Burkhard Voß

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Rezension zu "Albtraum Grenzenlosigkeit" von Burkhard Voß

"Grenzenlosigkeit ist eine Beglückungsphantasie"
R_Mantheyvor 2 Monaten

Überall in unserer erfahrbaren Welt existieren Grenzen. Ohne sie würden sich Objekte, Beziehungen oder Systeme gar nicht definieren lassen. Wer Grenzen aufhebt oder sie verändern möchte, strebt folglich auch eine Veränderung der über sie bestimmten Systeme an. Jeder Staat definiert sein Territorium über seine Staatsgrenze. Schützt ein Staat seine Grenze nicht mehr, dann muss man davon ausgehen, dass er seinen Untergang plant. Er kann ohne ein hinreichendes Grenzregime weder seine Staatsbürger ausreichend schützen, noch eine Ausplünderung verhindern. Geschriebene und ungeschriebene Regeln verlieren nach und nach ihre ordnende Wirkung, weil sich nicht mehr alle an sie halten und diejenigen, die das nicht tun, einfach verschwinden können. Kurz: Das gesamte Staatswesen gerät ins Wanken und wird früher oder später im Chaos enden.

Nun kann man im Falle einer einsamen Entscheidung einer überforderten Kanzlerin der Legende glauben, dass dies ein einmaliger, sich nicht wiederholender Vorgang gewesen ist. Allerdings hätte man diese Entscheidung dann auch korrigieren müssen, was bisher ausgeblieben ist. Der Autor dieses Buches geht jedoch einen Schritt weiter und sieht in der Entscheidung vom Herbst 2015 nur die konsequente Umsetzung einer linken Beglückungsphantasie, wie er es nennt, die er mit dem Kommunismus und dem Faschismus auf eine Stufe stellt. Er konstatiert auf vielen Gebieten den Drang zur Entgrenzung und macht sich daran, diese Prozesse im Einzelnen zu beschreiben. Eine ausführliche Analyse ist dies entgegen seiner Ankündigung zwar nicht, aber sie enthüllt eine Systematik, allein schon durch die Aufzählung und Beschreibung der zahlreichen Tatbestände.

Möglich ist dies nur, weil eine von solchen Beglückungsphantasien durchdrungene Minderheit es bis an die Schalthebel der Macht oder der Manipulation geschafft hat. Da der Autor als Psychiater mit eigenständiger Praxis seinen Lebensunterhalt verdient, erlangt er zwangsläufig auch tiefere Einblicke in die Befindlichkeiten verschiedener Kreise der Bevölkerung. Er sieht, dass Lehrer an politischen Vorgaben, etwa der Inklusion, scheitern, weil sie sie vor unlösbare Probleme stellt. Hier wird die Grenze zwischen Behinderten und Nichtbehinderten aufgehoben, obwohl eine lange praktische Erfahrung und natürlich auch die praktische Vernunft das nicht empfehlen.

Auch die Aufhebung der Grenzen zwischen Kindern und Erwachsenen wird in diesem Buch thematisiert. Eine Gaststätte auf Rügen stellte kürzlich die Bedienung für Kinder ab 17 Uhr ein, was sofort reflexhaft für große Empörung sorgte. Wer schon einmal einen herumwütenden Torben-Elias mit seinen völlig konfusen und machtlosen Eltern beim Essen erlebt hat, versteht die Gastronomen hingegen sehr gut. Man kann mit Vierjährigen nicht auf einer Vernunftebene diskutieren. Früher wurde das jedenfalls noch verstanden, heute traut sich kaum noch jemand, den Verwirrten die Meinung zu sagen. Aber diese Situation besitzt auch Symbolcharakter, denn hier wird eine Mehrheit von einem unreifen und zur Vernunft noch nicht fähigen Menschen und seinen überforderten Eltern beherrscht. Und keiner traut sich offen in die Konfrontation. Wahre Demokratie halt.

