Bruno Preisendörfer Als Deutschland noch nicht Deutschland war

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Inhaltsangabe zu „Als Deutschland noch nicht Deutschland war“ von Bruno Preisendörfer

Mit dem Fahrstuhl in die Goethe-Zeit.
Wer mit Bruno Preisendörfer als Zeitreisender unterwegs ist, steht z.B. am 7.11.1775 morgens um fünf in Weimar vor dem Haus eines Kammergerichtspräsidenten namens von Kalb und sieht zu, wie Goethes Kutsche über das Pflaster rollt. Er wird zwischen die Bauernkinder in die Bänke einer Dorfschule gesteckt, geht an die Universität, um Kant und Fichte zu lauschen, etwaige Verständnis-schwierigkeiten müssen ihm nicht peinlich sein, es ging den Zeitgenossen ebenso. Aber der Zeitreisende erlebt auch handfeste Abenteuer, übersteht mit dem jungen Eichendorff einen Schiffsunfall auf der Oder und sieht aus E.T.A. Hoffmanns Eckfenster am Gendarmenmarkt Berlin brennen. Vielleicht schleicht er auch in den Anatomiesaal von Jena, wo die Selbstmörderinnen obduziert werden, die in Weimar in die Ilm gegangen sind. Bruno Preisendörfer hat sich durch Hunderte von Büchern gelesen, Romane, Selbstzeugnisse, Briefe und Tagebücher. Er nimmt den Leser mit auf eine große Reise in die Goethezeit und man erlebt, wie das Leben damals wirklich war.

Lesenswert, wenn man Geschichte pur gerne hat!

— Buecherfreundinimnorden

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    Als Deutschland noch nicht Deutschland war

    Buecherfreundinimnorden

    30. March 2018 um 14:34

    Bisher hatte ich es schwer, verlässliche Informationen über das späte 18. und das frühe 19. Jahrhundert zu finden. Sicher, es gibt einiges über die großen Kriege, wichtige Erfindungen und Entdeckungen. Das Alltagsleben der Menschen allerdings spielte dabei kaum eine Rolle. Wer sich dafür interessiert, ist mit diesem Buch gut bedient. Der Autor hat zahlreiche Quellen ausgewertet und zeichnet ein ausführliches Bild der Goethezeit: Reisen sind noch eine Qual, um die Bildung der meisten Mitbürger steht es nicht allzu gut und von geregelter medizisvher Versorgung keine Spur. Ohne Sozialkitsch schildert der Autor Begebenheiten, die mir zumindest überwiegend unbekannt waren. Ich bin mit seiner Hilfe gerne zur Zeitreisenden geworden und empfehle das Buch für alle, die lebendige Geschichtsstunden mögen.

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    2017 feiert die Evangelische Welt 500 Jahre Martin Luther. Anlass für einige Autoren Bücher über ihn zu schreiben und vermeintlich Neues oder auch nichts Neues unter die Leser zu bringen.Autor Ulrich Köpf ist emeritierter Professor für Religionsgeschichte an der Universität in Tübingen. Es weiß also worüber er schreibt. Er beginnt sein Buch mit der Frage: „Was wissen wir über Martin Luther und wer war er?“Der Autor geht die Biographie schon recht spannend an. Nämlich damit, dass Luthers Geburtsjahr eigentlich gar nicht exakt feststeht. Seine Mutter kann sich zwar an Tag und Uhrzeit seiner Geburt erinnern, nicht aber das Jahr. Standesämter und Kirchenbücher waren eben damals nicht Usus. Man hat über Rückschlüsse von Ereignissen und Briefen z. B. mit Philipp Melanchton dann das Geburtsahr mit 1483 angesetzt.Interessant ist, dass Luther als Wandler zwischen den Zeiten beschrieben wird. Er ist ja ein Kind des ausklingenden Mittelalters und der beginnenden Neuzeit.Dass Luther seine 95 Thesen ausgerechnet am 31. Oktober an die Schlosskirche zu Wittemberg anheftet, erklärt Köpf mit der damals üblichen Art und Weise wie alle Ankündigungen veröffentlicht wurden. Bis längstens 31.10. mussten sie ausgehängt werden.Egal ob ein Kommilitone eine Unterkunft  oder jemand seinen entlaufenen Hund suchte. Ohne moderne Kommunikationsmittel waren Veröffentlichungen nur so oder per Austrommler möglich.Ulrich Köpf zitiert einiges aus den zahlreichen Briefen Luthers, der zeitlebens ein Konglomerat aus Deutsch und Latein geschrieben (und vermutlich auch gesprochen) hat. Ein interessantes Detail für mich. Luthers Leben wird in 40 kurzen Kapiteln erzählt. So darf sein Eintritt ins Kloster ebenso wenig fehlen wie sein späterer Austritt. Die Heirat mit Katharina von Bora, einer ehemaligen Nonne, wird ebenso beleuchtet wie seine Bemühungen um die Reformation, seine Streitereien und seine Lehren.Später in seinem Leben wird Luther judenfeindliche Äußerungen machen.Daher fragt sich der Autor zum Schluss nochmals: „Wer war Martin Luther“.Fazit:Diese Biographie ist kurz, knapp und prägnant. Ihr fehlen die romantischen Schnörksel mancher Autoren – und das ist gut so. 

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