Bryan Reardon Finding Jake

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Inhaltsangabe zu „Finding Jake“ von Bryan Reardon

Dieses Hörbuch hat mein Herz regelrecht in Stücke gerissen, das Ende hat es nur notdürftig wieder zusammengeflickt

— Lesen_ist

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  • Finding Jake - Bryan Reardon

    Finding Jake

    Lesen_ist

    25. August 2015 um 19:00

    Inhalt While his successful wife goes off to her law office each day, Simon Connolly takes care of their kids, Jake and Laney. Now that they are in high school, the angst-ridden father should feel more relaxed, but he doesn’t. He’s seen the statistics, read the headlines. And now, his darkest fear is coming true. There has been a shooting at school. Simon races to the rendezvous point, where he’s forced to wait. Do they know who did it? How many victims were there? Why did this happen? One by one, parents are led out of the room to reunite with their children. Their numbers dwindle, until Simon is alone. As his worst nightmare unfolds, and Jake is the only child missing, Simon begins to obsess over the past, searching for answers, for hope, for the memory of the boy he raised, for mistakes he must have made, for the reason everything came to this. Where is Jake? What happened in those final moments? Is it possible he doesn’t really know his son? Or he knows him better than he thought? Meine Meinung Es war wieder @papercuts1, die mich auf dieses Hörbuch gebracht hat. Nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen hatte, habe ich es kurzerhand gekauft. Im Prolog begegnen wir Simon Connolly, einem Mann, dem es schwerfällt, überhaupt aufzustehen. So viel ist passiert, dass er seine Gedanken nicht einmal auf den nächsten Tag richten kann. Er ist wie gelähmt, Erinnerungen zu frisch um sie zu akzeptieren. Er zwingt sich die Post zu holen, versucht den Banalitäten des Alltags zu begegnen. Ein violettes Kuvert mit einer quirligen Handschrift, adressiert an seinen Sohn, lässt ihn Hoffnung schöpfen. Der Prolog ist eindeutig das Ende der Geschichte die er nun erzählt. Die Kapitel wechseln zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Im ersten Kapitel schaut Simon zurück, 8 Monate vor Jakes Geburt. Er erfährt an einem grauen Tag in Februar, dass er Vater wird. Nach 3 Jahren Verlobungszeit und 5 Jahren Ehe. Die Freude ist natürlich groß. Als sie sich zum Mittagessen treffen, spricht seine Frau Rachel ein Thema an, das ihm gar nicht in den Sinn gekommen wäre; ob er sich vorstellen kann, bei ihrem Kind zu Hause zu bleiben, statt ihr. Die Vorstellung macht ihm Angst, aber jetzt hat er 8 Monate Zeit sich daran zu gewöhnen. Dann sind wir in der Gegenwart und Jake ist nun 17 Jahre alt. Das, was man als Elternteil niemals hören möchte passiert und Simon erfährt, dass es eine Schießerei in der Schule seiner Kinder gegeben hat. Vor der Schule herrscht Chaos und die Eltern werden gebeten, sich in der Kirche gegenüber zu versammeln und zu warten. Schon diese Vorstellung löst Panik aus, man will nur seine Kinder in Sicherheit wissen und soll warten, hilflos und mit so viel Angst im Herzen. Simon erzählt diese Geschichte selbst. Durch seine Rückblicke lernen wir Jake über die Jahre kennen, angefangen mit 17 Monaten. Er ist ein guter Junge, freundlich, höflich und empathisch. Simon macht einen sehr guten Job in der Erziehung, auch wenn er so unsicher ist und ihn