Als unser Deutsch erfunden wurde

von Bruno Preisendörfer 
4,0 Sterne bei8 Bewertungen
Als unser Deutsch erfunden wurde
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Mit ein bisschen Romancharakter wäre dieses geballte Kompendium ein Senbsationsbuch geworden! Dennoch: Daumen sehr hoch!

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Ich kenne die Zielgruppe nicht: nichts für Zwischendurch (zu viele Fakten), nichts zur Recherche (zu populärwissenschaftlich).

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Inhaltsangabe zu "Als unser Deutsch erfunden wurde"

Vom Alltag in der Lutherzeit.
Bruno Preisendörfer schaut Luther und seinen Zeitgenossen über die Schulter, wir erleben ihr öffentliches Wirken, aber auch ihren Alltag. Mit Götz von Berlichingen überfallen wir Nürnberger Kaufleute und werden selbst von Nürnbergern belagert. Albrecht Dürer lernen wir beim Malen kennen, Hans Sachs beim Versemachen und Luthers Frau Katharina bei der Haushaltsführung – bis wir mit ihr vor der Pest aus Wittenberg fliehen. Wir erleben, wie mühsam die Alltagsverrichtungen sind, vom Zubereiten der Mahlzeiten bis zum Beschaffen der Kleidung. Wir reihen uns in Landsknechtshaufen ein, proben mit fränkischen und thüringischen Bauern den Aufstand, lauschen brav den Predigern und fürchten uns vor dem Jüngsten Gericht.'Handfester, reicher, kundiger kann ein Buch kaum sein. Es liest sich wie ein historischer Atlas, in dem jeder Ort lebt, egal wo man aufschlägt.' Die Zeit

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462050677
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:496 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:09.11.2017

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    michael_lehmann-papevor 2 Jahren
    Die innere Herausbildung einer Nation

    Die innere Herausbildung einer Nation

    Martin Luther hat die deutsche Sprache, den Wortschatz, die Grammatik, nicht erfunden. Deutsch wurde schon gesprochen, im Alltag benutzt. Mit vielen Dialekten und eher für praktische Zwecke wie den Handel oder Bestellungen eingesetzt. Mal auch für die ein oder andere Erklärung.

    Doch die Sprache auch auf oberer Ebene „dem Vlk“ zur Hand zu geben, die Bibel auf Deutsch zu übersetzen, poetisch, heute leicht gedrechselt klingend, das ist nicht nur das wesentliche Element der Herausbildung des Protestantismus, das ist auch eine immense Freiheit für den einzelnen Bürger oder Mitbewohner, der nun „heilige Wahrheiten“ in seiner eigenen Sprache hören kann, mithin sich selbst ein Bild machen kann, von Inhalt und Bedeutung.

    Machtwissen, dass über Jahrhundert allein bei den Herrschenden und hier im speziellen bei der katholischen Kirche lag. Machtwissen, mit dem man Angst machen konnte.

    In Verbindung mit dem Buchdruck war es fast von heute auf morgen plötzlich möglich, Gedanken zu verbreiten und dies in jener Sprache, die „das Volk“ verstand. Grundvoraussetzung für die Bildung einer allgemeinen, inneren Identität. Und nichts Anderes geschah zur damaligen Zeit und gilt heute als anerkannt im Blick auf das Werden einer Nation. Über die gemeinsame Sprache.

    Profund und breit nimmt Preisendörfer in seinem neuen Buch den Lehrer mit und mitten hinein in diese Zeit, wobei er sich beileibe nicht nur über grammatikalische Spitzfindigkeiten auslässt. Im Gegenteil, praktisch wird es, dass Leben der damaligen Zeit in Burg und Stadt, vom Handwerk bis zu den Bauern, von der Häuslichkeit über den tiefen, angstvollen Glauben an die Strafen der Hölle. Selbst die gängige Kleidung, der Umgang und das Verständnis des eigenen Leibes (der „Hülle“) werden penibel in einzelnen Kapiteln betrachtet und sehr bildreich und vielfältig vor Augen gelegt.

    Dass da das „Alter“ mitsamt dem „Altenteil“ und die entscheidenden Fragen von Tod und Auferstehung nicht fehlen dürfen, ist selbstverständlich.

