Bruce Dickinson

 4.4 Sterne bei 14 Bewertungen

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What Does This Button Do?

What Does This Button Do?

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Erschienen am 22.01.2018
What Does This Button Do?

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Erscheint am 14.10.2019
Lord Iffy und die Sex-Maschine

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 (1)
Erschienen am 01.07.1998
Lord Iffy und die Spitzen der Gesellschaft

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 (0)
Erschienen am 01.12.1997

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Rezension zu "What Does This Button Do?" von Bruce Dickinson

Frei von Allüren und Selbstbeweihräucherung
Thomas_Lawallvor 2 Monaten

Tja, so kann's gehen. Der Rezensent besitzt eine einzige Platte von IRON MAIDEN: "The X-Factor". Und er findet die Platte von 1995 heute immer noch so brutal geil wie damals ... als er nicht wusste, dass eine gravierende Umbesetzung am Ständer stattfand. Fans der ersten (naja, eher der zweiten) Stunde mögen die Nase rümpfen, denn Bruce Dickinson wurde ja damals und für insgesamt sechs Jahre von Blaze Bayley vertreten. 

Zur Strafe musste ich mich meiner selbstauferlegten Auflage beugen, die Autobiografie von Herrn Dickinson genauestens und vollständig durchzuarbeiten. Und siehe da: Es ist gar keine Strafe! Die ebenso unterhaltsame wie intelligente Schreibe des Maiden-Sängers kommt weitaus besser als erwartet, zumal sie mit einigen Besonderheiten daherkommt ...

Apropos Sänger: Das war früher anders. Ganz anders. Die knappe, auf einen Zettel geschriebene Beurteilung eines Lehrers soll hier nicht verraten werden. Erwähnt soll nur werden, dass die Textstelle den ersten, und in gewisser Weise maßgeblichen, Höhepunkt bildet.

Schon irgendwie interessant, wie klein so ein abgefahrenes Leben begonnen hat. Im Fall von Bruce Dickinson als Einzelkind, aufgewachsen bei den Großeltern. Fünf Jahre sollten sie sich um ihn kümmern, während seine Eltern in Nachtclubs mit einer Hundeschau unterwegs waren, bis Schwesterchen (deren spätere Karriere nicht unerwähnt bleibt) geboren wurde. 

Welche Qualen in der ersten Schule in Sheffield und später im Internat in Oundle zu ertragen waren, ist aus heutiger Sicht kaum nachzuvollziehen, egal ob es sich um handfestes Mobbing der Mitschüler handelte oder um die offiziell dazu autorisierten Lehrer, allesamt "Sadisten und gescheiterte Elite-Uni-Dozenten". 

Doch es gab ja auch jene "anständigen Exzentriker", die einen wirklich weiterbrachten und die Ideen in Dickinsons Kopf wie "Popcorn in der Pfanne explodieren" ließen. Auf der anderen Seite explodierte mitunter auch seine Wut gegen allzu brutale Methoden der anderen Fraktion, die überzeugt war, mit Prügel den "Charakter zu formen". Einem Hausleiter des Internats ließ Dickinson zwei Tonnen eines besonderen Materials vor dessen Haus abladen. Eine weitere Aktion ging noch etwas weiter, was ihm die sofortige Entlassung aus dem Internat einbrachte.

In einer Gesamtschule in Sheffield, die unter einer völlig anderen Führung stand, begann sich der Wind zu drehen. Dickinson erzählt von seinem geringen Interesse am Unterricht und von beginnender und stetig wachsender Beschäftigung mit seinem "Kopfkino", die Bühnenpräsenz einer Band betreffend. "Paradox" hieß die erste. Das Equipment ließ viele Wünsche offen. Auch beim Mikrofon musste improvisiert werden. Man schnitt es von einem tragbaren Kassettenrecorder ab. 

Diese Zeiten waren nicht einfach, gewinnen durch die pointierte Ausdrucksweise des Autoren aber einen hohen Unterhaltungswert. Beispielsweise was den Sound in einem Übungsraum betraf: "Es hörte sich an, als würde man in einer Keksdose spielen." Mit einer ganzen Palette weiterer umwerfender Metaphern unterstreicht er seine Fähigkeit, die Dinge bildhaft darzustellen. Die Lieblingsstelle des Rezensenten ist jene Szene, gegen Ende des Buches, in einem "Fokker-Dreidecker". Die Gefühle, die Dickinson beim Steuern dieser Maschine hatte, sind ein echter Brüller ...

Nebenbei schaffte er den Schulabschluss, alsdann ging es mit einem "Geschichtsstudium" im Queen Mary College an der University of London weiter. Sein ganz spezieller "Plan", Kontaktfreudigkeit und kreative Unternehmungslust brachten ihn schnell in die Unterhaltungsbereiche des hohen Hauses. Bei dortigen Veranstaltungen lernte er die richtigen Leute kennen, organisierte und schleppte Boxen u.a. für Hawkwind, und kam bei Gelegenheit auf die Idee, eine Anzeige im Melody Maker zu veröffentlichen ... 

