Born to Run

von Bruce Springsteen 
4,6 Sterne bei22 Bewertungen
Born to Run
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

gudrunhellers avatar

Wer wissen will, wie man dazu kommt, Rock´n´Roll zu spielen und zu leben - hier ist die Antwort.

anke3006s avatar

Eine tolle Autobiografie, sehr zu empfehlen

Alle 22 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Born to Run"

Der Nummer-1-Bestseller jetzt im TaschenbuchIn seiner gefeierten Autobiografie legt Bruce Springsteen sein Leben offen – mit derselben Ehrlichkeit, Lebensfreude und Eigenwilligkeit, die auch seine Songs auszeichnen. Er erzählt von seiner katholisch geprägten Kindheit in Freehold, New Jersey, seiner Besessenheit, Musiker werden zu wollen, und seinem Aufstieg zum Weltstar. Entwaffnend ehrlich spricht er über die Hintergründe vieler persönlicher Rückschläge, die die Inspiration für einige seiner besten Songs waren. Selten zuvor hat ein Bühnenkünstler seine eigene Geschichte mit solch einer Kraft und solch einem lodernden Feuer niedergeschrieben!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453604889
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:672 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:08.10.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 27.09.2016 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,6 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne16
  • 4 Sterne3
  • 3 Sterne3
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    gudrunhellers avatar
    gudrunhellervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wer wissen will, wie man dazu kommt, Rock´n´Roll zu spielen und zu leben - hier ist die Antwort.
    Born to play - music

    ...oder auch: "Turn your broken heart into art" (Meryl Streep) - fast möchte man meinen, dass das das Lebensmotto von Bruce Springsteen ist.
    Hineingeboren in eine Familie mit einem depressiven Vater und einer überbehütenden Großmutter, der die Mutter die Erziehung des kleinen Bruces weitestgehend überlässt, wird die Grundlage für Depressionen gelegt, die den Rock´n´Roller zeit seines Lebens verfolgen werden. Musik wird zum Teil seiner Überlebensstrategie. Hier kann er sich ausleben, erfährt Bewunderung und Anerkennung, kann alles vergessen, was ihn belastet. Aber natürlich ist auch einem Top-Musiker wie ihm nicht alles von Anfang an zugeflogen. Man erfährt einiges über die harten Jahre des Anfangs und über das, was ihm letztendlich neben seiner Begabung den großen Erfolg einbringt: nämlich die leidenschaftliche Hingabe an seine Musik, die Hartnäckigkeit, mit der er auch nach Tiefschlägen an seiner Musik und einer Karriere als Musiker festhält - so wie er  an seinen Freunden festhält, hat er sie einmal kennen- und schätzen gelernt.

    Mal abgesehen von den teils drastischen Ausflügen in die Umgangssprache:
    Well done, boss!

    Kommentieren0
    12
    Teilen
    PeterHadTrapps avatar
    PeterHadTrappvor 2 Jahren
    Welch ein Leben ... welch ein Blick darauf. Großartige Autobiographie

    Die Erinnerungen des "Boss" an sein Leben habe ich mit dem größten Genuss gelesen. Bevor ich jetzt versuche zu erklären, was ich vielleicht gar nicht erklären kann, mag ich vorab feststellen, dass es mir wirklich außergewöhnlich gut gefallen hat.
    Warum?
    Ganz sicher nicht zuletzt, weil ich seine Musik schon immer mag und weil ich ihn als musikmachende Persönlichkeit schon immer zumindestens gut fand ohne viel mehr über ihn zu wissen, als das was man "eben so mitbekommt" wenn man sich ein wenig für die amerkikanische Rockn`Roll- , Rock- und Bluesmusik interessiert.
    Und vielleicht auch, weil ich hin und wieder die Texte seiner Lieder wirklich gelesen und darüber nachgedacht habe.
    Und doch gibt es sicher viele Musiker, die schöne Texte schreiben, mir als Menschen aber garnichts sagen würden.
    So war es nicht ...
    Ganz im Gegenteil. Wenn einer tatsächlich 50 Jahre Bühnenerfahrung als Frontmann einer Rockband mitbringt und wenn der dann auch noch mindestens 35 Jahre davon oben und wenistens 30 Jahre ganz oben verbracht hat, sich dabei nicht abgenutzt hat und am Ende immer noch eine Botschaft hat, dann hat so einer auch über sein Leben was zu erzählen.

