Britta Bolt Der Tote im fremden Mantel

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Inhaltsangabe zu „Der Tote im fremden Mantel“ von Britta Bolt

Pieter Posthumus liebt Amsterdam und will an keinem anderen Ort der Welt leben – und das, obwohl die große Wirtschaftskonferenz mit ihren Horden von Delegierten und zahlreichen Gegendemonstrationen gerade nichts als Unruhe verbreitet. Immerhin geht im »Büro der einsamen Toten« alles seinen gewohnten Gang. Bis zu dem Tag, an dem Posthumus den Tod eines Junkies untersucht, der einen viel zu vornehmen Kamelhaarmantel trägt …
Bald gibt es noch einen Toten: einen Teilnehmer der Konferenz – und anscheinend hängen die beiden Todesfälle miteinander zusammen. Haben die Taten einen ideologischen Hintergrund? Oder gibt es doch ein persönliches Motiv? Die Ermittlungen führen Posthumus zurück in seine eigene Vergangenheit als Student mit radikalen politischen Überzeugungen. Tiefer und tiefer gerät er hinein in ein Netz aus politischen Intrigen und dunklen Familiengeheimnissen.

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  • Intelligent verstrickter Fall, durchaus mit Spannung und viel Lokalkolorit

    Der Tote im fremden Mantel

    michael_lehmann-pape

    24. April 2017 um 12:30

    Intelligent verstrickter Fall, durchaus mit Spannung und viel Lokalkolorit„Ruhe überkam ihn – kühl und scharf umrissen……So fühlte sich das also an. Angst“.Und das zu Recht, denn zuvor war Pieter Posthumus, stets adrett und ausgewählt gekleideter Beamter für die „einsamen Toten“ Amsterdams noch nie in einer solchen Situation, in der er sich gegen Ende des Buches, mit Fußfesseln versehen und grün und blau geschlagen, wiederfindet.Was aber eine ganze Strecke an lange Zeit in ihrem Zusammenhang undurchschaubaren Ereignissen in Anspruch genommen hat. Bei der der Kommissar de Boer fast ebenso lange nicht wirklich die Qualitäten des „Ermittlers wider Willen“ erkannt und genutzt hat.Aber auch in diesem Verhältnis schreitet eine Entwicklung langsam, aber stetig voran, bis ein durchaus vertrautes Verhältnis der beiden „Ermittler“ sich langsam breitmacht.Ein großer Umweltkongress findet in Amsterdam statt. Und einer, der vor längerer Zeit aktiver Teil dieser Bewegung war und dann in den Augen alter Weggefährten schmählich „die Seiten gewechselt hat“, Ben, wird schwer mitgenommen in einer dunklen Unterführung gefunden. Hat da der alte Junkie mit zu tun, dessen Leiche gefunden wird und der den teuren Mantel des Beraters großer Unternehmen trägt?Und was hat es auf sich mit Christina, einer alten Freundin eben des Überfallenen und der guten Freundin von Posthumus, Gabi? Die zu spät zu einem Treffen mit Ben kam und sich massiv Vorwürfe zu machen scheint. Auch wenn bei ihr „altes Geld“ im Hintergrund steht, steht sie doch auf der Seite der Aktivisten und bietet diesen ihre vielfachen Kontakte zu hohen Politikern und wichtigen Prominenten an.Während im Buch die, in den vorhergehenden Bänden zentral gesetzten, privaten Beziehungen und Verflechtungen des Pieter Posthumus zu Anna, seine Ex und zu Merle, seiner letztlich erst „wiedergefundenen“ Nichte, eher in den Hintergrund treten, konzentriert sich das Autorenduo dieses Mal intensiv auf den Fall an sich. Auf die Nebenverwicklungen alteingesessener Krimineller mit dem Anschlag, auf die „alte“ (im wahrsten Sinne des Wortes) Hausbesetzerszene Amsterdams (die ein besonderes „Schmankerl“ mit einigen Teilnehmern des Kongresses geplant hat), auf das Rotlichtmilieu bar jeder „Romantik“, bei dem im Buch in aller Klarheit die menschenverachteten Seiten dieses „Geschäftes“ mit benannt werden.Lobbyisten gegen Aktivisten, verdeckte Motive, die auch Mord nicht scheuen und mittendrin der empathische Schöngeist Posthumes, der einfach etwas „Ungeordnetes“ so nicht stehen lassen kann.„Posthumus hatte Fantasie und einen Blick für Details“, so zumindest sieht es auch Kommissar de Boer so langsam ein. Einer eben, der den Brotkorb im Restaurant strikt parallel zur Tischkante ausrichtet, ohne darüber überhaupt nachzudenken.„Er konnte die Puzzleteile nicht liegen lassen, er musste sie zusammensetzen, musste die Geschichte dahinter finden“.Vorher findet der Mann keine innere Ruhe und Frieden.Schön zu lesen ist es, wie das Autorenduo seinen Posthumus in diesem Band weiterentwickelt, wie nebenbei vielfache Informationen zum „Innenleben“ des Mannes mit einstreut, zusätzlich zum Problem der Gentrifizierung Amsterdams, den alten „Fronten“, den Veränderungen der Moderne, die nicht jedem gefallen und immer mehr Widerstand hervorrufen bei den „alteingesessenen“ Bewohnern der Innenstadt.Ein, wieder einmal, in sich stimmiger, intelligenter Kriminalroman, in dem die Stadt ebenso eine gewichtige Rolle spielt, wie die, bis in die „Nebenrollen“, gut besetzten Personen, Beziehungen und Atmosphären im Buch.

