Bryan Stevenson Ohne Gnade

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Inhaltsangabe zu „Ohne Gnade“ von Bryan Stevenson

»Bryan Stevenson ist Amerikas junger Nelson Mandela« Desmond Tutu

13-jährige Kinder, die Jahre in Isolationshaft verbringen müssen, willkürliche Verhaftungen und rassistische Vorurteile durch Polizei und Justiz: Diese Geschichten sind Alltag in den USA. Der Anwalt Bryan Stevenson gibt diesen erschütternden Fällen aus Amerikas Gerichtssälen und Todeszellen eine Stimme und kämpft für sie. Ein notwendiges Buch, das den Rassismus einer Gesellschaft und das Versagen eines Strafsystems anprangert – und erschreckende Einblicke in die amerikanische Gesellschaft gibt.

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— cynthor

Ein beeindruckendes Buch!

— jasimaus123

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  • Lesenswertes Sachbuch über amerikanisch Strafrecht

    Ohne Gnade

    cynthor

    06. July 2017 um 15:30

    Inhalt Disclaimer für Sachbücher: In einer Rezension muss die Komplexität des Sachverhalts gezwungenermaßen heruntergebrochen werden, wenn auf den Inhalt des Werkes eingegangen werden soll. Das hast zur Folge, dass die vertretenen Thesen sich ebenfalls nur verkürzt und vereinfacht darstellen lassen, was manche Ungenauigkeiten zur Folge haben mag, aber leider unvermeidlich ist. Der US-amerikanische Anwalt Bryan Stevenson erzählt von seinem Leben im Kampf gegen ungerechte Justizsysteme im Süden der Staaten, die vor allem Schwarze und Jugendliche stark benachteiligen. Anhand vieler Fallbeispiele zeigt Stevenson Absurditäten des Strafrechts auf und scheut sich nicht davor, auch den tief sitzenden Rassismus vieler hochrangiger Beamter anzuprangern. Am ausführlichsten wird hierbei auf den Fall „Walter McMillan“ eingegangen, der trotz nachweislich erpresster Falschaussagen und Dutzenden Zeugen, die seine Unschuld beteuerten, zu Unrecht zum Tode verurteilt wurde und erst nach sechs Jahren Haft im Todestrakt freikam – eine psychische Belastung, an der er schlussendlich zerbrach. Stevenson berichtet von einer Justizwahnsinn, der für Leser von der anderen Atlantik-Seite zuweilen groteske Züge annimmt: die Privatisierung der Gefängnisanstalten führte zu einem neuem Industriezweig (von 80 mrd. $), der mit massiver Lobbyarbeit für gut gefüllte Haftanstalten sorgt: so sitzen allein 500.000 Menschen aufgrund von Drogendelikten, viele aufgrund des (später wieder abgeschafften) „Strikes-Three-Laws“: wer dreimal straffällig wird, bekommt unabhängig von der Schwere der einzelnen Verbrechen lebenslänglich. Trotz nachgewiesener Unschuld wurden Dutzende Menschen hingerichtet, weit mehr erhielten lebenslange Haftstrafen. In einigen Staaten werden auch Jugendliche bis hin zu 13, 14 Jahren nach dem Strafrecht für Erwachsene verurteilt. Meinung Stevenson hat ein flammendes Manifest für Menschlichkeit und Gerechtigkeit verfasst, das beim Leser ein wirklich beklemmendes Gefühl zurücklässt. Auch wenn der Autor viele Statistiken anführt, beschreibt er fast ausschließlich Einzelschicksale näher, aber genau diese sind es, um die es schlussendlich geht. Es geht ausdrücklich nicht darum, Schwerverbrecher in irgendeiner Weise zu entschuldigen, sondern allein darum, ein gerechteres Justizsystem für die benachteiligten Schwarzen zu finden, und diejenigen stärker in Schutz zu nehmen, die  diesen Schutz aufgrund ihres Alters und ihrer Reife besonders bedürfen: Kinder und Jugendliche.  „Wir vergewaltigen Vergewaltiger zur Strafe nicht, aber scheuen uns nicht, Mörder zu ermorden?“ Ein Zitat, das zum Nachdenken anregt. Recht und Vermögen der Gesellschaft über Verfehlungen zu richten, sind ein durchaus diskussionswürdiges Thema, zu dem dieses Buch seinen – sehr eindrucksvollen und berührenden – Teil dazu beiträgt. Wer ein paar Gedanken über den enormen Einsatz verschwendet, den Menschen wie Stevenson bringen, um für eine gerechtere – bessere – Welt zu kämpfen, kommt nicht umhin, ihnen Respekt zu zollen. Es bleibt die stille Hoffnung, dass sie den Kampf nicht verlieren werden. Sonnige Tage und erholsame Nächte! PS: Wem der Stil meiner Rezension bzw. die Auswahl der vorgestellten Bücher gefällt, findet auf meinem Blog (https://cynthor.wordpress.com) weitere „Bücherschätze“ und auch Infos zu meinem eigenen gesellschaftskritischen Fantasy-Roman „Ethopia – Erwachen“.