    Die Lektüre dieser "650-Seiten-Schwarte" bringt dem Leser in jedem Fall neben dem Musiker, Superstar und Bandfrontmann auch den Menschen Springsteen wieder. Der den Willen hatte es ganz nach oben zu schaffen. Der die richtigen Leute um sich geschart hat. Der den Glauben an sich nicht verloren hat. Der nie eine musikalische Ausbildung hatte und der tatsächlich aus den sprichwörtlichen "ganz einfachen Verhältnissen" kam. Und der sein Leben lang mit seinen Dämonen gerungen hat. Der aber sicher auch davon profitierte, dass er im Gegensatz zu vielen, wenn nicht den meisten seiner Zeitgenossen eben nie drogen- oder alkoholabhängig war.

    Natürlich ist er auch ein Egozentriker, der immer das absolute Kommando während seiner Karriere hatte. Die Musiker seiner Band mussten sich ihm letztlich immer unterordnen. Daraus macht er keinen Hehl. Genauso wenig aus seinen psychischen Problemen, die in massiven Depressionen gipfelten.
    Die Frage warum ausgerechnet Bruce Springsteen sich so lange an der Spitze halten konnte, beantwortet das Buch mit seinen Lebenserinnerungen auf mehrere Arten.
    Vielleicht, weil er als Frontmann auf der Bühne außergewöhnlich charismatisch ist, der nie den Kontakt zu seinem Publikum verloren hat.
    Vielleicht, weil er mit seinen Songs immer Geschichten aus der Mitte des Lebens erzählen wollte und sich dabei vor keinem Thema gedrückt hat.
    Vielleicht, weil mit zunehmendem Alter auch immer politischer wurde und deswegen immer noch etwas zu sagen hatte.
    Vielleicht weil er die besondere Gabe hatte, eine Band um sich zu scharen, die ihm zwar ganz klar zu folgen hatte, die aber trotzdem aus engen Freunden bestand, die ihn fast sein ganzes Leben lang kennen.

    Seine Sprache ist immer dann am schönsten und ausdrucksvollsten zu lesen, wenn er über seine Gefühle schreibt und darüber was ihm seine Musik, seine Lieder bedeutet haben.
    Dabei wirkt seine Autobiographie sehr ehrlich, sehr reflektiert und kommt mit einer entwaffnenden Portion Selbstironie daher. Es gab Stellen in diesem Buch, die mich zu Tränen gerührt haben. Jemand wie Bruce Springsteen, der hunderte wunderbarer Songs getextet hat, braucht auch keinen Ghostwriter. Die Lieder, von denen er spricht "hervorzukramen" und dann vielleicht ganz anders zu hören, verleiht dem Lesen dieses Buches nochmal einen besonderen Zauber.

    Mein Springsteen-Bild musste ich nicht komplett revidieren, es wurde nur viel reicher. Ehrgeiz, Willen, Kreativität, aber eben auch Melancholie und Wehmut und tiefe Freundschaften prägten sein Leben. Ehrlichkeit und vor allem tiefe Dankbarkeit prägen seinen Blick zurück auf dieses Leben.
    Danke Boss, dass Du das mit uns geteilt hast.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Andreayyys avatar
    Andreayyyvor 2 Jahren
    DAS Buch

    Als Springsteen Fan gebe ich hier volle Punktzahl. Das Buch ist von Springsteen selbst geschrieben und beginnt mit seiner jüngsten Kindheit. Springsteen schreibt sehr lebendig. Besonders wenn er über seine Familie und Freunde schreibt, tut er das sehr anschaulich und sympatisch.  Es ist ein sehr persönliches Buch, in dem er sehr sehr viel von sich preisgibt. Es ist mal nachdenklich, mal melancholisch, mal fröhlich. Ich war traurig, als ich es durchgelesen hatte.  Für Fans absolut empfehlenswert. 

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    Soerens avatar
    Soerenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ehrliche und packende Bio über einen der größten Rockstars aller Zeiten
    Schonungslos ehrlich

     

    Über Bruce Springsteen ist bereits eine Menge geschrieben worden. Bis vor kurzem dachte ich, Peter Ames Carlins im Jahr 2014 erschienene Buch „Bruce“ wäre das Maß der Dinge.

