Britta Mühlbauer

 4.2 Sterne bei 22 Bewertungen
Britta Mühlbauer

Lebenslauf von Britta Mühlbauer

Geboren 1961, aufgewachsen in einer österreichischen Kleinstadt an der Grenze zu Bayern. Verschlingt Bücher, seit sie lesen kann. Zu schreiben begann sie mit Anfang dreißig. Sie studierte Musik, Romanistik und Germanistik in Wien. Zurzeit unterrichtet sie neben dem Schreiben Gitarre. Erzählungen erscheinen in Literaturzeitschriften und Anthologien. 2008 veröffentlichte sie ihren ersten Roman „Lebenslänglich“ bei Deuticke, 2013 folgte „Inventurdifferenz“.

Alle Bücher von Britta Mühlbauer

Britta MühlbauerInventurdifferenz
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Inventurdifferenz
Inventurdifferenz
 (22)
Erschienen am 29.07.2013
Britta MühlbauerLebenslänglich
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Lebenslänglich
Lebenslänglich
 (0)
Erschienen am 30.07.2008

Neue Rezensionen zu Britta Mühlbauer

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Tiffi20001s avatar

Rezension zu "Inventurdifferenz" von Britta Mühlbauer

Inventurdifferenz
Tiffi20001vor 5 Jahren

Klappentext:

„Frauen leben in einer permanenten Inventurdifferenz. Sie erbringen ihr Leben lang Leistungen, die ihnen nicht vergütet werden.“ Marlies Wolf sorgt dafür, dass einmal nicht die Frauen die Opfer sind – oder zumindest nicht nur. Ein psychologischer Thriller mit Gänsehaut-Effekt.
„Die Macht von Männern. Die Wehrlosigkeit ihrer Opfer. Eine Heldin, die ein Mal im Gesicht trägt. Britta Mühlbauer schreibt eine Geschichte, die in ihrer Haltung und Konsequenz an Elfriede Jelinek erinnert, in der Wucht ihrer Bilder an Quentin Tarantino.“

Buchgestaltung:

Auf dem Cover kann man neben dem Titel „Inventurdifferenz“, der in rot gedruckt wurde, noch fünf Nägel erkennen. Leider kann mich das Cover nicht überzeugen. Mir gefällt zum einen die Farbgestaltung, die überwiegend grau ist, nicht 100% und auch ist mir die Gestaltung nicht aussagekräftig genug. Ich hätte mir gewünscht, bereits durch das Cover einen Einblick in das Buch zu erhalten. Dagegen gefallen mir Titel und der Klappentext gut, sie passen zum Buch und machen auf jeden Fall neugierig. Alles in allem gesehen eine nicht absolut gelungene Buchgestaltung.

Eigene Meinung:

Der Inhalt des Buches konnte mich im Gegensatz zur Buchgestaltung komplett überzeugen. Die Handlung ist sehr durchdacht, dabei absolut fesselnd und spannend. Ich konnte mich sehr schnell in die Geschichte hineinversetzen. Die Charaktere sind alle sehr individuell und trotzdem sympathisch und ich konnte ihre Gedanken nachvollziehen; besonders gut hat mir dabei die Hauptfigur gefallen. Die Sprache ist dem Buch absolut entsprechend, sie ist aber auch sehr angenehm zu lesen.

Fazit:

Ein toller Thriller mit einer sehr interessanten Thematik, der absolut zu empfehlen ist.

Autor:

Britta Mühlbauer, geboren 1961, studierte Musik, Romanistik und Germanistik. Sie veröffentlichte bisher Erzählungen in Literaturzeitschriften und Anthologien und lebt in Wien. 2008 erschien ihr Roman Lebenslänglich bei Deuticke, 2013 der Roman Inventurdifferenz.