    Die Sprache und ihre „Ausbreitung“ und Nutzung legt Preisendöfer dabei wie eine große Klammer um all die einzelnen Lebensbereiche und verweist so auch auf wichtige sprachliche Entwicklungen jener „Zeitenwende“, die den Keim für die deutsche Nation gesetzt hat.

    Gerade diese Verbindung hinein in das Alltägliche, in Dürers Atelier, in Luthers Pfarrhaus, in Arbeitsstätten hinein bis hin zum (ganz praktischen) Raubrittertum, es wird mehr und mehr deutsch gesprochen und es wird der Alltag der Menschen plastisch und konkret erlebbar. Was den Ausführungen viel „Fleisch“ an den Knochen bringt und den Leser durchgehend hoch informiert zurücklässt.

    Vom alltäglichen Überlebenskampf über bildreiche Darstellungen hygienischer „Un-Zustände“ (bis hin zum Ausbruch der Pest) bildet dieses Buch eine überaus realistische Darstellung des „wahren Lebens“ ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

    Eine sehr zu empfehlende, sehr fundierte, sehr informative Lektüre.

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    Flohvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Mit ein bisschen Romancharakter wäre dieses geballte Kompendium ein Senbsationsbuch geworden! Dennoch: Daumen sehr hoch!
    Mit ein bisschen Romancharakter wäre dieses geballte Kompendium ein Sensationsbuch geworden!

    Ein historisch geballter und thematisch hoch interessanter Geschichtsband zur Lutherzeit. Enthüllend, lehrreich, renommiert und sachlich authentisch geschildert. Eine bildende Lektüre aus der Feder des passionierten und ambitionierten Autors Bruno Preisendörfer. In "Als unser Deutsch erfunden wurde" bietet der Autor eine faktenreiche, ehrliche, authentische, bildhafte, brillierende und gut recherchierte Zeitreise in die Epoche des späten 15 Jahrhunderts und des frühreren 16. Jahrhundert an. Eine Reise in die Lutherzeit unter Ketzern, Kirchgängern, Pionieren, Weltentdeckern, Meilensteinen, Genies und Bauwerken, sowie Erfindungen, Thesen und Gelübden. Hier hat der Autor, wie der Titel bereits erahnen lässt, einen Verriss seiner Zeit geboten, eine Zeit des Buchdrucks, der Sprachkunst und der Artikulation. Hier werden Federn geschwungen, Blöcke gesetzt und mit Tintenfässern geworfen. Nicht nur auf der legendären Wartburg… Die historischen, kulturellen, bahnbrechenden, überlieferten, belegten und wirtschaftlichen Fakten und Erzählungen zu einem fundierten und ausgesprochen stimmig recherchierten Kompendium verarbeitet und bietet interessante und faktenreiche Lektüre für neugierige und wissenshungrige Leser, die Anspruch mögen und nicht so sehr auf romanartige und schmachtende Romanzen oder Rahmenhandlungen stehen. Dieses historische Wissenswerk liegt schwer im Gewicht, aber es lohnt sich, so ein Buch zu besitzen und diese Zeitreise zu unternehmen.
    Erschienen im Galiani Berlin Verlag (http://www.galiani.de/)


    Historischer Hintergrund:
    Wir befinden uns im späten 15. Jahrhundert und den Anfängen des frühen 16. Jahrhunderts. Zu Luthers Zeiten, aber nicht nur an seinen Orten und Wirkungsfeldern, sondern nahezu weltweit. Ein historisch ausgeprägtes Werk zu Zeiten der Entdeckung Amerikas, der Astrologie, der Glaubensfragen, der Kriege, der Ketzerei, der Ächtung und des Schafotts. Hansekontoren, Flugger, Handel und Hansestädte, der Kaufmannschaft, der Piraterie, Räuberei und Plünderei. Diese historische Geschichte vereint fundierte und belegbare Fakten mit einer sagenhaften Recherche, ausgefeilter Kulisse und grenzenloser Atmosphäre, die das Bindeglied zwischen all den historischen Ereignissen und Personen bildet. Wir erleben das harte damalige Leben, wir erfahren über alte Handwerksberufe, Zunft, Gewerbe und Gilde. Kirche, Königshäuser, Hochstapler, Pioniere und Intrigen. Das Ansehen der Frauen, der Wert der Ehe, hiesige Sitten und Gesellschaftsformen. Meilensteine der Historie und bildende Literaturverweise, Quellen und Links. Alles was sich zu Zeiten Luthers zugetragen hat, was sein Wirken bewirkt hat und von dem wir auch auf unsere heutige Gesellschaft noch Rückschlüsse erzielen können. Wir erfahren von Leben und Tod, von politischen Auseinandersetzungen, Eroberungen und dem Handelskontor. Es geht nach Spanien, ins Türkenland, nach Amerika, Niederlande, Deutsche Reiche, Frankreich und dem Orient. Ein Buch, was den neugierigen Leser mit allerhand Wissen befriedigt, aber leider keine romanartige Handlung zeigt.