... und spätestens jetzt stellen sich beim geneigten Maiden-Fan die ersten Gänsehautattacken ein. Allerspätestens an jener Textstelle, die das Erscheinen von Rod Smallwood, dem Manager von Iron Maiden, beschreibt, der sich mit einem gewissen Anliegen an Bruce wandte ...

Was dann begann, beschreibt Dickinson im Kapitel "Schussfahrt" und den darauf folgenden. Eine Achterbahnfahrt im jahrelangen Dauerbetrieb. Doch neben dem kometenhaften Aufstieg mit IRON MAIDEN fand der Tausendsassa noch Zeit zum Schreiben von (Dreh-)Büchern, zur Teilnahme in Dokumentarfilmen, dem Entwickeln eigener Biermarken, dem Erwerb diverser Pilotenlizenzen und für den Ausbau seiner Fechtkunst. 

Die eingangs erwähnten Besonderheiten bestehen darin, dass Dickinson auf eine Aufzählung von Kuriositäten rund um den Bandbetrieb weitgehend verzichtet und sich auf einige, den Rahmen nicht sprengende Episoden beschränkt. Sein Anliegen war es, eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen und keine leblose Aufzählung. Voyeure aus der Abteilung für Frauengeschichten und sonstige Komplikationen müssen gar gänzlichen Verzicht üben.

Wie das geht? Wie das alles zusammenpasst? Wie die Story trotzdem funktioniert? Lesen!

Fazit: Aller Anfang war schwer. Nicht nur das Problem mit den offenen Rechnungen. Der Autor nahm es leicht: "Eines Tages wird das alles in einem Buch stehen." Hier ist es nun. Sympathisch, ohne Allüren und Selbstbeweihräucherung erzählt. Und am Ende gibt's noch eine knackige Pointe. Alles inklusive.

Für Fans besagter Kapelle ein absolutes Muss, aber auch für Beobachter der Szene höchst erbaulich. Ob sich der Rezensent zum Erwerb einer weiteren Platte aus dem reichhaltigen Angebot der Band entscheiden kann, ist jedoch ebenso fraglich wie zweitrangig. Von seiner chronischen Abneigung gegen Autobiografien hat ihn Bruce Dickinson jedoch vollständig befreit.

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Rezension zu "What Does This Button Do?" von Bruce Dickinson

Bruce, mein Held
Kellerbandewordpresscomvor 4 Monaten

Meine Buchbewertung:

Mein Lieblingszitat aus dem Buch:

Die Kunst, den Ofen zu befeuern, der unser Haus wärmte, machte mich zu dem leidenschaftlichen Pyromanen, der ich heute noch bin.

Als eingefleischter Fan von Iron Maiden und Konzertbesucherin seiner Auftritte war das Buch ein echtes must have.

Viele Dinge und seinen Werdegang waren sehr persönlich dargestellt.

Die Engelsflügel aus meiner Kindheit holten mich wieder ein, und mein Name wurde sogar erstmals in einer Kritik zu unserer Schulaufführung im Sheffield Star erwähnt: »Maulwurf mit verschmiertem Gesicht, gespielt von Paul Dickinson.« (Bruce ist natürlich mein zweiter Vorname, aber das wusstet ihr sicher.)

Die Schriftsetzung stellt einen privaten Bezug her und ich fühlte mich als säße ich mit Bruce an einem gemütlichen Kaminfeuer und er erzählte mir aus seinem Leben.

Dann bekam ich einen Zettel in die Hand gedrückt, den ich meinem Hausleiter bringen sollte. Darauf stand: »Dickinson – Sidney House, KEIN SÄNGER.«

Hihi, dabei muste ich doch ein bisschen Schmunzeln, als ich diese Stelle las.

Welche Rolle dieses Lied für den Autor hatte, erfahrt ihr im Buch.

Aber auch viel Persönliches über sein gesundheitliches Schicksal ist zu lesen.

Fazit:

Bruce, mein Held!

Mehr Buchtipps und ein Video zu der Rezi im Blog www.kelelrbande.wordpress.com

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Rezension zu "What Does This Button Do?" von Bruce Dickinson

Vom gottesfürchtigen Chorknaben zum Frontsänger von Iron Maiden
Ambermoonvor einem Jahr

Bruce Dickinson ist ein einzigartiges Universalgenie. Er ist seit über fünfunddreißig Jahren gefeierter Sänger der erfolgreichsten Heavy-Metal-Band der Welt - Iron Maiden. Er ist gleichzeitig Pilot (er fliegt die Ed Force One, die bandeigene 747!), Motivationsredner, Drehbuch- und Romanautor, Radiomoderator und war jahrelang erstklassiger Fechter auf Weltklasseniveau. Von seinen Fans wird er regelrecht verehrt. Jetzt erzählt er die besten Geschichten aus seinem abenteuerlichen Leben, darin schreibt er auch über seinen dramatischen Kampf gegen den Zungenkrebs, der ihm beinahe das Leben gekostet hätte.