Allgemeine Infos:

Titel: Inventrdifferenz
Autor: Britta Mühlbauer
Verlag: Deuticke
Seitenzahl: 384
Preis: 19,90 EUR
ISBN: 978-3552062276

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christine5s avatar

Rezension zu "Inventurdifferenz" von Britta Mühlbauer

Inventurdifferenz
christine5vor 5 Jahren

 Die Handlung des Romans wird von Frauen getragen.

Marlies, die Ich-Erzählerin erzählt ihre Geschichte. In der Gegenwart ist sie auf der Suche nach Hanna und in Rückblenden erfahren wir warum.  Hanna ist die Frau, die sie vor allem wegen ihrer feministischen Ansichten, die diese auch so gut wie möglich lebt,  fasziniert. Durch Hanna trifft Marlies wieder auf ihre geliebte Freundin Valerie aus der Kindheit und deren Mutter Lilo.

Männer sind, wie im wirklichen Leben auch hier die Chefs. Drei Personen seien hier erwähnt: Siggi, der die Securityfirma leitet, der Baumarktkönig und Lilos Freund, Chef der Firma für die sie Wolle verkauft.

Dennoch, die Handlung wird durchwegs von den Frauen getragen und vorangetrieben. Sympathisch sind vor allem die sogenannten Verlierer, Lilo, die von einer Beziehungskrise in die andere schlittert und beruflich endlich durchstarten will -  wir LeserInnen wünschen ihr sehr, dass es ihr gelingt -  und der hässliche Ralf mit den gelben Zähnen, der lieber auf der Straße lebt

 Britta Mühlbauers Roman ist vielschichtig, ihn als feministischen Thriller zu besprechen, erscheint mir durchaus als zu kurz gegriffen. Ich sehe Britta Mühlbauer als Erzählerin, wichtig ist die Geschichte, die Personen, die Orte, die Handlung. Die Spannung bleibt bis zum Schluss aufrecht, wir wollen wissen, was passiert ist, wie es weitergeht und wie es endet.

Britta Mühlbauer lässt die Geschichte von Marlies erzählen. Sie erschafft hier eine Figur, die unsympathisch ist, gezeichnet durch ein großes Feuermal im Gesicht, dennoch aber uns Leserinnen und Leser fesselt. Wir verstehen sie, wir begleiten sie, wir machen ihre Wünsche zu unseren.

 Schon als Kind sammelt sich in ihr unbändige Wut, die oft unkontrolliert zum Ausbruch kommt. Ihre Familie kann nicht damit umgehen, Schwierigkeiten die entstehen werden vertuscht und zur Seite geschoben. Durch Tabletten und später in ihrer Ausbildung in einer Securityfirma lernt Marlies diese Wut zu kontrollieren und gezielt einzusetzen, was sie zu einer gefährlichen Waffe macht. Marlies erzählt die Geschichte lakonisch, zeigt wenig Gefühlsregungen. Wir erfahren von ihrer Kindheit, hören mit, wie ihre Mutter sie durch ein heißes Bad abtreiben wollte, nehmen teil an ihrem Kampf um die Stellung in der Firma, die sie anstrebt, verfolgen Schritt für Schritt ihre Arbeit in einem Baumarkt, lernen Hanna kennen. Der Autorin gelingt es, dass wir, obwohl wir Marlies nicht mögen oder gar bedauern, auch wie sie Hanna Nähe suchen, wir wollen die beste Freundin Valeries werden und warum nicht, wir wollen, dass sie endlich von Siggi für den Personenschutz eingeteilt wird.

An dieser Stelle möchte ich auch noch erwähnen, dass dieses Buch mit seinen Schauplätzen ein zutiefst Wienerisches ist. In der Kleingartensiedlung, im Baumarkt, im Espresso Regina, und selbst in der Securityfirma  fühlen wir uns zuhause

Ja genau so wird es im Pausenraum eines Baumarktes zugehen, die Personen dort bekommen sofort Charakter und wir erkennen sie wieder. Und wer kennt nicht so ein Espresso Regina, oder möchte es zumindest kennen? Kleingartensiedlungen sind genau so wie hier beschrieben. Die Intrigen und Machtkämpfe in der Securitiyfirma sind durchaus plausibel und die Securitymänner und Frauen, die vor den Juweliergeschäften am Kohlmarkt stehen, sind wirklich dort, wie ich es jetzt erst kürzlich zum ersten Mal bewusst wahrgenommen habe.

