Brooke Fossey

 4,2 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf

Brooke Fossey arbeitete als Luft- und Raumfahrtingenieurin, bevor sie sich ganz dem Schreiben zuwandte. Wenn sie nicht gerade an einer neuen Geschichte arbeitet oder zum Spaß Mathematikaufgaben löst, verbringt sie ihre Zeit am liebsten mit ihrer Familie und Hund Rufus in Dallas, Texas. »Am Ende gibt's ein Feuerwerk« ist ihr erster Roman.

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches Am Ende gibt´s ein Feuerwerk (ISBN: 9783866124806)

Am Ende gibt´s ein Feuerwerk

(5)
Erschienen am 03.08.2020

Neue Rezensionen zu Brooke Fossey

Cover des Buches Am Ende gibt´s ein Feuerwerk (ISBN: 9783866124806)
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Rezension zu "Am Ende gibt´s ein Feuerwerk" von Brooke Fossey

Antek
... oder es wird ganz schön traurig.

„Carl und ich waren die gütigen Herrscher der Centennial Seniorenresidenz, und man hatte uns dazu auserkoren, weil wir körperlich mehr oder weniger fit, geistig auf der Höhe und außerdem unglaublich attraktiv waren, […] Natürlich war Carl hässlich wie die Nacht, wenn er seine Zahnprothese vergaß, aber das tat er im Prinzip nie, und das war alles, was zählte.“ Der achtundachtzigjährige Griesgram Duffy hat keine Familie, aber im Heim mit Carl, mit dem er ein Zimmer teilt, einen echten Freund gefunden. Doch eines Tages kommt das Tagesprogramm in der Seniorenresidenz für die beiden Männer gehörig ins Wackeln, als bei ihrem allmorgendlichen Schlagabtausch, „es gab nichts Besseres, um fit und wach in den Tag zu starten.“, plötzlich gilt, „Im Fensterrahmen erschien ein Fuß– ein einzelner, nackter Fuß mit pink lackierten Zehennägeln und einer sehr schmutzigen Sohle. Und kurz darauf folgten der zweite Fuß, die Unterschenkel und schließlich die Knie. Glatte Oberschenkel, abgeschnittene Jeans, eine Cocktailschürze, ein nackter Bauch, ein ausgefranstes Shirt, ein Hals und glatte schwarze Haare. Es war eine junge Frau, kaum älter als zwanzig. Sie landete wie ein Kartoffelsack auf dem Boden, und der Inhalt ihrer Schürzentaschen verteilte sich überall.“ Und so bekommt Josie nachdem Carl erst einmal baff und sprachlos ist, gleich einmal eine Kostprobe von Duffys Art, „Ich werde es anders formulieren: Warum kletterst du an einem Samstagmorgen durch unser Fenster und siehst dabei aus wie eine erfolglose Fliegengewichtsboxerin?«

 

Als Leser darf man sich kurz vor Josies Ankunft in die Seniorenresidenz begeben und von da ab die Geschichte verfolgen. Während sich Carl über das Auftauchen seiner bisher ihm unbekannten Enkelin riesig freut, »Ich will sie behalten.« Ich schnaubte. »Sie ist doch kein Haustier!« »Ich will, dass sie ein paar Tage bleibt. So, wie sie es geplant hat. Sieht so aus, als könnte sie im Moment nirgendwohin.« er eifersüchtig so viel Zeit wie möglich mit ihr verbringen möchte, vielleicht auch um damit seine Schuld, dass er seine Ehefrau nicht für die Geliebte und das gemeinsame Kind verlassen hat, wieder ein wenig gut zu machen, und dabei Josies verzwickte Lage gar nicht sieht, ist für Duffy, der das Grundproblem von Josie schmerzlich aus seinem eigenen Leben kennt, das ist nämlich nicht das im Moment fehlende Dach über dem Kopf, recht schnell klar, dass er hier nicht zusehen und sie die gleichen Fehler, die er selbst gemacht hat, tun lassen kann, ohne wenigstens versucht zu haben, ihr zu helfen. Werden seine Rettungsversuche von Erfolg gekrönt sein? Das wird natürlich nicht verraten, das darf man als Leser hier selbst mit Duffy versuchen. Nur so viel noch, ganz klar, dass es auch eine gute Portion Heimalltag gibt, eine kleinen Romanze kommt noch dazu und die Geschichte rund um Josie hat viel Potential um über die (verpassten) Chancen im Leben nachzudenken. 