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    • 4
  • Lesenswert!

    Ohne Gnade

    jasimaus123

    27. November 2016 um 15:34

    Bryan Stevenson, der Autor von diesem Buch, ist ein amerikanischer Jurist und Bürgerrechtler. Er ist auch Gründer der Equal Justice Initiative, kurz EJI, die unschuldige Häftlinge und zum Tode verurteilte unterstützt. In seinem Werk "Ohne Gnade" erzählt er hierbei einige Fälle mit denen er zu tun hatte, wie seine Arbeit ihn selbst verändert hat und zu was für grausamen Taten das amerikanische Rechtssystem fähig ist. Bevor ich dieses Buch gelesen habe, habe ich mich nicht sehr mit der Justiz in den USA auseinandergesetzt. Natürlich hört man in den Nachrichten immer wieder von erschreckenden Vorfällen, aber genauso wie viele andere schlimme Nachrichten ziehen sie vorüber. Doch nachdem ich jetzt Bryan Stevensons Buch gelesen habe, werde ich dieses Thema mit ganz anderen Augen betrachten. Das erreichte der Autor vor allem dadurch das er uns nicht nur harte Fakten präsentierte, sondern besonders indem er die vielen Geschichten, die er durch seine Arbeit als Bürgerrechtler erlebt hat, erzählt. Er schreibt dabei über Fälle die er behandelt hat, wie etwa denn von Walter, der unschuldig im Gefängnis landete, dessen Pflichtanwälte ihn nicht richtig vertraten und der zum Tode verurteilt wurde. Schmerzlich erzählt Bryan Stevenson dass Menschen mit dunkler Hautfarbe leichtfertig verurteilt wurde und manchmal nicht einmal einen richtigen Prozess bekommen. Vielen dieser unschuldigen Menschen kann er helfen - doch manchmal kommt selbst er gegen die Justizwillkür nicht an. Man merkt wirklich, dass ihm seine Arbeit am Herzen liegt. Er bringt auch seine eigenen Gefühle und Gedanken in das Buch mit ein und so musste ich das Buch einige Male beiseite legen und die Tränen zurückblinzeln. Ich hatte beim Lesen wirklich sehr intensive Gefühle. Stevenson selbst ist meiner Meinung nach absolut bewunderswert! Er kämpft mit einer unvergleichlichen Hartnäckigkeit für Gerechtigkeit und tut alles Mögliche um den Menschen, die unschuldig hinter Gittern sitzen, zu helfen. Echt beeindruckend! Mir hat er mit seiner Geschichte einen ganz neuen Einblick gegeben, einen Einblick der mich zutiefst schockiert aber auch berührt hat. Auf der einen Seite zeigt er das unfaire Justizsystem der USA, auf der anderen Seite zeigt er aber auch, dass man Dinge nicht hinnehmen muss sondern gegen sie ankämpfen kann. So habe ich mir aus dem Buch wirklich sehr viel mitnehmen können und ich kann es deshalb nur weiterempfehlen. FAZIT:Bryan Stevenson hat eine starke Stimme und die Geschichten die er erzählt sind nicht einfach zu verarbeiten, besonders da man weiß dass sie keine Fiction sondern die harte Realität sind. Ein absolut lesenswertes Buch, das mir wirklich sehr zu Herzen gegangen ist.

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  • Amerikanischer Justizhorror

    Ohne Gnade

    Babscha

    Der Autor ist heute Professor an der juristischen Fakultät der NYU und erzählt uns zum einen seine eigene Geschichte, sein Aufwachsen in der rassistisch geprägten Welt der US-Südstaaten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, von seinen vielen negativen Erlebnissen und erlebten Ungerechtigkeiten, die ihn irgendwann dazu veranlassten, ein Jurastudium zu beginnen und sein Leben dem Kampf gegen die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung zu widmen. Nach anfänglichen Alleingängen gründet er bereits in jungen Jahren die EJI, die Equal Justice Initiative, einen Verbund engagierter Juristen in Alabama, die sich mit aller Kraft gegen die Todesstrafe wenden und hier insbesondere versuchen, zu Unrecht verurteilte Afroamerikaner aus der Haft zu bekommen, deren Verfahren neu aufzurollen, bevor die Urteile tatsächlich vollstreckt werden. Was der Leser hier zu lesen bekommt, ist harter Tobak und teils einfach nur unglaublich und erschütternd. Es ist kaum vorstellbar, mit welcher Brutalität gerade in den Gefängnissen der Südstaaten gegen Frauen wie Männer vorgegangen wird, wie deren Menschenwürde und Menschenrechte mit Füßen getreten werden, vor allem aber, wie Richter und Staatsanwälte mit teils geradezu kriminellen Methoden und unter Missachtung aller Fakten Verfahren im kurzen Prozess gegen Schwarze bis in die Neunzigerjahre hinein durchgezogen haben. Engagiert und gefühlvoll erzählt Stevenson von seinen Fällen, von Menschen, die er retten konnte, aber auch von solchen, die keine Chance mehr bekamen. Und er gibt seinen Häftlingen ein Gesicht, lässt sie zu Wort kommen mit ihren teils verpfuschten und nicht mehr raparablen Leben. Ein Mann, vor dem man nur den Hut ziehen kann.Näheres auf eji.org.