    Aber das war, bevor der Boss selbst eine Autobiographie vorlegte. Auch er erzählt von den mühsamen Anfangsjahren, doch anders als die Autoren davor, schreibt er nicht die Erinnerungen anderer, sondern die eigenen nieder. Allein dadurch erhält das Werk eine völlig andere Tiefe und persönliche Note. Auf den 672 Seiten nimmt Bruce kein Blatt vor dem Mund. Er greift schonungslos all seine Unzulänglichkeiten auf, schreibt, was ihn antreibt und was ihn ins Straucheln brachte. Auch als langjähriger Fan erfährt man viel Neues und bekommt anderes (manchmal auch mit bisher völlig unbekannten Infos) noch einmal ins Gedächtnis gerufen. Gelegentlich springt Bruce mit seinen Anekdoten zwar in der Zeit hin und her, aber so ist das eben mit Erinnerungen. Nicht immer läuft da alles chronologisch ab. Ich finde es gut, dass „Born to run“ nicht bloß einen Teil seiner Vita umfasst (wie es zum Beispiel bei Bob Dylans Chronicles der Fall ist), sondern das Buch sich mit allem von der Kindheit bis zur Jetztzeit befasst. So ist man nach dem Lesen biotechnisch auf dem neusten Stand.

    Trotzdem würde ich die Autobiographie nicht als allumfassendes Alleinwerk hinstellen. Wie in jedem Buch setzt der Autor die Prioritäten. Dinge, die Bruce nicht so wichtig erscheinen, lässt er unter den Tisch fallen. Das macht jeder so. Deshalb bleibt die eingangs erwähnte andere Bio weiterhin relevant. Beide Werke können wunderbar parallel nebeneinander existieren.

    Nichtdestotrotz ist dieses Buch hier das Maß der Dinge. Ein Buch vom Boss über den Boss. Noch mehr geht nicht.

     

     

     

     

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Haverss avatar
    Haversvor 2 Jahren
    In the day we sweat it out on the streets of a runaway American dream

    Nach der 2012 im Original erschienenen Veröffentlichung „Bruce“ des Musikjournalisten Peter Ames Carlin hat Bruce Springsteen himself nun mit „Born to run“, seiner Autobiografie, nachgelegt. Den Titel hat er von dem gleichnamigen Album (und Song) übernommen, das 1975 veröffentlicht wurde und seinen Durchbruch markierte – und bis heute nach „Born in the USA“ sein am häufigsten verkauftes Album ist.

    Bruce Springsteen, der Rock ‚n‘ Roller aus New Jersey, der Typ aus der Nachbarschaft, ohne Allüren, aber mit einem goldenen Herzen. Immer bereit, für die einfachen Leute Partei zu ergreifen, seine Popularität in die Waagschale zu werfen, wenn es darum geht, Gelder für eine gute Sache einzuspielen. Der ehrliche Arbeiter mit der klaren politischen Position. Der Vollblutmusiker, dessen Konzerte jeden Cent wert sind, die die Eintrittskarten kosten. Jeder, der das Glück hatte, ein Springsteen-Konzert live zu erleben, wird das bestätigen können. Minimum dreieinhalb Stunden Performance, in denen er alles gibt, aber auch seinen Musikern alles abverlangt. Bruce Springsteen, der Boss.

    Und er nimmt in seinen Schilderungen kein Blatt vor den Mund, hält mit nichts hinter dem Berg. Offen und ehrlich, wie es seine Art ist. Von der Kindheit in ärmlichen Verhältnissen, vom Aufwachsen in Freehold, New Jersey, dem schwierigen Verhältnis zu seinem Vater, den ersten Gehversuchen mit seiner Gitarre, dem Tingeln durch die Clubs, bis hin zu dem ersten Plattenvertrag. Diese Passagen sind intensiv, weil er sie ungeschönt mit offenem Visier erzählt. Schonungslos dann, wenn er seine „schwarzen Hunde“ schildert, die Depressionen, mit denen er noch immer kämpft, den Schmerz, der ihn geprägt hat. Ein Musiker, der Erlösung in seiner Musik sucht. Der die Lücke zwischen der Realität und dem amerikanischen Traum schließen will. Nicht nur für sich, sondern auch für seine Zuhörer. Ein Besessener, der sein Medium gefunden hat. Die Gitarre und seine Songs.

    Wie seine Alben ist auch diese Autobiografie ein Stück Musikgeschichte. Aber nicht nur, denn es ist gleichzeitig auch eine Beschreibung und eine Bestandaufnahme der Zustände in den Vereinigten Staaten der einfachen Leute. Grandios!