 

Der witzige,  kurzweilige, aber dennoch auch emotionale Stil des Autors liest sich super flüssig und ich bin nur so durch den Roman geflogen. Lässt das Cover ja auf Humor schließen, kommt der hier, oft in bitterböser Form sicher auch nicht zu kurz. Duffys böse Kommentare, zahlreiche pointierte Dialoge wie,  »Ja, aber ich habe dich noch nie beten gehört.« »Und ich habe dich noch nie auf der Toilette gehört, aber ich schätze, du musst trotzdem manchmal hin.«,  oder »Es war bisher ein schrecklicher Tag, das muss ich zugeben, aber wir sind keine Leute, die sich einfach hinlegen und sterben.« »Du vielleicht nicht.« »Wir sind es nicht. Wir haben doch darüber gesprochen. Carpe diem und so weiter und so fort.« »Und was genau soll ich carpen?« »Das hier.« und auch Einfälle wie beim Demenztest, auf die Bitte der Ärztin einen Satz zu notieren, von ihm geschrieben wird, „Es tut mir leid, dass ich Ihre Zeit verschwende.“ haben mich oft grinsen lassen. Viel öfters habe ich aber so richtig mit Duffy, dem Ich-Erzähler der Geschichte, gelitten und Mitleid mit ihm gehabt, denn „Der Schmerz ihrer Zurückweisung wuchs im Takt meines Pulsschlags an, fiel wieder in sich zusammen und machte dabei seltsame Dinge mit meinem Herz. Ich war mir plötzlich sicher, dass ich hier an Ort und Stelle sterben würde– als trauriger, einsamer Junggeselle.“, die Enttäuschung über ein verpasstes Leben ist groß. Er hat mir richtig leid getan und mit dem allem, was er für Josie und damit auch indirekt Carl tut, hat er mehr als Größe bewiesen. Wie oft war ich gerührt, wenn er einmal wieder den Kopf hinhält für Dinge, die er gar nicht selbst verbockt hat. So kann ein Carl sauer schon mal die Blumenvase in dessen Schoß ausleeren, Duffy dann um den kontrollierenden Augen der Heimleitung zu entgehen,  „Ich griff so leise und ruhig wie möglich nach den vier Servietten, die mir pro Mahlzeit zur Verfügung standen, und tupfte damit auf meiner Hose herum. Carl sah mir regungs- und reuelos zu. Ich rutschte hin und her, bis sich das Wasser unter meinem Hintern ein wenig erwärmt hatte und sich nicht mehr so kalt anfühlte.“ und dann aber trotzdem völlig umsonst die angeordnete Inkontinenzsicherungszulage teuer bezahlen muss, obwohl bei den schmalen Rücklagen gilt, „in unserem Alter war jeder Penny genau kalkuliert, obwohl das Ganze einer riskanten Wette glich. Wenn wir auch nur einen Tag länger lebten als geplant, waren wir im Ars...“ Besonders ans Herz gegangen sind mir auch zwischenmenschliche Beziehungen wie, „»Wer soll denn auf mich aufpassen, wenn Sie es nicht tun?« »Ich… ich mache das. Ich bin für dich da.«, aber auch da will ich gar nicht zu viel verraten. 

 

Mag Duffy William Sinclair auf den ersten Blick als Griesgram erscheinen, hat er das Herz genau am richtigen Fleck und hat sich daher ganz schnell in meines geschlichen. Er ist vom Autor grandios gezeichnet. Super authentisch, mit vielen Ecken und Kanten sowie einer gehörigen Portion Sorgen und Selbstzweifeln ausgestattet hat er Carl und seine Enkelin Josie. Authentisch, lebendig, das gilt für alle Darsteller, bei den Heimbewohnern angefangen, die sich alle vor einer Abschiebung in ein liebloses Pflegeheim fürchten, über die Pfleger, besonders Anderson mit seinem Blick und Verständnis für seine Gegenüber, bis hin zu Alice, die ebenfalls beim Rettungsplan mithilft, „Wir werden dafür sorgen, dass sie sich wie eine Lady fühlt. Wir werden ihr zeigen, was es bedeutet, respektiert zu werden,“ und für Duffy mehr als nur eine Vertraute wird. 

 

Alles in allem habe ich sicher mit einer etwas unbeschwerteren, hauptsächlich amüsanten Geschichte gerechnet, aber der Autor konnte mich auch mit diesem Verlauf einfangen und auf berührende Art und Weise unterhalten. Da sind fünf Sterne für mich auf jeden Fall noch drin. 