Alle die Personen, die auf den einzelnen Schauplätzen vorkommen, kennen wir. Trotzdem, das muss ich hier erwähnen, hat dieses Buch nichts mit den jetzt so modernen Krimis mit Lokalkolorit gemeinsam, da werden keine Klischees breitgetreten.

 Zurück zu Marlies. Als ihre Freundin Valerie in ernste Schwierigkeiten gerät, nimmt Marlies Rücksicht, zeigt Gefühle, verrät Valeries Freund nicht, obwohl sie wissen müsste, dass dies ein Fehler ist. Valerie zu liebe handelt sie nicht und kann dadurch die heraufkommende Katastrophe nicht verhindern. Als diese Katastrophe aber dann passiert, überlegt sie keine Sekunde und nimmt Rache. Indirekt wird sie dazu auch noch von Hanna ermutigt, oder vielleicht sogar von ihr benutzt. Die Autorin beschreibt Marlies Rache detailreich in all ihrer Grausamkeit und das muss so sein, weil nichts anderes zu dieser Figur passen würde.

 In der Erzählebene der Gegenwart ist Marlies auf der Suche nach Hanna. Marlies braucht und erhofft von ihr nach ihrer Tat so etwas wie Absolution. Einmal, ganz kurz, kommen wir Hanna so nahe, wie sonst während des ganzen Textes nicht. Wir besuchen mit Marlies Hannas Elternhaus und erfahren dort von ihrer „Ersatzmutter“ mehr über sie und beginnen zu verstehen.

 Als Marlies Hanna trifft, ist vieles anders als sie, als wir erwartet haben und am Ende fragen wir uns, ist das, was Marlies neues Leben ausmacht, die Hölle, das Fegefeuer oder einfach das, was sie sich immer gewünscht hat.

 

 

 

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schlumelines avatar

Rezension zu "Inventurdifferenz" von Britta Mühlbauer

Inventurdifferenz
schlumelinevor 5 Jahren

Marlies ist aus Wien geflohen. Etwas muss dort vorgefallen sein, etwas Schreckliches. Nun ist Marlies in Mittelamerika auf der Suche nach einer ehemaligen Bekannten, nach Hanna. Der Grund für die Flucht und die Suche bleiben dem Leser zunächst verborgen, doch mit Hilfe von Rückblicken kommt er der Lösung dieser Frage immer näher. Die Autorin arbeitet hier mit zwei Zeitschienen und beschreibt das hier und jetzt, also Marlies Aufenthalt in Zentralamerika und die Vergangenheit im Wechsel. Marlies ist eine vom Leben gebeutelte Person. Gezeichnet durch ein Feuermal im Gesicht, hat sie bereits als Kind einiges zu erleiden gehabt und das scheint bis heute anzudauern. Zwar ist sie mit ihrem Job in einer Security Firma ganz zufrieden, aber sie möchte viel lieber im Personenschutz arbeiten als solche Aufträge zu haben wie eine „Inventurdifferenz“ in einem Baumarkt klären zu müssen. Allerdings lernt sie bei ihrem Einsatz im Baumarkt eben jene Hanna kennen, die sie später sucht. Auch eine alte Schulfreundin, Valerie, kreuzt Marlies Lebensweg erneut.