    Inhalt / Klapptext:
    Mit Luther auf die Wartburg und mit Berlichingen auf Raubzug …

    Der Autor des Spiegelbestsellers Als Deutschland noch nicht Deutschland war legt nach: Eine Zeitreise in Luthers Deutschland

    Martin Luther lag erst ein gutes Jahr in der Wittenberger Schlosskirche im Sarg, als im Frühling 1547 von den Türmen seiner alten Predigtkirche, der Stadtkirche St. Marien, die Aufbauten von den Türmen genommen wurden. Auf die freigemachten Plattformen sollten Kanonen gehievt werden, mit denen man die Landsknechte Karls V. vom Sturm auf die Stadt abhalten wollte. Letztendlich wurde die Stadt friedlich übergeben; Wittenberg wurde nicht geplündert. Luthers Leichnam wurde nicht aus dem Grab geholt und verbrannt, um noch posthum die Reichsacht an ihm zu vollstrecken – obwohl es Stimmen gab, die dies forderten. Die Türme bekamen neue Spitzhelme – und erst ein halbes Jahrtausend später (bei Restaurierungsarbeiten im Jahr 1910) fand man eine von Philipp Melanchthon handschriftlich verfasste Chronik der Zeit – einer Zeit, die bewegter, aber (für Deutschland) auch zukunftsformender kaum hätte sein können.
    Bruno Preisendörfer schaut Luther und vielen seiner Zeitgenossen über die Schulter, wir erleben ihr öffentliches Wirken, aber auch ihren Alltag. Mit Götz von Berlichingen überfallen wir Nürnberger Kaufleute und werden selbst von Nürnbergern belagert. Wir sehen den Fuggern in ihrem Augsburger Kontor auf die Finger und machen uns mit den Welsern bei der Ausbeutung Venezuelas die Hände schmutzig. Albrecht Dürer lernen wir beim Malen kennen, Hans Sachs beim Versemachen und Luthers Frau Katharina bei der Haushaltsführung – bis wir mit ihr vor der Pest aus Wittenberg fliehen. Wir erleben, wie mühsam die Alltagsverrichtungen sind, vom Zubereiten der Mahlzeiten bis zum Beschaffen der Kleidung. Wir reihen uns in Landsknechte-Haufen ein, proben mit fränkischen und thüringischen Bauern den Aufstand, lauschen brav den Predigern und fürchten uns vor dem Jüngsten Gericht.“

    Erzählweise/Schreibstil:
    Der Autor Bruno Preisendörfer schafft es, durch penible Recherche einer Vielzahl von geschichtlichen Details die Welt des späten Mittelalters und des Handels, der Kirche, der Gesellschaft und bahnbrechenden Meilensteinen vor uns Lesern wieder auferstehen zu lassen. Preisendörfer geizt nicht mit seinem Wissen, er nutzt das schriftstellerische Werkzeug und behält die alte Deutsche Sprache in seinen Zitaten und Verweisen bei. Er erklärt in endlos langen und geballten Sätzen, dass, was der Leser zu erfahren wünscht. Dabei vermittelt er das Wissen so geschickt, dass der Leser niemals den Eindruck hat, Wissen vermittelt zu bekommen, sondern einfach nur in den Genuss flüssiger Aneinanderreihungen und Themenschwerpunkte gepaart mit einer gestützten Basis von Quellen und Fundamenten geboten zu bekommen. Die Informationen werden zwar sachlich und klar, wenig subtil und spielerisch dargeboten, wirken aber keinesfalls trocken oder spröde. Eher ist es so als würde man Geschichtsunterricht deutlich und in verständlichen und zeitgemäßen Worten vermittelt bekommen. Ein gehobener Schulbesuch zwischen zwei Buchdeckeln, ein Studium, eine Weiterbildung. Eine Expertise.

