Totalschaden

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Inhaltsangabe zu „Totalschaden“ von Bruno Jonas

Wenn er sich den aktuellen politischen Debatten widmet, kommt es Bruno Jonas manchmal so vor, als würden wir gerne mit Vollgas und voller Absicht vor die Wand fahren. Der Totalschaden als Endziel und zum eigenen Vorteil, das zeigt sich in vielen politischen Possen und der Albernheit mancher öffentlichen Diskussion. Ob es um politische Sprachschäden einer Flintenfrauke geht, die Irrwege des Länderfinanzausgleichs oder rhetorische Ausfälle des Innenministers – ungnädig und amüsant widmet sich Bruno Jonas den kleinen Freuden des Politikbetriebs und des gesellschaftlichen kollektiven Wahnsinns zwischen Willkommensangela und Grenzhorst – gewohnt böse, pointiert, treffend und sehr, sehr lustig.

Eigentlich mag ich Bruno Jonas. Aber ein ganzes Buch lang kann ich ihn dann doch nicht ertragen.

— Buecherwurm1973
Buecherwurm1973

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    Totalschaden
    R_Manthey

    R_Manthey

    24. October 2016 um 15:07

    Diese Kantsche Forderung zitiert Bruno Jonas mehrmals in seinem jüngsten Text. Eigentlich hat Kant nur wiederholt, was man schon bei Horaz vor mehr als 2000 Jahren findet. In seinem Aufsatz "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung" (1784), machte Kant dieses Zitat zum Leitspruch der Aufklärung. Bruno Jonas würde meinen, das wäre jetzt Klugschiss. Und er hätte recht. Aber was soll man in Zeiten machen, in denen Vernunft durch Moral ersetzt wird? Und Nachdenken durch Ideologie. Vielleicht hilft ein wenig Rückbesinnung auf die Alten. Nun ist dieses Buch von Jonas wahrlich keine schwere Lektüre. Ob man sie als lustig empfindet, hängt sicher von verschiedenen Faktoren ab. Leute, die genau wissen, wie alle anderen zu denken haben, werden Bruno Jonas inzwischen schon weit rechts von der CSU verorten und als sehr gefährlichen Störenfried empfinden. Dabei sitzt er nur zu Hause, hört sich täglich die geistigen Höhenflüge des politischen Führungspersonals an und macht sich dann so seine Gedanken. Dass er dabei kaum noch ernst bleiben kann, scheint eine seltene Eigenschaft zu sein. Andere werden dabei eher wütend. Es gehe ja nicht mehr darum, sagt Jonas, der Republik ein paar kleinere Dellen zu verpassen, gewissermaßen als Kollateralschäden genialen politischen Wirkens. Was Großes muss geleistet werden. Der Totalschaden eben. "Ich wünsche mir", schreibt er, "dass der Bundespräsident vielleicht mal in einer seiner Reden feststellt, dass die Vernunft zu Deutschland gehört." Und weiter: "Ich fürchte allerdings, dass ihm diesen Satz keiner glaubt. Die Leute werden lachen und sagen, nee, jetzt geht er aber zu weit." Jonas ist sich immer treu geblieben. Mit einer scheinbar naiven Leichtigkeit nimmt er das ganze Zeug auseinander, das sich jeden Tag durch die medialen Kanäle über die inzwischen großenteils widerspenstigen und uneinsichtigen Ureinwohner dieses Landes ergießt. Mit einfachen, fast kindlichen Fragen dringt er zum Wesen einer Sache vor und entlarvt die moralisierende Heuchelei des politischen Personals. Man kann wie früher beim "Scheibenwischer" oft über solche Pointen lachen. Aber das Lachen ist anders als damals. Ist es noch Humor, wenn man trotzdem lacht? Und was ist anders? Jonas schreibt: "Zurzeit reizt mich am meisten zum Lachen die Forderungen der politisch korrekten Zeitgenossen, die von der hohen Warte der moralischen Unfehlbarkeit aus auf uns weniger korrekte Menschen ein Auge haben müssen. Geringste Verfehlungen werden von ihnen erkannt, benannt und sofort geahndet. Mit Verachtung! Sofortige Exkommunikation! Kein Pardon! Ausschluss aus der Gemeinschaft der Rechtgläubigen. Man wird stigmatisiert, in die rechte Ecke gestellt, der Unmenschlichkeit geziehen." Dann mal los Herr Jonas. Sie können gleich mal freiwillig gehen. Langsam wird allerdings der Platz knapp in der rechten Ecke.

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