


Das Mammut dient als charismatischer Aufhänger des Rückausrottungsgedanken, realistischer wird die Bestrebung allerdings an Arten angesehen, die seit kürzerer Zeit ausgestorben sind. Bisher wird die Rückausrottung auch von den Möglichkeiten der Wissenschaft eingeschränkt, sodass – trotz der sehr griffigen Kapitelüberschriften – hier öfters weniger Konkretes als vielmehr theoretische Überlegungen angesprochen werden. Sehr interessant empfand ich das Einfließen des Naturschutzes und das Ansprechen der Arten, die heute in Gefahr sind.


Trotz meines großen Interesses an naturwissenschaftlichen Errungenschaften fiel die Rückausrottung für mich in den Bereich des fantastischen und erinnerte zu sehr an Jurassic Park. Das Buch hat mir das Thema näher gebracht und die aktuellen aber auch zukünftigen Möglichkeiten aufgezeigt. Durch die Vielzahl an Äußerungen – die sich mitunter auch widersprechen – hatte ich das Gefühl einen sehr umgreifenden Einblick in das Thema zu bekommen. Für meinen Geschmack war das Wissen aber nicht immer griffig, da es auf Vermutungen basiert. Eines jedenfalls ist klar herauszulesen: das Auferstehen lassen einer ausgestorbenen Art und ihre Wiedereinführung in die Natur ist äußerst komplex. Die Rückausrottung wird daher heftig diskutiert und bringt sehr polarisierte Meinungen hervor.


Fazit: Das Buch hat mir viel interessantes Neues beigebracht, dabei musste ich aber erkennen, dass die Problematik des Themas auch mich in den Bereich der Meinungsfronten gebracht hat.

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