Kurz: Die Entgrenzungsbestrebungen sind auf vielen Gebieten bereits weit fortgeschritten und werden von einer Mehrheit der Bevölkerung so oder so ertragen, aber sicher nicht immer gutgeheißen. Dem Autor ist es gelungen, eine Vielzahl solcher Bestrebungen zusammenzustellen und auf recht polemische Weise zu kommentieren. Weiter geht er jedoch nicht. Der Text liest sich gut, dringt aber nicht ins Systematische vor. Denn dass hinter den vielfältigen Entgrenzungsbestrebungen ein System steht, welches auf die Zerstörung von gewachsenen Strukturen aus ist, dürfte nur naiven Menschen verschlossen bleiben.



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Janna_KeJasBlogs avatar

Rezension zu "Kleines Lexikon psychologischer Irrtümer" von Burkhard Voß

Man muss ein Gehör für Sarkasmus haben, um sich von diesem Buch unterhalten lassen zu können!
Janna_KeJasBlogvor 2 Jahren

| © Janna von www.KeJas-BlogBuch.de |

Neben Romanen, Krimis & Co., lese ich ebenso besonders gerne Bücher über Psychologie. Ob nun (Auto)biographisch oder solch ein Lexikon wie dieses. Bei diesem Buch ist jedoch zu erwähnen, dass es sich nicht um ein Lexikon im klassischen Sinne handelt. Ernsthaftigkeit bezüglich der verschiedenen psychischen Erkrankungen spielt eine große Rolle in diesem Buch und eben deshalb existiert es.

Der Autor schreibt bewusst sarkastisch bis polemisch, denn gesellschaftlich geht der neue Trend dahin, einen Termin beim Psychologen ebenso im Terminkalender stehen zu haben, wie den regelmäßigen Friseur-Termin. Das mag nun für den einen oder anderen sehr makaber klingen, erklärt sich jedoch in meiner nun folgenden Buchbesprechung.

Zitate sind grundlegend als solches offensichtlich gekennzeichnet, innerhalb meines Textes lasse ich auch einzelne Aussagen aus dem Buch mit einfließen – diese sind kursiv dargestellt!

Angsterkrankungen gehören zum guten Ton“ – wie recht der Autor Burkhard Voß damit hat. Um zunächst den Wind aus den Segeln zu nehmen: es geht nicht um das Anzweifeln solcher Erkrankungen. Jedoch sind „80% der Diagnosen falsch„. Unsere Gesellschaft will alles wissen, braucht einen Namen für Unbekanntes bzw. nicht einordbare Verhaltensweisen – eine Erklärung soll und muss her. Hinzu kommt noch das mehr als umfangreiche Klassifizierungssystem ICD-10, worauf ich mich im späteren Verlauf nochmal genauer beziehen werde.
Es würden sich an dieser Stelle unzählige Beispiele anbieten, welche aufzeigen wie sehr wir „gewöhnliches mit Bedeutung aufpumpen“ und eben dies hat Burkhard Voß in diesem Buch getan.

Wie bereits erwähnt überspitzt der Autor viele Erläuterungen. Statt die Erkrankungen selbst detailliert zu beschreiben, geht es vielmehr darum wie schnell der Mensch – google sei Dank – unter anderem auch Ärzte, zu Fehldiagnosen neigen. Hier findet sich mein oben genannter Satz wieder: um das Buch nicht miss zu verstehen, sollte sich der Leser bezüglich dieser Thematik auf Sarkasmus einlassen können!

