Bruno Jonas Vollhorst

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Inhaltsangabe zu „Vollhorst“ von Bruno Jonas

Der Vollhorst ist der Erfolgstyp des modernen deutschen Politikers. Er muss nicht bayerischer Ministerpräsident sein, nicht einmal den Namen Horst tragen: Er kann auch Gerhard, Sigmar oder sogar Angela heißen. Hauptsache, er behauptet heute etwas, was er gestern verteufelt hat und morgen wieder vergessen haben wird. Der Vollhorst ist immer auf der Seite des Wählers, er hat keine Überzeugungen, dafür umso mehr Meinungen: für jeden Wähler eine. Aber den Vollhorst gibt es nicht nur in der Politik, sondern auch in den Medien, im Kulturbetrieb, in den Kirchen … Witzig, böse und sehr erhellend: Bruno Jonas in Bestform!

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    Vollhorst
    derMichi

    derMichi

    30. October 2016 um 15:33

    Als hauptberuflicher Kabarettist bringt der Autor eigentlich das Handwerkszeug mit, um sich stilvoll aufzuregen. Pardon, um die Probleme der Gesellschaft treffsicher und scharfsinnig bis unterhaltsam zu inszenieren, natürlich. So bleibt kaum ein Thema in diesem Buch verschont, von Bildungspolitik über Populismus bis hin zu Genderwahn und Altersvorsorge spannt er den Bogen. Und obwohl Cover und Inhaltsangabe immer wieder darauf verweisen, dass der Vollhorst eben nicht nur in der Politik anzutreffen ist, lässt es sich Jonas nicht nehmen, trotzdem immer wieder darauf anzuspielen. Gegenbeispiele gibt es kaum. Die Klischees vom Politiker, der nur auf seinen Vorteil bedacht ist und nicht einmal den kleinsten Rest Anstand besitzt, ermüden den Leser spätestens nach der dritten Wiederholung. Ja, Korruption und Käuflichkeit sind ein Problem. Aber diese Fälle widerspruchslos zum Standard zu erklären ist ein wenig zu einfach gedacht.Damit entpuppt sich die eigentliche Prämisse stellenweise als Mogelpackung. Pluspunkte gibt es für die Annahme, dass vielleicht alle Menschen ein bisschen Vollhorst sind, wobei Bruno Jonas sich selbst nicht ausschließt. Selbstkritik und Selbstironie als Ausgangspunkt für Kritik an der Umwelt - keine schlechte Idee. Allerdings geht er damit alles andere als konsequent um. An einigen Stellen freut man sich noch über die lustvolle Abrechnung mit mancher undurchsichtigen Instanz, während Behauptungen über vererbte Intelligenz, mit denen schon Thilo Sarrazin gewaltig aneckte, ohne jeden Quellenbeleg stehengelassen werden.So ist am Ende nicht klar, ob diese "scharfzüngige Satire" tatsächlich ein augenzwinkernder Blick auf eine vorteilsgeile Gesellschaft oder nur die hilflose Abrechnung mit derselben ist. Jonas grantelt mit niederbayerischem Niveau vor sich hin, hat aber genauer betrachtet nur wenig Neues zu bieten.Seitenzahl: 272Format: 11,8 x 18,8 cm, Taschenbuch (auch als gebundene Ausgabe erhältlich)Verlag: Piper

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  • "Bin ich rückständig? Eventuell sogar reaktionär?"

    Vollhorst
    R_Manthey

    R_Manthey

    24. June 2015 um 10:16

    Dieser schlimme Verdacht beschleicht Bruno Jonas auf Seite 56 als er davon berichtet, wie er beim Zeitunglesen von den neusten Ideen der Sexualpädagogik erfährt, die Schulkindern helfen sollen "ihren Horizont über das traditionelle Familienbild hinaus zu erweitern". Was bloß los sei mit, fragt er sich. Er sei doch immer fortschrittlich gewesen und hätte sich für die Emanzipation eingesetzt. Und nun spürt er Widerstand in sich wachsen. Vielleicht tröstet es ihn, wenn er sich dabei nicht alleine fühlen muss. Was aber hat das mit dem Vollhorst zu tun oder einer Vollhorsta? Der Vollhorst mischt halt überall mit. Wo man auch hinsieht, der Vollhorst war schon da. Und wenn man sich gegen den Vollhorst und seine Ideen wendet, kann man schon mal als rückständig bezeichnet werden. Auch hier kann man Jonas trösten. Rückständig zu sein, erscheint noch als sehr milde Beurteilung auf der nach oben offenen Skala von ausgrenzenden Beurteilungen. Jonas nennt sein Buch zwar "Vollhorst", und man könnte denken, dass er es auf eine genaue Beschreibung dieses armseligen Typen abgesehen hat. Schwer vorstellbar erscheint allerdings, dass man dafür so viele Seiten braucht. Und tatsächlich geht es in diesem Buch mehr um die Taten der vielen Vollhorste, die von uns erwarten, dass wir ihnen sagen, was sie uns versprechen sollen, damit wir sie wählen. Mit bissiger Ironie und gelegentlich auch bitterem Sarkasmus rechnet Jonas mit diesen Leuten ab. Eigentlich möchte man oft loslachen, aber leider bleibt einem das genauso oft im Halse stecken, wenn man an die Konsequenzen denkt, die uns der Vollhorst in all seinen Ausprägungen mit seinen hirnlosen Taten in Zukunft bescheren wird. Ob sie nun Schulz heißen oder Bundespräsident spielen, ob sie die Darstellung des Finanzministers in Bayern übernommen haben oder gar der Urtyp gleichen Vornamens eben dort sind - es gibt viele Erscheinungsformen des Vollhorstes, und fast alle kommen bei Jonas mehr oder weniger vor. Irgendwie zu erzählen, was in diesem Buch steht, würde garantiert schiefgehen. Jonas kann man nicht wiedergeben. Man muss ihn hören oder in diesem Fall lesen. Es lohnt sich. Erst recht, wenn man so reaktionär ist, wie er sich fühlt. Eine wirklich tröstende, erhellende und geistreiche Lektüre.

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