Bryan Stevenson

 4.7 Sterne bei 7 Bewertungen

Alle Bücher von Bryan Stevenson

Ohne Gnade

Ohne Gnade

 (7)
Erschienen am 02.11.2016
Five Kids and One Gun

Five Kids and One Gun

 (0)
Erschienen am 25.07.2012

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dominonas avatar

Rezension zu "Ohne Gnade" von Bryan Stevenson

Wenn man es nicht selbst liest, glaubt man es nicht
dominonavor 9 Monaten

Ich bin immer noch schockiert über all das geschilderte Leid und fassungslos, dass man so etwas überhaupt Rechtsstaat nennen darf. Viele der Entscheidungen waren so offensichtlich falsch, dass es kein größeres Armutszeugnis für Amerika gaben kann als diese ungleiche Behandlung und die Zerstörung so vieler Leben aufgrund eines rassistischen, ängstlichen Denkens. Nachdem man dieses Buch gelesen hat, fehlen einem die Worte und man fragt sich besorgt, wie es um das eigene Land bestellt ist.

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cynthors avatar

Rezension zu "Ohne Gnade" von Bryan Stevenson

Lesenswertes Sachbuch über amerikanisch Strafrecht
cynthorvor einem Jahr

Inhalt

Disclaimer für Sachbücher: In einer Rezension muss die Komplexität des Sachverhalts gezwungenermaßen heruntergebrochen werden, wenn auf den Inhalt des Werkes eingegangen werden soll. Das hast zur Folge, dass die vertretenen Thesen sich ebenfalls nur verkürzt und vereinfacht darstellen lassen, was manche Ungenauigkeiten zur Folge haben mag, aber leider unvermeidlich ist.

Der US-amerikanische Anwalt Bryan Stevenson erzählt von seinem Leben im Kampf gegen ungerechte Justizsysteme im Süden der Staaten, die vor allem Schwarze und Jugendliche stark benachteiligen. Anhand vieler Fallbeispiele zeigt Stevenson Absurditäten des Strafrechts auf und scheut sich nicht davor, auch den tief sitzenden Rassismus vieler hochrangiger Beamter anzuprangern. Am ausführlichsten wird hierbei auf den Fall „Walter McMillan“ eingegangen, der trotz nachweislich erpresster Falschaussagen und Dutzenden Zeugen, die seine Unschuld beteuerten, zu Unrecht zum Tode verurteilt wurde und erst nach sechs Jahren Haft im Todestrakt freikam – eine psychische Belastung, an der er schlussendlich zerbrach.
Stevenson berichtet von einer Justizwahnsinn, der für Leser von der anderen Atlantik-Seite zuweilen groteske Züge annimmt: die Privatisierung der Gefängnisanstalten führte zu einem neuem Industriezweig (von 80 mrd. $), der mit massiver Lobbyarbeit für gut gefüllte Haftanstalten sorgt: so sitzen allein 500.000 Menschen aufgrund von Drogendelikten, viele aufgrund des (später wieder abgeschafften) „Strikes-Three-Laws“: wer dreimal straffällig wird, bekommt unabhängig von der Schwere der einzelnen Verbrechen lebenslänglich. Trotz nachgewiesener Unschuld wurden Dutzende Menschen hingerichtet, weit mehr erhielten lebenslange Haftstrafen. In einigen Staaten werden auch Jugendliche bis hin zu 13, 14 Jahren nach dem Strafrecht für Erwachsene verurteilt.

Meinung

Stevenson hat ein flammendes Manifest für Menschlichkeit und Gerechtigkeit verfasst, das beim Leser ein wirklich beklemmendes Gefühl zurücklässt. Auch wenn der Autor viele Statistiken anführt, beschreibt er fast ausschließlich Einzelschicksale näher, aber genau diese sind es, um die es schlussendlich geht. Es geht ausdrücklich nicht darum, Schwerverbrecher in irgendeiner Weise zu entschuldigen, sondern allein darum, ein gerechteres Justizsystem für die benachteiligten Schwarzen zu finden, und diejenigen stärker in Schutz zu nehmen, die  diesen Schutz aufgrund ihres Alters und ihrer Reife besonders bedürfen: Kinder und Jugendliche.

