Bruno Preisendörfer

 3,8 Sterne bei 60 Bewertungen

Lebenslauf

Bruno Preisendörfer ist freischaffender Publizist und Schriftsteller mit eigener Internetzeitschrift (www.fackelkopf.de). Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, u.a.: »Die letzte Zigarette«, »Der waghalsige Reisende. Johann Gottfried Seume und das ungeschützte Leben« und »Die Verwandlung der Dinge. Eine Zeitreise von 1950 bis morgen«. Seine beiden Bücher »Als Deutschland noch nicht Deutschland war. Reise in die Goethezeit« und »Als unser Deutsch erfunden wurde. Reise in die Lutherzeit« waren SPIEGEL-Bestseller. Letzteres wurde zudem mit dem NDR-Sachbuchpreis ausgezeichnet. 

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Schlagworte, die Geschichte machen (ISBN: 9783869712925)

Schlagworte, die Geschichte machen

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Neu erschienen am 12.03.2026 als Gebundenes Buch bei Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch.

Alle Bücher von Bruno Preisendörfer

Cover des Buches Als unser Deutsch erfunden wurde (ISBN: 9783462050677)

Als unser Deutsch erfunden wurde

(13)
Erschienen am 09.11.2017
Cover des Buches Als Deutschland noch nicht Deutschland war (ISBN: 9783462049572)

Als Deutschland noch nicht Deutschland war

(11)
Erschienen am 09.03.2017
Cover des Buches Als Deutschland erstmals einig wurde (ISBN: 9783462004519)

Als Deutschland erstmals einig wurde

(5)
Erschienen am 04.05.2023
Cover des Buches Die letzte Zigarette (ISBN: 9783442464098)

Die letzte Zigarette

(6)
Erschienen am 11.08.2008
Cover des Buches Als die Musik in Deutschland spielte (ISBN: 9783462001594)

Als die Musik in Deutschland spielte

(4)
Erschienen am 04.03.2021
Cover des Buches Das Bildungsprivileg (ISBN: 9783943889635)

Das Bildungsprivileg

(3)
Erschienen am 01.01.2015
Cover des Buches Schlagworte, die Geschichte machen (ISBN: 9783869712925)

Schlagworte, die Geschichte machen

(2)
Erschienen am 12.03.2026
Cover des Buches Sätze, die die Welt verändern (ISBN: 9783869712567)

Sätze, die die Welt verändern

(2)
Erschienen am 07.09.2023

Neue Rezensionen zu Bruno Preisendörfer

Cover des Buches Schlagworte, die Geschichte machen (ISBN: 9783869712925)
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Rezension zu "Schlagworte, die Geschichte machen" von Bruno Preisendörfer

Alrik
Wenn Worte plötzlich Geschichte schreiben

Manche Wörter kleben an der Geschichte wie Kaugummi unter dem Schultisch. Man denkt, man kennt sie längst, dann kommt Bruno Preisendörfer um die Ecke, hebt sie hoch und sagt: Guck mal genauer hin, da hängt noch der halbe politische Keller dran.


Schlagworte, die Geschichte machen ist kein trockenes Geschichtsbuch, bei dem man nach drei Seiten heimlich den Staub vom Gehirn pusten muss. Preisendörfer erzählt deutsche Nachkriegsgeschichte über Parolen, Sätze und Begriffe, die sich eingebrannt haben. Wirtschaftswunder. Wohlstand für Alle. Ich bin ein Berliner. Sofort, unverzüglich. Zeitenwende. Alles klingt bekannt, fast schon abgegriffen, aber genau da wird es spannend.


Denn hinter diesen Worten steckt oft mehr Theater, mehr Kalkül und mehr Zufall, als man denkt. Kennedy war nicht einfach spontan charmant, Schabowski nicht nur historisch passend verwirrt, und manches Wunder war bei genauerem Hinsehen vielleicht weniger Wunder als gut verkaufte Erzählung. Da sitzt man beim Lesen schon mal da und denkt: Ach guck, Geschichte war also auch damals schon ziemlich gutes Marketing.


Besonders stark ist, wie Preisendörfer große Politik mit kleinen Beobachtungen verbindet. Das macht das Buch lebendig, manchmal bissig, manchmal überraschend warm und immer wieder herrlich entlarvend. Man merkt, dass hier jemand nicht nur Jahreszahlen sortiert, sondern den Sound einer ganzen Republik einfängt.


Klar, ganz nebenbei liest man das nicht weg. Dafür steckt zu viel drin. Aber wer Lust hat, deutsche Geschichte mal nicht als staubige Chronik, sondern als Sammlung mächtiger Worte, cleverer Inszenierungen und kleiner historischer Aha-Momente zu erleben, bekommt hier ein richtig kluges, unterhaltsames und erstaunlich aktuelles Sachbuch.

Cover des Buches Schlagworte, die Geschichte machen (ISBN: 9783869712925)
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Rezension zu "Schlagworte, die Geschichte machen" von Bruno Preisendörfer

wandablue
Wann war die Stunde Null für Deutschland?

Präliminarien: Ich habe von dem Sachbuch Preisendörfers so etwas ähnliches wie Ole von Beusts „Am Ende des Tages: Politische Floskeln von A bis Z“ erwartet und Bruno Preisendörfer pur bekommen. Ein klassischer Irrtum. Ein spaßiges Werk sind „die Schlagworte“ nicht. Aber keineswegs weniger lesenswert. Ganz im Gegenteil. Ich bin  Preisendörfers Gang durch die Deutsche Nachkriegsgeschichte gerne mitgegangen. 