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  • Ein etwas anderer Ermittler und viel amsterdamer Flair:)

    Der Tote im fremden Mantel

    Ayda

    Schauplatz ist Amsterdam: "Der Tote im fremden Mantel" ist der dritte Band einer Reihe um den Mitarbeiter Pieter Posthumus,auch genannt PP, der im Büro der einsamen Toten arbeitet,das im  Amt für Katastrophenschutz und Bestattungen angesiedelt ist. Er kümmert sich um die Bestattungen von Verstorbenen Menschen,die nichts mehr hatten,vereinsamt,wohnungslos oder drogensüchtig waren. Wie auch in seinem aktuellen Fall, als die Leiche eines Drogensüchtigen Mannes gefunden wird,der einen teuren Kamelhaarmantel an hat und in den Verhältnissen sich normalerweise diesen nicht leisten könnte. Das mysteriöse ist,dass in dem Mantel eine Vistenkarte gefunden wird,auf dem der Name von einem Ben Olssen steht,der an Energiekonferenz „Earth 2050“ teilnehmen soll. Dieser liegt allerdings schwerverletzt im Krankenhaus. Was haben die beiden Männer miteinander zu tun? Was hat es mit dieser Energiekonferenz auf sich ?Das Buch liest sich sehr gut,der Schreibstil ist schön und flüssig und mit 300 Seiten in einer passenden Länge gehalten. Man kann das Buch durchaus für sich lesen,trotzdem hatte ich das Gefühl,dass man die Protagonisten von anfang an (also Band 1) besser hätte kennenlernen können wobei PP mir sofort ans Herz gewachsen ist. Er ist ein Typ für sich, eine Mischung aus Herz,gute Seele,das Gespür für den Menschen und Coolnes! Ganz toll fand ich vor allem auch den amsterdamer Flair,den man sofort gespürt und auch die Kneipe Dolle Hond war sehr authentisch rüber gebracht. Ich habe mich so richtig vor Ort gefühlt,das finde ich immer sehr gut. Insgesamt war der Krimi sehr gut durchdacht und von der Thematik interessant ,also ein Kriminalroman mit Niveau würde ich sagen,trotzdem hat mir hier und da die Spannung gefehlt. Das Finale fand ich rundum gelungen und es spricht für eine Fortsetzung.Vor mit gibt es 4 Sterne...Autorenduo:Britta Bolt ist das Pseudonym des Autorenduos Britta Böhler und Rodney Bolt. Britta Böhler, in Freiburg im Breisgau geboren, hat viele Jahre als Anwältin gearbeitet. 1991 zog sie in die Niederlande und wurde dort berühmt durch ihre strafrechtlichen Mandate und ihre Haltung zur Anti-Terror-Gesetzgebung. Seit 2012 ist sie Professorin an der Universität von Amsterdam. Rodney Bolt, in Südafrika geboren, ist Autor mehrerer Biographien, Dramatiker und Reisejournalist. Nach Stationen in Cambridge und London lebt er seit den 90er Jahren in Amsterdam.(Quelle: http://www.hoffmann-und-campe.de/autoren-info/britta-bolt/)

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