Iron Maiden sind mit über 90 Millionen verkauften Alben und über 2.000 Konzerten eine der erfolgreichsten Rockbands aller Zeiten. Bruce Dickinson ist darüber hinaus auch als Solokünstler regelmäßig in den Charts zu finden. Seine Memoiren hat er handschriftlich selbst verfasst...(Klappentext)

♫♫♫♫♫


Die Band "Iron Maiden" begleitet mich schon nahezu mein ganzes Leben  - von meiner rebellischen Jugend ausgehend bis heute, noch immer etwas rebellisch, aber zumindest etwas ruhiger geworden. Ich bin also Iron Maiden-Fan durch und durch. Daher war diese Autobiografie für mich Pflicht und ich muss gestehen, ich bin mehr als nur positiv überrascht, sondern regelrecht begeistert.


"Ich war schon zwei Stunden über Murmansk gekreist, aber die Russen ließen uns einfach nicht landen. >>Landeerlaubnis verweigert<<, teile man mir mit breitem Mr. Chekov-Akzent mit." (S. 9 - Anfang/Vorwort)


So beginnt Bruce Dickinson seine Autobiografie und ab diesem  Zeitpunkt konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Und er beginnt dabei ganz von vorne -


"Meine frühere Kindheit war gar nicht mal so übel: lange Spaziergänge im Wald, Kaninchenlöcher, die magischen Sonnenuntergänge eines Winters im Flachland und Frost, der unter dem purpurnen Himmel glitzerte." (S. 13)


- von seiner frühen Kindheit an, in einfachsten Verhältnissen, über seine Jugend, sein Leben mit und ohne Iron Maiden, bis hin zu seiner Krebserkrankung.


Was Privates betrifft, erhält man tiefe Einblicke in das Leben und Denken von Bruce Dickinson:


wie Bruce durch seinen Onkel die LIebe zu Flugzeugen entdeckte weshalb er sich nie tätowieren ließ seine Erfahrung mit Mobbing, da er anders war, nämlich ein absoluter Nerd

"Bücher, die Bibliothek, das Schreiben und die Schauspielerei wurden zu meiner Zuflucht." (S. 32)


sein Leben im "Oundleschen Alcatraz" (privat. Internat), wo noch die Prügelstrafe zum guten Ton gehörte und die ersten Berührungen mit dem Fechten und Rock Bands erfolgte. über den Beginn seiner Zeit bei Iron Maiden und die damaligen Modesünden

"Die Bandfotos jener Zeit, in Schritthöhe betrachtet, ließen an die Auslage eines Gemüseladens denken, gut bestückt mit Paprika, Auberginen und Silberzwiebeln." (S. 161)



wie so manche Idee eines Songs entstand und seine Erwartungen an die Band und an sich selbst


"Ich suchte nach dem Heiligen Gral der Unschuld und der Erfahrung. Meine Vision war noch unscharf, aber meine Berufung war glasklar. Unterhaltung, ja, aber über allem anderen stand die Wahrheit." (S. 60)


sein Ausstieg und seine Solo-Projekte und sein Wiedereinstieg bei Iron Maiden was die Diagnose Krebs in ihm auslöste und sein Weg durch die Chemo-Hölle


Dies alles in einem unglaublich packenden Erzählstil mit viel Witz und einer großen Prise Selbstironie, welche mich oft laut auflachen ließ.


Doch auch direkt und schonungslos, ohne jedoch reißerisch zu wirken. Hier geht es ausschließlich um ihn selbst - Bruce Dickinson, daher werden Geburten, Hochzeiten, Scheidungen und Auseinandersetzungen innerhalb und außerhalb der Band nicht thematisiert. Und um ehrlich zu sein habe ich diese Themen auch absolut nicht vermisst. Das liegt vor allem daran, dass alles andere so viel interessanter und mitreißender war.


"Meine Absicht war es einzig und allein, eine gute Geschichte zu erzählen."


Bruce, you did it and you rocked it!


Fazit:
Selten das mich eine Autobiografie so packen und gut unterhalten konnte. Eine Autobiografie wie der Autor selbst - außerordentlich humorvoll und mit viel Selbstironie, aber auch direkt und schonungslos ehrlich zugleich.
Der unbeschreiblich gute Schreib- und Erzählstil machen diese Autobiografie zu einem wahren Leseerlebnis, sodass dieses Buch sogleich zu einem meiner Lese-Highlights 2018 katapultiert wurde.
Von mir gibt es daher natürlich eine absolute Leseempfehlung. Vor allem für Iron Maiden-Fans ist diese Autobiografie ein absolutes Must-Have und ist aufgrund seiner qualitativ hochwertigen Ausgabe das Geld wert.


© Pink Anemone (mit Fotos, Leseprobe, Buch-Trailer)

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