    Alles was sich zu dieser historischen Epoche zugetragen hat, wird anschaulich, erlebbar und greifbar geschildert und dem Leser erklärt und thematisiert. Der Autor zeigt sich mutig, indem er zahlreiche Fakten und Wissen in verschachtelte und ausgiebig ausgeschmückte Sätze bindet. Da muss man als Leser gute Konzentration und Muße, sowie Ruhe aufbringen, um diesem Studium und dieser Wortkunst zu folgen. Anspruchsvoll und lobenswert. Kein alltägliches Stilmittel für ein historisches Werk, was weit über das Grundwissen hinausreicht. Die Charaktere, und somit berühmte Männer und Frauen seiner Zeit, bleiben etwas distanziert, es fehlt der moralische Zeigefinger, aber dafür erhält der Leser eine große Menge an Wissen und fundierten Fakten wunderbar verpackt. Es passt. Die Leser können sich selbst ein Urteil über die Protagonisten und Thesen bilden, da der Autor dem Leser keine Vorlage gibt und sehr viel Freiraum für eigene Phantasie und Grundsatz lässt.
    Durch geschicktes Aneinanderreihen von Szenen bzw. Aussparen derselben ist der Leser verführt, ständig und unablässig weiterzulesen, um die Geschichte, die eigentlich keine Geschichte, oder kein Roman ist, zu einem Abschluss zu bringen.
    Sehr klug und sehr spannend!
    Einige Personen werden unvermutet eingeführt und in Zusammenhang gebracht. Ein paralleles Wirken dieser bekannten und historischen Personen und Menschen. Nicht immer ist deren Rolle gleich sichtbar, wird aber mit verblüffender Ausarbeitung zu einem Aha-Moment.

    Umsetzung und Informationsgehalt:
    Als unser Deutsch erfunden wurde! So lautet der Titel dieses noblen und geschichtlichen Sachbuches. Und diese Zeit wird aufgegriffen und auch in Bezug gesetzt. Sprachen Adam und Eva wirklich deutsch? Wie entwickelte sich der Sprachgebrauch? Welchen Wert hatte Latein? Was für einen Meilenstein bildet Luther und seine Übersetzungen der Bibel auf der Wartburg? Ein Buch so ertragreich und fundiert wie ein Besuch in einem historischen Museum über die Deutsche Geschichte, Sprache und das Jahrhundert, der Wirtschaft und Entwicklung. Pioniere, Objekte, Hintergründe, Meilensteine und Geschichten… Hier ist der Name des Buches Programm. Der Galiani Berlin Verlag hat mit dem Autor und Initiator Bruno Preisenhöfer des Buches einen sehr guten und gelehrten Wissenschaftler und Historiker, der all das Wissen und die Erkenntnisse für interessierte Leser bildhaft und fundiert zu Papier bringt. Dieses Buch ist überwältigend von der Qualität und Ausstattung und besonders überwältigend in der Reichweite des Wissens und der Sachkenntnis. Toll, grandios, empfehlenswert! Der Anhang und das Glossar sind ein Buch an sich und sehr hilfreich für eigene weitere Recherchen.