Selbstzweifel plagen. Es kommt zwar immer mehr vor, dass Väter bei den Kindern bleiben und Mütter arbeiten gehen, aber ich denke, dieser Rollentausch ist für keinen der beiden einfach. Eine Mutter, die sich Vorwürfe macht, weil sie ihre Kinder jeden Tag verlässt und Karriere macht. Ein Vater, der sich nicht ganz wohl fühlt in seiner neuen Rolle unter den vielen Hausfrauen und Müttern in der Nachbarschaft. Diese Zweifel und Selbstvorwürfe vermittelt Bryan Reardon wirklich sehr glaubhaft, auch wie diese Situation eine glückliche Ehe belasten kann. Kennt man sein einiges Kind wirklich? Weiß man, was in ihm vorgeht, wozu er fähig ist? Hat man versagt in der Erziehung, falsche Werte vermittelt? Sollte man eine Freundschaft verbieten, wenn man ein komisches Gefühl bei dem anderen Kind hat? Ist man als Vater oder Mutter verantwortlich für die Taten seines Kindes? Wie viel einer Persönlichkeit liegt tatsächlich in der Natur und wie viel wird anerzogen? Diese Geschichte wirft diese und viele anderen Fragen auf. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Kinder einiges verschweigen. Meine Tochter wurde in der ersten Klasse Volksschule gemobbt, aber das wahre Ausmaß hat sie mir lange nicht erzählt, trotz meines permanenten Nachfragens. Da ist es bei einem Teenager meistens noch ärger. In der Phase des Erwachsenwerdens, des loslösen von den Eltern, erzählen die meisten Kinder noch weniger. Ich kann es mir nicht vorstellen, wie es einem gehen muss, wenn es heißt, das eigene Kind hat bei einem Amoklauf mitgewirkt und 13 Kinder getötet. Diese Verzweiflung muss schier unglaublich sein. Noch schlimmer, wenn das eigene Kind als Einziges nicht auffindbar ist und die Medien ihn bereits für schuldig erklärt haben. Aber nicht nur Jake, sondern auch seine Eltern werden als Mörder hingestellt, verantwortlich gemacht. Die Rolle der Medien wie Reardon sie hier beschriebt, kann ich mir leider nur zu gut vorstellen. Breaking News und das Gesicht des eigenen Kindes auf allen Kanälen, wie entsetzlich muss das sein? Unvorstellbar. Die Belagerung des Hauses, die Beschimpfungen der Nachbarn und ein Haus voller Polizisten die alles auf den Kopfstellen. So eine Situation muss die reinste Hölle sein, wenn alles was man will, ist sein Kind unverletzt zu finden. Und alles nährt die Zweifel am eigenen Kind. Lässt einen darüber nachdenken, ob er wirklich dazu fähig wäre, weil man eine Freundschaft nicht verhindert hat. Dieses Hörbuch hat mein Herz regelrecht in Stücke gerissen, das Ende hat es nur notdürftig wieder zusammengeflickt. Ich habe geheult wie selten bei einem Buch. Der Amoklauf selbst ist natürlich ein Thema, aber hier geht es um Simon und seiner Suche nach seinem Sohn Jake, die Erinnerungen, die er hervorruft, in der Hoffnung Antworten zu finden auf die vielen Fragen, die ihn quälen. Er durchlebt seine ganz persönliche Hölle. Wer dieses Buch liest/hört, muss sich auf eine wahre Flut von Gefühlen gefasst machen. Sprecher Gesprochen wird dieses Hörbuch von George Newbern. Manchmal war er mir etwas zu nüchtern, aber im Großen und Ganzen hat er die vielen Gefühle sehr gut vermittelt. Eine ganz normale männliche Stimme, die einem den Eindruck vermittelt, er könnte auch der Nachbar sein. Er spricht natürlich amerikanisches Englisch, weil die Geschichte in den USA spielt, aber seine Sprache ist deutlich ohne ausgeprägten Akzent. Nur manche Ausdrücke waren für mein englisches Ohr ungewohnt.