Cover des Buches Am Ende gibt´s ein Feuerwerk (ISBN: 9783866124806)

Rezension zu "Am Ende gibt´s ein Feuerwerk" von Brooke Fossey

Ein LovelyBooks-Nutzer
Wenn die Enkelin die Seniorenresidenz aufmischt

Carl ( 86 ) und Duffy ( 88 ) bewohnen in der Seniorenunterkunft Centennial Seniorenresidenz ein gemeinsames Zimmer . Eines morgens kurz vor dem Frühstück klettert Josie durch das Fenster . Sie behauptet Carl's Enkelin zu sein . Sie verstecken Josie kurzerhand im Heim , zum bedauern Duffy 's . Aber mehr und mehr geht er auf Josie ein und hilft ihr aus ihrem Dilemma herauszukommen ...


Die Handlung spielt sich die meiste Zeit im Heim ab . Der Schreib - und Erzählstil ist manchmal ruhig und still zwischendurch ist er aber auch genau das Gegenteil . Die Bewohner sprich die Charaktere sind äußerst sympathisch , jeder mit seinen Ecken und Kanten . Der Koch Anderson gefiel mir dabei sehr . Die Kapitel sind unterteilt in fünf Tagen , auf der ersten Seite der Kapitel gibt es jeweils einen Tagesplan für die Residenz . Die Spannung nimmt zum Ende hin ziemlich an Fahrt auf , wobei dieser Roman trotz aller Dramatik ein sehr schönes Ende hat . 


Fazit : Es wird aus Sicht Duffy's erzählt . Die Story wird manchmal sentimental , manchmal witzig , manchmal schräg , zum Schluss spannend und traurig aber auch irgendwie schön . Das Cover passt zum Buch , aber so lustig wie auf dem Bild ist der Inhalt dann doch nicht . Es geht in diesem Roman um Freundschaft , Zusammenhalt aber auch um Ängste und Verluste . Das Ende hat mich dann sehr überrascht . Ich hätte nie gedacht , dass er so ausgeht .

Cover des Buches Am Ende gibt´s ein Feuerwerk (ISBN: 9783866124806)
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Rezension zu "Am Ende gibt´s ein Feuerwerk" von Brooke Fossey

Talissa
Duffy will es nochmal wissen

Der achtundachtzigjährige Duffy hat nicht viel in seinem Leben erreicht. Er hat weder Frau und Kinder, noch kann er auf eine Karriere zurückblicken. Wenigstens im Seniorenheim hat er seinen besten Freund Carl, mit dem er viel Spaß hat. Eines Tages taucht eine junge Frau namens Josie auf, die sich als Carls Enkelin vorstellt. Sie benötigt dringend Hilfe und stellt das Leben der zwei betagten Herren auf den Kopf. Duffy würde sie zunächst gerne loswerden, erkennt aber schnell, dass Josie vielleicht die letzte Möglichkeit ist, seinem Leben Bedeutung zu geben. Außerdem erhofft er sich, das Herz seiner Mitbewohnerin Alice zu gewinnen. Es beginnt ein aufregendes Abenteuer.

 Als ich das Cover gesehen und den Klappentext gelesen habe, erwartete ich eine skurrile, witzige Geschichte über einen kauzigen alten Herren. Beim lesen merkte ich schnell, dass die Story nicht nur witzig ist, sondern auch Tiefgang hat. Duffy und Carl haben in ihrem langen Leben einiges erlebt und hatten nicht nur gute Zeiten. Beide haben Fehler gemacht und sind nicht immer stolz auf sich gewesen. Brooke Fossey hat das wunderbar rübergebracht, ich konnte die Reue und die Probleme sehr gut mitempfinden. In Duffys schnodderige Art habe ich mich verliebt, aber letztendlich hat er das Herz doch auf dem rechten Fleck. Der Schreibstil ist flüssig, ich habe das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen. Sowohl das Pflegepersonal, als auch die Bewohner der Seniorenresidenz haben authentische Charaktere und sind liebevoll ausgearbeitet.Duffy, Josie und Anderson haben es mir besonders angetan. Eine zauberhafte Geschichte, die mich zum Lachen gebracht aber auch sehr berührt und nachdenklich gemacht hat. Das Ende hätte ich so nicht erwartet aber eigentlich ist es logisch. Ich vergebe gerne 5 Sterne und freue mich sehr darauf, weitere Romane von Brooke Fossey zu lesen.

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