Cédric Villani Das lebendige Theorem

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Inhaltsangabe zu „Das lebendige Theorem“ von Cédric Villani

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    Das lebendige Theorem

    Primrose

    07. July 2013 um 23:54

    Cédric Villani ist jung, talentiert und ehrgeizig. Seine größte Leidenschaft gilt der Mathematik. Nun möchte er die berühmte Fields-Medaille gewinnen, die unter Mathematikern so angesehen ist wie der Nobelpreis. Doch dazu muss er sich beeilen, denn die Zeit rinnt. Nur Mathematiker unter 40 kommen für den begehrten Preis infrage. Cédric Villani arbeitet harte zwei Jahre und beschäftigt sich vor allem mit der Boltzmann-Gleichung und Landau-Dämpfung. 2010 schließlich bekommt er die heißersehnte Fields-Medaille, was ihn in der Welt der Mathematik unsterblich macht. Wie habe ich mich darauf gefreut, die Autobiografie eines talentierten jungen Wissenschaftlers zu lesen! Ich habe mir eine interessante, lehrreiche und kurzweilige Geschichte von Villani über Villani erhofft. Was ich bekommen habe, ist eine Biografie, die ziemlich zäh und langweilig geschrieben ist. „Spannend geschrieben wie ein Roman“- so steht es auf dem Schutzumschlag des Buches. An sich ist die Aussage richtig, wenn man bedenkt, dass es gute Romane und eher schlechte Romane gibt. „Das lebendige Theorem“ tendiert leider eher zur letzteren Sorte. Cédric Villani mag ein hervorragender Mathematiker sein, aber was das Schreiben betrifft, hat er eher wenig Talent. Es ist ziemlich schwer, sich in seine Geschichte einzufinden, weil sein Schreibstil alles andere als gut ist. Die einzelnen Kapitel ähneln Tagebucheinträgen. Der Leser weiß immer genau, wann man sich gerade befindet. Es stört mich, dass in der ganzen Biografie keine wörtliche Rede mit den üblichen Anführungsstrichen vorhanden ist. Stattdessen schreibt Villani die Aussagen und Unterhaltungen anderer Leute wie Notizen mit Bindestrichen vor den Sätzen auf. Und dann ist da noch die Handlung an sich: am Anfang eines jeden Kapitels bekommt man ein kleines Stück von Villanis Arbeit und Forschung mit. Jedes Kapitel endet mit einer kleinen Erklärung der benutzten und erwähnten Formeln und Mathematiker. Es ist schwer, sich in eine Geschichte einzufinden, bei der man nur die Hälfte versteht. Doch genauso erging es mir beim Lesen. Ich habe wirklich keine Abneigung gegen Mathe, sondern finde das Fachgebiet interessant und spannend. Aber das noch lange nicht, dass ich mit Villani mithalten kann. Der Text auf der Rückseite des Umschlags verspricht, dass man das Denken des Mathematikers miterlebt, „ohne die dazugehörigen Formeln verstehen zu müssen“. Natürlich, man muss nichts verstehen. Doch dieses Nichtverständnis kann auch schnell dazu führen, dass der Spaß am Lesen vergeht. Ich habe Villanis Gedankengänge nur bruchstückhaft nachvollziehen können, was ich sehr schade finde. Vielleicht gehört die Biografie einfach eher zur Fachliteratur für eingefleischte Mathematiker. Die Erklärungen am Ende der einzelnen Kapitel haben mir wiederum gut gefallen. Diese kann man sich auch durchlesen, ohne den Rest der Geschichte zu kennen. Man erfährt hier viel über einzelne Gleichungen und über die Lebenswege diverser berühmter Mathematiker. Aufgelockert wird das Ganze mit kleinen gezeichneten Portraits der Menschen. Die Biografie besteht nicht nur aus Villanis Bericht über seine Arbeit. Ab und zu findet man in „Das lebendige Theorem“ auch E-Mails, die Villani und seine Kollegen und Freunde geschrieben haben. Auch Gedichte und Songtexte sind in der Biografie zu finden, die Villani inspiriert haben oder mit denen er bestimmte Sachen verbindet. Gegen Ende hin wird die Geschichte dann nochmal richtig gut. Ich habe das Gefühl, dass auch Villanis literarischer Stil gegen Ende hin besser wird. Seine Metaphern und Vergleiche wirken nicht mehr so gezwungen und auch von der Handlung her wird die Geschichte besser, da Villani die mühselige Arbeit abschließt und seine begehrte Medaille bekommt. „Das lebendige Theorem“ ist eine Biografie, die sich sehr intensiv mit der Mathematik beschäftigt. Die Geschichte ist weder spannend noch leicht zu lesen, da sehr viele mathematische Formeln in der Biografie vermerkt sind, die man aus dem Alltag und aus der Schule nicht kennt. Es ist schade, dass die Geschichte auf den ersten zweihundert Seiten nur so vor sich hin tropft. Man hätte das Ganze sicherlich ansprechender gestalten können. Dennoch bin ich mir sicher, dass es durchaus Menschen gibt, die mehr mit den Formeln anfangen können als ich. Für Mathematiker und anderen Leuten, die sehr viel mit diesem Fachgebiet zu tun haben, mag „Das lebendige Theorem“ sicher eine nette Lektüre sein.

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