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Neue Rezensionen zu Brooke Robinson

Cover des Buches Die Dolmetscherin - Ihre Übersetzung entscheidet über das Urteil (ISBN: 9783426529904)
Ein Fehler kann alles ruinieren

Die Dolmetscherin - Brooke Robinson

 

Revelle Lee spricht 11 Sprachen und ist als Dolmetscherin bei Gericht tätig. Dort soll sie eine Aussage eines Verdächtigen in einer Mordermittlung übersetzen. Da sie von der Schuld des Verdächtigen überzeugt ist, ändert sie die Übersetzung ab und bringt damit einen Unschuldigen ins Gefängnis. Während sie versucht, ihren Fehler wieder gut zu machen, wird sie von jemandem erpresst, der von ihrem dunklen Geheimnis weiß.

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Mir hat die Dolmetscherin gut gefallen. Revelle als Charakter fand ich symphatisch und ich konnte mich sehr gut in ihre mißliche Lage hineinversetzen. Die Versuchung, Gerechtigkeit selbst in die Hand zu nehmen und einen Mörder hinter Gitter zu bringen, ist immens groß, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Blöd nur, wenn sich später herausstellt, dass es gar kein Mörder war. Brooke Robinson gelingt es sehr gut die Gefahr von vorschneller Verurteilung, Fällen eines Fehlurteils, Ausüben von Selbstjustiz und deren Konsequenzen darzustellen und den Leser zum Nachdenken zu animieren. Wie würde man wohl selber in Revelles Situation handeln?

Die Lage spitzt sich für Revelle dann noch zu, als sie von jemand unbekanntem erpresst und bedroht wird. Nach und nach kommen dadurch dunkle Geheimnisse aus Revelles Vergangenheit ans Licht bis sich die Fäden endgültig in einem Showdown zu einem sinnvollen Abschluss entwirren. Die Ganze Zeit, während ich Revelle durch ihren Alltag begleite, empfinde ich eine bedrückende unterschwellige Spannung und Bedrohung, die sich gemächlich bis zum Ende hin steigert. Der Schreibstil ist leicht verständlich und ohne Schnörkel, dadurch ist ein zügiger Lesefluss möglich. 

Von Anfang bis zum Ende habe ich mit Revelle mitgefiebert und konnte es kaum erwarten, herauszufinden, was hinter der Erpressung wohl stecken mag. Die Auflösung hat mich überzeugt. Ich fühlte mich gut unterhalten und zum Nachdenken animiert. 

Spannend ja aber irgendwie auch sehr sehr verwirrend! 🤯

Man steigt direkt ein und der Schreibstil hat mir an der Stelle trotz der langen kaputt gut gefallen und ich bin gut vorangekommen. Das ganze Dolmetscher Thema war wirklich interessant aber mehr war es für mich auch nicht. 


Mit Revelle bin ich das ganze Buch über leider gar nicht warm geworden und konnte irgendwie absolut nicht hinter ihr tun und handeln blicken. Die Sache mit Elliot hingegen lag mir sehr am Herzen und das hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn ich mir da oft dachte ob Revelle das so richtig bedacht hat mit ihrem Job und allem wenn sie nun einen Sohn hat. 


Es hat mich schon durchgezogen und neugierig war ich auch aber super spannend fande ich es jetzt nicht. 

Hat mich enttäuscht

Dieses Buch, das als „vielschichtiger Thriller der besonderen Art" beschrieben wird, hat mir nicht wirklich gefallen. Die Protagonistin Revelle Lee ist freie Dolmetscherin und spricht nach eigener Angabe 11 Sprachen. Daher wird sie oft vom Gericht, der Polizei und dem Jugendamt gebucht, was mit unregelmäßigen Arbeitszeiten einhergeht. Sie lebt alleine und hat sich in den Kopf gesetzt, den kleinen Elliot zu adoptieren. Das Kind wohnt bereits quasi zur Probe bei ihr und hat alles andere als einen geregelten Tagesablauf, weshalb sie nach einem geeigneten Kindermädchen sucht und es in eine jungen Philippina, die wenig später ermordet wird, gefunden glaubt .  

Als Revelle eines Tages ein Wort anders übersetzt, scheint das jemand entdeckt zu haben. Jedenfalls glaubt sie sich verfolgt, erhält eigenartige Aufforderungen, wechselt trotz leerem Konto, mehrmals die Wohnung und reißt Elliot aus seiner gewohnten Umgebung.  

Der Frau vom Jugendamt spielt sie die heile Welt vor, bis ihr potemkinsches Dorf zusammenstürzt.  

Meine Meinung: 

Für mich hat Revelle ziemlich große psychische Probleme, die aus ihrer eigenen Kindheit stammen. In ihrer Bedürftigkeit klammert sie sich an den kleinen Elliot, der als Kind noch bedürftiger ist als sie. Meiner Ansicht nach ist sie als Adoptivmutter nicht geeignet. Sie wirkt sehr ich-bezogen, dabei aber extrem unsicher. In ihrer schusseligen Art versemmelt sie den einen oder anderen Termin. Gleichzeitig muss sie, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, viele Termine wharnehmen. Ein Teufelskreis, dem sie, selbst mit den unlauteren Mitteln, die sie ergreift, nicht entrinnen kann. Ich halte sie, trotz ihre Vielsprachigkeit nicht wirklich geeignet. Vielleicht wäre der Beruf der Übersetzerin, bei dem sie in Ruhe ihre Arbeit verrichten könnte und nicht von Termin zu Termin hetzen müsste, die bessere Lösung.  

Ein Dolmetscher, eine Dolmetscherin hat ein verantwortungsvolle und schwierige Aufgabe, Eine falsche Übersetzung kann jemanden ins Gefängnis bringen oder jemanden davor bewahren. Eine meiner Freundinnen ist bei der Polizei und muss immer wieder für Befragungen auf Dolmetschdienste zurückgreifen. Das eine oder andere Mal hat sie den Eindruck gewonnen, dass die Dolmetscherin nicht genau das übersetzt hat, was gesagt worden ist. Körpersprache und gesprochenes Wort haben nicht zusammengepasst. Sie hat dann diese Dolmetscherin nicht mehr angefordert. 

Fazit:

Leider kann ich auch dem Schreibstil, der mit seinen Verwirrungen spannend sei soll, sowie den Charakteren wenig abgewinnen. Daher gibt es nur 2 Sterne.

 

 

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