Bruno Jonas

 3.9 Sterne bei 31 Bewertungen
Autor von Gebrauchsanweisung für Bayern, Vollhorst und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Bruno Jonas

Bruno Jonas, geboren 1952 in Passau, ist ein bayerischer Kabarettist und Autor. Er studierte Germanistik, Politologie, Philosophie und Theaterwissenschaft in München. Bekannt wurde er v.a. durch die Satire-Serie "Scheibenwischer" an der Seite von Dieter Hildebrandt. Außerdem veröffentlichte er mehrere satirische Romane.

Alle Bücher von Bruno Jonas

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Gebrauchsanweisung für Bayern

Gebrauchsanweisung für Bayern

 (12)
Erschienen am 01.04.2002
Vollhorst

Vollhorst

 (4)
Erschienen am 01.07.2016
Totalschaden

Totalschaden

 (3)
Erschienen am 02.10.2018
Kaum zu glauben - und doch nicht wahr

Kaum zu glauben - und doch nicht wahr

 (2)
Erschienen am 04.06.2007
Der Morgen davor

Der Morgen davor

 (1)
Erschienen am 01.01.1994
Bis zum Hals

Bis zum Hals

 (1)
Erschienen am 08.12.2014

Neue Rezensionen zu Bruno Jonas

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Rezension zu "Gebrauchsanweisung für das Jenseits" von Bruno Jonas

‚Alles vergeht. Nur der Tod bleibt.'
sabatayn76vor 4 Monaten

‚Alles vergeht. Nur der Tod bleibt. Nachdem er allen das Licht ausgeblasen hat, ist er der Letzte, der am Ende das Licht ausmacht.‘ (Seite 110f)

Bruno Jonas erzählt in seiner ‚Gebrauchsanweisung für das Jenseits‘ von Jenseitsreisen und Religionsanbietern, Ludwig Wittgenstein und Immanuel Kant, dem Erlöser und dem Bösen, Himmel und Hölle, Oxytocin und Liebestod, Nahtoderfahrung und Out-of-body-Erlebnissen, Mozart-Requiem und Bachs Matthäus-Passion, Acheron und Jordan, CERN und Gottesteilchen, Gilgamesch und José Saramago, Forensik und Suizid, Paradies und Papst, Judentum und Islam, Christentum und Buddhismus, Himmelfahrt und Feuerbestattung, Ölberg und Wiener Zentralfriedhof, Grabbeigaben und Schrödingers Katze.

Ich habe mich sehr auf die ‚Gebrauchsanweisung für das Jenseits‘ gefreut, weil ich die Reihe generell sehr mag und weil ich die Idee, das Thema Tod in der Reihe zu bearbeiten, sehr spannend fand. Leider hat mich die Gebrauchsanweisung sehr enttäuscht, denn ich fand sie erstens deutlich zu religionslastig und zweitens nicht lustig.

Ich habe natürlich erwartet, dass Religion eine gewisse Rolle in der Gebrauchsanweisung spielt, aber nicht, dass das Thema so viel Raum einnimmt. Dies hat mir schon beim Einstieg nicht so gut gefallen, und auch später empfand ich das Buch als inhaltlich wenig fesselnd und zudem recht einseitig.

Auch der Humor Jonas‘ ist einfach nicht meiner, ich fand seine Ausführungen oft ein wenig zu bemüht und andere Stellen eher kalauermäßig. Auch empfand ich seine Schilderungen als zu ausschweifend, kaum fokussiert und fast ein bisschen schwafelig, was vielen Lesern gefallen mag, was aber generell nichts für mich ist.

Beim Thema Neuroanatomie hatte ich anfangs das Gefühl, dass sich das Buch stark verbessern und eher in die Richtung gehen könnte, die ich erwartet und erhofft hatte, aber leider berichtet der Autor hier fehlerhaft:
- Auf Seite 75 schreibt Jonas, das Sprachzentrum läge in der rechten Hemisphäre. Dies ist in den meisten Fällen nicht so, denn das Sprachzentrum ist fast immer linkshemisphärisch angelegt. Es gibt da Ausnahmen, z.B. bei Links- bzw. Beidhändern, aber in der Regel ist es eben gerade nicht in der rechten Hemisphäre.
- Auf Seite 74 und 75 erzählt der Autor von der Pons, der Brücke. Entweder hat er hier seine Ausführungen so stark vereinfacht, dass es nach einem Fehler klingt, oder (und das ist in meinen Augen wahrscheinlicher) er spricht hier eigentlich vom Corpus Callosum, dem Balken.

Mir hat das Buch nicht gefallen, obwohl es durchaus Passagen gibt, die ich gelungen fand. Wer sich für Philosophie und Religion interessiert und einen ausschweifenden Schreibstil mag, der könnte hier aber auf seine Kosten kommen.

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Rezension zu "Vollhorst" von Bruno Jonas

der Jonas-Faktor
derMichivor 2 Jahren

Als hauptberuflicher Kabarettist bringt der Autor eigentlich das Handwerkszeug mit, um sich stilvoll aufzuregen. Pardon, um die Probleme der Gesellschaft treffsicher und scharfsinnig bis unterhaltsam zu inszenieren, natürlich. So bleibt kaum ein Thema in diesem Buch verschont, von Bildungspolitik über Populismus bis hin zu Genderwahn und Altersvorsorge spannt er den Bogen. Und obwohl Cover und Inhaltsangabe immer wieder darauf verweisen, dass der Vollhorst eben nicht nur in der Politik anzutreffen ist, lässt es sich Jonas nicht nehmen, trotzdem immer wieder darauf anzuspielen. Gegenbeispiele gibt es kaum. Die Klischees vom Politiker, der nur auf seinen Vorteil bedacht ist und nicht einmal den kleinsten Rest Anstand besitzt, ermüden den Leser spätestens nach der dritten Wiederholung. Ja, Korruption und Käuflichkeit sind ein Problem. Aber diese Fälle widerspruchslos zum Standard zu erklären ist ein wenig zu einfach gedacht.