Phobien
Man unterscheidet hier in diverse Arten […]“


Um die Diagnose zu verdeutlichen und seine Aussage zu untermauern, baut der Autor immer kleine Beispiele mit ein. Es geht nicht darum die Erkrankung selbst zu hinterfragen, sondern die vorschnellen und stark verbreiteten Diagnosen. Alles soll und muss definiert und begründet werden. Ich mag mich nun bereits wiederholen, mir ist aber auch sehr bewusst wie schnell ein geschriebenes Wort missverstanden werden kann – somit werdet Ihr immer mal wieder in meiner Rezension lesen, das es nicht um das Vorführen oder Zweifeln an sich geht! Sondern darum, dem heutigen „Zeitgeist die Ohren lang zu ziehen„, wie es der Autor so schön im Vorwort formuliert hat. Was früher – mein Auto, mein Haus, mein Garten – war, entwickelt sich zu einem – mein Job, meine Psychose, mein Therapeut -.
Nehmen wir doch zum Beispiel das allseits bekannte Beispiel „Spinne“. Ja, ich grusel mich wahrhaftig vor diesen Tieren und bin auch gerne vorschnell bei der Aussage „Spinnen-Phobie“, doch ist es das wirklich? Kann ich tagelang den Raum nicht mehr betreten, wenn ich darin dieses Tier entdecke? Atemnot oder Ohnmacht? Andere für eine Phobie klar differenzierte Symptome ausgenommen des Ekels und ggf. einem erschreckendem Ausruf? Nein! Und doch ist die Selbstdiagnose einer solchen Phobie schnell gestellt. Dies ist nur ein kleines und nicht wirklich tragisches Beispiel für eine Selbst- bzw. Fehldiagnose, soll jedoch untermauern wie schnell dies geschieht oder geschehen kann.

Neben unterschiedlichen Diagnosen und Beispielen, gibt es auch immer mal wieder einen kleinen Exkurs.

„[…] So werden sich dann auch die Aufgaben des Psychiaters wandeln. Musste er früher seine Patienten […] überzeugen, so wird er in den nächsten Jahren […] mehr >>Patienten<< überzeugen, das sie die Diagnose […] eben nicht haben, dass diese und jene Beschwerden zum Leben dazugehören […].“

Hier zeigt sich das ‚kleine‘ Problem der Hobby-Ärzte und Selbstdiagnosen! Und nein, ich nehme mich selbst davon nicht aus – wer hat nicht schon mal Google und Co. befragt?! Aber „das Internet ist eben nicht der Stein der Weisen“ und kann auch schnell einen unangenehmen ‚Stempel‘ mit sich bringen. Was genau ich damit meine, definiere ich im folgendem etwas genauer.

Zwei weitere gute Beispiele aus dem Buch sind das „ICD-10“ und „Panik„. Besonders beim Klassifizierungssystem (ICD-10) werde ich ein passendes Beispiel aus meinem Beruf einbauen und somit den „unangenehmen Stempel“ etwas erläutern.

Das Klassifizierungssystem ist ein mehrseitiger Bogen, welcher die verschiedenen Symptome auflistet und diese unterschiedlichen Erkrankungen/Diagnosen zuteilt – um es ganz kurz und knapp zu beschreiben. Da jede Verhaltensweise klassifiziert bzw. zugeordnet werden kann, sind Fehldiagnose nicht auszuschließen. An dieser Stelle überspitze ich die Situation ebenfalls, aber Ritalin ist ein bekanntes ‚Zauberwort‘ und die Diagnose ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) schnell gestellt – Google bietet Selbsttests an, die Symptome werden gesellschaftlich schnell falsch erfasst. Und schnell ist das aufgeweckte und lebhafte Kind ein hyperaktives Kind – da ist er dann auch schnell, der unangenehme ‚Stempel‘! Unruhig, immer in Bewegung, aufbrausend und viel am reden? Da kommen die guten Ratschläge „Ich glaube du solltest mal mit deinem Kind zum Arzt“ oder „Wir befürchten ihr Kind hat ADHS“. Auch wenn ich für meinen Berufsstand kämpfen muss, so kann ich diesen auch sehr gut kritisieren. Denn sobald ein Kind innerhalb der Gruppe auffällig ist, sind einige Kollegen mit solch einer Aussage schnell dabei, anderen Eltern fällt es ggf. und schon macht die Selbstdiagnose ihre Runde. Für Kinder und Erwachsene die wirklich davon betroffen sind, ist eine therapeutische Behandlung viel wert, aber nicht jeder schnell aufbrausende und lebhafter Mensch leidet an solch einer Erkrankung!