„Inventurdifferenz“ ist ein verstörender Roman, der nichts verschönt und Charaktere präsentiert, die mehr abstoßen als alles andere. Gerade das aber macht den Reiz der Geschichte aus. Marlies lebt mit ihrer inneren Wut und versucht diese zu beherrschen. Das fällt manchmal leicht und manchmal schwer. Durch Hanna wird in ihr ein Stück weit mehr Wut ausgelöst, denn Hanna sieht sich als Frau in einer von Männern dominierten Baubranche und Welt, und führt Marlies vor Augen, dass Frauen für ihre Rechte einfach kämpfen müssen. Ein Ereignis kommt zum nächsten und dann ist die Wut auf einmal nicht mehr beherrschbar.

Der Roman ist nicht auf Anhieb spannend, aber Britta Mühlbauers Erzählstil ist so außergewöhnlich, dass der Leser bei der Stange gehalten wird und sich gegen Ende einem grausamen Verbrechen gegenübersieht für das er sogar, zumindest teilweise, noch Verständnis haben wird.

„Inventurdifferenz“ gibt es hier nicht nur im Baumarkt sondern auch in Marlies selbst. Ihr Soll und ihr Ist weichen voneinander ab, und sie hofft über Hanna wieder zu sich selbst zurück zu finden. Sie erhofft sich Verständnis und Unterstützung.

Eine Geschichte über die Rolle von Frauen in der Gesellschaft, die wirklich lesenswert ist. Der Leser sollte sich auf Schonungslosigkeit und Grausamkeit einstellen, aber diese gehören hier einfach dazu.

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Gespräche aus der Community

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BrittaMuehlbauers avatar
Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vor einem Monat ist mein zweiter Roman „Inventurdifferenz“ bei Deuticke erschienen. Ich möchte Euch einladen, ihn mit mir zu lesen, und stelle dafür 20 Bücher zur Verfügung. Natürlich sind auch jene, die das Buch schon (gelesen) haben zum Mitmachen herzlich eingeladen.

Zum Inhalt:
Marlies Wolf, eine wütende junge Frau mit einem Feuermal im Gesicht, arbeitet bei einer Security-Firma. Statt Personenschutz, ihren Traumjob, macht sie Ladenüberwachung in einen Baumarkt. Dort hat die Feministin Hanna Amberg das Sagen. Nachdem die ehemalige Dozentin wegen einer Uni-Intrige das Handtuch warf, arbeitet sie im Baumarkt auf die Gleichberechtigung der Geschlechter hin.
Durch Hanna trifft Marlies Wolf ihre erste (und einzige) Freundin aus Kindertagen, Valerie, wieder. Valerie wird allerdings bald Opfer einer brutalen Vergewaltigung und da es so aussieht, als würde der mutmaßliche Vergewaltiger ungestraft davonkommen, sieht Marlies sich gezwungen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

Eine Leseprobe findet Ihr hier

Weitere Informationen zu Buch und Autorin auf meiner Facebookseite

Für die Freiexemplare meines Romans könnt Ihr Euch bis 15. September bewerben.

Als Einstieg würde ich gerne folgende Fragen zur Diskussion stellen:
Was empfindet Ihr als frauenfeindlich? Wie verhaltet Ihr Euch, wenn Ihr Ziel oder Zeugin/Zeuge von frauenfeindlichem Verhalten werdet?
BrittaMuehlbauers avatar
Letzter Beitrag von  BrittaMuehlbauervor 5 Jahren
Für alle, denen das Cover meines Romans "Inventurdifferenz" gefällt: krimi-forum.de wählt das "Bloody Cover" 2014 und Inventurdifferenz ist unter den 12 Nominierten! Wäre toll, wenn ihr dort eure Stimme für mich abgeben würdet. Informationen findet ihr hier: http://bloodycover.de/ Wer's eilig hat, das ist der Link direkt zur zur Abstimmung: http://www.krimi-forum.net/Seiten/bloody_cover_14/bloody.html
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Britta Mühlbauer wurde am 18. Mai 1961 in Ried i. Innkreis (Österreich) geboren.

Community-Statistik

in 27 Bibliotheken

auf 3 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

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