Damit entpuppt sich die eigentliche Prämisse stellenweise als Mogelpackung. Pluspunkte gibt es für die Annahme, dass vielleicht alle Menschen ein bisschen Vollhorst sind, wobei Bruno Jonas sich selbst nicht ausschließt. Selbstkritik und Selbstironie als Ausgangspunkt für Kritik an der Umwelt - keine schlechte Idee. Allerdings geht er damit alles andere als konsequent um. An einigen Stellen freut man sich noch über die lustvolle Abrechnung mit mancher undurchsichtigen Instanz, während Behauptungen über vererbte Intelligenz, mit denen schon Thilo Sarrazin gewaltig aneckte, ohne jeden Quellenbeleg stehengelassen werden.

So ist am Ende nicht klar, ob diese "scharfzüngige Satire" tatsächlich ein augenzwinkernder Blick auf eine vorteilsgeile Gesellschaft oder nur die hilflose Abrechnung mit derselben ist. Jonas grantelt mit niederbayerischem Niveau vor sich hin, hat aber genauer betrachtet nur wenig Neues zu bieten.

Seitenzahl: 272
Format: 11,8 x 18,8 cm, Taschenbuch (auch als gebundene Ausgabe erhältlich)
Verlag: Piper

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Rezension zu "Totalschaden" von Bruno Jonas

Vom Wagnis, den eigenen Verstand zu gebrauchen
R_Mantheyvor 2 Jahren

Diese Kantsche Forderung zitiert Bruno Jonas mehrmals in seinem jüngsten Text. Eigentlich hat Kant nur wiederholt, was man schon bei Horaz vor mehr als 2000 Jahren findet. In seinem Aufsatz "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung" (1784), machte Kant dieses Zitat zum Leitspruch der Aufklärung. Bruno Jonas würde meinen, das wäre jetzt Klugschiss. Und er hätte recht. Aber was soll man in Zeiten machen, in denen Vernunft durch Moral ersetzt wird? Und Nachdenken durch Ideologie. Vielleicht hilft ein wenig Rückbesinnung auf die Alten. 


Nun ist dieses Buch von Jonas wahrlich keine schwere Lektüre. Ob man sie als lustig empfindet, hängt sicher von verschiedenen Faktoren ab. Leute, die genau wissen, wie alle anderen zu denken haben, werden Bruno Jonas inzwischen schon weit rechts von der CSU verorten und als sehr gefährlichen Störenfried empfinden. Dabei sitzt er nur zu Hause,  hört sich täglich die geistigen Höhenflüge des politischen Führungspersonals an und macht sich dann so seine Gedanken. Dass er dabei kaum noch ernst bleiben kann, scheint eine seltene Eigenschaft zu sein. Andere werden dabei eher wütend. Es gehe ja nicht mehr darum, sagt Jonas, der Republik ein paar kleinere Dellen zu verpassen, gewissermaßen als Kollateralschäden genialen politischen Wirkens. Was Großes muss geleistet werden. Der Totalschaden eben. 

"Ich wünsche mir", schreibt er, "dass der Bundespräsident vielleicht mal in einer seiner Reden feststellt, dass die Vernunft zu Deutschland gehört." Und weiter: "Ich fürchte allerdings, dass ihm diesen Satz keiner glaubt. Die Leute werden lachen und sagen, nee, jetzt geht er aber zu weit." 

Jonas ist sich immer treu geblieben. Mit einer scheinbar naiven Leichtigkeit nimmt er das ganze Zeug auseinander, das sich jeden Tag durch die medialen Kanäle über die inzwischen großenteils widerspenstigen und uneinsichtigen Ureinwohner dieses Landes ergießt. Mit einfachen, fast kindlichen Fragen dringt er zum Wesen einer Sache vor und entlarvt die moralisierende Heuchelei des politischen Personals. 

Man kann wie früher beim "Scheibenwischer" oft über solche Pointen lachen. Aber das Lachen ist anders als damals. Ist es noch Humor, wenn man trotzdem lacht? Und was ist anders? Jonas schreibt: "Zurzeit reizt mich am meisten zum Lachen die Forderungen der politisch korrekten Zeitgenossen, die von der hohen Warte der moralischen Unfehlbarkeit aus auf uns weniger korrekte Menschen ein Auge haben müssen. Geringste Verfehlungen werden von ihnen erkannt, benannt und sofort geahndet. Mit Verachtung! Sofortige Exkommunikation! Kein Pardon! Ausschluss aus der Gemeinschaft der Rechtgläubigen. Man wird stigmatisiert, in die rechte Ecke gestellt, der Unmenschlichkeit geziehen." 

Dann mal los Herr Jonas. Sie können gleich mal freiwillig gehen. Langsam wird allerdings der Platz knapp in der rechten Ecke.

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Bruno Jonas wurde am 03. Dezember 1952 in Passau (Deutschland) geboren.

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