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    • 6
  • Ein beeindruckendes Werk über die Ungerechtigkeiten des US-amerikanischen Justiz-Systems

    Ohne Gnade

    WildRose

    06. February 2016 um 19:31

    Fassungslosigkeit. Wut. Schock. Ekel. Verständnislosigkeit. Bestürzung. Dies waren nur einge der Dinge, die ich empfand, als ich Bryan Stevensons beeindruckendes Werk "Ohne Gnade" las. Stevenson lehrt Recht an der NY University of Law und leitet die Non-Profit-Organisation Equal Justice Initiative mit Sitz in Alabama. Er hat Dutzenden von Menschen, die sich in eigentlich hoffnungslosen Situationen befanden, neue Hoffnung gegeben: Stevenson ist ein Kämpfer gegen die Todesstrafe sowie zu harte Gefängnisstrafen im Allgemeinen, zahlreiche Menschen, viele von ihnen zu Unrecht verurteilt, gewannen durch ihn seine Freiheit wieder. "Ohne Gnade" ist sein brutal ehrliches Werk über die Mühlen des US-amerikanischen Justizsystems. Schonungslos offen zeigt Stevenson die darin verborgenen Missstände auf, die nach wie vor herrschen und unter denen Millionen von Menschen leiden müssen: Er beschreibt anhand schockierender wahrer Fälle Polizeigewalt, Justizwillkür, Machtmissbrauch, Rassismus, Gleichgültigkeit und Ungerechtigkeit. Einer der Fälle, die er schildert, ist bestürzender als der andere: Da werden 13- und 14-jährige Kinder, die oftmals Opfer sexuellen Missbrauchs und sadistischer Gewalt wurden, für Verbrechen (selbst wenn diese sich gegen ihre Peiniger richten) zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt und in Erwachsenengefängnisse gesteckt, in welchen sie erst recht zu den Opfern sexuellen Missbrauchs und grausamer Gewalttaten werden; da werden Frauen aus den bildungsfernen Schichten vorschnell und ohne irgendwelche handfesten Beweise der Ermordung ihrer totgeborenen Kinder angeklagt; da werden Schwarze wie Walter McMillian jahrelang in der Todeszelle festgehalten, verurteilt für ein Verbrechen, das sie nie begangen haben - in Walters Fall gab es Dutzende Zeugen, die ihn zum Tatzeitpunkt auf einem Grillfest auf seinem Grundstück begegnet waren, was seine Unschuld eigentlich zweifelsfrei bewies. Bryan Stevenson zeigt vor allem auf, dass das US-amerikanische Rechtssystem zutiefst rassistisch und von zahlreichen Vorurteilen überschattet ist. Arme, Farbige und Angehöriger anderer Minderheiten haben schlechte Karten; ihnen widerfährt nur in Ausnahmefällen tatsächlich Gerechtigkeit oder gar Gnade. Es macht wütend, darüber zu lesen, dass  (möglicherweise bis heute) schwarze Bürger in vielen Prozessen systematisch von ihrer Tätigkeit als Geschworene ausgeschlossen wurden, dass Polizisten falsche Geständnisse erzwingen und Gefängnisaufseher ungestraft junge, schutzlose Häftlinge vergewaltigen und sogar schwängern können. Bryan Stevenson hat mit seiner Organisation bereits wahnsinnig viel bewirkt. Er befreite nicht nur zahlreiche Menschen aus Gefängnissen - nicht selten sogar aus der Todeszelle - ,nein, er klärt auch die Weltbevölkerung kontinuierlich über solche Ungerechtigkeiten auf und übt scharfte Kritik an der Todesstrafe, an Rassismus und Diskriminierung vor dem Gericht. Einige Gesetze haben sich bereits geändert, doch immer noch gibt es viel zu viele Missstände in diesem System, das von wahrer Gerechtigkeit noch meilenweit entfernt zu sein scheint. Bryan Stevenson zeigt die Bedeutung der Gnade auf: Er plädiert dafür, Menschen nicht einfach abzuschreiben, sondern ihnen, wann immer möglich, eine zweite Chance zu geben. Der Rassismus ist tief verzwurzelt in den USA. Er zeigt sich in Alltagssituationen, doch auch in jenen Gerichtssälen, deren Akteure viel zu oft voreingenommen sind, auf die Armen herabblicken und sich selbst nur zu gerne für unfehlbar halten. GNADE - ein Wort, das nach der Lektüre dieses Buches für mich immer eine ganz besondere Bedeutung haben wird. Unbedingt lesen, uneingeschränkt empfehlenswert.

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