Aus der Perspektive von Hans lernen wir die Stiefmutter seines Schulfreundes Hellmut Quandt, Magda kennen, die nur 7 Jahre älter ist als der anfangs 12jährige Bub. Sie hat den Vater von Hellmut, den Witwer und Industriellen Günther Quandt geehelicht. Im pubertären Alter entwickelt Hans Gefühle für Hellmut, die dieser jedoch nicht erwidert, stattdessen verliebt er sich als junger Mann in seine eigene Stiefmutter, stirbt aber tragischerweise an einer Sepsis mit nur 21 Jahren. Hans tritt an seine Stelle und beginnt eine Affäre mit Magda. Als Magda den späteren Reichspropagandaminister Goebbels kennenlernt, zerbricht das Band zwischen Hans und ihr, jedoch nie ganz vollständig ..
Der Roman hält sich eng an die Biografie der sogenannten „Mutter der Nation“ im 3. Reich. Die Affäre mit einem Studenten taucht auch bei Wikipedia auf, ein Name wird hingegen nicht genannt. Die Autorin lässt auf dieser Grundlage einen fiktiven Roman entstehen, der einen guten Einblick in die lange zurückliegende Zeit gibt.
Hans wird Beamter im Botschaftsdienst. Ihm gelingt es, seine Homosexualität geheim zu halten und einen sicheren Platz an einem Schreibtisch zu behalten (was als junger Mann zu Weltkriegszeiten ein großes Privileg darstellt).
Der Erzählstil hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte wirkt authentisch und nachvollziehbar.
Es handelt sich um eine ungekürzte Lesung mit ca. 7 Stunden Laufzeit, gelesen von Cédric Cavatore. Seine Stimme passt perfekt zum Inhalt und seine Interpretation des Romans hat mir ausgesprochen gut gefallen.
Fazit: Ein Stück Zeitgeschichte, spannend und bedenkenswert



