Bruce Robinson Die merkwürdigen Erinnerungen des Thomas Penman

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Inhaltsangabe zu „Die merkwürdigen Erinnerungen des Thomas Penman“ von Bruce Robinson

Der vermutlich seltsamste Aspekt von Die merkwürdigen Erinnerungen des Thomas Penman ist die Faszination, die jede Form der körperlichen Ausscheidungen auf den Autor ausübt. Kot, Speichel, Samenflüssigkeit, Ohrenschmalz -- die Liste kann endlos fortgeführt werden. Gleich zu Beginn erfahren wir, dass der junge Thomas "ab dem Alter von vier Jahren [...] durch sämtliche Toiletten ging und überall sonst geschissen hat", und die Seiten, die dann folgen, beschreiben ausführlich die Besessenheit des Jungen mit seinen eigenen Fäkalien -- eine Besessenheit, die Formen annimmt, die so phantasievoll wie abstoßend sind. Nachdem er von Anfang an klar macht, dass der junge Thomas Penman kein gewöhnlicher Held sein wird, stürzt uns Bruce Robinson (der die Drehbücher von Killing Fields und Withnail & I schrieb und bei Letzterem auch Regie führte) kopfüber in das Leben seines Protagonisten. Kurz nacheinander erfahren wir, dass Thomas' Großvater Walter völlig von Krebs befallen und genauso von nackten Frauen besessen ist wie sein 14-jähriger Enkel; dass Thomas' Vater Rob eine außereheliche Beziehung unterhält und seine Mutter einen Privatdetektiv engagiert hat, um es zu beweisen; und dass Thomas selbst bis über beiden Ohren in die göttliche Gwen Hackett verliebt ist.
Pornographie, Masturbation, Voyeurismus -- laut Robinson sind dies die drei Hauptdinge, mit denen sich der heranwachsende Junge beschäftigt. Dieses Buch wird gerne mit J. D. Salingers Der Fänger im Roggen verglichen, und wer sagt, dass Holden Caulfield nicht ähnliche Hobbys gehabt hätte, wäre seine Geschichte vierzig Jahre später geschrieben worden? Wenn man das Vulgäre in der Sprache und in den Situationen überwindet, stellt sich Thomas durchaus als ein unerwartet sympathischer Held heraus, und sein Verhältnis zu seinem halbverrückten Großvater erweist sich als seltsam zärtlich. Die merkwürdigen Erinnerungen des Thomas Penman ist nicht für den Magenschwachen gedacht. Aber für diejenigen, die ihre Literatur roh serviert mögen, ist dieses Buch genau das Richtige. --Alix Wilber (Quelle:'Fester Einband')

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