Ich kann nachempfinden, wenn sich ernsthaft erkrankte Menschen vielleicht vorgeführt fühlen könnten, aber umso wichtiger finde ich ein solches Buch. Denn wie schnell verliert eine Diagnose an Bedeutung bzw. Ernsthaftigkeit wenn gefühlt jeder dritte darunter leidet? Nicht jede Angst ist eine Phobie, nicht jede Befindlichkeit eine Psychose.

Jedoch geht es nicht nur um Fehl- und Selbstdiagnosen, ebenso beschäftigt sich der Autor mit dem Einfluss der Medien.


Panik
[…] Getreu der alten Journalistenregel >>Bad news are good news<< kann man schon von der Panikindustrie sprechen.“


Dies soll sich nicht verallgemeinert auf die aktuellen Nachrichten und Themen beziehen, aber es gibt jene Nachrichten die gezielt Ereignisse überspitzt darstellen oder mit Halbwahrheiten ‚glänzen‘, um Einschaltquoten/Verkaufszahlen zu sichern. Eine Grundangst wird zur Panik gepusht.

Der Autor erklärt im Kleinen die verschiedenen Diagnosen, um diese bewusst überzogen mit Beispielen zu verdeutlichen. Sarkasmus darf dem Leser nicht fremd sein, um das Buch richtig einordnen zu können, greifen zu können worum es Burhard Voß darin geht – dies jedoch schildert er aber bereits sehr gelungen im Vorwort.
Mit meinen Beispielen habe ich mich dem Schreibstil des Autoren angepasst, empfinde diese Form aber auch als eine Geradwanderung – ein geschriebenes Wort kann nicht immer ausführlich weiter erläutert werden und ein Missverstehen ist nicht ausgeschlossen.
An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir eine klarere Definition gewünscht. Bedingt durch meine Ausbildung habe ich mich intensiv mit dem Ich~Es~Über-Ich auseinandergesetzt und ich habe grundlegend ein großes Interesse an der Psychologie, diese Vorkenntnis bringt jedoch nicht unbedingt jeder Leser mit. Ich glaube aber auch, das eher Leser mit einem gewissen Interesse bezüglich der Thematik zu diesem Buch greifen werden und diesen kann ich es nur empfehlen – unterhaltsam!

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M

Rezension zu "Deutschland auf dem Weg in die Anstalt" von Burkhard Voß

Zuviel Reflexion
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Zuviel Reflexion

„Sich zurück-versichern“, die Dinge richtigmachen. Alles genau verstehen, liebe noch mal nachfragen, alles weitgehend aus dem Wunsch heraus, keine bösen Überraschungen in der Zukunft zu erleben, die Kontrolle zu behalten, „in Sicherheit“ zu sein. Man sollte es nicht unbedingt völlig generalisieren, ein deutliches stückweit aber schon beschreiben solche „reflektierenden Haltungen“ die deutsche Mentalität.

Was früher vielleicht als gutmütiger Scherz von Bewohnern südlicher europäischer Gefilde über die „Perfektionisten“ in Deutschland geäußert wurde, hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten aber, folgt man Voss in seinen Darlegungen, pathologische Formen angenommen.

Angefangen bei der Intellektualisierung auch des privaten, emotionalen Bereiches, des oft, so gut wie immer „drüber Redenmüssens“ seit Ende der 60er Jahre in der politisierten Jugendkultur, zieht sich eine immer stärker werden Linie des äußeren, aber auch inneren Zwangs zur Reflexion von „allem und jedem“ durch die Jahrzehnte bis in die Gegenwart hinein.

„70 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg geht es den Menschen in Deutschland so gut wie nie zuvor…. Aber eine wachsende Anzahl von Bürgern unseres Landes will die objektiven Verhältnisse offensichtlich nicht mehr wahrhaben. Sie reflektieren in einer Art Endlosschleife die subjektive Befindlichkeit und scheint sich in psychische Krankheitskonzepte…zu flüchten“.