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    hundertwassers avatar
    hundertwasservor 2 Jahren
    Die Boss-Biographie

    Bruce The Boss Springsteen – eine Musiklegende, zu der ich noch nie eine besondere Beziehung hatte. Natürlich kennt man seine Stadion-Konzerte, die E-Street-Band ist auch Menschen, die weniger in Sachen Musik bewandert sind ein Begriff und seine Hits hat man im Ohr. Egal ob Dancing in the dark, The ghost of Tom Joad oder sein Überhit Born in the USA – seine Hits erfreuen sich im Radio immer noch großer Beliebtheit, auch wenn sie schon einige Jahre auf dem Buckel haben. Hits, die mich eher kalt ließen, allen voran Born in the USA. Zu einfach, zu patriotisch, zu nervig, als dass mich das Oeuvre Springsteens wirklich hätte begeistern können (Fans mögen an dieser Stelle jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen).

    Um es abzukürzen – der Start mit dem Boss und mir war also eher verhalten denn von wirklicher Begeisterung getragen. Doch der 1949 geborene Rocker aus New Jersey hat es geschafft, mich im Laufe seiner 672 Seiten starken Autobiographie für sich einzunehmen und mir neu Lust auf sein vielfältiges Schaffen zu machen. Wie das kam?

    Springsteen baut seine Born to run übertitelte Autobiographie chronologisch auf. Beginnend mit seiner Kindheit im ländlichen New Jersey zeichnet er seinen Lebensweg bis in die Gegenwart nach und gibt Einblicke in seinen Werdegang. Dabei braucht er viel Zeit, um seinen irisch-italienischen Hintergrund zu erklären und die ersten Laufversuche als Musiker zu schildern. Ehrlich berichtet er von Scheitern und Unerfahrenheit, zeigt welche musikalischen Einflüsse ihn prägten und wie er schließlich zu seine ersten musikalischen Wurzeln mit Soloalben und Touren schlug. Seine schlagkräftig betitelten Kapitel geben Einblicke in die Schöpfung seiner Alben, zeigen seine Intention beim Songwriting einzelner Titel und beleuchten auch den Werdegang hin zur legendären Kombo Bruce Springsteen and his E-Street-Band. Dabei ist sein Buch von einer großen Ehrlichkeit und Rauheit durchzogen und weiß sogar mit Humor an vielen Stellen zu überzeugen.

    Dieses über sieben Jahre entstandene Buch ist nicht nur eine Autobiographie über einen Musiker, der in den Rock-Olymp aufstieg und zu den wichtigsten amerikanischen Künstlern der Gegenwart zählt. Er ist auch ein Einblick in das Geheimnis, wie Musik entstehen kann und was es bedeutet, vor zehntausenden Menschen auf der Bühne zu stehen. Springsteen räumt auch den Kehrseiten viel Platz ein, wenn er von Depression und Zweifeln berichtet. Er zeigt, wie im Leben Konstanz auch durch unabänderliche Veränderungen erzeugt werden kann. Und nicht zuletzt ist Born to run auch ein Einblick ins wahre Amerika, das bei allen Hochglanzberichten von der Ost- und Westküste gerne einmal vergessen wird. Eine Autobiographie, die jedem Musikfan ans Herz gelegt werden kann – Springsteen-Fan muss man dafür nicht zwingend sein!

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    M
    michael_lehmann-papevor 2 Jahren
    Geht unter die Haut

    Geht unter die Haut

    Wer das Vergnügen hatte, eines der episch langen Konzerte von Bruce Springsteen zu besuchen, wer zumindest Videoeindrücke solcher „Arbeits-Veranstaltungen“ hat, der weiß und hat vor Augen, wie angespannt, fast starr, wie körperlich arbeitend Springsteen auf der Bühne steht.

    Da gibt es keinen lockeren Hüftschwung oder kreisende Schultern, den Unterkiefer nach vorne gepresst, der Körper unter Hochspannung und hoher „Traglast“ gespannt.

    Dass diese Körpersprache zum einen dem Selbstbild des Musikers als „Working-Class-Man“ entspricht, dass hier seine familiären Wurzeln in der rauen Welt der Arbeiterschaft liegen, dass aber diese immense Anspannung (und das Halten und Nutzen der Gitarre teils wie ein schweres Arbeitsgerät) auch der inneren Verfassung des Musikers entspricht, dass liest man mit Faszination in dieser offenen, ehrlichen, in der Sprache authentischen Autobiographie dieses Mannes, einer der weltweit populärsten Rockmusiker und eine amerikanische, sozialkritische Ikone.