    Ich interessiere mich für Geschichte, Historie und Wissen zu Deutschen Entwicklungen und Ereignissen. Ich lese jedoch auch gerne historische Romane, und einen Romancharakter habe ich hier erwartet. Trugschluss, wer auf einen Roman hofft, der wird hier eher enttäuscht werden. Dieses Werk ist ein Sachbuch, eine Enzyklopädie, ein Kompendium. Durch seinen Pressetext und den vielen Lobeshymnen zu Preisendörfers Werk zur Goethe Zeit „ Als Deutschland noch nicht Deutschland war“ bin ich auf dieses geschichtliche Werk gestoßen, da mich die Epoche und das Wirken Luthers sehr interessiert. Das ist ein Themengebiet, wo ich gern Dokumentationen schaue, Museen besichtige oder Fachliteratur und Sachbücher gerne lese. Dieses Buch hat sofort mein Interesse geweckt. Allein dieses überwältigende Buch in den Händen zu halten bereichert mich als interessierte und buchverliebte Leserin sehr. Gewichtig, stark und mächtig. Der Inhalt des Buches steht dem ersten Eindruck vom Buch im Nichts nach. Sehr organisiert, strukturiert und verständlich bietet dieses Buch allerhand Wissen und chronologisches Material. Erstaunt war ich, dass sogar das Täuferreich um 1530 mit den drei Käfigen in Münster an der Lambertikirche erwähnt und thematisiert wurde. WOW, ein Buch wie ein Museum, jedoch ohne Rahmenhandlung und Geschichtenerzählung. Dieses Buch ist erklärend, besitzt ein interessantes Vorwort als Einleitung und überzeugt durch Chronologie und gezielter Struktur. Sehr durchdacht und absolut stimmig. Die Grafiken, Fotografien und Quellen zeugen von großem Interesse des Autors an seinen Aufführungen, Fußnoten und Literaturverweise, unterschiedliche Schriftarten und O-Ton. Das vermittelte Wissen geht weit über die übliche Kenntnis hinaus. Der Autor Bruno Preisendörfer versteht sein Fach, man merk ihm hier seine Kenntnis und Erfahrung an. Dennoch kann er all sein Hintergrund und Portfolio verständlich und bürgerlich vermitteln und wirkt dennoch intelligent und genial. Auch mein Mann hat sich einen ganzen Nachmittag mit diesem Werk befasst und konnte es gar nicht mehr aus den Händen legen. Wir haben viele Anreize für uns gefunden in gewissen Bereichen weiter nachzulesen und uns bestimmte Dinge und Orte anzusehen. Eine Bereicherung ist dieses Buch für Geist und inneres Auge!

    Kritikpunkt:
    Autor Bruno Preisendörfer bedient leider nur wenige Emotionen und glänzt eher mit Recherche und Fakt. Ich hätte mir gern mehr Details, Umschreibungen und Minenspiel gewünscht, mehr Lebendigkeit und Romancharakter. Eine Rahmenhandlung und eine Geschichte zur Geschichte. Gerade bei den sehr bewegenden und einprägsamen Momenten im Leben des Martin Luthers, hätte es mit den vielen Einflussgrößen ein wunderbarer historischer Roman werden können. So ist es ein wunderbares Sachbuch, mehr oder weniger eben nicht.

    Kurzmeinung:
    Ein sachliches und sogleich wunderbares Buch, das den interessierten Lesern das 15. Und 16. Jahrhundert fundiert veranschaulicht, mit Wissen und Informationswert glänzt, aber leider keine Handlung bietet und durch die dichte Fülle an Themen fast erschlagend und überrollend wirkt. Schwer lässt sich ein roter Faden erkennen, dafür aber stets bereicherndes Wissen und Hintergrund. Mir hätte Romancharakter hier sehr gut gefallen, denn ich denke, diesem Autor müsste es spielerisch gelingen, seine Informationen zu einer Handlung in Romanstil zu verwirklichen. Ein echter Glücksgriff und eine ehrliche Empfehlung für die Liebhaber von sachlich-historischen Gesamtwerken mit einer vielseitigen Themenauswahl zur Luther Zeit.


    Der Autor:
    „Bruno Preisendörfer ist freischaffender Publizist und Schriftsteller mit eigener Internetzeitschrift (fackelkopf.de). Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, u.a bei Galiani Berlin: »Der waghalsige Reisende. Johann Gottfried Seume und das ungeschützte Leben« (2012) und »Als unser Deutsch erfunden wurde. Reise in die Lutherzeit« (2016).“



    Fazit:
    Dieses Geschichts- oder Sachbuch ist eine wirkliche Bereicherung für interessierte Leser, Historiker, Wirtschafter, Kuratoren und Hobbyforscher, die sich mit den historischen Themen der deutschen Sprache, Gesellschaft, Dichter, Denker, Reformatoren und Personen. Sicherlich auch ein grandioses Geschenk mit Begeisterungsgarantie. WOW. Gerne vergebe ich 4 Sterne!




    Kommentare: 4
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    CCCs avatar
    CCCvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ich kenne die Zielgruppe nicht: nichts für Zwischendurch (zu viele Fakten), nichts zur Recherche (zu populärwissenschaftlich).
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    beates avatar
    beatevor 7 Monaten
    beates avatar
    beatevor 7 Monaten
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