Beim „Weihnachtswombat“ fällt zunächst natürlich der ungewöhnliche Protagonist ins Auge: ein Wombat, vom Waliser Illustrator Bruce Whatley überaus knuffig, warmherzig und mit viel Humor in Szene gesetzt. Die wenigsten Kinder hierzulande – und vermutlich auch nicht alle Erwachsenen – dürften je einen echten Wombat gesehen haben, weshalb diese Figur sofort Neugier weckt und beim gemeinsamen Anschauen für viele „Ohs“ und „Ahs“ sorgt.
Gerade deshalb finde ich es ein wenig schade, dass man im Buch nur sehr wenig über das australische Beuteltier erfährt. Was mich tatsächlich etwas geärgert hat, war die ständige Karottenfresserei des Weihnachtswombats. Zwar nehmen Wombats Karotten an, wenn sie von Menschen angeboten werden, aber sie gehören weder zu ihrer natürlichen Ernährung noch sind sie besonders gesund für diese Tiere. Man könnte argumentieren, dass hierzulande ohnehin keine Gefahr falscher Wildtierfütterung besteht – dennoch hätte ich mir gewünscht, dass Kindern kein falsches Bild vermittelt wird. Zumal Autorin Jackie French, selbst Australierin, es eigentlich besser wissen müsste.
Ihr Text war für mich beim ersten Vorlesen etwas gewöhnungsbedürftig. Die Sätze sind extrem knapp gehalten, teilweise sogar ohne Subjekt. Doch gerade das macht den Reiz für kleine Kinder aus: Die Sprache ist einfach, pointiert und sehr gut für die Allerkleinsten geeignet, die auf klare, schnell verständliche Strukturen ansprechen.
Trotz meiner kleinen inhaltlichen Kritikpunkte bleibt „Weihnachtswombat“ insgesamt ein originelles, witziges und liebevoll gestaltetes Weihnachtsbilderbuch, das mit seiner charmanten Hauptfigur sofort Herzen erobert und sich wunderbar zum gemeinsamen Vorlesen in der Adventszeit eignet.