Wo bringt es das Vorwort des Buches auf den Punkt. Ein beständiger Blick auf sich selbst, auf die „innere Befindlichkeit“ im Gefolgte erfolgreicher Konzepte wie „Achtsamkeit“ oder vielfacher anderer Ratgeber zur persönlichen Nabelschau, flankiert von einer breiten Industrie der Psychotherapie, die (natürlich nur in Teilen und nicht generell) auch ein Stück davon lebt, Krankheitsbilder auszuformulieren.

Neben der Unsinnigkeit so manch übertriebener Schau auf sich selbst (und damit auch eines überzogenen sich selbst als das nicht nur persönlich, sondern allgemein Wichtigste betrachten), stimmt ebenfalls die Beobachtung , dass es für eine Gesellschaft nicht nutzbringend sein kann, wenn zu viele Ihrer Mitglieder nur mit sich selbst beschäftigt sind.

Dass dies bereits die Öffentlichkeit in Form einer Dauerbeschallung von „Selbstbefindlichkeiten“ ohne sozialen Nutzwert durch alle Medien erreicht, das stellt Voss umgehend mit Blick auf „Das Dschungelcamp“, mit Blick auf rücksichtslose Verhaltensweisen von Mitmenschen und andernorts vor Augen. Billig gemachte Jugendsendungen auf RTL2, „Roberto“, der mit seiner holden „Carmen“ sinnentleert vor sich hin plappert und ebenfalls nur mit sich und der Vermehrung von „Das gehört mit“ beschäftigt scheint, alles Symbole einer Gesellschaft, die ängstlich, bang, fordernd, interessiert vor allem eben allein sich selbst in Person im Blick hat.

„Was nicht passt, wird passend gemacht“, in der eigenen Welt, der Rest nicht weiter beachtet. Und das gilt für die „Rüpelrepublik“ ebenso wie für die wachsende Zahl der „hyperreflexiv-dauersensiblen“, mitsamt den neuen Religionen von vegan, Bio, Achtsamkeit, Helikoptereltern und was alles bereits in der letzten Zeit diskutiert worden ist,

„Wellness-Ära“ und „Wohlfühldiktatur“ sind Begriff, die von Voss umgehend breit und in sehr flüssigem Stil gefüllt werden und das Problem einer aus einer indivualisierten Gesellschaft heraus zu einer egomanischen Gesellschaft werden blüht, so nicht gegengesteuert wird.

Woher das stammt, das „psychoanalysieren“ in „allgemeiner Form“, welche „Mythen“ die Reflexionskultur allgemein aktuell breit und vehement und mit vielen verschiedenen Kommunikationsmedien breit streut und, vor allem, wie es anders sein, gehen und sich entfalten könnte (durch „Zivilisierung der Tyrannei der Intimität“, all das führt Voss beredt und mit großem Elan aus.

Wobei man nicht jeder seiner (teils sehr überspitzen) Thesen folgen muss, nicht jede Übertreibung direkt anderen unter die Nase hält, durchaus aber, bei allem Humor, nachdenklich die Lektüre beendet und die Frage offen im Raum verbleibt, ob dem modernen Menschen in Deutschland vor allem nichts anderes mehr einfällt, als in die verschiedenen Spiegel zu schauen, die Rückspiegelung tief zu bedenken und damit in sozialen Netzwerken Gruppen Gleichgesinnter zu bilden. Während die faktischen Probleme und damit auch die lohnenswerten Aufgaben der Zeit und des eigenen Lebens eher nur mehr als Störgeräusche harmonischer Ich-Suche oder Bewältigung von Erkrankungen (auch als Folge ausschließlicher Ich-Beschäftigung) empfunden werden.

Ein sehr interessante, den Finger auf Wunden der Zeit legende Lektüre. Ob aber eine solche „Kultur des Einfachen“, wie Voss sie auch in großen Zügen zu Gehör bringt, anderswo gehört werden wird? Denn auch die Politik ist zunehmend erkennbar primär mit der je eigenen Person vollauf beschäftigt.

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