Britta Schröder Zwölfender

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Inhaltsangabe zu „Zwölfender“ von Britta Schröder

Bis nach Chile und in die trockenste Wüste der Welt – eine junge Frau macht sich auf den Weg, sich von allem zu befreien. Ein außergewöhnlicher Roman voller skurriler Gestalten; eine Geschichte über das Fremdsein, das Befremden und die Freundschaft.

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    Zwölfender
    Stefan83

    Stefan83

    24. January 2013 um 13:54

    So, da ist sie, die erste literarische Entdeckung des noch jungen Jahres 2013. Und irgendwie sollte es mich selbst weniger überraschen, dass diese wieder mal aus dem Hause des Weissbooks-Verlags kommt, welcher zuletzt bereits mit der Wiederentdeckung von Breece D'J Pancakes „Stories“ und Pia Solèrs „Die Weite fühlen“ zu begeistern wusste. Und begeistert war der Rezensent auch diesmal, denn was immer man sich dem Titel nach von Britta Schröders Debütroman „Zwölfender“ erwartet hatte – das letztlich zwischen den Buchdeckeln prangende jedenfalls nicht. Auf äußerst großzügig bedruckten, knapp 160 Seiten überrascht die Autorin, die sonst als freie Lektorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Museum Haus Konstruktiv in Zürich tätig ist, mit einer irritierend rätselhaften, aber auch vollkommenen in den Bann nehmenden Handlung. Und wo sonst eine kurzer Anriss des Inhalts in den Rezensionen als Appetitanreger dient, erweist sich dies im vorliegenden Fall als unmöglich – gerade die Frage, worum es geht, wohin die Reise, auf welche uns die Erzählerin mitnehmt, hinführen soll, ist für jeden Leser anders zu beantworten. Roadmovie, Erlebnisbericht, Ich-Findungs-Geschichte, „dirty realism – es gibt mehr als genug Kategorien, in die man „Zwölfender“ einordnen könnte – dem Buch würde man damit aber wohl in keinem Fall gerecht. Was jedoch gleich auffällt: Britta Schröders Stil schimmert im trägen, ausladenden Geschwafel der deutschsprachigen Landen wie ein ungeschliffener, kantiger Kristall. Eine solch, in Form und Sprache, hochkonzentrierte, essentielle Erzählweise ist man sonst nur von den Amerikanern gewohnt. Und auch der lakonische, eiskalte Ton sowie die stakkatoartigen Satzgewitter kennt der umtriebige Leser eher aus dem Bereich der „Hardboiled“-Spannungsliteratur. Kurz und knapp, heißt Schröders Devise. Hier ist kein Wort, kein Gramm Fett zu viel. Jeder Satz sitzt wie ein derber, wohlgezielter Faustschlag, von dem der Leser bereits gleich zu Beginn einen direkt verpasst bekommt. „Mein Vater öffnete den Kühlschrank und griff nach einer Flasche Wein. "Ich …", sagte ich. Er drehte sich zu mir um. Ich nahm das Küchenmesser von der Anrichte und schob es in seinen Körper. Er sackte zu Boden, es floss wenig Blut.“ „Jetzt lieber Leser, weißt du wo es langgeht“, scheint dieser Auftakt zu sagen, welcher den Rezensenten vollkommen überrumpelt, aber auch im selben Zug für Schröders Roman gewonnen hat. Dieser führt im weiteren Verlauf über Florida und Chile bis zurück nach Frankfurt am Main, und lässt dabei, einer zügig vorgetragenen Diashow gleich, die Bilder und Eindrücke auf uns nur so niederprasseln. Unwillkürlich liest man sich in einen Rauschzustand, übernimmt Schröders karge, aber doch so intensive Poesie das Ruder, um uns damit zu lenken, wohin sie will. Es ist eine Reise voller ungewöhnlicher Begegnungen, von unerwarteter Schönheit und ungewohnter Ehrlichkeit. Wo sonst Autoren hierzulande jeden Stein und jedes Blatt beschreiben müssen, sich in seitenlangen schwermütigen Elegien auswalzen, reduziert „Zwölfender“ die Botschaft auf seinen Kern. Und dieser heißt Gefühl. Trotz des hohen Tempos der Geschichte, der schnellen Szenen- und Schauplatzwechsel, lässt diese schmale Novelle uns immer wieder innehalten und nachdenklich werden. Die Sehnsüchte, Hoffnungen, aber besonders das Verzweifelte und Fehlerbehaftete der Erzählerin zwingen förmlich zu einer Auseinandersetzung mit sich selbst. Es ist dieser Wiedererkennungseffekt, dieses zutiefst Menschliche in der Wiedergabe der Erlebnisse, welches „Zwölfender“ zu dem Literaturjuwel macht, das es ist. Britta Schröders erster Schritt in die Belletristik hinterlässt tiefe Spuren im Sand, denen wir hoffentlich noch lange als Leser folgen dürfen. Ein ganz dicke Empfehlung für all die Leser, welche im trägen Fluss von Long- und Bestseller-Listen ein Buch herausfischen wollen, dass nicht für Preise oder Auszeichnungen, sondern aus der Seele geschrieben worden ist.

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