Inhalt: Ein Gang durch die deutsche Nachkriegsgeschichte anhand von bekannten Schlagworten entwickelt, erlaubt eine andere Vorgehensweise als die normale stur chronologische Aufreihung. Man kann, wenn man will, jedes Kapitel für sich lesen und ist sofort mitten im Geschehen. 

Dass man unter dem Schlagwort „Deutschland ist Weltmeister“ den Aufstieg der Sportartikelhersteller Adidas und Puma (Brüderunternehmen) subsumieren kann, ist natürlich viel ansprechender als um Politiker und ihr Geschwätz zu kreisen. Mit anderen Worten, Preisendörfers Vorgehen ermöglicht eine andere Auswahl und trotzdem ist man nach der Lektüre über alles wesentliche Geschehen der letzten sieben Jahrzehnte informiert. Dass die Schlagworte „Wohlstand für alle, Kultur für alle und Bildung für alle“ allesamt unverwirklicht blieben, „adieu, goodby, flussabwärts“ ist frustrierend. Dass man nach „Mehr Demokratie wagen“ weniger davon bekommen hat, niederschmetternd, zu „Der Islam gehört zu Deutschland“ gibt es neben der Zustimmung zur freien Religionsausübung durchaus auch kritische Zitate und Zeitenwende und Doppelwumms beschäftigen sich eben damit: mit dem Wumms. 

 Der Kommentar und das Leseerlebnis:
Es zieht noch einmal deutsche Geschichte an mir vorbei, in einer recht anregenden Geschichtsstunde. Ich erinnere mich ... was ich nicht persönlich erinnere, erinnere ich aus Gehörtem, Gelerntem, Gelesenem. Das Leseerlebnis ist im Großen und Ganzen positiv. Doch. 

So sehr Zitate von Experten komplexe Thematiken ausleuchten können, hätte ich gerne auf viele verzichtet. Statt dessen hätte  Interpretation und Einschätzung der Themen und Ereignisse durch den Autor selbst mich viel mehr interessiert. 

Was mich aber zunehmend gestört hat an dem Text Preisendörfers, ist seine Schreibweise. Zwar verzichtet der Autor löblicherweise auf wissenschaftliche Unverständlichkeiten, doch sehr viele, sehr ausführliche und lange, lange Einschübe vor den satztragenden Substantiven erschweren das Leseverständnis unverhältnismäßig. Warum nicht da und dort einen Relativsatz bilden, wofür hat man die denn in der deutschen Sprache, warum nicht Informationen in zwei oder drei Sätze packen oder sogar in Fußnoten stopfen? Wer was sagt, ja, das muss man wissen, aber an welchem Datum und in welchem Journal veröffentlicht, anlässlich welcher Gelegenheit bitte nicht im Fließtext. 

 Fazit:  Unterm Strich, ein Gewinn. Viele Informationen. An der Lesbarkeit dürfte man noch feilen, doch will ich allein dafür keinen Stern sinken lassen. 

Kategorie. Sachbuch. Geschichte.
Verlag: Galiani Berlin/Imprint von Kiepenheuer & Witsch, 2026

 

Cover des Buches Sätze, die die Welt verändern (ISBN: 9783839820667)
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Rezension zu "Sätze, die die Welt verändern" von Bruno Preisendörfer

SmilingKatinka
Empfehlenswert

Wir alle kennen Sätze wie „der Mensch ist, was er isst“, „Wissen ist Macht“, „Über Geschmack lässt sich nicht streiten“ und weitere. Viele von uns wissen auch, wer diese Sätze gesagt hat. Doch was steckt dahinter und wie wirken diese Sätze nach?  Verstehen wir die Sätze noch so, wie sie gemeint waren, oder interpretieren wir vielleicht vieles neu?

Bruno Preisendörfer untersucht in diesem wundervollen Buch 12 berühmte Sätze. Stellt sie in den richtigen Kontext, prüft ihre Aussage und begleitet die Sätze durch die Jahre bis zur heutigen Zeit. Da zu jedem Satz auch ein Autor gehört, finden wir in jedem Kapitel auch eine kleine Biografie, die ich stets als bereichernd und erhellend empfand. Ich habe auch über mir scheinbar gut bekannte Persönlichkeiten noch das ein oder andere neue erfahren. Ebenso interessant war die Stichwortsammlung am Anfang eines jeden Kapitels, die mich dazu einlud, nachzudenken, was die Stichwörter mit den Persönlichkeiten verbindet. Was hat Sokrates mit Geburtshilfe zu tun? Oder Francis Bacon mit Schaf Dolly? Wo liegt die Verbindung von Levi-Strauß und Jean Jacques Rousseau? Das half sehr, sich noch intensiver mit den Kapiteln zu beschäftigen.

Dieses Buch ist doch recht anspruchsvoll und ich selbst brauchte zum Lesen Ruhe und musste in der Bahn dann doch auf einen Roman zurückgreifen, da ich sonst nicht viel verstanden hätte. Aber es macht unglaublich Spaß, darin zu lesen und bescherte mir viele Aha-Momente. Wer aber nach einer Art lehrreicher Beschallung à la Kalendersprüche mit Erläuterung sucht, der wird hier nicht glücklich. Wer aber Sprache und Philosophie liebt und sich nicht vor etwas anspruchsvoller Lektüre scheut, der wird dieses Buch lieben.

Ich werde jedenfalls noch häufig die erste Seite jedes Kapitels zur Hand nehmen und schauen, ob ich die Stichwörter noch in den richtigen Kontext bringen kann.

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