 „Wir vergewaltigen Vergewaltiger zur Strafe nicht, aber scheuen uns nicht, Mörder zu ermorden?“ Ein Zitat, das zum Nachdenken anregt. Recht und Vermögen der Gesellschaft über Verfehlungen zu richten, sind ein durchaus diskussionswürdiges Thema, zu dem dieses Buch seinen – sehr eindrucksvollen und berührenden – Teil dazu beiträgt. Wer ein paar Gedanken über den enormen Einsatz verschwendet, den Menschen wie Stevenson bringen, um für eine gerechtere – bessere – Welt zu kämpfen, kommt nicht umhin, ihnen Respekt zu zollen. Es bleibt die stille Hoffnung, dass sie den Kampf nicht verlieren werden.

Sonnige Tage und erholsame Nächte!

PS: Wem der Stil meiner Rezension bzw. die Auswahl der vorgestellten Bücher gefällt, findet auf meinem Blog (https://cynthor.wordpress.com) weitere „Bücherschätze“ und auch Infos zu meinem eigenen gesellschaftskritischen Fantasy-Roman „Ethopia – Erwachen“.

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jasimaus123s avatar

Rezension zu "Ohne Gnade" von Bryan Stevenson

Lesenswert!
jasimaus123vor 2 Jahren

Bryan Stevenson, der Autor von diesem Buch, ist ein amerikanischer Jurist und Bürgerrechtler. Er ist auch Gründer der Equal Justice Initiative, kurz EJI, die unschuldige Häftlinge und zum Tode verurteilte unterstützt. In seinem Werk "Ohne Gnade" erzählt er hierbei einige Fälle mit denen er zu tun hatte, wie seine Arbeit ihn selbst verändert hat und zu was für grausamen Taten das amerikanische Rechtssystem fähig ist.

Bevor ich dieses Buch gelesen habe, habe ich mich nicht sehr mit der Justiz in den USA auseinandergesetzt. Natürlich hört man in den Nachrichten immer wieder von erschreckenden Vorfällen, aber genauso wie viele andere schlimme Nachrichten ziehen sie vorüber. Doch nachdem ich jetzt Bryan Stevensons Buch gelesen habe, werde ich dieses Thema mit ganz anderen Augen betrachten. Das erreichte der Autor vor allem dadurch das er uns nicht nur harte Fakten präsentierte, sondern besonders indem er die vielen Geschichten, die er durch seine Arbeit als Bürgerrechtler erlebt hat, erzählt.

Er schreibt dabei über Fälle die er behandelt hat, wie etwa denn von Walter, der unschuldig im Gefängnis landete, dessen Pflichtanwälte ihn nicht richtig vertraten und der zum Tode verurteilt wurde. Schmerzlich erzählt Bryan Stevenson dass Menschen mit dunkler Hautfarbe leichtfertig verurteilt wurde und manchmal nicht einmal einen richtigen Prozess bekommen. Vielen dieser unschuldigen Menschen kann er helfen - doch manchmal kommt selbst er gegen die Justizwillkür nicht an. Man merkt wirklich, dass ihm seine Arbeit am Herzen liegt. Er bringt auch seine eigenen Gefühle und Gedanken in das Buch mit ein und so musste ich das Buch einige Male beiseite legen und die Tränen zurückblinzeln. Ich hatte beim Lesen wirklich sehr intensive Gefühle.

Stevenson selbst ist meiner Meinung nach absolut bewunderswert! Er kämpft mit einer unvergleichlichen Hartnäckigkeit für Gerechtigkeit und tut alles Mögliche um den Menschen, die unschuldig hinter Gittern sitzen, zu helfen. Echt beeindruckend! Mir hat er mit seiner Geschichte einen ganz neuen Einblick gegeben, einen Einblick der mich zutiefst schockiert aber auch berührt hat. Auf der einen Seite zeigt er das unfaire Justizsystem der USA, auf der anderen Seite zeigt er aber auch, dass man Dinge nicht hinnehmen muss sondern gegen sie ankämpfen kann. So habe ich mir aus dem Buch wirklich sehr viel mitnehmen können und ich kann es deshalb nur weiterempfehlen.

FAZIT:
Bryan Stevenson hat eine starke Stimme und die Geschichten die er erzählt sind nicht einfach zu verarbeiten, besonders da man weiß dass sie keine Fiction sondern die harte Realität sind. Ein absolut lesenswertes Buch, das mir wirklich sehr zu Herzen gegangen ist.

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