    Dass einer wie er, so überhaupt, Formen der inneren Ruhe erst findet, wenn er vollständig verausgabt und nass geschwitzt nach Stunden die Bühne verlässt, das hat eben nicht nur mit seinem Anspruch zu tun, perfekte und bestmögliche Performance für das Publikum zu liefern („zu arbeiten“), sondern auch mit der Beruhigung eigener, innerer Dämonen, die Springsteen offen schildert. Eine Offenheit, welche diese Autobiographie zu einem dichten, anders als gewohnten „Erlebnis“ macht, die den Leser hineinblicken lässt in die Seele, die innere Befindlichkeit des Mannes. Auf und neben der Bühne.

    Der Perfektionist ist, der an jedem Song bis Ultimo feilt, der vieles an Musik in der Schublade noch hat, weil es bisher seinen Ansprüchen an Sound, Produktion, Abmischung oder anderem nicht genügt. Der seine Band, die „E-Street Band“ im Gesamten körperlich an den Rand führt. Der tatsächlich „Im Lauf“ ist. Ein stückweit „auf der Flucht“ vor den eigenen dunklen Seiten, ein „Born To Run“, das den Leser teils tief berührt und auf keiner Seite des umfangreichen Buches langweilt.

    „Und aus diesem Grund rockt die E-Street Band…..Abend für Abend mit der unverminderten Power einer Dampfwalze. Wir sind mehr als ein Konzept……Wir sind eine Philosophie, ein Kollektiv mit einem professionellen Ehrenkodex“.

    Wiedergeben, was an Leidenschaft der Fans im Raum steht. Nicht nachlassen. Alles geben für „den Job“, die Kunst, die Arbeit. Sichtbar sein, fassbar, alles geben, was man hat, weil das einfach „Ehre“ ist.

    Das ist die eine Seite.

    „“Er wurde mein Freund und Ratgeber in einer Zeit, in der ich mich in bedrohlicher Nähe zu meinen inneren Abgründen aufhielt“.

    Das ist die andere Seite dieser in 40 Jahren gewachsenen Ikone der Rock-Musik, dieses sozialen Gewissens auf der Bühne, des Mannes, der sich nie scheute, Randgruppen und Randthemen in eindeutiger Weise musikalisch zu verarbeiten. Der nie woanders stand als auf der sozialen Seite des „Gewissens“ Amerikas und, letztendlich, der Welt.

    Man mag seine Musik mögen oder nicht, aber diese Herangehensweise, den „Job“ vollständig ernst zu nehmen, diese dunkle Seite in sich zu versuchen, in Schach zu halten, das beeindruckt. Und das alles in einem Tonfall beschreben, der keineswegs von überbordendem Stolz auf die eigenen Erfolge geprägt ist, sondern schlicht, einfach, offen und rau ein tatsächlich intensives Leben erzählt.
    Ein Leben, das nie seine Wurzeln vergessen hat, sondern diese als Haut mit sich trägt.

    Und zugleich lebenslang alles an Energie „verbrennt“, um seine Depressionen ein stückweit auf Distanz zu halten. Indem er körperlich alles gibt, sich an Gewichten und an der Gitarre gleichermaßen verausgabt.

    Ein Mann, „auf der Flucht“, das aber „Flussaufwärts“ gemeinsam mit „seinen Jungs“, allen voran lange Jahre der „Soubrother Nr. 1“, Stevie van Zandt („Little Steven“).

    „Wenn ich den Rock´n´Roll entfesseln will, brauche ich bloß Steve eine Gitarre in die Hand zu drücken“. (seit einiger Zeit bereits hat Nils Lofgren diesen Part übernommen)

    Und einer, der das alles über sein Werk und seine Person, sein Werden und Sein, einfach, schlicht und geradeheraus jetzt im ganzen Umfang mitteilt.

    Eine überragende Autobiographie, eine offenes „sich Zeigen“ ohne Visier.

    Kommentieren0
    7
    Teilen
    anke3006s avatar
    anke3006vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine tolle Autobiografie, sehr zu empfehlen
    Kommentieren0
    Tanja_Litschels avatar
    Tanja_Litschelvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: poetisch, selbstironisch, witzig, selbstkritisch, überaus unterhaltsam - top!
    Kommentieren0
    Celtics avatar
    Celticvor einem Jahr

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks