Brunhilde Witthaut Des Teufels Schreiber

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Inhaltsangabe zu „Des Teufels Schreiber“ von Brunhilde Witthaut

Bretagne im Jahr 1440. Der junge, ehrgeizige Mönch Laurent glaubt sich am Ziel seiner Träume, als er Schreiber des heldenhaften Barons de Rais wird. Er entwirft ein Zauberbuch und bindet den Baron mit falschen Voraussagen an sich. Er ignoriert sogar die Gerüchte, nach denen dieser seit langem Kinder missbraucht und tötet, und beruhigt sein Gewissen. Doch die Strafe folgt auf dem Fuße. Prelati, der melancholische Geliebte des Barons, sein fröhlicher Bursche Giacomo und Loan, Laurents Gefährtin, geraten mit ihm in einen Strudel aus Leid, Verzweiflung und Tod. Laurent beschließt voller Reue, de Rais in seinem Treiben zu stoppen. Kann er mit Hilfe des Zauberbuches dem Baron Einhalt gebieten?
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  • Ohne Figuren funktioniert die beste Story nicht

    Des Teufels Schreiber

    BarbaraDrucker

    07. July 2016 um 18:54

    Die Stärke des Romans liegt in der Storyführung. Brunhilde Witthaut flicht geschickt und glaubwürdig die fiktive in die historische Handlung um den Massenmörder Gilles de Rais. Nicht jede Szene ist notwendig – so hätte die Story beispielsweise ohne die absolut gefühllos und en passant erzählte Vergewaltigungsszene genauso gut funktioniert, auch auf Laurents alchemistische Versuche hätte ich mit Freuden verzichtet – doch im Wesentlichen sind die Handlungen schlüssig motiviert. Am Plot und der Storyline liegt es nicht, dass der Lesegenuss auf der Strecke bleibt.Witthaut erzählt langsam und betulich, selbst rasante Ereignisse plätschern langsam dahin. Das ist Geschmackssache, manchen Lesern mag gerade das gefallen. Schlimmer ist, dass die Sprache oft sehr schlampig gehandhabt wird, da stimmen Bezüge nicht ("dessen" oder "dieser" beziehen sich beispielsweise viel zu oft auf eine weiter vorne im Satz oder gar Absatz befindliche Person, als dass es Zufall sein könnte), Grammatikfehler tauchen mit enervierender Regelmäßigkeit auf, und immer wieder setzt die Autorin ungenaue oder falsche Sprachbilder ein.Diese Mängel stechen umso mehr ins Auge, als man beim Lesen nie wirklich eintauchen kann. De Rais' ersten Auftritt ausgenommen blieben für mich Landschaft und Burg farblos, das liegt vor allem daran, dass die Autorin zwar detailliert beschreibt, diese Beschreibungen aber nicht mit der Handlung verknüpft. Genauso geht sie mit dem Innenleben der Figuren vor, sie hat eine deutliche Vorliebe für Gedankenrede – leider nicht für erlebte Rede oder innere Monologe, sondern für eine bloße Nacherzählung. In der Nichtbeachtung der schriftstellerischen Grundregel "show, don't tell" liegt für mich das Hauptproblem des Romans.Das zweite Problem besteht in der unglücklichen Wahl des Protagonisten. Laurent ist als Sympathieträger gänzlich ungeeignet, er ist ein farbloser, durchschnittlicher Charakter und bleibt eine reine Kopfgeburt und somit ungreifbar. Unterboten wird er nur mehr von Loan, kein Wunder, dass die Liebesszenen zwischen beiden kalt lassen. Mit Gefühl geschrieben wirkt nur Prelati, seine Stellen sind auch diejenigen, die meine emotionale Beteiligung hervorriefen. Witthaut wäre besser beraten gewesen, ihn zum Helden und Handlungsträger zu machen, sein innerer Konflikt fesselt durchaus. Auch de Rais lässt einen komplexen Charakter zumindest erahnen, schön wäre es gewesen, diesen Charakter in seinen Handlungen und Dialogen zu zeigen und nicht nur zu behaupten.Insgesamt würde ich an dieser Stelle drei Sterne vergeben, der Roman ist nicht überragend, aber auch nicht grottenschlecht. Der weitere Abzug geht auf das Konto des Korrektorats. Jedem Selfpublisher macht man Rechtschreibfehler zum Vorwurf, doch hier tummeln sie sich geballt in einem Verlagsbuch. De Rais schreibt man am Satz- oder Absatzbeginn groß, auch die oben erwähnten Grammatikfehler, Wortwiederholungen und Copy-Paste-Ausrutscher hätten einem Korrektor auffallen müssen. Es handelt sich nicht um ein oder zwei übersehene Tippfehler, sondern wird durch die Masse zum kleinen Ärgernis.Fazit: Eine schlüssig erzählte Story, die Lesern historischer Romane gefallen könnte, wenn sie nicht zu große Ansprüche an Figuren und spannende Erzähltechnik stellen. Kommentar Kommentar | Kommentar als Link

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  • Kann nicht gänzlich überzeugen

    Des Teufels Schreiber

    Koriko

    25. February 2015 um 12:35

    Story: Frankreich 1440: Nachdem Laurent sein Dasein als frommer Mönch auf recht extreme Weise ein Ende gesetzt hat, ergattert er zufällig den Posten eines Schreibers bei dem geachteten und reichen Ritter Gilles de Rais. Im Auftrag des italienischen Priesters Prelati, einem Vertrauten de Rais, soll Laurent ein altes Grimoire abschreiben und die unleserlichen Teile wieder verständlich machen. Geblendet von de Rais Macht, dem Wissen, das in dessen Bibliothek schlummert und dem Traum mit Hilfe alchemistischer Bücher Blei in Gold zu verwandeln, beginnt Laurent mit der anspruchsvollen Aufgabe. Doch schon bald erreichen ihn Gerüchte, dass immer wieder Kinder verschwinden und de Rais mit dem Teufel im Bunde stehen soll. Als sich das Buch immer schwerer übertragen lässt und er von Prelatis‘ Bemühungen erfährt de Rais von seinem inneren, blutdurstigen Dämon zu befreien, verlegt sich Laurent darauf Wahrsagungen zu schreiben, die auf Gerüchten und Ereignissen basieren, die Laurent zufällig in Erfahrung bringt. Schon bald verstrickt er sich immer tiefer in Probleme, denn de Rais beginnt an Laurents Prophezeiungen zu glauben – und gibt damit dem jungen Mann eine Macht in die Hand, die dieser nur schwer einschätzen kann … Eigene Meinung: Der historische Roman „Des Teufels Schreiber“ stammt von Brunhilde Witthaut, die unter Pseudonym schwule Krimi und Gay Romance Bücher verfasst hat. So zeigt sie sich für die „Claude Boqcuillon“-Reihe bei Gmünder verantwortlich (unter dem Namen Laurent Bach), ebenso schrieb sie als Corinna Bach „Bodyguard – Spezialauftrag Liebe“ für den Sieben Verlag. Mit „Des Teufels Schreiber“ erfüllte sie sich einen Herzenswunsch – ein Buch über den mittelalterlichen Massenmörder Gilles de Rais. Auch im vorliegenden Roman gibt es einen schwulen Nebenplot zwischen Gilles de Rais und dem Magier Fransesco Prelati, der ungefähr so viel Aufmerksamkeit erhält wie die Liebesgeschichte zwischen Laurent und der jungen Loan, die sich für den Tod ihres Sohnes an de Rais rächen will. Inhaltlich hält sich die Autorin recht genau an die historischen Begebenheiten. Sie achtet darauf ihre Handlung in die Monate vor de Rais‘ Verhaftung anzupassen, verknüpft geschichtliche Begebenheiten mit dem Aufbau ihrer Geschichte. So sind viele Dinge, die Laurent vorhersagt oder mit Hilfe des Grimoires mitbestimmt, tatsächlich so geschehen, insbesondere der Überfall auf die Kirche am Pfingstsonntag 1440, der de Rais letztendlich das Genick bricht. Dennoch gestattet sie sich die ein oder andere künstlerische Freiheit, was sich ganz besonders an der Beziehung zwischen de Rais und Prelati zeigt, ebenso am Charakter des Magiers. Während die Aufzeichnungen beweisen, das Prelati ein grausamer, skrupelloser Mann gewesen ist, hat der Leser in „Des Teufels Schreiber“ einen sanften, liebenswerten Charakter vor Augen, der unter den Ereignissen zugrunde geht. Dies kann man natürlich ankreiden, doch es sollte klar sein, dass Brunhilde Witthaut an dieser Stelle mit den Gegebenheiten spielt und sie so abändert, dass sie zu ihrer Geschichte passen. Diese plätschert am Anfang stark dahin, so dass man seine Mühe hat, in die Geschichte einzutauchen und sich auf die Figuren einzustellen. Die Handlung springt zu oft zwischen den Charakteren hin und her, mitunter sind Passagen enthalten, die nur wenig zum Buch beitragen. Dazu gehört leider auch die Liebesgeschichte zwischen Loan und Laurent, die der Geschichte spürbar den Schwung nimmt. Sie scheint nur enthalten zu sein, weil sie für den Sieben Verlag da sein muss. Das betrifft insgesamt auch Loan, die im Grunde überflüssig erscheint, was man daran merkt, dass sie zwischendurch gut 150-200 Seiten nicht auftaucht und für die eigentliche Handlung rund um das Grimoire überhaupt nicht mehr zum Tragen kommt. Allgemein tut man sich schwer mit den Charakteren zurechtzukommen. Weder Laurent noch Loan sind wirklich sympathisch und gut nachvollziehbar. Bei Laurent liegt das an seinem Egoismus, seiner Arroganz und dem Unwillen, etwas zu unternehmen, obwohl er über de Rais‘ Machenschaften Bescheid weiß. Er ist durch und durch unsympathisch, so dass man ihm am Ende nicht einmal sein Happy End gönnt. Auch Loan kann nicht überzeugen – sie springt zu sehr hin und her, ihre Person ist einfach zu undurchsichtig und ihr Rachefeldzug wirkt irgendwie aufgesetzt. Auch kann man einige ihrer Reaktionen nicht nachvollziehen, ebenso Laurents Entscheidungen. Es ist seltsam, dass dem Leser Prelati und de Rais mit am sympathischsten sind, wenn man bedenkt, welche Grausamkeiten sie verbrochen haben. Dennoch liegen Brunhilde Witthaut die beiden Männer und deren homosexuelle Beziehung mehr, als der eigentliche Protagonist. Stilistisch gibt es nur wenig zu bemängeln – Brunhilde Witthaut hat einen soliden, sehr ausgereiften Schreibstil. Leider hat man das Gefühl, dass sie ihr Können nicht ganz ausschöpft, wenn man „Des Teufels Schreiber“ mit anderen Werken aus ihrer Feder vergleicht. Sie mag bei den Beschreibungen der Landschaft und der Menschen auftrumpfen und überzeugen, doch so recht springt der Funke nicht über. Zudem hüpft sie dieses Mal zu sehr in den Perspektiven. Der Leser bekommt vier Hauptperspektiven präsentiert (Loan, Laurent, de Rais und Prelati), ebenso die Sichtweise etlicher Nebenfiguren (der Bischoff, de Rais‘ Cousin, etc.). Mitunter wechseln die Perspektiven innerhalb weniger Sätze und auch wenn diese mit Sternchen hervorgehoben sind, fällt es zunehmend störend ins Gewicht. Man kann sich schwer auf eine Person konzentrieren, zumal die Geschichte nicht unbedingt kontinuierlich erzählt wird. Hier wäre es zwingend notwendig gewesen, sich auf wenige Figuren zu konzentrieren, um diese besser kennenzulernen. Leider schleichen sich zum Ende hin auch zunehmend Rechtschreibfehler ins Buch, was sehr schade ist. Fazit: „Des Teufels Schreiber“ ist ein spannenden, ambitioniertes Buchprojekt, das leider nicht komplett überzeugen kann. Am meisten schaden die Figuren Laurent und Loan dem Buch, da diese zu ungreifbar und unsympathisch sind, und man ihre Beweggründe und Reaktionen nur schwer nachvollziehen kann. Die künstlerische Freiheit, die sich Brunhilde Witthaut bei der Bearbeitung des historischen Grundthemas nimmt, ist Geschmackssache, doch es gelingt ihr ihre Charaktere mit den realen Persönlichkeiten zu verknüpfen und eine eigene Geschichte zu schreiben, die sich eng an die historischen Begebenheiten hält. Da es dennoch stilistische Mängel gibt und das Ende doch sehr übereilt erscheint, kann ich nicht mehr als 3 Sterne geben. Schade, da hätte man mehr herausholen können.

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