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  • Das eigene Kind - ein Amokläufer?

    Finding Jake

    papercuts1

    15. April 2015 um 17:20

    Zum Hörbuch: Haltet euer Herz gut fest, liebe Eltern. Es wird brechen, wenn ihr Bryan Reardon’s Debut-Roman FINDING JAKE hört. Der Alptraum aller Mütter und Väter wird hier wahr: An einer Schule geschieht ein Amoklauf, und das eigene Kind ist nicht nur unauffindbar, sondern unter Verdacht, einer der Täter zu sein. Genau durch diese Hölle müssen Simon und Rachel Connolly. Als sie die Nachricht erreicht, dass an der Highschool ihres Sohnes Jake ein Schüler um sich geschossen hat, eilt Simon an den Ort des Geschehens. Der Todesschütze, ein als auffällig bekannter Junge, ist tot. Wo aber ist Jake? Er bleibt als Einziger verschwunden, und schnell kommt der Verdacht der Mittäterschaft auf. Zwischen Sorge und Zweifel Was folgt, sind qualvolle Tage der Suche, des Wartens und des Zweifelns für Jake’s Eltern und dessen kleine Schwester Laney. Aus der ich-Perspektive erzählt, folgen wir dabei ausschließlich den Gedankengängen von Simon. Während seine Frau Rachel nämlich von Anfang an in Vollzeit gearbeitet hat, ist Simon ein ‘stay-at-home Dad’, der nur stundenweise von zu Hause aus seinem Job nachgeht und die Kinder hauptverantwortlich großgezogen hat (genau wie Autor Bryan Reardon). Das ist eine ungewöhnliche, hoch interessante Konstellation. Zunächst überzeugt von der Unschuld seines Sohnes, schleichen sich bei Simon Zweifel und Schuldgefühle ein. Während er und Rachel sich einer Hexenjagd durch die Medien und betroffene Eltern, Verhören und Anwaltsterminen stellen müssen, blicken wir durch Simon’s Augen zurück bis zu Jake’s Geburt und verfolgen dessen Entwicklung. Ist die Erziehung schuld? Welche Fehler mag Simon gemacht haben? Wie gut kennt er seinen Sohn überhaupt? Jake war immer ein zurückgezogenes Kind, und Simon war als einziger Vollzeitvater immer isoliert von den Müttern der Nachbarschaft, immer außen vor. Wozu mag das geführt haben? Und wieso hat Simon es zugelassen, dass Jake sich mit dem späteren Amokläufer angefreundet hat? Diese innere Spurensuche ist herzzerreißend. Besonders, wenn man selber Kinder hat, leidet man furchtbar mit Simon mit. Zu unvorstellbar ist die Vorstellung, das eigene, geliebte Kind könne zum Killer geworden sein. Und dass man daran die Schuld mitträgt. Hier geht’s um den Vater Rachel bleibt etwas außen vor, und das ist vielleicht nicht ganz fair. Auch als ‘Teilzeit-Mutter’ ist klar, dass sie großen Einfluss auf Jake’s Entwicklung hatte, dass sie ihn liebt und angesichts der Ereignisse ebenso am Rande des Wahnsinns steht wie Simon. Allerdings ist die väterliche Perspektive hier die interessantere, hinterfragt sie doch traditionelle Eltern- und Geschlechterrollen. Was macht ein Kind zum Täter? Ein weiterer Aspekt der Geschichte soll nicht unerwähnt bleiben: Anhand des Todesschützen wird der Umgang mit auffälligen Kids thematisiert. Wo man hingucken muss und kann, wo etwas versäumt wird, wo Stigmatisierung zum Verderben führt, wo man aber auch machtlos ist. Natürlich kann man nicht umhin, diesen Roman mit dem Film WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN oder dem weniger bekannten Buch DEFENDING JACOB zu vergleichen. Ersteres birgt allerdings wesentlich mehr Kälte, mehr Gestörtheit, während letzteres vergleichbar ist mit FINDING JAKE, am Schluss aber einen ganz anderen Weg geht. Apropos Schluss: Eine Achterbahn der Gefühle. Wie gesagt: Haltet eure Herzen fest. Mehr sage ich dazu nicht, sonst verrate ich zu viel. Betreten auf eigene Gefahr! Zum Sprecher: George Newbern ist Sprecher-Neuland für mich. Er ist gut ausgewählt: stimmlich Typ Durchschnittsamerikaner. Ein Normalo. Es gibt keine Besonderheiten, keine Auffälligkeiten. Die Stimme ist weder sonderlich hoch, noch tief, ohne hörbaren regionalen Akkzent. So wie diese Geschichte überall passieren könnte, hört sich Newbern wie ein Vater, wie ihn jeder Teenager haben könnte. Genau das macht es unmöglich, sich zu distanzieren. Genau deshalb geht es einem so nah. Fazit: Eine ganz andere Sichtweise auf einen Highschool-Amoklauf: Der Vater eines als Mittäter verdächtigen, verschwundenen Teenagers erzählt. Die alte Debatte zwischen Erziehung und Veranlagung kommt hoch, gewürzt durch die Tatsache, dass hier ein Vollzeit-Vater betroffen ist. Emotional wird man durch die Mangel gedreht. Besonders Eltern stürzt dieses Buch in Abgründe, in die man eigentlich nicht schauen mag. Ein schmerzhafter Roman, der viele Fragen aufwirft, von George Newbern passend umgesetzt. Hat mich arg mitgenommen, und trotzdem (oder gerade deshalb) gibt es eine eindeutige Empfehlung von mir!

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