Britta Böhler

 4.3 Sterne bei 12 Bewertungen

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Der Brief des Zauberers

Der Brief des Zauberers

 (12)
Erschienen am 18.05.2015

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Rezension zu "Der Brief des Zauberers" von Britta Böhler

Gute Idee, banaler Stil
urwortvor 5 Jahren

„Not und Widrigkeit sind keine Hindernisse für den Schöpfergeist. Vielleicht sind sie sogar notwendige Voraussetzungen.“

Der Schriftsteller Thomas Mann (1875-1955) gönnte sich mit seiner Familie zu Zeiten Hitlers Machtergreifung nach langen Reisen Erholung außerhalb Deutschlands. 1933 blieben seine Werke bei der Bücherverbrennung zwar verschont, dennoch wird ihm eine Heimkehr abgeraten, weshalb er sich bald im Schweizer Exil widerfindet – mit einem Bruchteil seiner Habe.

„Man fühlt sich unbedeutend und nichtig, wenn man sich die Erde zwischen all den anderen Gestirnen vorstellt. Ein klitzekleines Sandkorn, nicht mehr. Und ein Menschenleben ist nicht einmal ein Blinzeln in der Gewaltigkeit des Weltalls.“

Zwei Jahre sind vergangen, ihn traf noch nicht das Schicksal der anderen Exilanten, die in Deutschland nicht mehr veröffentlichen dürfen. Doch nun möchte auch er Stellung nehmen – dieses Buch handelt nicht von Thomas Mann als Autor, sondern er als Mensch mit Ängsten und inneren Zerwürfnissen tritt in den Vordergrund. Drei Tage ringt Mann mit der Entscheidung den „Korrodi-Brief“ zu veröffentlichen.

„Wo ich bin, ist Deutschland.“

Britta Böhler legt ein gut recherchiertes Debut vor, welches uns Buddenbrooks’ Autor aus einfühlsamer Perspektive betrachten lässt. So interessant die Geschichte auch ist, so banal ist der Schreibstil. Ob eine bewusste Vereinfachung erzielt wurde oder Roman mit Sachbuch verwechselt wurde, bliebt offen. Die Lektüre liest sich schnell, Kenntnisse über Manns Werk sind dabei nicht vonnöten; vielmehr eignet es sich als blumige Ergänzung zu dessen Biographie. Trotz der vielversprechenden Idee bleibt die Lektüre unbefriedigend.  

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FreydisNeheleniaRainersdottirs avatar

Rezension zu "Der Brief des Zauberers" von Britta Böhler

Kein Weg zurück?
FreydisNeheleniaRainersdottirvor 5 Jahren

Lang hat Thomas Mann mit sich gefochten, blieb passiv und äußerte sich nicht zum Nazi-Regime in Deutschland, schließlich wurden seine Bücher noch veröffentlicht und er fürchtete sich vor den Konsequenzen: Das es für ihn keine Rückkehr in sein geliebtes Heimatland geben wird, dass Deutschland ihn und seine Werke vergessen könnte. Als seine tochter Erika schließlich mit ihm brechen wollte, weil er keine Stellung bezog, geriet er in Zugzwang.

 Ein sehr schöner Roman über die Veröffentlichung des "Korrodi-Briefes" in der Neuen Zürcher Zeitung, in dem Mann endlich seinen Unmut über die Nazi-Herrschaft in Deutschland äußert und schließlich heimatlos wird. 

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connys avatar

Rezension zu "Der Brief des Zauberers" von Britta Böhler

Eine Liebeserklärung an einen "normalen" Ausnahmeschriftsteller
connyvor 5 Jahren

Britta Böhler ist es gelungen, mit ihrem Debüt "Der Brief des Zauberers", ein Bild von Thomas Mann zu zeichnen, dass sich fern ab der zuhauf verfassten und gängigen Meinung eines exzentrischen, selbstverliebten und lieblosen Mannes (v.a. seiner Familie gegenüber) bewegt.
Der Roman spielt im Schweizerischen Exil im Jahre 1936, in dem das Hitler- Regime in Deutschland beginnt seine zerstörerische Politik in einem unbekannten Ausmaß zu betreiben. Der zu diesem Zeitpunkt schon mit dem Nobelpreis gewürdigte Thomas Mann sieht sich, nach langem Stillschweigen über die politischen Verhältnisse in Deutschland gezwungen Stellung zu beziehen. Aus diesem Grund verfasst er einen Brief, den er gedenkt in der Schweizerischen Tageszeitung NNZ zu veröffentlichen. Britta Böhler zeichnet nun das Wochenende in all seinen Feinheiten und inneren Zerwürfnissen des großen Schriftstellers nach, an dem er mit sich hadert den Brief zu veröffentlichen, denn wieviel hängt davon ab, sich von Deutschland zu entfernen. Nach einer liebevollen Skizze der Menschlichkeit, die jedoch Nichts ausslässt, schließt der Roman mit der Erkenntnis "Wo ich bin, ist Deutschland."
Ein Roman nicht nur für Liebhaber.

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